Herbst, Sturm, Erntefest und wenig Lust auf Internet.

Erntefest

Die Sonne scheint draußen und es ist recht warm. Wenn der starke Wind nicht wäre, könnte man sich noch ein bisschen im Sommer wähnen. Ich habe wenig Lust auf Internet, feiere gerade noch ein kleines Erntefest.

Erntefest

Erntefest - die letzte Paprikaernte Die Paprikapflanzen lasse ich noch ein bisschen stehen auf dem Balkon. Sie tragen zwar nun keine Früchte mehr, aber sie sind so schön groß und kräftig mit ihren sattgrünen Blättern, dass sie zur Zierde noch stehen bleiben dürfen. Paprikapflanzen werde ich auf alle Fälle auch im nächsten Jahr haben. An ihnen hatte ich viel Freude.

Eigentlich könnte ich ein kleines Erntefest feiern. Obst ist eingekocht, Gemüse für Gemüsebrühe ist getrocknet, Tomaten sind schon viele verarbeitet und nun habe ich die Paprika eingelegt und eingekocht. Das sind schon feine Wintervorräte. Arbeit hat es schon gemacht, aber gekostet hat es wenig. Und das ist gut so.

Knoblauch hatte ich von meiner Einlegeaktion übrig. Es wäre doch gut, wenn ich den trocknen könnte. Also habe ich ihn kleingehackt und in den Dörrautomat gepackt. Im Prinzip geht das prima, wenn nur nicht dieser unerträgliche Knobi-Geruch wäre, der sich in der ganzen Wohnung ausbreitete. Ich habe den ganzen Spaß dann auf ein Blech gepackt und auf den Balkon gestellt. Heute vormittag gab es eine ordentliche Windböe. Die ergriff das Küchenrollen-Papier und verteilte meine fast trockenen Knoblauchstückchen in alle Himmelsrichtungen. Aufregen konnte ich mich gar nicht. Ich musste schallend lachen.
Ich werde an der Trocknungstechnologie noch arbeiten müssen, denn Einlegen in Salz oder Öl will ich den Knoblauch auf keinen Fall.

Eine alte Bäuerin aus dem Dörfchen wollte mir immer zeigen, wie man aus Maispflanzen wunderschöne Zöpfe flechten kann. Ich muss sie nochmal besuchen, denn spätestens im nächsten Jahr möchte ich einen solchen Zopf auf meinem Balkon haben. Dann wird es noch schöner zum Erntefest. Morgen werde ich Brot backen, denn meine Kinder aus dem Norden kommen zu Besuch. Ich freue mich schon sehr.

Keine Lust auf Internet

Gemütlich ist es bei mir. Ich habe ganz gut zu tun mit meiner Ernte und wenn ich nicht gerade in meiner Hexenküche wusele, dann kuschele ich mich in meinen Ohrensessel und stricke. Ich freue mich sehr auf meinen Pullover, auch weil mir Schafwolle so gut tut.

Ab und zu packt es mich dann doch und ich begebe mich auf eine kleine „Netz-Erkundungstour“. Lange geht das nicht, denn ich habe beizeiten wieder die Faxen dicke. Facebook geht mir auf den Geist, weil die Nachrichten der Freunde immer weniger angezeigt werden. Dafür werde ich mit Werbung bombardiert und allerlei Sondermeldungen. Werbung brauche ich nicht, weil ich mir garantiert nichts kaufe, was mir fb gerade mal aufs Auge drücken will. Und selbst, wenn sie mich ausgeschnüffelt haben und mir das anzeigen, wonach ich gerade mal gesucht habe, nervt es nur. Wenn ich wissen will, wie ich mir Ringelblumensalbe herstellen kann, will ich nicht durch sämtliche Drogerien gezerrt werden und ich will auch keinen T*rmomix kaufen. Himmelherrgottnochmalundeins!

Also gut, weg von Facenbook. Lese ich eben Blogs.
Viele von den Bloggern aus meiner Anfangszeit des Bloggens sind nicht mehr aktiv. Andere sind recht still geworden.
Vieles mag ich nicht lesen und zu vielem habe ich auch nichts zu sagen. Was auch? Hilfe, ich bin normal? Es scheint so, dass man mit „Normalität“ keinen hinter dem Ofen vor locken kann. Ich habe das Gefühl, dass manche im Netz mehr von ihren Krankheiten erzählen als ihrem Arzt. Da wird auch gleichmal der Durchf*** „ausgebreitet“. Früher hatte man beste Freunde, denen man mal etwas anvertraut hat. Jetzt poltert man es in die Welt hinaus. Aber gut, das muss am Ende jeder selber wissen und entscheiden.

Ich will nicht sagen, dass durch das Netz nicht Freundschaften entstehen können. Ich habe da auch welche und genau diese Freunde möchte ich nicht missen. Es sind aber wenige und zu denen halte ich auch den Kontakt. Ich bedauere es oft, dass sie so weit weg wohnen.

Weiter. Lese ich eben mal, was in der Welt so passiert.
Auch da ist so vieles auf die Spitze getrieben, in die eine und in die andere Richtung. Die Journaille passt sich an die aufgeregten Zeiten an, thematisch und auch oft in der Wortwahl und manche scheinen der B*ld Konkurrenz machen zu wollen.
Kommentare lese ich schon lange nicht mehr und es geht mir gut damit. Apps habe ich wieder verbannt, lese nur noch nach Thematik und bei ausgewählten Pressestellen. Und auch das tut mir gut. In Bibliotheken danach zu suchen, was mich interessiert und was ich wissen muss, das habe ich gelernt. Im Netz klappt das auch schon ganz gut, seit ich ordentlich aussiebe.

Ach ja, ich habe immer noch alle „Statistikanzeiger“ hier im Blog verbannt, denn auch das interessiert mich herzlich wenig.

Und jetzt mache ich Hafermilch für meine Tochter. Und für mich natürlich auch. Ich freue mich, es geht mir gut und alles andere ist einfach nur normal.