Innehalten. Es verändert sich gerade vieles.

Sie wird beim Innehalten helfen.

Innehalten.
„So, wieder ist etwas zu Ende“, dachte ich mir, als ich das Rezept über einen Rollstuhl in den Händen hielt. „Falsch“, meinte meine Freundin, „es verändert sich nur etwas.“

Vielleicht hat sie ja Recht. Ich brauch bestimmt noch einige Zeit, um das so zu sehen. Eigentlich wusste ich das ja. Schon vor vielen Jahren hatte man mir in der Uniklinik gesagt, dass ich Glück hatte, so lange recht unbeschwert gelebt zu haben. Vor der Türe zum Behandlungsraum saßen junge Leute im Rollstuhl, die waren noch keine 20 Jahre alt. Ja, aber das alles zu akzeptieren ist dann doch oft nicht leicht. Es gab Tränen.

So viel wie möglich will ich trotz allem laufen, zu Hause und auch oft anderswo, im Garten beispielsweise. Hinkommen muss ich aber erstmal. Manchmal wollten Freunde mich mitnehmen und ich habe immer abgesagt. Ich wollte niemand zur Last fallen. Nein, durch die Gegend tragen kann mich niemand, schieben aber schon. Seit einem Jahr drücke ich mich um die Entscheidung und seit über einem Jahr sitze ich im Hausarrest wie ein Schwerverbrecher. Vielleicht wird jetzt alles besser und ich habe wieder ein kleines Stücke Freiheit mehr. Ich seh das jetzt mal so.

hilft beim Innehalten

Beim Innehalten, mich besinnen und anpassen, wird mir diese Kamera helfen. Ich hatte so eine schon mal und sie brachte mich gut durch die Durststrecke von Umzügen und Veränderungen. Auf der Suche nach den vielen kleinen Dingen, sah ich die dann auch und freute mich an ihnen.
Ich habe mich von meinem Sohn beraten lassen. Er weiß, was ich suche und machen will. Es ist nicht das allerneuste Model, aber dafür ist es für mich noch erschwinglich und dennoch eine tolle Kamera. Ich musste mir eine Menge anderer Dinge versagen, aber ich liebe die Kamera jetzt schon..

Es hat sich viel verändert seit damals. Ich habe mir das Buch der Fotografin Jacqueline Esen gekauft und werde mit ihr zusammen die neue Kamera erobert, Schritt für Schritt. Nein, es gehört viel mehr dazu als auf den Knopf zu drücken und zu erwarten, dass sie das nun schon alles alleine bestens macht. Andreas Feininger drückte das so aus:

„Ein technisch einwandfreies Foto ist scharf, richtig belichtet, sachgemäß entwickelt und vergrößert – weiter nichts. Bei aller technischen Vollendung kann es das langweiligste Bild der Welt sein – vielleicht weil das Motiv unglücklich gewählt oder schlecht getroffen ist und keinerlei Eindruck hinterlässt.“
(Andreas Feiniger, Große Fotolehre, Wilhelm Heyne-Verlag München, 3. Auflage, Neuauflage 01/2001, S.11)

Ich möchte keine Superlative, nein, aber meine Spinnradgeschichten weiterhin erzählen, in Wort und Bild. Es bleibt ja doch alles irgendwie spannend. Ich muss jede Menge lernen.

Innehalten - soe kann das prima.

Innehalten – sie kann das prima. Penny kann die gegenwärtige Wärme aussitzen, besser -liegen, und behält trotzdem alles im Blick. Ich bin gerade mal auf Seite 20 meines Buches und ich schätze, Penny muss noch öfter als Fotoobjekt herhalten. Mit einem Augenzwinkern macht sie das auch.

Vielleicht hat meine Freundin Recht: Es ist nicht alles zu Ende – es verändert sich nur einiges.