Auf unser Wohl, Leipzig-Grünau!

40 Jahre Leipzig-Grünau

Am 1.Juni 1976 wurde in Leipzig-Grünau der Grundstein gelegt für Leipzigs jüngsten und größten Stadtteil. Ein ganz lieber Freund war damals als Bauleiter dabei bei der Grundsteinlegung, dienstlich, als „vom Bau“. Schade, dass er nicht mehr schauen kann, was hier so geworden ist.

Wenn ich es mir Recht überlege, habe ich verdammt viel Lebenszeit in Leipzig-Grünau verbracht. Als junge Frau bekam ich hier eine Wohnung, d.h. nicht einfach so, wir mussten dafür schon einiges dafür tun, Stunden auf dem Bau leisten z.B.
Hier wuchsen meine Kinder auf, gingen in den Kindergarten, in die Schule, machten Abitur. Ich selbst habe einige Jahre im Schulhort in der Schule nebenan gearbeitet.

Früh, zur nullten Stunde, sausten die Kinder mit ihren Ranzen aus den Häusern, sammelten sich und gingen im Pulk zur Schule. Keiner brachte sie hin, sie schafften das alleine. Manchmal schleppten die Hausleute Stühle und Hocker vor das Haus und auf einem wackligen Grill wurden Fleisch und Würste gegart. Miteinander reden, feiern, lästern, auch mal ordentlich meckern, Lösungen suchen, das gehörte einfach zum Wohnen dazu.
Wenn mein Kater mal wieder ausgebüxst war, beteiligte sich das halbe Viertel an der Suche.

Heute gab es eine Tanzkarawane durch Grünau, mit dem Bachkopf, welcher schon zur 1000-Jahrfeier Leipzigs von hier aus in die Innenstadt startete. Gefeiert wird auf der Ratzelwiese, fast draußen, am Rande.

Die, die hier wohnen fühlen sich ganz wohl. Das saget jede aktuelle Studie, auch wenn immer mal wieder von außen etwas anderes suggeriert wird. Nein, hier stimmt die Infrastruktur und seinen Namen macht das Wohngebiet wirklich alle Ehre. Kulturelle und Freizeitangebote zu schaffen, liegt auch bei uns allen.

Wir werden wohl zusammen alt werden, wir beide. Ich trinke jetzt einen auf uns. Zum Wohl, Leipzig-Grünau.

Gruenauer_Krug

 

 

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