Der letzte Monat im Jahr.

der letzte Monat im Jahr braucht viel Licht

Da ist er nun also angebrochen, der letzte Monat im Jahr.
Ich habe keinen Weihnachtskalender und ich glaube, ich brauche das auch nicht. Der letzte Monat im Jahr ist für mich immer die Zeit, in der ich zur Ruhe komme und die auch genieße, Pläne schmiede für die Zeit, wenn der Jahreszyklus wieder beginnt. Ich bin kein gläubiger Mensch.

Viel Licht brauche ich jetzt, verschiedene kleine Lichtquellen, deren warmes Licht alles sanfter werden lässt. Dafür ist diesmal gesorgt.

der letzte Monat im Jahr und sein Licht

Echte Kerzen oder Teelichter gibt es bei mir nicht. Ich hatte schon früher immer Angst, dass die wilde Jagt meiner Katzen (und auch meiner Kinder früher) die Kerzen zum Kippen bringen könnten. Ganz ehrlich, mir Schussel traue ich auch nicht über den Weg.

Mein Sohn hatte mir aus Schweden einen Julbock mit Kindchen mit gebraucht. Ich liebe diese beiden Strohgestalten sehr und so haben sie jetzt einen Ehrenplatz bekommen. Der Julbock passt viel besser zu mir als Engelchen oder Adventskranz. Wenn ich von meinen Wollarbeiten aufschaue und die beiden sehe, muss ich lächeln. Und gerade das brauche ich jetzt.

In diesem Jahr empfinde ich nicht, dass mir das Jahr sehr wohl gesonnen war. Für meine Kleo war es einfach Zeit geworden, zu gehen, auf Drängen gab ich das letzte Bisschen Selbständigkeit in einem Arbeitsleben auf und auch so war nicht immer nur Freundlichkeit um mich herum. Mein blödes Rheuma gewann Oberwasser. (Nun ja, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.)

Am nächsten Sonntag fahre ich zur Hofweihnacht nach Wyhra ins Volkskundemuseum. Ich freue mich sehr darauf, aber es wird ein Abschied sein. Das Landratsamt hat das Museum der Stadt Borna in Verwaltung gegeben. Da wurde schon mal angekündigt, dass man im Winter schließen wird und dass die Angestellten nicht bleiben können. Zwar will man große Events noch machen, aber die werden wohl dann ohne mich statt finden. Es ist schlimm, wenn für Kultur die Mittel gestrichen werden, wenn Kultureinrichtungen Wirtschaftseinheiten werden. Das Volkskundemuseum Wyhra war für mich immer ein Stücke Heimat, wo man noch regionale Geschichte erleben konnte. Ich hatte dort das Gefühl, nach Hause zu kommen.
Macht unser Heimatminister eigentlich noch was anderes als über die nächsten Abschiebungen nachzudenken?

Es gab schon mal eine Zeit, in der ich mich heimatlos gefühlt habe. Die Bücher, die ich besonders liebte, waren plötzlich nicht mehr zeitgemäß. Die Musik, die ich gerne hörte und auch viele Filme verschwanden. Freizeitgruppen, Freundschaften, Gemeinschaften lösten sich auf. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass das mit Bedacht geschah. Jeder für sich alleine – das ist besser zu beherrschen als eine Gruppe. Warum habe ich mich bloß nicht gewehrt?

Versteht mal Recht, Heimat ist für mich nicht Abschottung, Abgrenzung, geschlossene Türen und Grenzen. Heimat ist für mich Geborgenheit, Besinnung auf die eigenen Wurzeln, Kulturgut, Sitten und Bräuche. Ich sehe mir auch gerne das aus anderen Regionen an, brauche aber meine eigenen auch.
Vielleicht muss ich Heimat wo anders suchen. Mein Vater deutete da mal etwas an.

Egal wo ihr „Derhemme“ seid, ich wünsche mir, dass heute jeder den Tag so leben kann, wie er es gerne möchte, mit Wärme, Licht und Gemütlichkeit.