Die Sprache lügt nicht. Die Tagebücher von Victor Klemperer.

Sprache lügt nicht., Tagebücher von Victor Klemperer. Meine Katze erinnert mich daran, dass es nicht immer in Deutschland möglich war, Katzen zu halten.
Sprache lügt nicht., Tagebücher von Victor Klemperer. Meine Katze erinnert mich daran, dass es nicht immer in Deutschland möglich war, Katzen zu halten.
Was hat meine Kleo mit dem Srachwissenschaftler Victor Klemperer zu tun?

Kennt ihr Victor Klemperer? Nein? Ich gebe zu, dass ich ihn bis vor Kurzem auch nicht kannte.
Durch Zufall war ich auf eine 13teilige Serie im MDR gestoßen, „Klemperer – ein Leben in Deutschland“. Spät, eigentlich mitten in der Nacht, zeigte man die Filme. Zu spät, finde ich.

Ich habe mir alle dreizehn Folgen angesehen und ich schäme mich nicht dafür, dass mir manchmal die Tränen kamen. Man hat die Tagebücher Victor Klemperers verfilmt, die erst 1995 unter dem Titel „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten (1933–1945)“ herausgegeben wurden. Die Tagebücher Klemperers und seine nach den Tagebuchnotizen entstandene Abhandlung „LTI – Notizbuch eines Philologen“ (Lingua Tertii Imperii: Sprache des Dritten Reiches) werde ich mir als nächstes besorgen aus dem Buchantiquariat. Schon einmal gab es „Abendlandsretter“ in diesem Land. Jetzt kann es ganz hilfreich sein, den Neuen sehr aufmerksam zuzuhören.

Was hat das nun alles mit meiner Katze Kleo zu tun, die sich seit drei Tagen auf meinem Balkon ahlen kann? Ich darf eine Katze haben. Ich darf ein Katzenschutznetz am Balkon anbringen. Eine Selbstverständlichkeit meint man.
In seinem Tagebuch notiert Klemperer, dass „mit sofortiger Wirkung“ den Juden das Halten von Haustieren verboten sei. Das war für seinen Kater Wuschel das Todesurteil. Klemperer brachte den Kater am anderen Morgen zu einem Tierarzt, um ihm die Angst des Abgeholtwerdens und die gemeinsame Tötung zu ersparen.

Nur eine Katze! Eine Kleinigkeit?

In einer sehr interessanten und sehenswerten Dokumentation über Klemperer auf Arte zitiert man den Sprachwissenschaftler, der vor der NS-Zeit an der TU in Dresden unterrichtet hat:
„Es kommt nicht auf die großen Sachen an, sondern auf den Alltag der Tyrannei, der vergessen wird. Tausend Mückenstiche sind schlimmer als ein Schlag auf den Kopf. Ich beobachte und notiere Mückenstiche.“

 

 

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