In meiner Hexenküche ist Kräuter- und Tomaten-Tag.

aus der Hexenküche

Das Wiegemesser hat gerade Hochkonjunktur. Es ist Kräuter- und Tomaten-Tag in meiner Hexenküche. Hehe, wie das duftet! Ich liebe diese Zeit der Ernte und Verarbeitung sehr.

Meine Hexenküche

Tomatensugo wird gekocht
Tomatensugo wird bereitet und eingekocht. Dann kann es auch mal wieder schnell gehen.

Eigentlich gibt es da gar keine Hexerei in der Hexenküche. Mein liebstes Handwerkszeug ist mein großes Wiegemesser.
Eine Freundin hatte mir das geschenkt. Ich weiß nicht, wieviele Jahre es schon auf dem Buckel hat, aber es ist immer noch schön scharf. In kürzester Zeit zerkleinert es mir zuverlässig alles, was ich zerkleinert haben möchte. Und das ganz ohne Strom und schonend, ohne Brei anzurichten.

Wenn das Wiegemesser in gleichmäßigen Schwüngen über das Brett tanzt, dann ist es, als ob eine Last von mir abfällt. Die wiegende Bewegung, das leicht knarzende Geräusch, wenn das Messer durch das Schnittgut rauscht und die feinen Düfte schaffen eine unglaublich ruhige und wohlige Stimmung. Manchmal singe ich auch dazu.

Im Garten hatte ich Kräuter und Tomaten geerntet und die habe ich gerade verarbeitet.

Ich mag keine Fertiggerichte und fertige Würzmischungen mehr

Pfefferminze
Mein Wintervorrat an Pfefferminztee. Wie kräftig das Kraut schmeckt und wie wenig man braucht!

Ich habe eine Pfefferminzpflanze, die wie Kaugummi riecht. Jaja, so kräftig und so minzig kannte ich das bisher nicht. Vor Jahren hatte ich von einem Freund die Pflanze geschenkt bekommen. Ich hüte sie sehr. Das da auf dem Foto wird mein Wintervorrat an Tee. Einige Stängel habe ich aufgehoben, denn morgen gibt es bei mir Taboulé. Klar, dass ich u. a. meine eigenen Tomaten verarbeite. Die schmecken wenigstens süß nach Sonne und Sommer. Gewürzt wird alles mit eben dieser Pfefferminze, die einen feinen würzigen und frischen Geschmack beisteuert.

Seit ich mit Kräutern würze, schmeckt mein Essen anders. Vielfältiger ist es geworden und auch die „einfachsten“ Gerichte werden zu etwas Besonderem. Meine Kartoffelsuppe heute habe ich mit Selleriekraut und einer Winzigkeit Majoran gewürzt. Ich weiß, dass die Kartoffelsuppe aus meiner Hexenküche gut ist,. Manche meiner Freunde wünschen sich die, wenn sie mich besuchen.

Was da alles in die Fertiggerichte gemoscht wird, will ich gar nicht mehr wissen. Ich hatte festgestellt, dass mir vieles davon nicht bekommt. Mein Magen möchte das nicht so gern und seit ich alles selber mache, mag er mich wieder.
Manches macht Arbeit und manches braucht Zeit zum Reifen, wie Käse oder Sauerkraut. Lässt man den Nahrungsmitteln die Zeit dazu und schüttet nicht Zeuchs daran, was die Prozesse beschleunigt, dann hat man keine Probleme. In kürzester Zeit eine große Menge erwirtschaften ist nicht immer gut, vor allem für die nicht, die das das essen müssen.

Wisst ihr, es gibt auch natürliche Geschmacksverstärker und wenn man so viel zubereitet und konserviert, wie man in einem gewissen Zeitraum (meist über den Winter) verzehren kann, dann braucht man auch keine chemischen Zusätze von Konservierungsmitteln.

Die Hexenküche tut auch der Schönheit keinen Abbruch

die Kräuter in meiner Hexenküche
Rosmarinus. Ein Sträußchen davon zuerst unter das einlaufende Wasser der Wanne und dann reingelegt weckt Lebensgeister.

Bei Kosmetik ging es mir genau so wie mit Fertigessen. Ich vertrage vieles nicht und es wurde im Laufe der Jahre immer schlimmer. Je mehr Inhaltsstoffe in der Creme waren, die versprachen meine Haut gleich mal glatt zu zerren und weich zu machen wie die Oberlippe einer Ziege, um so mehr Sperenzien machte meine Haut. Haarpflege und Cremes mache ich jetzt selber. Klar schont es den Geldbeutel und das ist auch fein, es muss aber keiner sagen: „Du Arme!“. Ich empfinde das ganz und gar nicht so. Im Gegenteil. Ich habe in den letzten Jahren viel gelernt über Pflanzen, ihre Inhaltsstoffe und Wirksamkeit. Ich glaube, das Wissen macht mich sogar reich. In meinem Bad allerdings ist es jetzt viel aufgeräumter und übersichtlicher.

Im November darf ich im Literaturtreff Grünau erzählen über die Kräuter und meine Hexenküche. Ich freue mich sehr darauf und weiß jetzt schon, was ich alles in meinen Kräuterkorb packen werde.