Das Experiment „Hammelmöhre“. Wieso sollen das nur Schafe gern essen?

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Wilder Pastinak auf meiner Kreuterwiese in den Schönauer Lachen.

Ich habe im letzten Beitrag so wenig verraten und doch wurde die Pflanze erkannt. Natürlich, es ging um Pastinak. In einigen europäischen Landern ist er nie vom Speiseplan verschwunden. Bei uns wird er wieder verstärkt in Bioläden angeboten. Kein Wunder, denn er ist weniger krankheitsanfällig als anderes Gemüse, duldet auch schwere und feuchte Böden und bietet einen hohen Gehalt an Stärke, Eiweis, Kalium, Vitamin C. Der Nutratgehalt ist sehr gering. Deshalb ist Pastinak verstärkt wieder in Bäbynahrung zu finden.
Ich höre jetzt mal auf, Loblieder zu singen auf die kultivierte Form des Pastinak. Ich habe auf meiner Kräuterwiese wilden Pastinak geholt, um zu probieren, wie dessen Wurzeln schmecken. Pastinak wird auch Hammelmöhre genannt, weil er für Schafe ein Leckerbissen darstellt. Wie ist das nun? Schmeckt der wilde Pastinak nur Schafen? Das wollte ich wissen.

Die Wurzeln des wilden Pastinaks.
Die Wurzeln des wilden Pastinaks.

Pastinak wird im Oktober geerntet. Wer weiß, ob ich ihn wiederfinde, wenn die Wiese zum zweiten Mal gemähd wird. Also starte ich mein Experoiment jetz. In den Schönauer Lachen, und nach dem vielen Regen hier sowieso, war der Boden feucht und locker. Ohne Hilfsmittel ist es mir gelungen, die Pflanzen zu ziehen. Im Gegensatz zu der kultivierten Form ist die Wurzel des wilden Pastina eine lange, dünne Pfahlwurzel. Sie ist ziemlich holzig. Grob reinigen und einfach mal hineinbeißen ging nicht so gut.

die Wurzeln vom wilden Pastinak - gewaschen und geschnitten
die Wurzeln vom wilden Pastinak – gewaschen und geschnitten

Ich habe die Wurzeln mit einer Bürste geschruppt und dann in Scheiben geschnitten. In meiner Küche begann es zu riechen, wie es nicht gleich ein Gemüsesud hinbringt. Überhaupt duftet die ganze Pflanze ganz aromatisch und gut. Wenn ihr sie mal seht, zerreibt mal einige Blüten zwischen den Fingern und riecht eure Hände an. Ihr werdet begeistert sein. Einige Zweige in einem Wildblumenstrauß gesteckt bringen den Duft der Wiese mit nach Hause.

gegarte Wurzeln vom wilden Pastinak
gegarte Wurzeln vom wilden Pastinak

Ungewöhnlich kräftig, fast ein bissel herb und trotzdem süßlich schmeckt es. Ich habe auf alles Beiwerk verzichtet und habe die Wurzeln einfach nur gegeart, damit ich unverfälschten Geschmack habe. Der hat mich echt überrascht, denn so kräftig hatte ich es mir nicht vorgestellt. Geahnt hab ich es, denn schon beim Garen roch die Küche ganz stark nach Möhre und auch einbissel nach Petersilie und Fenchel. So richtig beschreiben kann ich es gar nicht. Mit einwenig Kräuterbutter hätte ich bestimmt alles milder stimmen können, aber ich wollte es ja erstmal so haben.
Als Würzmittel, für Gemüsebrühen uund Soßen, könnte ich mir das gut vorstellen. An bestimmte Geschmäcker muss man sich auch erstmal (wieder) gewöhnen. Bei uns muss alles sanft und möglichst süß schmecken.

Warum wilder Pastinak den Schafen so gut schmeckt, weiß ich nicht, denn ich kann sie nicht fragen. Der hohe Eiweisgehalt ist sicher für sie sehr interessant und der Fasergehalt regt die Wiederkäuerverdauung bestimmt recht ordentlich an. Wenn der nächste Regentag kommt, werde ich meine Pflanze fertig zeichnen. Mir kann es gar nicht langweilig werden.

Macht’s erstmal gut, eure gegarte Hammelmöhren kauende Gudrun.ich

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