Das Durcheinandergarn aus dem Spinnrad.

es sieht aus wie Patriotengarn, dachte ich zuerst

Das ging mir zuerst durch den Sinn, als ich mein neues Garn sah: Oh je, Durcheinandergarn, bunt und unregelmäßig, entgegen der bisherigen Regeln, aus der Reihe fallend, anders eben.


Patriotengarn, dachte ich zuerst.

Von meiner Tochter hatte ich zum Geburtstag schöne dunkle Wolle von den „Deichkiekern“ im Norden bekommen. Ich nehme an, dass es Milchschafwolle ist, Wolle von den Deichkiekern. In die Wolle habe ich vor dem Spinnen farbige Wolle hinein kardiert. Die gelbe Wolle hatte ich selber gefärbt, mit den Essigbaumblättern vor dem Haus. Ich besitze aber auch noch farbige Wolle im Strang, die ich mal geschenkt bekommen habe. So viel kann ich gar nicht mit den Kindern filzen, wie ich Wolle habe. Deshalb beschloss ich, einwenig mit Farbe zu spielen.

Aus der dunklen Wolle habe ich zuerst einen dünnen, aber straffen Faden mit viel Drall gesponnen, den ich dann zum Verzwirnen genommen habe. Der zweite Faden sollte ganz locker und fluffig bleiben.
Mein Spinnrad spinnt keine lockeren dicken Garne. Also habe ich das gesponnene Garn, welches mir zu viel Drall hatte, noch einmal durch das Rad laufen lassen, diesmal entgegengesetzt der ursprünglichen Spinnrichtung. Wie ein rohes Ei habe ich das Garn gehalten, damit es nicht zerreißt.

Batts machen

Die Strickprobe gefällt mir sehr. Es ist ein ganz weiches Garn entstanden und das Gestrick fasst sich gut an. Es ist so weich, dass man es auf der Haut tragen kann. Seine Stabilität bekommt das Durcheinandergarn durch den dünnen, straffen Faden, mit dem ich verzwirnt habe.
Nach den Proben war klar, dass ich den Rest der dunklen Wolle auch so  kardieren werde. Je nachdem, wieviel Wolle ich insgesamt spinnen kann, entscheide ich, was daraus werden soll. Wenn ich Glück habe, wird es ein Pullunder, habe ich Pech, wird es „nur“ ein Schal. Ich werde mein Durcheinandergarn schon zu verarbeiten wissen. Nur für Socken ist es zu weich.

Strickprobe