Eine schwere Rechenaufgabe für das Nachbarskind und die geheime Lösung aus dem Lämmerstall.

 

Paula sitzt auf ihrem Lieblingsstein an der großen Wiese.
Die Sonne scheint, Schmetterlinge und Bienen fliegen. Ruhig und bedächtig ziehen Schafe an Paula vorbei und knabbern das Gras ab.
Der Schäfer setzt sich zu Paula auf den Stein. „Na, du siehst aber nicht gerade glücklich aus“, sagt er.
„Bin ich auch nicht! Ich kann nämlich nicht rechnen “, antwortet Paula.
„Seit wann kannst du denn nicht rechnen?“
„Na, schau doch mal!“
Paula kramte einen Zettel aus ihrer Schultasche.
„ _ • 8 = 64. So steht es hier. Da steht doch Mal! Wenn ich aber mit den beiden Zahlen Mal rechne, wird das jedesmal falsch.“
Der Schäfer überlegt.
„Das ist wie bei mir im Lämmerstall. Ich habe 64 Lämmer, die abends in ihre Boxen laufen. Immer acht Lämmer in eine Box. Wieviele Boxen ich in meinem Lämmerstall habe ist aber mein Geheimnis.“
Paula überlegt.
„Das ist doch kein Geheimnis“, sagt sie. „Wenn man 64 Lämmer durch Acht teilt, dann weiß man, dass du acht Boxen hast.“
Der Schäfer schmunzelt.
„Du kannst ja doch rechnen, Paula.“
Er steht auf, pfeift nach seinem Hund und folgt seinen Schafen.

Dies soll eine kleine Rechenhilfe sein für mein Nachbarkind. Und ein kleines Trösterchen. Sie besucht die zweite Klasse.

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Dort, wo meine kleine Schlehe wohnt …

… gibt es noch einen weiteren neuen Bewohner. Und was für einen niedlichen. Danke, lieber Wolfgang, für das Bild. Ich wandele mal wieder ein wenig auf den Spuren der Völkerschlacht. Und Euch wünsche ich ein herrliches, sonniges, erholsames (…glaubt mir, ich könnte das jetzt fortsetzen…) Wochenende.

… kommt auch er manchmal zu Besuch.

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Nein, ich bin nicht unter die Kriegstreiber gegangen. Aber:Ich kenne meine Pappenheimer.

Wiese in Räpitz

Als ich am Wochenende zum Scharnhorstfest in Großgörschen war, fielen mir die herrlichen Wiesen und Felder auf. Ob den Soldaten das damals auch aufgefallen war?
Nun liebäugele ich ja damit, von hier weg zu ziehen, denn hier fühle ich mich manchmal etwas perspektivlos. Wenn ich mich aber einwenig umsehe, dann scheint es, als wolle mich die Natur bezirzen, dass ich bleibe.

Gestern hatte ich mir mein Radel geschnappt und bin nach Lützen gefahren. Auf einer ehemaligen Bahnbefestigung ist ein Radweg gebaut worden, der Elster-Saale-Radweg. Mittlerweile kann ich bis Bad Dürrenberg (Sachsen-Anhalt) radeln. Zur anderen Seite hin soll der Weg bis Leipzig-Plagwitz gehen, aber Leipzig muss noch bauen.
Als ich in Lützen ankam, fiel mein Blick auf den Namen des Sträßchens, auf welches der Radweg mündete: Pappenheimstraße. Und schon wieder sind wir mitten in einer Schlacht, der Schlacht bei Lützen im Dreißigjährigen Krieg im Jahre 1632. Wallenstein war damals schon bei der Winterfestmachung. Die königliche Elitereiterei unter Marschall Pappenheim war bereits nach Halle gezogen. Gustav Adolf von Schweden hatte davon erfahren und startete einen Angriff. Die Schlacht bei Lützen, eine der blutigsten im Dreißigjährigen Krieg,  begann. Man riet Wallenstein zum Rückzug, aber der beorderte  Pappenheim in einem dringlichen Brief zurück. Wallenstein glaubte an ihn und daran, dass er sich sofort auf den Weg machen wird. „Ich kenne meine Pappenheimer!„, sagte er. Und er behielt Recht.

Auf der Rückfahrt, durch die herrliche Auenlandschafft, ging mir durch den Kopf, dass das hier reichlich blutgetränkte Erde ist. Im Spinnstübchen werde ich auch davon erzählen, weil ich nicht will, dass Mütter und Frauen weiter um ihre Männer und Söhne weinen müssen.

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Für meine allerbeste Freundin. Eine Zeichnung zur Hochzeit.

Meine liebe Daggi,
damals, als wir noch in Leipzig-Grünau wohnten, sagte dein Lebensgefährte immer: „Ihr braucht mich nicht vor den Fernseher, vor die „Traumhochzeit“, zu nötigen. So etwas fällt bei mir aus!“
Weihnachten 2010 hielt er um deine Hand an, und jetzt am Freitag, den 13., werdet ihr euch das Ja-Wort geben. Nach 18 Jahren gemeinsamen Lebens.

Ein kleines Stückchen Weg sind wir zusammen gegangen, und als es hier keine Arbeit mehr gab, seid ihr beide nach Frankfurt gezogen. Ich war damals froh, dass ich im Urlaub war, denn ich hätte es nicht ertragen, den Möbelwagen wegfahren zu sehen. Du fehlst mir sehr, denn du bist meine beste Freundin.

Euch beide wird nichts erschüttern, auch der Freitag, der 13. nicht. :D Ich wünsche euch von ganzem Herzen alles Glück der Welt und noch viele gemeinsame Jahre.

