Neujahrsspaziergang im Schönauer Park in Leipzig

Naturmaterial wollte ich sammeln für ein neues Wollprojekt. Eine gute Gelegenheit zu einem Neujahrspaziergang in den Schönauer Park in Leipzig.

Materiel sammeln auf einem Neujahrsspaziergang

Auf zu einem Neujahrsspaziergang in den Schönauer Park in Leipzig-Grünau. Kamera gegriffen, Beutel umgehängt und los. Eigentlich wollte ich gestern schon für ein neues Wollprojekt Naturmaterial aus meinem Park holen, ein Stück Rinde zum Beispiel von einem gefällten Baum. Die Böllerei ging so zeitig los, dass es mir vergangen war.

das Naturmateriel soll in ein Wollprojekt eingearbeitet werden
Ein Stück Rinde, kleine Zweige, ein Stück Totholz

Treibholz in Wolle eingewebt habe ich mal gesehen und es hatte mir gut gefallen. Treibholz habe ich hier nicht, aber andere Naturmaterialien schon. Wolle ist so ein genialer Naturstoff. Warum soll ich nicht mal versuchen, es mit anderen Materielien zu verbinden?

Am Teich im Schönauer Park
am leicht zugefrorenen Teich im Schönauer Park

Bis zu meinen Teich im Schönauer Park treibt es mich bei jeden Spaziergang. Jetzt nutze ich natürlich die Möglichkeit, mich auf einer Bank auszuruhen. Ich war heute allerdings nicht die einzige, die sich in die Sonne gesetzt hatte. Der Teich war leicht zugefroren und im strahlendem Sonnenlicht mit dem sich spiegelnden blauen Himmel gab das feine Fotos. Winterfotos eben.

Schilfgras im Winter
Schilfgras im Winter

Das neue Wollprojekt treibt mich zudem schon eine ganze Weile um.
Filzzeitschriften habe ich mir angesehen, gelesen, einen Plan gemacht, aufgeschrieben. Warum bin ich nur immer so zögerlich? Es ist doch nicht schlecht, was ich mache. Und doch scheue ich mich so oft, es einerseits einfach zu zeigen oder andererseits es anderswo zu veröffentlichen. Andere sind da wesentlich mutiger als ich.

Sonst wimmelte es hier an meinem Teich von Vögeln. Enten bettelten jeden Spaziergänger an und der Reiher wartete geduldig auf kleine Fische. Heute war keiner zu sehen. Der Krach der vergangenen Nacht hat sie vertrieben.
So ein Irrsinn!

am Teich im Schönauer Park
ein leicht zugefrorener Teich reflektiert das helle licht der Sonne und den blauen Himmel

Meine Materialien hatte ich bald zusammen: ein Stück Rinde, zwei kleine Zweige, ein Stück Totholz mit Astloch. Ich verstaute sie in meinem Beutel und machte mich auf den Rückweg.

Es war ein sehr schöner Spaziergang, obwohl mir die Geschehnisse im Zoo von Krefeld in der letzten Nacht im Magen lagen und so einige andere Dinge auch. Ich bin mir nicht sicher, ob wir es noch schaffen, mit der Natur zu leben und nicht ständig gegen sie. Wir reden immer nur, regen uns auf, aber nichts ändert sich. Das macht mich traurig, unsagbar traurig. Deshalb habe ich auch der Kanzlerin nicht zugehört als sie ihre Neujahrsansprache hielt. Ich sehne mich nach Entschlossenheit beim Regieren und nicht nur in Worten, am 31. Dezember 20.15 Uhr, wenige Minuten lang.

Morgen beginne ich mit meinem Projekt, d.h. das erste Element stelle ich fertig. Ich werde es dokumentieren und beschreiben. Vielleicht nehme ich es in mein Buch auf.

4 Gedanken zu „Neujahrsspaziergang im Schönauer Park in Leipzig“

  1. Hallo, du wirst aus den gefundenen Naturalien garantiert etwas Schönes machen, denn dafür bist du schon bekannt, fast berühmt.
    Ich habe ihr – der Kanzlerin – zugehört und wurde immer grimmiger. Ich weiß nur, dass ich gedacht habe: „Und warum schmeißt du nicht endlich diesen Blödmann von Verkehrsminister raus?“ – Aber da sind ja noch so viele andere, die stärker auf ihre Diäten als auf ihr Gewissen achten, so sie überhaupt noch ein waches und lebendes haben.
    Und tschüss

    1. Da hast du Recht. Gestern stand im Spie*el, dass so ein ehemalige Verkehrsminister ins Dschungelcamp einzieht. Ich wollte schon drunter schreiben, dass er den jetzigen gleich mitnehmen soll. Und nun ärgere ich mich, dass ich es nicht getan habe.
      Das Naturzeuchs trocknet noch. Ich habe es erstmal ein bisschen gesäubert. Aber dann!

  2. Liebe Gudrun,
    ich finde deine Winterfotos schön und stimmungsvoll. Gespannt bin ich, was du dir einfallen lässt im Zusammenspiel von Holz und Wolle.
    Der Brand im Krefelder hat mich auch sehr traurig gemacht und die Meldung bezüglich Dschungelcamp ist auch irgendwie traurig.
    Die Neujahransprache habe ich mir auch nicht angehört, denn ich denke, dass sich durch Worte nichts ändert. Ob wie es schaffen weiß ich nicht, aber ich denke, dass sich durchaus etwas verändert, stetig, und leider aber immerhin in kleinen Schritten die jeder Einzelne tun kann und auch muss, wenn er Veränderung möchte. Leider wird in der Presse von solchen Projekten und Geschehnissen selten oder nie berichtet: Schreckensmeldungen verkaufen sich besser! Ich möchte mich nicht entmutigen und lähmen lassen sondern einfach schauen und lernen und mich bemühen, das zu tun, was ich schon kann.
    Ich schicke dir liebe Grüße nach Leipzig.
    Beate

    1. Ich finde das auch traurig, dass so wenig über die berichtet wird, die viel tun für ein gutes Zusammenleben. Ihr macht viel in Rödersheim und es ist gut, dass du immer mal darüber schreibst. Du hast schon Recht: Schreckensmeldungen verkaufen sich immer besser.
      Weißt du, liebe Beate, lass uns einfach „unser Ding“ machen. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Es gibt noch jede Menge dazwischen, was es Wert ist, gesehen zu werden.
      Ich schicke dir herzliche Grüße.

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