Geschichtenschreiberei, Wollgewusel, Leineschafe und die Gudruns.

aus der Wolle der Leineschafe

Heute geht es mal in meinem Blogbeitrag drunter und drüber. Eine Geschichte spielt eine Rolle, die Wolle der Leineschafe, die Färöer Inseln und zwei Gudruns, vor denen ich Hochachtung habe.

Geschichtenschreiberei

Gestern habe ich den halben Tag damit zugebracht, eine Geschichte zu Papier zu bringen, die ich dem Literaturtreff Grünau versprochen hatte. Jedes Jahr gibt der Literaturtreff einen Broschüre heraus mit Geschichten Grünauer Autoren. Schade, dass ich so schlecht zu Fuß bin. Ich würde gerne zu den monatlichen Lesungen gehen und mich auch so dort mehr engagieren. Das ist aber gerade nicht drin.
Meine Geschichte muss ich aber unbedingt selber vorlesen, wenn sie denn gedruckt wird und die Broschüre im Sommer vorgestellt wird.

Diese Geschichte habe ich vor Jahren miterlebt. Sie handelt von einem Mann, der großen Kummer mit seiner Angebeteten hatte, reichlich angetüdert durch Grünau lief und auf der Promenade vor meinem damaligen Haus gehörig Dampf abließ. Bestimmt war er Schauspieler oder Sänger, denn er hatte da unten auf dem Weg einen ganz großen und vor allem stimmgewaltigen Auftritt. Und das möchte ich gerne vortragen. Ich werde auch einen Hut und einen langen Schal mitbringen, denn beides spielt eine Rolle in der Geschichte.

Wollgewusel und Leineschafe

Heute bin ich dabei, mein Garn für meine Jacke zu spinnen. Endlich habe ich mich entschieden, wie sie aussehen soll.
Verschiedene Garne habe ich gesponnen, dicke und dünne, mehrfachverzwirnte, Single-Garn…Endlich konnte ich mich auch mal entscheiden und nun geht sie los, die Garnproduktion.

Ich verarbeite die Wolle von Leineschafen. Mit 28 bis 36 Mikon Starke gilt sie eher als grob. Mir macht das nichts, denn am Ende entscheidet, wie die Wolle verarbeitet und behandelt wurde. Ich bin von ihr begeistert. Sie ist blütenweiß, hat einen feinen Glanz und ist richtig kuschlig.

Die Leineschafe gehören zu den bedrohten Schafrassen, wurden fast nur noch als Fleischschafe gehalten. Eigentlich unverständlich, denn die Wolle dieser Schafe ist wirklich gut. Erst jetzt habe ich wieder gelesen, dass man Merinowolle von ganz weit her ankarrt und verkauft. Die Merinos werden mit immer mehr Haut gezüchtet, weil man eben auch immer mehr Wolle haben will. In den wärmeren Ländern sind solche Hautfalten ein feiner Ablageort für Fliegeneier. Und weil das das Schaf vergiften kann, werden Hautfalten an den besonders gefährdeten Stellen ohne Betäubung abgeschnitten. Nein, eine Wolle aus Qualzuchten möchte ich nicht! Am liebsten ist es mir, wenn ich die Schafe kenne, weiß wie sie gehalten werden.

Die Gudruns

Auf den Färöer Inseln haben 2002 Gudrun Ludvig und Gudrun Rogvadottir das Stricklabel GUÐRUN & GUÐRUN gegründet.Es ist auf Handarbeit spezialisiert und verwendet einheimische Rohstoffe wie Schafwolle von den Färöer Inseln. Um Nachhaltigkeit geht es den Frauen und um die Einheit von nordischer Rauheit und glamourösem Schick. Alles wird mit der Hand gestrickt. Die Strickereinnen kommen von den Färöer Inseln und aus Jordanien. Die beiden Gudruns engagieren sich auch sozial sehr stark.  Das gefällt mir.
Färoer Inseln heißt übrigens in der Übersetzung „Schafsinsel“.

Eines war mir aufgefallen. Man strickt mit ganz großen Nadeln und kombiniert auch Garnstärken. Also habe ich mir meine dickste Nadel genommen und mal probiert. Den dicken Faden werde ich allerdings nicht wieder mitstricken, sondern mit einer Wollnadel „einweben“.

Leineschafwolle verstrickt mit dicker Nadel

Meine  Mutter wäre in Ohnmacht gefallen. Bei ihr musste immer alles glatt und ebenmäßig gestrickt sein. Aber warum? Ich bin ja auch nicht ebenmäßig und mein Lebenslauf ist es auch nicht. Warum sollte man das Leben, so wie es nun mal ist, nicht mit einstricken?