Schreibtischdienst mit Zeichnen. Montags im Regen auf der Straße, dienstags Innendienst.

gezeichnete Pglanze, Gundermann
Schreibtischdienst: gezeichnete Pflanze, Gundermann
Schreibtischdienst: Zeichnung vom Gundermann

Schreibtischdienst war heute.
Ach ja, da muss ich mich bei der Rennerei am Montag Abend durch meine Stadt wohl doch etwas erkältet haben. Es regnete, wir waren gut zu Fuß unterwegs. Eilmarsch. Da kommt man ganz schön ins Schwitzen. Ja sicher, ich könnte zu Hause bleiben, alle Viere grade sein lassen (oder waren das Fünfe?), aber dann würde ich den Abendlandsverteidigern von Legida meine Stadt überlassen. Das geht aber nicht, nein, das geht überhaupt nicht. Ich möchte nie zu denen gehören, die abwarten und am Ende wiedermal nichts gewusst haben wollen.

Diesmal hatte sich Legida Unterstützung aus Dresden geholt, damit mal wieder Schwung in die Bude kommt. Das hat wohl dann doch nicht so geklappt, und dem Lutze fielen nur Beleidigungen und Beschimpfungen ein, als er auf der Bühne zu seinem Volk sprach. Die Gegendemonstranten, also auch ich, waren zum Beispiel „fehlgeleitete Antifa-Pappnasen, Kackbratzen und Pfeifen“. Ach Herrje! Meine Omma würde nun im gepflegtem Sächsisch sagen: „So een Flädz! Der hat aber auch gar geen Benähm!“

Ein Gutes haben solche Montage. Man lernt jede Menge interessante Menschen kennen, die genau wie man selbst Rassismus in Reinkultur nicht hinnehmen wollen. Da ist zum Beispiel der überzeugte Christ, der jede Woche kommt und sein Plakat hoch hält. „Als Gott die Welt schuf, hatte sie keine Grenzen“ steht darauf. Oder die Frau, die in der Drogenhilfe arbeitet und nur zwei Abende in der Woche frei hat. Einer ist der Montag. Da ist die Grünen-Politikerin, der Anwalt, der Fotograf, ältere Leute und jede Menge Junge.
Nachdem der ganze Spuk vorbei war, sind wir drei Weiber, die zusammen unterwegs waren und aufeinander aufgepasst haben, noch mal eingekehrt. Das musste einfach sein. Wir erinnerten uns daran, dass wir mal einen Bürgermeister hatten, der ganz vorn stand bei den Gegendemonstranten. So etwas vermisse ich gerade etwas.

So, und nun ist mir ständig kalt und ich muss dauernd nießen. Zeit für Schreibtischarbeiten. Auch gut, denn so ist die Zeichnung von meinen Gundermann oder der Gundelrebe, wie sie auch heißt, fertig geworden. Ich freue mich sehr. Ist doch ganz gut geworden, oder?

Und wer wissen will, was sonst noch so los war, montags in Leipzig, der kann das mal bei der Inch lesen.

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