Rein in die Hexenküche. Ein kleiner Abschied vom Garten.

für die Hexenküche

Heute bin ich in meiner Hexenküche, aber gestern musste ich mich noch einmal in den Garten begeben. Warm und sonnig war es. Heute sieht die Sache schon ganz anders aus. Angekündigt war es. Und so war das gestern so etwas wie ein Abschied vom Gartenjahr.

Die vielleicht letzte blühende Rose in diesem Jahr

Herbstrose
Irgendwie deutete sich der Wetterwechsel schon an. Mir fiel das Laufen schwer und ich war froh, dass mich der Gartennachbar im Auto zur Straßenbahn gebracht hat.
Vorher aber konnte ich noch einmal in Shirt in der warmen Sonne sitzen. Ich habe das sehr genossen.

Vielleicht ist das auf dem Bild die letzte blühende Rose in diesem Jahr im Garten. Ich musste sie einfach fotografieren. Sie gefiel mir sehr, machte mich aber auch etwas traurig. Jedesmal ist das so, wenn die kalte Jahreszeit beginnt.

Wolle, Tee und Löwenzahn

Löwenzahnwurzeln

Am 6. November habe ich im Stadtteilladen in Leipzig-Grünau meine Veranstaltung „Wolle, Tee und Löwenzahn“. Ich freue mich sehr darauf, werde aber auch so langsam schon wieder hippelig. Aber das kenn ich ja schon.

Löwenzahn. Gestern habe ich im Garten gleich die Gelegenheit genutzt und habe Wurzeln ausgegraben. Der Gartennachbar hat mir geholfen, aber eine richtig fette Wurzel wie aus dem Bilderbuch fanden wir nicht. Dazu hätte ich auf meine Lieblingswiese gehen müssen. Genau das fällt mir aber gerade verdammt schwer.
Egal, Wurzeln zum Anschauen und zum Zeigen, was man damit macht, habe ich schon erstmal. Zum Kosten und Verzehren nehme ich eh nichts Selbstgesammeltes.

Ich werde im November mit Löwenzahnwurzeln anrücken. Ob ich sie zu Hause schon röste, überlege ich mir noch. Auf alle Fälle werden wir uns einen Muckefuck brühen aus gerösteten Stücken der Löwenzahnwurzel. Dafür nehme ich extra meine alte mechanische Kaffemühle mit.

Wusstet ihr, dass jetzt noch Wurzelsammelzeit ist?

Es trocknet so allerlei in meiner Hexenküche

Salbei trocknet in der Hexenküche Bei mir sieht es gerade wirklich aus, wie in einer Hexenküche. Frische Kräuter sind vom Balkon auf das Fensterbrett umgezogen und irgendwo trocknet immer was. Über den Salbei habe ich mich sehr gefreut. Ich habe ihn geschenkt bekommen. Meiner ist noch ganz klein und ich hoffe, dass ich ihn über den Winter bekomme. Halsschmerzen und so etwas haben jedenfalls nun keine Chance mehr. Ein bisschen Kräuterwissen ist nicht schlecht, vor allem weil man eine ganze Menge Geld spart und trotzdem viel für seine Gesundheit machen kann. Thymian hat mich übrigens gerade vor einem beginnendem Infekt bewahrt.

Meine Oma hatte dieses Wissen noch und an einige Sammelaktionen kann ich mich auch noch erinnern. Ich möchte nicht, dass das Wissen um die Pflanzen verloren geht und dass man immer anhängiger wird, weil man alles und oft auch „Mist“ kaufen muss. Es geht auch anders.
Pfefferminze, Hagebutte und Ringelblume, das alles wächst im Garten, einfach so und kostenlos.

