Perlengarn mit Minibares Häkelnadel. Und ansonsten Stille.

Mit Minibares Häkelnadel will ich Perlengarn machen.

Es ist immer noch abartig heiß draußen. Und drinnen in meiner Wohnung auch. Regen wird es bei uns keinen geben und ich konnte mich heute gerade noch aufraffen, um ans Spinnrad zu schleichen. Perlengarn will ich machen.

„Du bist aber still.“, sagte mir jemand neulich. Ja, irgendwie schon. Mir hat es etwas die Sprache verschlagen. Da motzt ein Präsident herum mit Worten, nach denen man früher unbedingt seinen Rücktritt gefordert hätte. Menschen erfinden Identitäten, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen und auch so ist eine ganze Menge unterwegs, womit ich mich nicht anfreunden kann. Umso mehr fehlen mir dann Worte. Zu tun habe ich obgleich immer.

Minibares Häkelnadel
Perlen, eine ganz dünne Häkelnadel und Wolle

Beim Aufräumen habe ich diese Perlen wieder gefunden. Die hatte mir meine Tochter mal geschenkt auf meinen Wunsch hin. Was ich damals damit vor hatte, weiß ich nicht mehr, aber heute kam  noch eine neue Idee. Ich möchte Perlengarn herstellen, ein Garn, bei dem die Perlen nicht angenäht, sondern gleich eingesponnen werden. Zwei verschiedene Methoden habe ich ausprobiert und auch wieder verworfen. Es hat mir nichts gefallen. Dann habe ich probiert und probiert und schließlich etwas gefunden, was mir zu sagte.

Die Häkelnadel, mit der ich den Spinnfaden durch die Perlen ziehe, hat mir die Minibares-Bärbel geschenkt, diese und viele andere. Eine so dünne Nadel habe ich noch nie benutzt. Bärbel hat immer viele Handarbeiten gemacht, hat gestrickt und gehäkelt. Als sie merkte, dass ihre Kraft dafür nicht mehr ausreicht, hat sie mir das alles geschickt. Und jetzt kann ich es nutzen und dankbar an sie denken. Die Nadeln werde ich in Ehren halten.
Die Bärbel fehlt mir immer noch. Sie hat die Leute so angenommen, wie sie eben waren und auch sie selber war nur freundlich und nett. Mehr brauchte sie nicht, um wahrgenommen zu werden.

Perlengarn
Die ersten Perlen sind im Garn.

Inzwischen ist die Spule voll. Alle Perlen sind aufgebraucht. Das war vielleicht eine Piepelei!
Ich habe gesponnen, habe den Spinnfaden zerrissen, mit der Häkelnadel die Perle aufgefädelt und verknotet, wieder angesponnen. Langsam ging es vorwärts. Geduld musste ich haben, aber davon habe ich genügend.

Eigentlich ist mein Spinnrad so gar nicht geeignet für Effektgarne. Einzugsloch und -haken und auch die Spulen sind zu klein. Ich wollte mir immer mal einen entsprechenden Aufsatz kaufen. Irgendwie hat es dafür nie gereicht. Geht nicht, will ich nicht annehmen und so probiere ich eben alles, was dann doch noch gehen könnte. Wie mein Perlengarn letztendlich aussehen wird, weiß ich morgen, nachdem ich gezwirnt habe. Allerdings weiß ich heute schon, was daraus werden soll.

Ich bin zufrieden.