Ein schief gegangenes Wollprojekt und der Anreiz, es nochmal zu machen.

Das Wollprojekt hatte ich gut geplant. Ich könnte jetzt Vorträge halten, wie man das Garn herstellt. Aber, mir ist es erstmal total schief gegangen.

Vorbereitungen für ein Wollprojekt
Vorbereitungen für ein Wollprojekt

Die beiden Spulen waren voll, die Wolle, in der ich meine verknoteten „Ringeln“ einarbeiten wollte war herausgesucht. Los ging es.
Womit ich bei meinem Wollprojekt nicht gerechnet habe war, dass ich dafür stark überdrehtes Garn brauchte. So viel Drall bekam mein Spinnrad nicht hin. Es wurde schlumperig.

Erschüttert hat mich das nicht. Ich denke jetzt erstmal nach, wie ich mein Spinnrad austricksen kann und dann mache ich das nochmal. So leicht lasse ich mich nicht entmutigen.
Komisch, wenn es um Wolle geht, habe ich eine Engelsgeduld. Da fällt es mir auch nicht schwer, alles zwei oder drei Mal zu machen, bis es mir genehm ist.
„Nehmen Sie den größten Wirtel“, stand da. Ja, hab ich! Ich habe allerdings nur den einen. 😀

Wenn ich die Garne so habe wie ich sie für meine Modelle vorstelle, werde ich stricken müssen. Meine Freundin ist nicht zu gewinnen und ich als blutiger Anfänger in Sachen Pullover stricken, werde wieder viel Geduld aufbringen müssen. Ich weiß aber, dass ich es schaffen werde, habe ich doch für meine  Wollprojekte zwei tolle Namensträgerinnen und große Vorbilder.

Es gibt da noch eine Modedesignerin mit meinem Namen. Und bei ihr habe ich in der aktuellen Kollektion eine Bluse aus handgesponnener Baumwolle gefunden. Naturprodukte und Handarbeit sind wieder sehr geschätzt. Das finde ich gut.
Ehrlich, ich kaufe mir lieber wenige Kleidungsstücke, die mir richtig gefallen und in denen ich mich wohl fühle, als einen Schrank voll „Kiloware“, die der Umwelt nicht gut tut und von deren Produktion niemand in den entsprechenden Ländern leben kann.

Aprikosenmarmelade
selbstgekochte Aprikosenmarmelade in bemalten und beschrifteten Gläsern

Neben meinem Wollprojekt habe ich die letzte Marmelade gekocht für dieses Jahr, Aprikosenmarmelade. Je voller mein Vorratsschrank wird, um so mehr erinnert es mich daran, dass der Herbst naht. Es ist auch schon verdächtig still geworden draußen. Die Vögel schweigen.
Im Schrank befinden sich schon allerlei Kräuter, getrocknetes Gemüse für meine Eintöpfe und Soßen, Pilze. Ich freue mich sehr darüber, weil sich diese Arbeit gelohnt hat. Auch hat es etwas Meditatives, wenn ich das große Wiegemesser schwinge. Und das ist nicht schlecht, wenn ich mal wieder Wunden auf der Seele lecken muss.

Im Garten geht jetzt die Tomatenschwemme los. Tomaten werden das Nächste sein, was zu verarbeiten ist. Und ich habe immer noch kein Dürrgerät. Ich weiß nicht, wieso manche Dinge immer erst auf den letzten Drücker bei mir passieren.Das ändert sich bei mir wahrscheinlich nie und hat auch nur mittelbar etwas mit der chronischen Leere im Geldkästchen zu tun.