Spatz, Kleiber und Co. – Andrang am Futterhaus im Garten.

Andrang am Futterhaus im Garten

Gestern sollte noch einmal ein richtig schöner Sonnentag werden. Schwer fällt mir es oft, aber gestern wollte ich unbedingt raus und so bin ich „losgekrückt“, in den Garten. Dort traf ich eine gar lustige Schar: Spatz, Kleiber und Co. Am Futterhaus im Garten war mächtig was los. Die agiile Vogelschar zu beobachten hat mir große Freude bereitet. Es war ein toller Tag, wie ich ihn schon lange nicht mehr hatte. Gut, dass ich mich aufgemacht hatte.

Die Vogelschar im Garten

Mit dem Gartenbesitzer habe ich mich ins Vogelfutter reingeteilt. Wir haben eine größere Menge erworben, weil wir gelesen hatten, dass es die Vögel nicht gerade einfach haben in unserer Trockenheit hier. Nicht nur im Winter ist füttern nötig. Der Gartenteich bietet sich an zum Trinken und Baden, nun musste noch Vogelfutter her.
Mir war schon erzählt worden, dass am Futterhaus im Garten mächtig was los ist. Ich wollte das auch sehen, habe mir die Kamera geschnappt und bin „losgekrückt“. Es strengt mich arg an und so mache ich das viel zu wenig. Wie sehr es mir fehlt, unterwegs zu sein, habe ich gestern gemerkt.

Der Spatz als Aufpasser

Ich saß weit weg, auf der Terrasse. Gut so, denn die Vögel fühlten sich sicher. Und wenn ich nicht gerade getanzt habe oder herumgefuchtelt, ließen sie sich in ihrem Treiben nicht stören.
Zuerst kamen die Spatzen, erst eine Schar, dann noch eine. Im Pulk fielen sie über das Futter her. Man kann durchaus recht lustige Szenen erleben und manchmal geht es zu wie bei einer Horde Menschen. Da wird gezankt und gestritten, um die besten Plätze gekämpft, dem Nachbarn manchmal nicht den Bissen im Hals gegönnt, geschimpft, gezwitschert, geprotzt, geflattert …

Spatz im Garten

Den ganzen Nachmittag habe ich den Vögeln zugesehen und mich gefreut. Für den Rest des Gartens hatte ich gestern keine Augen, für die Tomaten nicht und die Kohlrabi, nicht für Kräuter und die letzte Gurke und auch nicht für das noch immer Blühende.
Die Spatzen wurden irgendwann satt. Langsam zogen sie sich zurück, zuerst in die Hecke und dann wurde es still.

ein Kleinber
Ups, wer ist das denn? Jetzt hatten endlich andere Vögel eine Chance, die begehrten Körnchen zu ergattern. Verschiedene Meisen kamen, ein Rotschwänzchen und er, der Kleiber. Dass er jetzt auch bei uns wohnt, freut mich sehr. In der Gartenanlage fühlt er sich wohl und das haben wir dem Auwald nebenan zu verdanken. Kleiber mögen es nicht, über weite baumlose Flächen zu fliegen. Der nahe Wald brachte ihn zu uns. Um so mehr, dass ich mir Gedanken mache um den Schutz des Leipziger Auwaldes.

der Kleiber

Am Kleiber bewunderte ich sein Geschick, zu klettern. Wie er sich verrenken kann. Ein richtig kleiner Kunstturner ist das. Ich freue mich schon darauf, wenn ich im Frühling seinen pfeifenden Reviergesang hören kann. Dann habe ich auch ihm geholfen, gut über den Winter oder besser über’s Jahr zu kommen. Ich werde mich wieder an der nächsten Fütterlieferung beteiligen.

Tanne

Die Sonne verabschiedete sich langsam. Mir taten die Hände weh vom stundenlangen Halten der Kamera. Ich „August“ hatte das Stativ vergessen. Zunehmend kühl wurde es. Da mir das nicht bekommt, muss ich langsam rüsten für den Nachhauseweg.
Eigentlich fotografiere ich immer gerne die letzten Sonnenstrahlen auf den Baumwipfeln des nahen Auwaldes. Diesmal hatte ich keine Lust, denn zu viele Bäume standen mit braunen, verdörrten Blättern. Einige sind gestorben. Sie haben schon im Frühjahr nicht mehr ausgetrieben. Der Tanne im letzten Garten vor der Straße geht es gut. Bestimmt hat der Gartenfreund in der Dürre sie mit ausreichend Wasser versorgt. Gut so, denn in der Tanne wohnt meine Lieblingstaube. Moment mal, ist sie das da oben?

ein Bussard

„Er“ drehte mir konsequent den Rücken zu. Mit Tönen animieren konnte ich ihn auch nicht, wenigstens einmal den Kopf zu drehen. Dafür war er viel zu weit weg.
Es war nicht meine Taube, es war der Bussard aus dem nahen Wald. Er hatte es sich auf der Tanne gemütlich gemacht und genoss die letzten Sonnenstrahlen. Gerade sah ich meine Haus – und Hofmaus unter die Terrasse huschen. „Pass bloß auf deinen Poppes auf, Mäuschen“, sagte ich und packte die Kamera ein.