Ernten und verarbeiten. Eine Woche voller Ereignisse.

ernten und verarbeiten

Ernten und verarbeiten – das steht wirklich gerade an. Ich freue mich, denn meine Vorratskammer füllt sich. Aber auch ohne diese Tätigkeiten war es eine ausgefüllte Woche.

Tomaten-Sugo – eingefangener Sommer für den Winter

ernten und verarbeiten

Ernten und verarbeiten- das steht wirklich gerade an. So nach und nach kommt das Obst und Gemüse aus dem Garten bei mir an, eine liebe ehemalige Kollegin brachte Äpfel und Birnen. Die Birnen sind schon im Glas.
Ich setze ich mich dann in die Küche und verarbeite alles, auf verschiedenste Art und Weise. Manches koche ich ein, anderes wird getrocknet, Marmelade wird gekocht und heute habe ich mich an Tomaten-Sugo gewagt. Das alles macht eine Heidenarbeit, aber ich muss nicht viel laufen und ein Päuschen ist immer mal drin. Wenn sich dann der Vorratsschrank füllt, dann freue ich mich wie Bolle, denn einerseits habe ich etwas geleistet und andererseits hilft es mir wirtschaften. Alles, was ich selber machen kann, muss ich nicht kaufen.

Heute habe ich einen Teil der Tomaten aus dem Garten verarbeitet. Die Pflänzchen hatte ich in zeitigen Frühjahr auf der Fensterbank in der Küche selbst gezogen und jetzt kann ich die Früchte ernten und verarbeiten. Ich habe heute Tomaten-Sugo gekocht und war begeistert. Die Kräuter dafür, Rosmarin, Thymian, Oregano, sind auch zum großen Teil aus dem Garten, die Zwiebeln und etwas Knoblauch vom Nachbarn. Nur die Lorbeerblätter sind gekauft.
Wenn ich mir davon einige Gläschen einkoche, dann habe ich im Winter recht wenig Arbeit. Makkaroni oder Pizza mit Tomaten-Sugo sind dann kein Hexenwerk mehr. Und was noch viel besser ist, alles schmeckt so aromatisch, da geht es auch mal ganz ohne Fleisch oder Wurst.

Eine schwere Entscheidung

Schon lange trage ich mich mit dem Wunsch, mir ein neues Spinnrad zu kaufen, eines, was die Wolle spinnen kann, die ich will und eines, was mir viele Möglichkeiten lässt. Da eine solche Anschaffung nicht so ganz ohne ist, habe ich hin und her überlegt, verworfen, neu gesucht. Eine zeitlang habe ich überlegt, ein Reisespinnrad zu kaufen. Ich möchte nicht auf dem Altenteil hocken bleiben und auch noch mit dem Spinnrad an Veranstaltungen teilnehmen. Ein Reisespinnrad ist nützlich, weil ich es mir einfach über die Schulter hängen kann. Aber, es kann nicht alles und dafür ist es mir einfach zu teuer, d.h. für mich nicht erschwinglich.
Ich habe mich jetzt entschieden. Endlich.

Und mein anderes Spinnrad?
Es ist ein Ashford Lehrspinnrad. Es hat mir gute Dienste geleistet, mich auch öfter begleitet. Das Rad wird verschenkt, eigentlich ist es das schon. Ich würde es gerne selber zu der Freundin bringen, die so gerne spinnen lernen möchte. Ich denke, meine Lehrmethode würde ihr ein Stücke helfen. Na, mal sehen, wie ich es an den anderen Ort bringe. Auf alle Fälle freue ich mich, wenn es jemand helfen kann, das Spinnen zu lernen. Bestimmt macht es der Freundin genau solchen Spaß, wie immer mir. Und mir macht so etwas dann wieder Freude. Gut so.

Was geht uns das denn heute noch an?

Am Mittwoch war ich im Lieteraturtreff Grünau. Es war eine junge Frau da vom Verband der Antifaschisten und ein Mann, der zu Zwangsarbeit während der NS-Zeit forscht.Beide waren jung und haben den Krieg mit seinen Auswirkungen nicht erlebt. Es war schon interessant, was junge Menschen bewegt, sich da zu engagieren und offen aufzutreten, mit ihrer Person und ihrem Namen..

Um meine Parkallee nebenan ging es. Unter den Linden waren im Krieg 500 jüdische Frauen aus Ungarn in Baracken eingepfercht. Sie mussten in Großzschocher Zwangsarbeit in den Flugzeugwerken leisten. Kaum zu glauben, was sich in der an sich so schönen Lindenallee abgespielt hat.
Viel Neues habe ich leider nicht erfahren. Ich hätte gern mehr gewusst, was aus den Frauen geworden ist, ob und wo sie dann lebten, wo man suchen kann. Zu den möglichen Quellen habe ich kaum etwas erfahren. Ich würde gerne selber weiter suchen.

In meiner Familie wurde über solche Dinge geredet. In anderen Familien gab es nur großes Schweigen. Wir haben an dem Mittwoch festgestellt, dass wir alle noch jede Menge Redebedarf haben, miteinander. Vergessen soll nichts werden. Gerade jetzt nicht.
Ja, es geht uns wohl noch etwas an.

Wochenende

So, ich läute das Wochenende ein. Na klar, ich werde auch weiter ernten und verarbeiten. Ich bin noch lange nicht fertig. Jetzt aber hocke ich mich an mein Spinnrad und spinne die Wolle fertig, die ich für einen Pullover brauche. Auch wieder etwas, was ich selbst machen möchte, Kleidung für mich. Die Schafwolle ist so ein genialer Rohstoff und manchmal glaube ich, dass sie mich belohnen möchte für all die Loblieder, die ich auf sie singe. Wenn nämlich das Rheuma mal wieder zuschlägt, dann helfen mir Textilien aus Schafwolle, es wieder zu bändigen.