Sauerkraut selber machen (Anleitung). Ehrfurcht vor den Landfrauen.

Sauerkraut selber machen

Heute war es so weit. Mein Projekt „Sauerkraut selber machen“ konnte beginnen.
Der Gärtopf war eingetroffen, aus dem Volkskundemuseum Wyhra hatte ich Anleitungen und Rezepte erhalten und meine Freundin war mit mir gestern Krautköpfe kaufen. Sie hat mich dann auch noch nach Hause gefahren, denn die Krautköpfe waren schwer. 

Sauerkraut selber machen, Kraut hobeln und dann stampfen

Gleich früh habe ich mich dann daran gemacht und habe das Kraut gewaschen und gehobelt. Man kann das Kraut auch fein mit dem Messer schneiden, wenn man keinen Krauthobel hat. Der Wachstumskegel in der Mitte des Krautes sollte großzügig entfernt werden. Er enthält nämlich Bitterstoffe und die braucht keiner im Sauerkraut.
Mir taten übrigens schon beim Hobeln die Hände weh, aber wenigstens habe ich mich nicht in die Hände gehobelt.

Inzwischen habe ich großen Respekt und unbedingte Ehrfurcht vor den Landfrauen, die das früher auch immer so gemacht haben. Nein, nicht so ein kleines Töpfchen voll, sondern große Fässer. Nach dem Raspeln begann der eigentliche Kraftakt: Ich musste das Kraut anschließend stampfen.

Nach  einiger Zeit taten mir die Oberarme weh und in der Handinnenfläche der rechten Hand entwickelte sich eine große Blase. Im Grunde genommen kann ich jetzt gut verstehen, dass man anno dunnemals das Kraut auch mit den Füßen gestampft hat. Ich habe einige Stunden zum Stampfen gebraucht, mit notwendigen Pausen. Wie lange hätte ich gebraucht für ein großes Sauerkrautfass voll. Anders ausgedrückt, mein Töpfchen bringt mich garantiert nicht über den Winter.

Inzwischen ist das Kraut abgedeckt und die Milchsäuregärung kann beginnen. In fünf bis sieben Wochen werde ich frisches Sauerkraut haben.

Mein Biolehrer erzählte immer, dass sie sich als Jungen in den Bauernkeller geschlichen haben und die Brühe vom Sauerfass heimlich getrunken haben. Die Oma hat mit dem Besen gedroht und schrecklich geschimpft. Ich kann das verstehen, denn es ist nicht einfach, den nötigen Saft zu erstampfen. Das Kraut muss immer damit bedeckt bleiben damit es nicht verdirbt.

Ich kann jetzt nur warten. Das nächste Projekt „gärt“ allerdings schon in meinem Kopf. Ich will Buttern. Die Milch bekomme ich direkt von der Kuh und ein Märchen dazu habe ich aus dem Norden mitgebracht. Mein Rezept (ich habe es abgewandelt) zu meinem Projekt „Sauerkraut selber machen“, schreibe ich hier einfach mal auf. Kompliziert ist das alles gar nicht, zeit- und kraftzehrend schon ein bisschen.

jetzt muss das Kraut gären

Sauerkraut selber machen – eine Anleitung

benötigt wird:

  • 6 – bis 10kg Kohl
  • 15 g Salz
  • Kümmel nach Bedarf
  • 2 EL Pimentkörner
  • 1 Krauthobel
  • 1 Gärtopf (ich habe einen 10 Liter-Topf)

und so wird es gemacht:

  1. Das Kraut gründlich waschen, die äußeren Blätter werden entfernen und zur Seite gelegen.
  2. Der Wachstumskegel im Kraut wird immer grußzügig entfernt. Er enthält Bitterstoffe, die sich nicht gut machen im Kraut. Es gibt da spezielle Ausstecher, ein Messer tut es aber auch.
  3. Mit einem Krauthobel habe ich das Kraut in feine Streifen gehobelt. Hat man keinen, kann man das Kraut auch mit dem Messer schneiden.
  4. Jetzt wird eingeschichtet und Schicht um Schicht mit dem Krautstampfer gestampft. Es muss reichlich Flüssigkeit austreten.
  5. Bevor ich die nächste Schicht Kraut in den Topf gegeben habe, kam Salz, Lorbeerblatt, Kümmel (ich bin Sachse :D) und Piment zwischen die Schichten.
  6. Das mache ich so lange gemacht, bis alles Kraut im Topf ist und sich eine ca. 3 cm hohe Flüssigkeit obenauf gebildet hat. Wird das Ziel absolut nicht erreicht, kann man 15 g Salz in 1 L Wasser aufkochen und wieder abkühlen lassen und gießt davon über das Kraut.
  7. Nun decke ich alles mit zwei sauberen Blättern ab. Das sind die, die ich zu Beginn beiseite gelegt habe.  Obenauf lege ich noch die beiden halbierten, sauberen Steinringe (gehören zum Gärtopf dazu). Sie beschweren das Kraut, damit es in der Flüssigkeit bleibt.
  8. Jetzt bleibt mir nur noch, den Deckel wird auf zu legen und die Wasserrinne oben am Gärungstopf, unter dem Deckel mit  Wasser zu füllen. Sie sorgt dafür, dass nichts in den Topf mehr eindringen kann, was da nicht hingehört.
  9. Um den Gärungsprozess anzukurbeln, stelle ich den Topf drei Tage bei ca. 22 Grad auf. Danach muss alles bei 15 Grad mindestens fünf Wochen reifen und gären.
  10. Auf Molke oder Buttermilch als Beschleuniger habe ich verzichtet. Ich werde Geduld haben, so wie unsere Vorfahren auch.

Viel Spaß beim Sauerkraut selber machen.