Wenn es eben sein muss, dann muss ich wieder von vorne anfangen.

Frühling im Garten

Geht es euch auch so, dass manches eine Weile braucht, bis es durch den Kopf durch ist. Oft verändert sich vieles und das im rasanten Tempo. Mit manchem muss man sich abfinden und bei manchem lernen, mit den neuen Gegebenheiten fertig zu werden. Leicht ist das nicht. Wenn es eben sein muss, dann muss ich eben immer wieder von vorne anfangen. Es ist ja nicht das erste Mal.

Ich mag nicht mehr zu Hause sitzen und warten. Warten, ja worauf? Dass ich wieder gut laufen kann? Ich glaube, das passiert nicht mehr so einfach. Also gehe ich die Sache mal anders an. Ich arbeite daran, wieder mobiler zu werden und auch noch Dinge zu tun, die ich tun möchte. Als erstes habe ich mal „offizielle“ Hilfe beantragt. Leicht ist es mir wahrlich nicht gefallen. Und nun, als nächstes und als mein Beitrag, überlege ich, wie ich am besten von A nach B komme und dann auch nicht nur herumsitze. Ich war immer ein umtriebiger Mensch und möchte das auch bleiben.

von vorne anfangen - auch in der Natur draußen ist das so

Ach ja, in der Natur draußen ist es ja auch so: Alles muss immer wieder von vorne anfangen.
Schön war es gestern im Garten

  • zu sehen, wie alles wieder anfängt zu wachsen und zu blühen,
  • mein zum Geburtstag geschenkt bekommenes Hochbeet zu bewundern, bei dem ich mich nicht mehr bücken muss,
  • selber zu säen oder die zu Hause gezogenen kleinen Pflänzchen zu pflanzen.

Mit meinen Krücken zu laufen oder mich im Garten zu bewegen, fällt mir noch schwer. Ich finde den richtigen Rhythmus nicht und ständig poltert mir eine Krücke um oder ist mir im Wege. Ich weiß, dass auch das keine Dauerlösung ist. Mein Zustand wird sich weiter verschlechtern. So lange es aber geht will ich auf den Beinen bleiben. Ich denke, so lange der Kopf in Ordnung ist, kann ich noch einiges bewegen.

Rosmarinus - eines meiner Lieblingskräuter

Rosmarinus ist bei mir eingezogen. So steht es auf seinem Zettel und so heißt er eben jetzt. Ich weiß, es ist verrückt, aber bei mir haben auch Pflanzen einen Namen. Ich freue mich auf den neuen Mitbewohner im Garten, denn Rosmarin-Kartoffeln mit selbst gemachter „sour cream“ oder Sauerrahm ist eines meiner Leibgerichte. Liebstöckel, Wermut und die anderen Kräutlein wachsen auch schon wieder fleißig vor sich hin.
Ach ja, ich habe im Winter probiert, gekörnte Gemüsebrühe selber zu machen. Es hat geklappt und nun baue ich die Zutaten dafür im Garten an.

mein Rabe

Das ist mein neuer Freund. Oder eine Freundin? Ich weiß es nicht. Damit der Vogel das fremde Nest in der Hecke in Ruhe lässt, habe ich ihn mit Weinbeeren gefüttert. Dabei ist er ganz zutraulich geworden. Ich merkte auch, dass er großen Durst hatte. An den Gartenteich traute er sich nicht, weil ich in der Nähe herumscharrte. Wasser wollte ich ihm nun nicht noch hinterher tragen. Wenn er merkt, dass ich ihm nichts Böses will oder ihn verjage, dann wird er schon näher kommen, so wie all die anderen Vögel auch. Hehe, wir haben Drosseln im Garten!

Mein Objektiv macht mir das Fotografieren manchmal etwas schwer, aber egal, es gehört zu mir und meinen Geschichten. Letztens musste ich so lachen. Mein Jan hockte auf der Wiese und fotografierte ein Gänseblümchen. „Mist“, meinte er plötzlich, „mein Objektiv macht keine guten Blendflecken. Die haben sich so sehr bemüht, das weg zu bekommen. Da gibt es so ein ganz Schreckliches von … , das kann das prima.“ Das ganz Schreckliche habe ich. So ist das eben, man muss halt immer sehen, was man wie hinbekommt. Irgendetwas geht immer und die allerschärfsten Bilder sind nicht immer die besten.

Ich habe heute „Ruhetag“, d.h. ich werde an meinem Buch weiter schreiben. Das meine ich mit von vorne anfangen. Zum Schreiben brauche ich keine Krücken.