Pitschnass auf dem Hoffest der Agrargenossenschaft Kitzen

heute kein blauer Himmel zum Hoffest der Agrargenossenschaft Kitzen

Blauen Himmel und Zuckerwattewolken gab es heute auf dem Hoffest der Agrargenossenschaft Kitzen nicht. Im Gegenteil: es schüttete wie aus Kannen. Ein Freund holte mich mit dem Auto ab. Der Besuch auf dem Hof war lange geplant. Also: Schafwollmütze auf, Regenjacke an und los. Mein Mützchen war am Ende außen ordentlich nass. Darunter blieb alles fein trocken.
„Wir sind Landwirte, wir brauchen den Regen“, sagte ein Mitarbeiter. Recht hat er.


Hoffest der Agrargenossenschaft Kitzen

Warum nur heißen alle Kühe bei mir Ursel? Ich weiß es nicht. Die Kühe draußen ließen sich so gar nicht aus der Ruhe bringen. Fressen, Wiederkäuen, Ausruhen. Der Regen störte sie nicht. Mich dann auch nicht mehr. Ich hatte mich schon lange auf diesen Tag gefreut, denn in dieser Umgebung fühle ich mich immer richtig wohl. Was macht da schon der Regen?

Ich finde es gut so, dass man die Agrargenossenschaft besuchen kann.

  • Man kommt mit den Produzenten ins Gespräch
  • kann Fragen stellen
  • erfährt etwas über Zukunftspläne und was konkret für den Umweltschutz getan wird
  • sieht, wie die Tiere leben, dass sie sich frei bewegen können, was sie fressen, dass sie sich wohl fühlen.

Kalb scheut den Regen

Das Kalb konnten wir locken, wie wir wollten. Es überlegte mal kurz und trat wieder in Rückzug an ins warme trockene Stroh. Die Kumpels hatten sich gleich niedergelegt, meinten wohl, dass das das Beste ist bei dem Wetter.

Ich kam mit einer Mitarbeiterin der Agrargenossenschaft Kitzen ins Gespräch. Ich will mir ein kleines Butterfass kaufen und wenigstens einmal in meinem Leben Butter machen. Nein, nicht aus Sahne, aus Rohmilch, so richtig mit Rahmen lassen, Butter schlagen und waschen, Buttermilch und Molke. Die Milch aus der Milchtankstelle neben den Ställen kann ich nehmen, sagte mir die Mitarbeiterin. Das ist wirklich Rohmilch.
Davon habe ich mir am Ende meines Besuches auch mitgenommen. Butter kann ich noch nicht machen, denn ich habe noch kein Butterfass. Aber auch so ist sie ein Genuss und tut mir gut.

Ich habe ein Rezept mitbekommen, nach dem man schnittfesten Frischkäse selbst machen kann. Na, das mach ich doch!

im Stall zum Hoffest der Agrargenossenschaft Kitzen

Auch den Stall kann man besuchen. Die Kühe bewegen sich frei und können tun, wonach ihnen gerade ist. Schläfrige liegen im Stroh, Hungrige bedienen sich. Die Gitter sind nicht dazu da, die Kühe einzusperren; sie sollen nur nicht im Futter herum steigen. Einige versorgten sich mit Mineralien am Leckstein, andere hielten sich an der Bar, am Wasserspeicher auf. Ruhig und friedlich waren die Kühe, sauber sowieso. Das ist für mich ein Zeichen, dass es ihnen gut geht.

Im nächsten Jahr soll es eine neue, vollautomatische Melkanlage geben. Die konnte man schon einmal in einem Filmchen sehen. Ich bin kein Landwirt, kann mir aber vorstellen, dass es besser ist, dass die Kühe nicht warten müssen, bis sie gemolken werden.

Ein Biosiegel wird man hier vergeblich suchen. Sie arbeiten hier regional und transparent. Mir reicht das auch völlig. Es überzeugt mich, wie hier produziert wird.

Produkte von der Agrargenossenschaft Kitzen

Schade, dass es so schüttete. Ich hätte schon mal zur Bienenwiese geschaut, die die Agrargenossenschaft Kitzen angelegt hat. Ich habe mich daran mit beteiligt mit einem kleinen Betrag. Auf genossenschaftlicher Fläche wird eine Blühwiese angelegt, damit Insekten sich dort versorgen können. Gemäht wird nicht.
Im Sommer fahre ich bestimmt nochmal dahin.

Kaltgepresstes Rapsöl habe ich verkostet. Irgendwie hatte ich Rapsöl immer als etwas bitterlich in Erinnerung, aber dieses war nicht so. Es war lecker.
Eigentlich war das heute nur ein Versuch, wie das Öl angenommen wird. Alle fragten, aber es gab es noch nicht zu kaufen. Geplant ist, überall dort, wo es die Milchtankstellen gibt, auch kaltgepresstes Rapsöl aus eigener Herstellung zu verkaufen. Ich werde auf alle Fälle welches haben wollen.

Versorgt wurden wir ja auf dem Hoffest schon ordentlich, aber zu Hause ließen wir es uns nicht nehmen, eine Brotzeit einzulegen mit frischer Milch, noch warmen Brot, Wurst, frisch aus dem Räucherofen.
Auf dem Hoffest gab es übrigens auch Kakaomilch und wem es heute etwas zu naß und zu kühl war, bekam auf Wunsch seine Milch warm. Es war angenehm zu sehen, wie sehr die durchweg freundlichen Mitarbeiter hinter ihrer Agrargenossenschaft stehen und wie liebevoll sie ihr Hoffest gestalten. Das sah ich auch an den frisch gepflückten Feldblumensträußen auf den Tischen.