Tierhaltung der Steinzeit. Von Sesshaftigkeit, Laubheu und Vorratshaltung.

Tierhaltung der Steinzeit, Laubheuhütte
Tierhaltung der Steinzeit, ein Meter tiefe Vorratskammer für Laubheu
ein Meter tiefe Vorratskammer für Laubheu

Die Tierhaltung der Steinzeit – sesshaft werden

Tierhaltung der Steinzeit. Ja, ab einem bestimmten Zeitpunkt, vor ungefähr 10.000 Jahren war das möglich. Vorher waren die Menschen Jäger und Sammler, ernährten sich vom reichlich vorhandenen Fleisch der Wildtiere und den Früchten der Natur. Zog die Büffelherde weiter, zogen die Menschen mit.

Irgendwann gab es kein Mammut mehr und eben so wenig den Riesenhirsch. Man begann heraus zu finden, welche Tiere, aber auch welche Pflanzen sich domestizieren ließen, baute Zäune und Ställe, legte Futtervorräte für die Tiere an, begann Tierhaare und Felle zu verwerten. Weggeworfen wurde nichts, auch für das Fett und die Knochen der Tiere fand man Verwertung.
Man brauchte aber auch Gefäße, um alles, was man jetzt hatte an tierischen und pflanzlichen Vorräten, aufheben zu können. Keramik entstand.

Laubheu – eine Unbekannte

Ich fand im Steinzeitdorf eine ca. ein Meter tiefe Vorratskammer für Laubheu. Laubheu in der Tierhaltung der Steinzeit? Das sagte mir wenig und ich begab mich auf die Suche nach einer Erklärung. Die Bäume wurden in ungefähr in 2 Meter Höhe, da wo die Tiere nicht mehr herankamen,  „geschneitelt“. Das heißt, die Zweige wurden abgeschnitten, zusammengebunden und zum Trocknen an die Bäume gehängt. Bis zum Herbst war alles getrocknet und wurde für den Winter eingelagert, in eben diese Vorratshöhlen.
In manchen Regionen schneitelt man immer noch. Die Bäume sehen zuerst etwas endzeitmäßig aus, verzweigen sich aber dann immer mehr. Bei Ausgrabungen hat man Schneitelmesser gefunden, aus Stein. Und nach den vielen Werkzeugen aus Stein bekam diese Ära der Menschheitsgeschichte ihren Namen: Steinzeit.

Wieviel brauchen wir tatsächlich zum Leben?

Über unsere Tierhaltung und über die „Tierindustrie“ (schon das Wort finde ich schrecklich), mache ich mir schon lange meine Gedanken. Das bäuerliche Leben in den Dörfern scheint immer unattraktiver zu werden und wer kümmert sich denn heute noch um die Haltung seiner Tiere, seines Fleisches selbst? Wer weiß denn, wie das Rind oder das Huhn gelebt hat, dessen Fleisch er gerade verzehrt? Wir erwarten, dass in den Supermärkten Tonnen billigen Fleisches liegt, Fleisch, was erstmal um die halbe Welt gekarrt wurde. Wenn es nicht gegessen wird, dann werfen wir es eben weg, ganz ohne schlechtes Gewissen. Ich habe wirklich Angst, dass die Achtung vor dem Tier immer weniger wird. Meine Mutter sagte früher immer zu mir, dass jemand, der die Tiere nicht liebt, auch keine Menschen mag.
Die Tierhaltung der Steinzeit zeigte Respekt vor dem Tier. Ich entdeckte ganz viel davon. Keine Angst, ich möchte nicht die Steinzeit zurück.

Ich fand das alles unglaublich spannend. Jede Entdeckung erfreute mich und beschäftigte mich aber auch sehr. Im Moment kann gerade nicht so gut laufen, aber in dem Steinzeitdorf durfte mir einfach nichts entgehen.

Immer wieder drängte sich mir die Frage auf: Wieviel brauchen wir wirklich zum Leben?

Ach Ja, Pfeil und Bogen habe ich natürlich ausprobiert. Und nein, von mir würde für kein Tier irgendeine Gefahr ausgehen.

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