Blutige Erdbeeren. Hilflos?

Blutige Erdbeeren - im Film eingeblendeter Schriftzug an der Uni

Ich weiß nicht, ob ihr euch noch an den Film „Blutige Erdbeeren“ erinnern könnt? Es ist ja schon ein Weilchen her, dass der Film aus den Siebzigern bei uns in den Kinos lief.

Blutige Erdbeeren – nur ein Film?

Schon damals hat mich der Film, der sich auf Studentenunruhen Ende der sechziger Jahre an der Columbia Universität in New York bezieht, sehr beschäftigt. Die jungen Leute waren genau so alt wie ich damals, waren so angezogen, hatten die gleiche Frisuren, liebten die gleichen Songs, dachten ähnlich wie ich.
Ich fing gerade mein Studium an und wie andere auch, hatte ich die Hoffnung, dass man etwas ändern kann auf der Welt. Einfach, weil wir es wollten.

Keiner war gewaltbereit. Aufmüpfig, ja das schon. Offiziell war es nicht gewünscht, zu sehr über die eigene Grenze hinauszudenken. Was aber wäre das für ein Potential, wenn man sich kennenlernen und miteinander reden kann?

Helpless?

Heute ist die Mauer weg, die aus Beton. Ich fühle mich trotzdem immer noch so, wie der Soundtrack im Film „Blutige Erdbeeren“ es benennt. Helpless! (Crosby, Stills, Nash and Young)
Immer öfter höre ich in Gesprächen: die Amerikaner, die Russen, die Israelis, die Araber, die… Und es geht mir so auf den Wecker, denn es wieder Mauern baut, die in den Köpfen. Je mehr man mit dem Finger auf andere zeigt, umso mehr rückt alles auseinander. Es trennt und macht bereit, sich vereinnahmen zu lassen. Von wem auch immer.

Ich fände es gut, wenn etwas nicht in alt oder jung eingeteilt wird, sondern nur „IST“, wenn es nicht grün ist und nicht rot, sondern bunt, wenn Symbole auch mal wieder Blumen sein dürfen. Mir ist es egal, in welcher Partei jemand ist. Wenn er zum Thema etwas zu sagen oder Ideen hat, wie unsere Welt auch nur ein bissel besser werden kann, dann höre ich ihm zu. Na gut, Rassisten und Fanatikern nicht. Rückwärtsdenker mag ich nun mal nicht.

Meine Lieblings-Englischlehrerin war „Marci“, eine Amerikanerin, die in England studiert hat und in Deutschland arbeitet. Ich möchte sie wiederfinden.

THOUGH MAN BE WISE, IT IS NO SHAME FOR HIM TO LIVE AND LEARN
(Im Finale des Filmes wird der Schriftzug an der Uni eingeblendet)

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