Rechnerliebe. Ich erkläre Ihnen jetzt mal das Internet!

meine erste Rechnerliebe

Rechnerliebe? Oh ja, die gibt es bei mir schon lange. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange es her ist, dass ich in dieser Kemenate am Firmenrechner hockte. Jahrzehnte.

meine erste große Rechnerliebe

Der Rechner hat mal ein Schweinegeld gekostet und wurde meine erste große Rechnerliebe. Ab und an kam ein Techniker zur Wartung. Als ich ihm mal noch eine Frage stellen wollte, bekam ich zur Antwort: „Die angebrochene Viertelstunde kostet 36 DM.“ Seit der Zeit suche ich mir Informationen aus anderen Quellen und wurde mit der Zeit recht fix und findig.

Wenn ich mir die „Kiste“ jetzt ansehe, dann muss ich grinsen. Dabei ist es aber so lange nun auch nicht wieder her. Mein Rechner nahm den größten Teil des Schreibtisches ein.
Auch wurde es immer schön warm unter meiner Dachschräge, wenn die Kiste rechnen musste.

Es gab auch einen noch älteren Mac. Ich bedauere es sehr, dass ich den nicht mitgenommen habe. Er hätte garantiert Museumswert.
Immerhin konnte ich schon damit verschiedene Dinge grafisch darstellen. Er erkannte den Punkt, den ich setzte, alleine im Koordinatensystem und ich konnte Linien zeichnen und Flächen füllen. Auf dem Monitor sah ich, was ich tat.

„Pff! Na und?“
Hehe, das war zu einer Zeit, da musste man anderen Rechnersystemen noch Endlosbefehle eingeben und wenn man seinen Kram schließlich ausdruckte stellte man fest: „Nee, ist nichts.“

Inzwischen sehen meine Rechenknechte anders aus. Die Zeiten des elend langsamen Ladebalkens, wenn ich damals mit „Leonardo“ Druckdaten übertragen sollte, die dann kurz vor Ende abbrachen und im Nirvana verschwanden, sind vorbei. Gut war, dass man bei solchen Prozessen immer Zeit fand, auf’s Klo zu gehen oder mal eine zu rauchen.

Ich habe mich natürlich auch verändert.
Wenn ich jetzt mit meinen grauen Haaren von irgendeinem Verkäufer ein Kind in den Bauch geredet bekommen soll und der dann schließlich meint, überheblich und milde lächelnd: „Naja, ich erkläre Ihnen jetzt mal das Internet“, dann werde ich fuchsig. Richtig eklig kann ich dann werden.