Schwere Lautsprache. Die Geschichte vom Eisenbahnhund.

die Geschichte vom Eisenbahnhund

Eine Sprache sprechen ist gar nicht so einfach. Wenn mich jemand fragt, wie man sächsisch sprechen kann, dann antworte ich meistens: „Gusche off, Undergiefer vor und einfach nausloofn lassn.“ Tatsächlich ist das nicht so einfach mit mit dem nausloofn lassen, vor allem nicht für kleine Kiefer. Gelegentlich aber kann ein Eisenbahnhund helfen.

„Straße“ ist so ein schreckliches Wort. Man glaubt es kaum, aber es dauert eine Weile bis man das hin oder besser richtig heraus bekommt. Über „Traße“ und „Kraße“ oder über ein Gemisch  aus beiden geht oft der Prozess. Viel Geduld braucht es.

Kennt ihr den Eisenbahnhund?

Nein. Na dann:

Irgendwo, zwischen Apfelhausen und Pilzstadt gibt es eine kleine Lok. Jeden Tag zieht die einen langen, schweren Zug. Sie zieht durch Täler und Wiesen. Den Berg hoch schnauft sie besonders laut. Schon von Weitem hört man ihr „Sch t, Sch t, Sch t.“.
In Apfelhausen gibt es einen kleinen Bahnhof. Auf dem Bahnsteig sitzt ein Hund vor einem Knochen. Scht, Scht, Scht, der Zug kommt angeschnauft. Als er hält, nimmt der Hund seinen Knochen und steigt ein.
„Halt!“, ruft der Schaffner. „So geht das nicht. „Den Knochen kannst du nicht mitnehmen.“
Er bückt sich zu dem Hund und will ihm den Knochen wegnehmen.
Und was macht der Hund? Er knurrt. „Rrrrrrrr.“
Der Zug fährt wieder. „Sch t, Sch t, Sch t.“
Schaffner und Hund zerren immer noch an den Knochen. „Rrrrrrrrrr.“
Wer an diesem Tag die Ohren gespitzt hat, der hört: „Sch t Rrrr, Sch t R, Schtr, Schtr.

Ich habe dem Gastjungen versprochen, dass ich im die Geschichte vom Eisenbahnhund zeichne. Lesen kann er noch nicht, aber er kann jetzt „Schtraße“ sagen. Jaja, richtig „Straße“.

der Eisenbahnhund
Skizze, mit dem Finger auf dem Pad gekritzelt

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