Die Ruhe des Herbstes. Etwas ging und etwas kam.

die Ruhe des Herbstes

So langsam macht sich die Ruhe des Herbstes bemerkbar. Früh weckt mich nicht mehr das Gezwitscher der Vögel und die letzten Blumen auf dem Balkon werden nicht mehr von allerlei Insekten angeflogen. Dafür muss ich öfter eine freche Meise verscheuchen, die entdeckt hat, dass Leben in der alten Wurzel auf dem Regal ist. Hummeln und Wespen hatten ihre Brut abgelegt und die Meise würde zu gerne mal kosten.

Ruhe des Herbstes

Eigentlich mag ich diese Ruhe. Ich muss aber auch sagen, dass es arg kalt geworden ist. Und damit habe ich so meine Probleme, trotz warmer Socken und Schuhe, Pullover und Decken.
Draußen auf dem Balkon blüht es noch, die Insekten kommen aber immer seltener und sind auch schon recht träge und taumelig. Mich macht das immer ein bisschen traurig, aber so ist das nun mal. Ich habe Lampionblumen getrocknet und auf meinen Schreibtisch gestellt. Ein feiner Farbklecks ist das, nur verschiedene Gräser muss ich noch holen und dazwischen stecken.

Herbstgras
Erntedank und Brot

Meine Wintervorräte habe ich so langsam beisammen. Ein kleines Erntefest könnte ich in der Ruhe des Herbstes durchaus feiern und vielleicht mache ich das auch noch.
Wieder wünsche ich mir einen Raum, wo man mich besuchen könnte. Etwas Bodenständiges fehlt mir hier in meinem Viertel, etwas wo Traditionen gepflegt werden und wo jeder willkommen ist.

Ich habe Brot gebacken. Es duftete und ganz ehrlich, mehr als Butter brauchte ich nicht dazu. Das Rezept für das Möhrenbrot mit Kräutern schreibe ich mal auf, eben weil es so einfach ist.

Man braucht:

  • 500 g Weizenmehl
  • 2 TL Salz
  • 3/4 Würfel Hefe (30 g)
  • 1 TL Zucker
  • 0,25 l Milch
  • 200 g grob gerieben Möhren
  • 1-2 Esslöffel gehackte Petersilie und Basilikum (vom Balkon :D )

Und so wird’s gemacht:

Mehl und Salz vermischen in einer Schüssel. Milch handwarm erwärmen, Hefe mit dem Zucker bestreuen und mit einem Teil der Milch verrühren. Diese Hefemilch zum Mehl geben und ordentlich vermischen. Dann noch nach und nach die zerlassene Butter und den Rest der Milch dazugeben. Zum Schluss werden die Möhren und die Kräuter untergearbeitet, der Teig mit einem Tuch bedeckt und an einen warmen Ort gestellt. wenn er auf das Doppelte „gegangen“ ist wird er zusammengestoßen und in eine gefettete Kastenform gegeben. Nach einer nochmaligen kurzen Zeit des Gehens wird die Form in den Ofen gestellt und das Brot bei 200 Grad ca. 45 – 50  Minuten gebacken.

Fertsch!

Ein Abschied

Mein Töchterchen mit Ehemann, also meine Nordlichter, waren zu Besuch. Ach wie ich mich immer freue, wenn meine Kinder kommen. Natürlich war die Zeit mit ihnen wieder viel zu kurz. Und dann kam wieder der Abschied, natürlich mit Tränen bei mir, heimlich, wenn es keiner sah. Ich weiß, dass Kinder nicht mehr an der Scholle kleben, das oft gar nicht können, trotzdem wünsche ich mir so sehr ein bisschen mehr Nähe. Sie sind schon alle arg weit weg.
Feinen Tee aus dem Dithmarschen habe ich aber jetzt wieder und den gönne ich mir jetzt.

Etwas Neues zieht gerade bei mir ein

Das Strickdingens ist nur grob mit einigen Stecknadeln zusammen gewurstelt. Auch stricke ich noch am Kragen, aber egal, es hängt da schon mal als Ansporn für den Rest. Schafe, Wolle und alles drum herum, das wird bleiben bei mir. Ich habe lange Zeit alles weggescharrt, was ich an Geld abknapsen konnte. Nein, sparen ist das nicht. Dafür bleibt nichts. Es ist Verzicht auf vieles, aber mit einem Ziel. Gestern ist nun mein neues Spinnrad bei mir eingezogen.

Bestimmt werde ich noch darüber schreiben und auch über meine Erfahrungen damit. Jetzt muss es aber erstmal aufgebaut werden. Mein Helfer für solche Fälle ist noch im Urlaub und ich kann leider gerade keine Schrauben anziehen. Also warte ich.
Aber dann! Dann geht es wieder los. Das Rädchen muss surren, in der Ruhe des Herbstes, an den Winterabenden, na eigentlich immer.

stricken in der Ruhe des Herbstes