Klimasorgen, obwohl der langersehnte Regen nun doch noch kam.

Endlich! Es regnet. Ich habe trotzdem Klimasorgen.
Nein, es regnet nicht stark und immer mit Unterbrechungen, aber immerhin. Zum Wochenende soll es nochmal richtig kalt werden und garantiert gibt es dann wieder besonders „Helle“, die fragen werden, wo die Klimaerwärmung denn ist. Eine Schwalbe macht keinen Sommer und ein kleiner Kälteeinbruch ändert nichts daran, dass das Jahresmittel der Temperatur in meiner Großstadt sich ganz ordentlich erhöht hat. Hitze und Trockenheit werden immer mehr zum Problem.

In Leipzig arbeitet man an Maßnahmen, um mit der Hitze in den Sommern zurecht zu kommen. (Nach dem Luftreinhaltungsplan u.a. kann man im Netz suchen.)
Die Kosten für Heizung im Winter sind gesunken, seit Jahren. Die Notwendigkeit von Klimaräumen in den Sommermonaten steigt. Es gibt verdammt viel zu tun, wenn das Leben in der wachsenden Großstadt lebenswert bleiben soll..

Socken stopfen - ein klitzekleiner Beitrag gegen Klimasorgen?

Meine dicken Wintersocken, die fein für warme Füße gesorgt haben, habe ich durchgelaufen. Manches hängt nicht am seidenen, aber an sehr dünnem wolligen Faden. Meine erste Reaktion war, mir neue Socken zu stricken, aber dann fiel mir ein, dass ich mal gelernt habe, Socken zu stopfen.
Früher habe ich das nie gemacht. Socken kosten doch nicht die Welt, ich habe mir einfach neue gekauft. Seit ich aber Schafwolle verarbeite und weiß, was für ein wertvoller Rohstoff das ist und wie viel Mühe es macht, bis ein Kleidungsstück fertig ist, denke ich anders.

Also habe ich mich hingesetzt, einen passenden Faden in die Wollnadel gezogen und die dünnen Stellen so bearbeitet, dass die Socken wieder voll einsatzfähig sind. Die neuen werde ich verschenken können.
Manchmal fühle ich mich so hilflos, nicht mehr tun zu können gegen meine und der anderen Klimasorgen. Dann aber finde ich mein Mühen um Nachhaltigkeit gut. Mit meiner Sockenstopferei bin ich schon mal sehr zufrieden. Meinen Fleischkonsum habe ich drastisch eingeschränkt. Bewusst. Und auch so suche ich nach Möglichkeiten, mit dem auszukommen, was ich schon habe. Kaufen, Kaufen, Kaufen würde mich nicht glücklich machen.

die Calla verblüht

Meine Kleo-Blume, die Calla, wird sich bald verabschieden von ihrer ersten Blüte in diesem Jahr. Wochenlang hat sie geblüht und auch jetzt noch hat die Blüte ihren Reiz. Ich weiß nicht, warum wir das Altern oder die Vergänglichkeit als etwas Schlechtes empfinden und auch oft so werten. Noch immer sehe ich die Blüte gern an. Das Weiß ist nicht mehr strahlend, das Chlorophyll übernimmt die Oberhand. Reichhaltig und üppig rieselt der Blütenstaub aus der Blüte und bleibt auf den Blättern liegen. Ich werde die Blätter erst säubern, wenn es die Blüte nicht mehr gibt. Sie sieht jetzt anders aus, aber sie steht noch fest.

Die Blüte in ihrer ganzen Schönheit beeindruckt mich so sehr, dass es mich ablenkt von so allerlei weniger Schönem, auch von Klimasorgen. Und das gibt Kraft für ganz persönliche Pläne.