Goldene Zeiten. Im Schönauer Park und auch einfach so.

goldene Zeiten

Bloß gut, dass ich die Wochenendsonne noch genossen habe. Goldene Zeiten waren das in meinem Park. Das Herbstlicht ist schon ein ganz besonderes. Alles zeigt sich in einem warmen Ton. Das tut der Seele gut und wenn die Sonne es schafft, mich noch zu wärmen, dann könnte ich schnurren.

Ich war nicht die einzige, die im Schönauer Park unterwegs war. Überdies traf ich auch einige mit der Kamera. Mit manchem kommt man ins Gespräch und das ist gut so. Einige Fotos habe ich auch gemacht, also nicht nur in der Sonne gesessen.

Für jede Ablenkung war ich in den letzten Tagen dankbar. Diese Woche sollte entschieden werden, ob ich ein neues Medikament bekommen kann. Da es in mein Immunsystem eingreift, musste da alles in Ordnung sein. Sonst würde ich große Probleme bekommen.
Ach, am liebsten würde ich gar nichts nehmen wollen, aber es ist wie es ist und ich möchte Schmerzen loswerden und wieder mobiler sein. Goldene Zeiten wünsche ich mir auch da.

Es war alles in Ordnung. Ich kann das Medikament nehmen.
Der Rheumatologe fragte mich, ob ich es zu Hause spritzen will oder ob wir das gleich machen. Gleich, bitte. Zu Hause wäre ich ewig mit dem Pen in der Hand herumgeschlichen, hätte mich nicht getraut, aber erfolgreich gedrückt.

Dann war es drinnen. Ich merke heute recht stark, dass sich etwas tun, dass es arbeitet. Müde bin ich, Kopfschmerzen und Frieren gibt es auch noch dazu, so wie vor langer Zeit, wenn die Feierei des Nachts mal wieder länger ging. Das soll sich geben mit der Zeit. Ich hoffe darauf und dass ich mir keinen größeren Schaden zufüge als schon da ist. Goldene Zeiten möchte ich noch ein bisschen haben.

Im Wartezimmer gestern hab ich mich übrigens getraut und habe die Handspindel und die Wolle ausgepackt. Hemmungen hatte ich keine mehr. Gut war es, denn ich bin mit ganz vielen Menschen ins Gespräch gekommen und die untereinander auch. Der Unmut wegen etwas längerer Wartezeiten war plötzlich weg und vergessen.