In Liebe, dein Martinus Luther.

Die Frau von Luther - Katharina von Bora

Andere beten um Gottes Hilfe. Du aber bist Gottes Hilfe. In Liebe, dein Martinus Luther.
– aus einem Brief Martin Luthers an seine Frau Katharina –

Da ist nun also heute Feiertag, Reformationstag.
Geschichte interessiert mich sehr, das was einst war und das, was die Welt veränderte. Ich habe mich auch mit Luther befasst, aber jetzt beschäftigt mich immer mehr die Lutherin. Ich habe es in diesem Jahr nicht geschafft, nach Nimbschen zu fahren, dahin, wo die Überreste des Klosters sind, aus dem Katharina von Bora einst floh. Auch in Wittenberg war ich nicht, aber das ist alles nur aufgeschoben. Ich werde diese Orte besuchen.

Was war sie für eine starke Frau! In einer Zeit, als die Frauen kaum Rechte hatten, wollte sie nur eins: selbstbestimmt leben, frei und nach Regeln, die der Gemeinschaft gut tun. Wenn Katharina etwas für richtig und gut befand, dann kämpfte sie darum. Nein, leicht war das nicht. Die gesellschaftlichen Realitäten sahen anderes vor. Ihr Weg, den sie ging, führte ins Ungewisse. Sie ging ihren Weg.

Für ihre Zeit prägte Katharina ein neues Frauenbild. Überhaupt, die Reformatoren forderten u. a., dass auch Frauen lesen und schreiben lernen dürfen. Zwar ging es darum, dass sie lesen konnten, was in der Bibel steht und damit überprüfen, ob das stimmt, was ihnen vorgepredigt wird. Aber wie gesagt, man muss es in der Zeit betrachten. Auch Katharina stieß öfter auf Grenzen, aber das was sie war verdankte sie ihrer Bildung, die ihr zu teil wurde.

Was mir das heute sagt?
Man muss um seine Rechte kämpfen, wenn man welche haben  oder welche erhalten will. Alleine geht das nicht. Man braucht Verbündete. Viele Köpfe haben natürlich auch verschiedene Meinungen und das macht es manchmal schwer. Ich möchte nicht warten, dass „die da oben“ – wer immer es gerade ist – mir mein Leben passend machen. Ich möchte mir aber auch von niemandem, schon gar nicht von religiösen Fanatikern, vorschreiben lassen, wie ich zu leben habe.

Im nächsten Jahr möchte ich auf Katharinas Spuren nach Nimbschen, in das Stadtmuseum von Grimma und auch nach Wittenberg. Und sollte es mir nicht möglich sein, dann kann ich mich immer noch in meiner Unibibliothek auf die Suche machen nach Katharina Luther.

An einer Wand in meiner Wohnung hängt ein Bild von Katharina und manchmal, wenn ich abends hier vorbei gehe, dann erwische ich mich dabei, wie ich ihr zu nicke.

Die Frau von Luther - Katharina von Bora