Schafe in Mügeln / Lüttnitz am Bielbach. Eine Einladung und ein wunderschöner Tag auf dem Lande.

Das Lamm Kuno muss mit der Flasche großgezogen werden.

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich eine Mail von Familie Steinbach erhielt. Die Steinbachs kannten meinen Blog, wussten von meinem „Wollfimmel“ und von meiner großen Liebe zu Schafen. Ein Wollpaket hatten sie mir geschickt. Und jetzt war ich eingeladen, die Schafe kennen zu lernen, deren Wolle ich schon versponnen hatte. Ich war aufgeregt, freute mich ganz besonders auf die Steinbachs, die mir einfach so eine große Freude machen wollten.

Das Wetter konnte nicht besser sein. Die Fahrt durch den Landkreis war schon herrlich, aber der Hof der Steinbachs präsentierte sich im Sonnenlicht von der allerbesten Seite. Ach, war das schön hier. Die Wiesen, die Gärten und die Felder, man spürte und roch den Frühling überall. Überhaupt, ich glaube, so tief durchgeatmet habe ich lange nicht.

Beim Rundgang durch den Hof kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die alte, baufällige Scheune wurde nicht einfach abgerissen. Teile der Mauern ließ man stehen. Zwischen den Mauerresten der Scheune präsentiert sich jetzt ein Garten. Die Pflanzen gedeihen prächtig im Schutz der Mauern. Andere Mauerreste wurden neu integriert in das Anwesen und so entstand ein einzigartiger Komplex, in dem man sich sehr wohlfühlen kann. Auf den Wiesen kann man den Salat für den Abend ohne Bedenken sammeln. Ich habe Gundermann und Scharbockskraut gekostet. 🙂

Die Begegnung mit den Steinbachs war so ungezwungen, einfach nur schön und entspannt. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass das alles einfach so über meinen Blog passiert ist, das Finden, die Einladung.
Natürlich wurde ich auch zu den Schafen geführt. Ganz ehrlich, hier wäre ich am liebsten gar nicht mehr weggegangen. Nicht nur, dass es unheimlich beruhigend ist, den Schafen beim Fressen zuzusehen, die Schafe der Steinbachs sind auch noch sehr zutraulich. Man kann sie streicheln, die Hände und auch mal die Nase in die Schafwolle stecken. Die Steinbachs erzählten mir, dass sie sich abends manchmal einfach nur hinsetzen und die Lämmer beobachten. Man braucht wirklich keinen Fernseher und ich glaube das gern.

Das Lamm Kuno muss mit der Flasche großgezogen werden.
das „Flaschenkind“ Kuno

Das ist Kuno.
Ein Gotlandmutterschaf hat Drillinge. Zuerst hat sie alle drei Lämmer trinken lassen, aber nach zwei Tagen wurde das Kleinste verstoßen. Das Mutterschaf ließ es nicht mehr an sich heran. Es war gut, dass Kuno die erste, notwendige Milch noch von seiner Mutter bekommen hatte. Die Steinbachs beschlossen, den kleine  Bock mit der Flasche großzuziehen. Normalerweise bekommen die Schafe keinen Namen, er aber schon.

Kuno entwickelt sich prächtig, hat immer einen gesunden Appetit. Er fängt auch schon an, wie die anderen Schafe und Lämmer, Gras zu zupfen und am Abend schläft er neben seinen Geschwistern und seiner Mutter im Stall.
Das war die größte Freude am gestrigen Tag: Ich durfte Kuno sein Fläschchen geben. Ganz ehrlich, ich hätte ihn liebend gerne mitgenommen.

die Bank in der Sonne in einer geschützten Niesche
ein letzter Blick zurück

Wir waren noch spazieren, haben von einer Hütte auf dem Hügel einen herrlichen Blick über das Land genießen können. Ach ja, und die Strickjacke mit Zopfmuster des Schäfers durfte ich auch bewundern. Logo, dass ihn die Wolle seiner eigenen Schafe ganz besonders gut wärmt.

Auch die schönsten Tage gehen mal zu Ende. Leider.
Wenn ich solche Bilder sehe, wie beim letzten Blick in den Hof, oder solch schöne Stunden verleben darf, dann packt mich immer eine große Sehnsucht nach dem Landleben. Danke, liebe Steinbachs, dass ich bei euch sein durfte. Ihr habt mir eine riesengroße Freude gemacht, eine von der ich wieder lange zehren kann.

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