Querdenken – ein gedankliches Durcheinandergarn.

Ausruhen vom Querdenken

Ach ja, zu meinem letzten Artikel fällt mir ein, dass man auch gedankliche Durcheinandergarne spinnen kann. Über mein Querdenken muss ich noch schreiben. Sonst steigt nur der Blutsdruck. Auch habe es satt, immer alles unkommentiert als gegeben hin zu nehmen.

Meine Penny erinnert mich immer mal daran, Pausen zu machen, machen zu müssen. Wie sie das macht?  Man könnte meinen, indem sie Wolle und meine Gestricke in Gemeineigentum überführt.Teilhabe, Mitbestimmung und Mitbenutzung fordert sie ein. Dieser Schlingel!

enteignet? Von meiner Katze zum Querdenken verdonnert.

Das ist doch nicht etwa Enteignung? Hilfe, das wäre der pure Sozialismus! Oh, Gott, die DDR kommt wieder!

Ob er eine Katze hat, weiß ich nicht, aber so ähnlich palaverte mein Ministerpräsident am Sonntagabend bei Anne Will. Er faselte entsetzt von Enteignung und Radikalismus als er mit einem jungen Menschen mit Ideen in einer Diskussionsrunde saß, redet sich in Rage und schließt mit der Frage ab: Wollt ihr die DDR zurück? Und „Zum Glück bin ich in der richtigen Partei.“ (*fröstel*) Von Spaltung der Gesellschaft redet er und meint eigentlich, dass man ja nicht ausbrechen darf aus dem vorgegebenem Gedankenkonstrukt. Raute und Punkt. Ja nicht solche Ideen!

Ich frage jetzt einfach mal, wer denn das Interview von Kevin Kühnert mit der Zeit tatsächlich gelesen hat oder wer nur Satzfetzen, die auch noch entstellt sind, einfach nur nachplappert. Wisst ihr, seit Jahren grübele ich, ob nicht mal einer von den Politikern oder Ökonomen eine Idee hat, wie sich unsere Gesellschaft ändern, verbessern könnte, wie die Zukunft aussehen soll. Elektroroller und Flugtaxi reichen da nicht so ganz.

Ist Querdenken denn so schlimm?

Ideen haben, Verbessern, heißt bei mir,

  • dringende Probleme anpacken für Mensch und Natur und
  • kein populistisches Gekeifer, mit dem sich so wunderbar ablenken lässt,
  • keine Flickschustereien mehr und
  • kein Handeln im Interesse einer Minderheit.

Dass sich etwas ändern muss, das ist vielen klar, aber man hat auch Angst davor, dass sich einige nicht mehr so die Taschen vollstopfen könnten, wie bisher. Dabei ist in manchen Taschen schon verdammt viel drin. Was wollen die denn noch? Multibilliardäre werden?

Tja, und dann hat doch mal einer eine Idee und was passiert? Man redet nicht darüber, streitet sich nicht um Inhalte oder entwickelt eigene Ideen. Ich glaube, das hat man vielen schon ab-erzogen. Beim Schwarz-Weiß-Denken gewinnen immer die, die nichts verändern wollen oder die, die fünf Schritte zurück möchten.
Man nimmt einen Knüppel und haut drauf auf diese kleinen Gedankenkonstrukte. „Wir haben das schon immer so gemacht“ ist einer der größten Kreativitätskiller. Und oft zeigt er Wirkung. Leider.

Ich finde es wichtig, über neue Gesellschaftskonzepte nachzudenken, über Dinge, die erstmal vielleicht völlig konfus klingen. Zum Beispiel sollten Unternehmen, die voll technisiert arbeiten, trotzdem Sozialabgaben zahlen, damit alle freigesetzten Arbeitskräfte auch weiterhin zum Arzt gehen können. Ideen haben ist immer der Ansatz zu Veränderungen, zu Verbesserungen für Menschen und Umwelt. Ich schätze aber, dass einige vor solchen Ideen Angst haben, dabei verhungern Maschmayer oder die Frau Quandt schon nicht. Wenn man Nachdenken gleichmal als Radikalismus bezeichnet, zucken einige garantiert zusammen und schweigen lieber.

Ach ja, meinem Ministerpräsi muss ich noch sagen: Die DDR ist nicht „DER Sozialismus“ gewesen und keiner will das so zurück, wie es war. Man sollte sich lieber damit befassen, was kommen wird, wenn niemand handelt und wie das für Menschen (für alle und nicht nur einen kleinen Kreis) und Natur dringend notwendige Handeln aussehen soll. Aussitzen wollen geht nicht mehr. Und es wäre auch unfair den nächsten Generationen gegenüber. Das nimmt Sachsen nicht aus. Wir haben so einige Überlegungen nötig.

Das Querdenken musste einfach mal raus. Und mit meiner Katze habe ich mich inzwischen geeinigt. Friedlich.