Ein Waldschrat ist entstanden. Werkeln mit Wolle für kleine Geschenke.

Wolle für den Waldschrat

Bei mir wohnt seit heute ein Waldschrat. Lange bleiben kann er nicht, denn Weihnachten zieht er um.

Weihnachtswerkstatt? Und das jetzt schon?

Ein bisschen Weihnachtswerkstatt ist schon bei mir. Manches dauert eben seine Zeit und ich kann es gar nicht leiden, unter Druck und in Hektik zu arbeiten. Meistens geht das auch noch schief. Und damit das nicht passiert, ich alle Zeit für Korrekturen habe, werkele ich jetzt schon.

Wie oft höre ich: „Wir schenken und nichts.“ Ach, man muss nicht über Konsumwahn schimpfen, wenn man selbst das ganze Jahr eifrig dabei war. Ich schenke gerne und bei mir wandern kleine Geschenke unter den geschmückten Baum oder gehen auf Reisen. Das Fest, kurz vor dem Jahresende hat für mich keine religiöse Bedeutung und so kann ich mir die freien Tage so gestalten, wie ich es als angenehm empfinde.
Ich freue mich auf meine Familie. Viel zu selten bekomme ich Besuch.

Mein Waldschrat aus Wolle zieht bald wieder aus.

Waldschrat aus Wolle
Der Waldschrat aus Wolle versteckt ein Fläschchen.

Manchmal möchte man ein Fläschchen verschenken, aber das sieht so kalt und herzlos aus. Deshalb überlege ich mir immer, wie ich die Flasche verstecken kann. Und so ist der Waldschrat entstanden. Er hat eine kleine Tasche umhängen, in die man noch gute Wünsche verstauen kann. Ich überlege mir, ob er noch eine Mutze bekommt. Bestimmt packt mich das noch und ich stricke dem Waldschrat die Mütze, eine mit einem ganz langen Zipfel und einer Bommel dran.

Eigentlich reicht ein Waldschrat nicht. Ich würde gern einen zum Nabu schicken, dahin, von wo ich die Leineschafwolle geschenkt bekam. Oder zu den Freunden, die mir immer helfen. Mal sehen, wie weit ich komme und welche Ideen mir noch kommen.. Es kann ja auch später mal geschenkt werden.
Ich freue mich immer, wenn mir etwas einfällt, was aus meiner Wolle entstehen kann. Nur Spinnen, um des Spinnen Willens, ist nichts für mich.

Die mit Walnuss-Schalen gefärbte Wolle hat ihre Bestimmung gefunden

Die braune Wolle übrigens habe ich mit Walnussschalen, die ich aus Mügeln geschenkt bekam, gefärbt. Es war eine Kaltfärbung, d.h. die Wolle wird einfach in den Farbsud eingelegt und bleibt da zwei Tage. Ich weiß nicht, der wievielte Färbedurchgang das war. Den Sud kann man öfter benutzen, so lange, bis alle Farbpartikel aus dem Wasser aufgenommen wurden. Das Ergebnis wird mit jedem Mal heller, aber das hat auch seinen Reiz.
Ich hatte den Wollstrang abgebunden, dass die Farbe folglich eben nicht gleichmäßig aufgesogen werden konnte. So ergaben sich die Farbabstufungen zwischen Weiß und Braun.

Den Waldschrat lasse ich noch ein bisschen da sitzen und erfreue mich dran. Währenddessen werkele ich schon wieder.

Wolle für den Waldschrat
Die mit Walnussschalen gefärbte Wolle hat nun auch eine Bestimmung gefunden.

15 Comments on “Ein Waldschrat ist entstanden. Werkeln mit Wolle für kleine Geschenke.

  1. Wie schön ist das denn, liebe Gudrun, Der zu Beschenkende kann sich glücklich schätzen, den süßen Waldschrat zu bekommen. Er ist wirklich einmalig.

    • Danke, liebe Ute. Ich hoffe, dass sich jemand freut. Ich bin ganz glücklich über mein Geschenk, denn Wolle habe ich und die Mühe kostet nichts. Es ist gut so.
      Herzliche Grüße ins Ländle.

  2. Na der ist ja drollig. Tolle Ideen hast du !!
    Und die Wolle gefärbt mit Walnussschalen sieht auch gut aus.
    Ich habe dieses Jahr ungewaschene Rohwolle mit Walnussschale gefärbt. Hat auch geklappt.

    • Die Färberei geht jetzt bei mir auch wieder los. Freunde haben für mich Pflanzen gesammelt und getrocknet. Nun muss ich ran.

  3. Was für eine wunderschöne Idee, na wer sich da nicht drüber freut, dem ist nicht zu helfen!
    Du bist sehr kreativ, eine tolle Begabung mit der du ganz viel Liebe und Freude in die Welt bringst.

    • Ich freue mich immer, wenn mich eine Idee mal wieder trägt. Und dann muss ich das dokumentieren, damit ich es nicht vergesse.
      Liebe Beate, ich schicke dir herzliche Grüße.

  4. Liebe Gudrun,
    in den bezaubernden Waldschrat habe ich mich ja sofort verliebt. Aber bitte ohne Mütze….. ;-)
    Ein ganz bezaubernder Geselle ist das und wer ihn bekommt, darf sich glücklich schätzen.
    Liebe Freitagsgrüße
    moni

    • Die Mütze bleibt weg, liebe Moni. Ich freue mich besonders über die Beine, die vom Regal baumeln können, die er aber auch fein übereinander legen oder verschränken kann. Ich hatte mir das so gedacht und es hat geklappt.
      Liebe Grüße.

  5. Ich finde solche Geschenke sehr schön, auch wenn ich selber nichts zu Weihnachten verschenke. Aber das sollte jeder so halten, wie es für einen selber stimmig ist. Mir fehlt zum Selbermachen die Zeit und kaufen tue ich nichts, schon gar nicht, nur weil Weihnachten ist. Für uns hat diese Zeit ja durchaus eine religiöse Bedeutung und ist eine ruhige Zeit der Zweisamkeit, des guten Essens und des Zusammenseins und das möglichst stressfrei.
    Ich finde Deinen Schrat ganz wundervoll.

    • Die Zeit am Ende des Jahres war für mich, als meine Kinder noch zu Hause waren, immer eine ganz besondere Zeit. Die langen Abende, mit Vorlesen, gemeinsamen Werkeln, vielen Heimlichkeiten und ganz viel Nähe, war einfach nur schön. Und jetzt fühle ich mich manchmal wie früher, wenn ich werkeln kann mit dem Ziel, kleine Geschenke zu machen. Es ist gut so, dass es so ist. So kann sich anderes ausgleichen.

  6. Sowohl der Waldschrat, als auch die Wolle, sind wundervoll. Die Färbung, gerade weil meliert, gefällt mir sehr. Ich bin auch bereits am Werkeln. Habe ein paar Stulpen für Tochter auf den Nadeln.

  7. Oooooooooch weil ich das Kreuzchen nicht gemacht hat, hat er meinen Kommentar geschluckt.
    Ich schrieb, dass ich mich schon bei Socken mit 4 Nadeln schwer getan habe, aber hier bei den dünnen Beinen des Waldschrats mindenst 10 mal in der Stunde verzweifelt wäre. – Er ist entzückend

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