Hoch hinaus auf den Turm im Schloss Lützen.

Blick vom Schloss Lützen

Ich freue mich immer, wenn ich mal aus meiner Stadt herauskomme. In Lützen war ich öfter, habe ja mal gleich nebenan gewohnt. Nie hat es geklappt, dass ich das Schloss Lützen besuchen konnte. Diesmal wollte ich mir die Ausstellungen ansehen zu den beiden Kriegen, die dort Spuren hinterlassen haben und zu Johann Gottfried Seume.
(Davon erzähle ich später einmal)

Wir, die Tochter und ich, haben uns aufgemacht nach der Stadt, die durch zwei Schlachten berühmt wurde. In der Schlacht bei Lützen im dreißigjährigen Krieg fiel der Schwedenkönig, Gustav. II. Adolf.  Die Zweite war die Schlacht bei Großgörschen (französisch bataille de Lützen ‚Schlacht bei Lützen‘ genannt).

Gute Aussichten vom Schloss Lützen

Ich war sehr angenehm überrascht über die Freundlichkeit der Museumsmitarbeiter im Schloss Lützen. In Leipzig habe ich das schon ganz anders erlebt. Es war schon spät am Nachmittag, aber wir waren willkommen. Und als wir uns die Ausstellungen angesehen hatten, schloss man uns den Dachboden auf und den Zugang zum Turm. (Auch über die Schätze auf dem Dachboden schreibe ich später.)

Nach oben war es eine ganz ordentliche Kraxelei. Die hölzerne Treppe wurde immer schmaler. Schon beim Hochsteigen fiel mir der Müller im Dithmarschen ein, der mir sagte, dass man solche Hühnerstiegen nie vorwärts, sondern immer rückwärts hinabsteigt. Ich werde das beim Abstieg berücksichtigen. Jetzt aber, ganz oben, war ich überwältigt von dem Anblick, der sich mir bot. Ich vergaß zu fragen, ob die Stadt Lützen einen Türmer braucht.

Schön ist es in der Heimat und in der Leipziger Tieflandsbucht

Nur durch Fensterscheiben konnte ich fotografieren, sah die A38 sich durch die Leipziger Tieflansbucht schlängeln, sah am Horizont den Harz und vor dem nebelnden Kraftwerk die Gegend, in der ich mal gewohnt habe. Ein herrlicher Ausblick. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich das Herz um so mehr weitet, je weiter man den Blick schweifen lassen kann. Dementsprechend könnte ich stundenlang  stehen und schauen. Oh, ich liebe meine Heimat schon, diese schöne und seit Hunderten von Jahren geschichtsträchtige Gegend. Die Menschen hier haben sich schon von vielen Widrigkeiten erholt. Das sollte man nie vergessen, wenn man über die „Abgehängten“ in Westsachsen und Sachsen-Anhalt spricht. Wenn man nichts anderes weiß oder zu sagen hat, dann sollte man lieber schweigen.

Ein wirklich schöner Tag geht zu Ende und die Kirche in Lützen ist wirklich schief. Bestimmt werde ich wieder kommen, denn in dieser Stadt fühle ich mich sehr wohl. Weil sie schön ist und weil es viele freundliche Menschen hier gibt, nicht nur im Schloss Lützen.

Aussicht vom Schloss Lützen

 

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