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Bloß nicht den Faden verlieren.

gestrickte Tasche aus SchafwolleWas mache ich, wenn es stressig ist und ich nachenken muss? Jawohl, dann packe ich das Strickzeug aus. Selbstgesponnene Wolle hatte ich noch, also hab ich ein Täschchen gestrickt, weil es sich gut nachdenken läßt beim Nadelgeklapper.

Irgendwann hatte ich mich mal lustig gemacht, dass bei mir ein Spinnrad neben dem Rechner steht. Mit beiden kann ich ganz gut umgehen. Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ich noch viel zu erzählen habe über Geschichten Geschichten am Spinnrad, über Schafwolle, dem nachwachsendem Rohstoff, über Spinnen, Filzen und Stricken.

Und nun sitze ich also, und versuche beides zusammen zu bringen: Altes und Neues, alte Geschichten und den „ganz realen Wahnsinn“, in der Mittelalterklamotte und in Jeans. Im Spinnstübchen muss ja nicht immer ein realer Faden aus Wolle gesponnen werden. Es kann auch ein Ideenstübchen sein. Und ab und zu ein Entspannungsort, wenn das Köpfchen qualmt. Oder?

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Ruhe auf den Feldern um Großgörschen.

Felder bei Großgörschen

Es ist wieder Ruhe auf den Feldern um Großgörschen. Kaum zu glauben, dass sich hier am 2. Mai 140.000 französischen Soldaten und Rheinbundtruppen 80.000 verbündetet Russen und Preußen gegenüberstanden. 35.000 Tausend Menschen verloren ihr Leben und viele hier ihr ganzes Hab und Gut.

Gestern war ich zum Scharnhorstfest. Dort wurde die Schlacht nachgestellt, die am 2. Mai gegen Napoleons Truppen stattfand. Es war beeindruckend. Mit sieben Mann hatte der Heimatverein vor vielen Jahren angefangen. Jetzt waren sogar Franzosen und Briten angereist, um an der Schauschlacht teilzunehmen. Nein, hier fand keine Kriegsverherrlichung statt. Ein Stück Geschichte wurde lebendig. Plötzlich war zwischenzeitlich alles still. Das Bild wirkte wie eingefroren. Alle gedachten der vielen tausend Toten, die dieses Gemetzel forderte.

Ich habe viele Bilder machen können, wurde am Ende der Schlacht von französichen Truppen fast überrannt.

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Eine klitzekleine Liebeserklärung an meine Heimat: Wollnse ooch zum Säggssch-Gurs?

Neulich hatte ich einen Traum. Meistens vergesse ich ganz schnell, was ich da so zusammenhirne, aber der geisterte zumindest einen Tag lang in meinem Kopf herum. Ich träumte, ich unterrichte Sächsisch. Säggsch, quasi. :D
Heute  zeigte mir die Statistik, dass einer gegoogelt  hat „Was heißt ‘Grüß dich!‘  auf Sächsisch?“. Tja, dann wolln wir eben mal beginnen mit dem Säggssch-Gurs.

„Grüß dich“ auf Hochsächsisch heißt: „Griesdsch“.  Aber ganz ehrlich, das wäre zu einfach.

Begrüßungen auf Sächsisch, oder Säggsscher Benimm:

„Guten Morgen“:                          „Morschn“
Das ist schön kurz gehalten , wie es sich für ein „zergniedschdes“ Gesicht am Morgen gehört. Sagt der Verkäufer „Morschn“ auf die Frage, wann es wieder frisches Gehacktes gibt, dann grüßt der nicht freundlich, dann ist das eine Zeitangabe. Und man fragt ihn besser nichts mehr.

„Guten Tag“:                                 „Daach“  oder in Ausnahmefällen  „Scheen guudn Daach“.
Sagt einer  einfach „Scheen Dach“, dann ist das  ein Abgesang nach dem Motto: „Ich will dir ja nichts Schlechtes, aber lass mir meine Ruh“.

„Guten Abend“                             „Naamd“
In einem halbdunklen Treppenhaus, wo jeder schnell mal „guggd“ , wer da so spät erst kommt, „naamd“ es wie ein Echo auf jeden Treppenabsatz, bis man oben ist.

„Gute Nacht“                                 „Schnarch guud“ oder auch „Nachd ooch“
Tja, dann ist alles vorbei.

Und wenn Ihr das jetzt übt, dann denkt daran: Gusche off, Undergiefer vor und einfach nausloofen lassen! „Machts hibbsch!“, „Adsche“ und „Bis Morschn“.

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Heute schon gelacht? Mit Pomp und Gloria.

Ich glaube, es geht auch mal ohne Worte. Hauptsache, die Mundwinkel gehen hoch.

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Die Schlacht bei Großgörschen am 2. Mai 1813

Die Schlacht bei Großgörschen, die Franzosen sagten auch die Schlacht bei Lützen (bataille de Lützen), fand am 2. Mai 1813 in der Ebene um Lützen statt, also gleich auf den Feldern um mein Dörfchen herum.
Es war die erste Schlacht der Befreiungskriege nach der Niederlage Napoleons in Rußland. Die Schlacht dauerte auch nach Einbruch der Dunkelheit noch an. Napoleon gewann damals die Schlacht, aber der Widerstand gegen ihn wurde immer stärker. Gerhard von Scharnhorst erlitt bei Großgörschen eine Schußverletzung am Knie, an der er Wochen später starb. Man hatte die Verletzung nie richtig behandelt.
In jedem Jahr findet am ersten Wochenende nach dem 2. Mai in Großgörschen das Scharnhorstfest statt. Zahlreiche historische Vereine, auch aus dem Ausland, stellen die Schlacht vom 2. Mai 1813 nach. Die ganze Gegend verwandelt sich in ein großes Biwak. Ich werde mir das Spektakel am Sonnabend ansehen.

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