Es ärgert mich maßlos, wenn alle die, die sammeln oft als arme Schlucker bezeichnet werden. Sie sind es nicht!
Damals in dem Dörfchen geb es einen Apfelbaum mit richtig gut schmeckenden Äpfeln. Der gehört niemand, wurde mir versichert. Auf meine Frage, warum keiner die Äpfel nimmt und sie stattdessen herunterfallen und verderben, wurde mir gesagt: „Weil wir uns schämen, sie zu sammeln. Es könnte ja jemand meinen, dass kein Geld da wäre, um Äpfel zu kaufen.“ So ist das leider mit vielen Dingen. Und ja, ich finde es richtig, all die Dinge zu nutzen, die die Natur einfach so verschenkt.

Hagebutte, Pfefferminze und Ringelblume

 

 

8 Comments on “Rein in die Hexenküche. Ein kleiner Abschied vom Garten.

  1. Da war ich schon immer abgebrüht, was natürlich auch daran lag, dass ich mich nie dran gekehrt habe, was die anderen über mich denken. Frei nach dem Motto: Wer hinter meinem Rücken redet, redet mit meinem Hintern.
    Kräuter sind ein solcher Schatz, überhaupt was die Natur so bietet. Ich wäre gerne bei deiner Veranstaltung, aber da ist wohl bei der Entfernung nicht dran zu denken.

    • Ja, die Entfernung! Die bedaure ich immer mehr.
      Ich habe schon den Korb hingestellt und der füllt sich so langsam, so wie ich mir den Ablauf denke. Ich freue mich schon sehr.

  2. Liebe Gudrun,
    mit den Kräutlein und Wurzeln und den wunderschönen Fotos hast Du ja ein feines „Abschiedskörbchen“ gefüllt und die Erinnerungen werden in der trüben Zeit sicher hilfreich sein.
    Auch bei uns hat sich die Sommerzeit so richtig verabschiedet und es ist kalt, windig und es regnet.
    Genau das richtige Wetter, um es sich daheim gemütlich zu machen, gell.
    Liebe Sonntagsgrüße
    moni

    • Liebe Moni, auch bei uns ist es kalt geworden und es hat den ganzen Tag geregnet. Angekündigt war das, aber gestern in der warmen Sonne konnte ich es nicht so recht glauben. Ich habe es mir heute eben drinnen gemütlich gemacht.
      Sei herzlich gegrüßt.

  3. Nein, ich wusste nicht, dass jetzt Wurzelsammelzeit ist und Ich wusste auch nicht, dass Thymiantee vor Infekten bewahren kann, nur dass er gegen Husten gut ist, wusste ich. Ich kenne da so ein Rezept von Hildegard von Bingen mit Salbei und Thymian, die mit Kandis und Zitronenscheiben aufgekocht werden, ist schleimlösend. Vielleicht schreibst du dein Kräuterwissen mal auf, es ist wirklich zu kostbar, um verloren zu gehen!
    Mir ist die Idee, Menschen die Kräuter sammeln oder die Gaben der Natur zu schätzen wissen mit dem Begriff Armut in Verbindung zu bringen völlig fremd! Eigentlich ist das Gegenteil der Fall!
    Liebe Grüße in den Sonntagabend von Beate.

    • Liebe Beate, jetzt versuche ich erstmal, etwas von dem Wissen weiter zu geben, mündlich und durch Zeigen. Aber du hast Recht. Vielleicht schreibe ich alles mal in ein Büchlein und gebe das einfach weiter.
      Nein, du bist nicht so. Viele andere aber schon. Werte werden in Geld angegeben.
      Dein „Waldbuch“ haben wir gerade am Wickel, der Jan und ich.
      Herzliche Grüße an dich.

  4. Liebe Gudrun, ich habe mir gerade letzte Woche Apfelkompott und Apfelmus von gesammelten Äpfeln gekocht. Ich finde es schade, wenn alles verkommt. Und es ist so lecker.
    Sei nicht so hibbelig. Es wird schon

    • Ohhhh, da hätte ich mitgemacht. Äpfel schälen kann ich gut. Ich bin sowieso großer Apfelmusfan.
      Liebe Grüße.

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