Cittaslow Meldorf – eine Zukunftsstadt?

Cittaslow Meldorf

Eine Cittaslow, das ist…

„…eine Stadt, in der Menschen leben, die neugierig auf die wieder gefundene Zeit sind, die reich ist an Plätzen, Theatern, Geschäften, Cafés, Restaurants, Orten voller Geist, ursprünglichen Landschaften, faszinierender Handwerkskunst, wo der Mensch noch das Langsame anerkennt, den Wechsel der Jahreszeiten, die Echtheit der Produkte und die Spontaneität der Bräuche genießt, den Geschmack und die Gesundheit achtet…“

http://www.citta-slow.de/index.php/de/

Rathaus-Meldorf

Lebenswerte Stadt der Zukunft

Darüber, wie ich mir die Stadt der Zukunft wünsche, mache ich mir schon lange Gedanken. In Meldorf, vor dem Rathaus, sah ich eine Skulptur, eine Schnecke. Dass sie dort nicht nur steht zur Kinderbelustigung dachte ich mir schon. Und dann las ich von einer Cittaslow,  (langsame Stadt; ital. città = Stadt, engl. slow = langsam), einer Vereinigung der lebenswerten Städte. Meldorf gehört zu diesem internationalem Städteverbund. Wenn sich eine Stadt zu den Zielen dieser Vereinigung bekennt und seine Stadtentwicklung danach ausrichtet, kann sie sich bewerben und wird nach Prüfung aufgenommen. Kleinere Städte unter 50.000 Einwohner betrifft das.

Nein, um ein tolles Schild neben der Rathaustür geht es den Meldorfern nicht. Es geht um die Abfederung von Folgen der Globalisierung, um Gastfreundschaft, Umweltbewusstsein, Kultur und Traditionen, schützenswerte Kulturlandschaft, regionaltypische Produkte und regionale Märkte, Kultur und Tradition und um die sogenannte dringend benötigte Entschleunigung.

Hier gibt es auch sonntags frische Brötchen

In der Stadt kann man sich ruhige Eckchen suchen, sich hinsetzen und ausruhen. Ganz wichtig ist, dass ständig Gelegenheit da ist für einen Klönsnack, für ein miteinander Reden. Die Einwohner sind stolz auf ihre Stadt, identifizieren sich mit ihr. Das spürt man. Und genau das ist gewollt bei Cittaslow.

Meldorf ist Stadt der Inklusion. Arbeiten und Wohnen mit behinderten Menschen spielt eine wichtige Rolle. Ich konnte mich davon überzeugen in den Werkstätten im alten Pfarrhaus. Es gibt eine gut organisierte Hospizarbeit und Schwerstkranke werden nicht weggesperrt. Sie nehmen ihre Malzeiten in einem Garten ein. Das hat mich sehr beeindruckt.

Ein Buchladen und ein gastronomischer Betrieb teilen sich einen Innenhof. Hier können die Gäste ausruhen, lesen, essen, trinken, schwatzen. Schön, wenn es mal nicht darum geht: Meins, Meins, Meins und niemandem sonst.

Viel Interessantes fand ich in Meldorf. (Hier gibt es übrigens auch sonntags frische Brötchen.) Einige Ideen und Anregungen habe ich in meinen Reisekoffer packen können. Ich weiß noch nicht, wie ich mich für meine Stadt und damit auch für mich einsetzen kann, damit man hier unbedingt gerne und gut leben kann.

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