Wenn es Abend wird im Spinnstübchen …

… dann ist alles irgendwie gut.

Ich verarbeite gerade in meinem Spinnstübchen die letzte Wolle der Leineschafe vom NABU nebenan. Das fertige Garn werde ich mitnehmen, wenn ich wieder auf große Reise gehe. Schließlich will ich auch dort etwas zu tun haben und ich möchte den Farmer mit seinen Schafen und Ziegen wieder besuchen und auch etwas schenken aus der Wolle von hier.

Die letzte Wolle der Leineschafe wird verarbeitet

Abends ist es in meinem Spinnstübchen besonders gemütlich. Das Spinnrad surrt (ohne Strom), der Tee duftet (und sorgt für Wärme), gedämpftes Licht lässt vieles unwichtig erscheinen, auch meine Schmerzen, die gerade heftig sind, auch weil es jede Menge Tricker gibt.

Gemütlichkeit im Spinnstübchen
Wärme und ein bisschen Lichterglanz

Gleich werde ich in meinem Spinnstübchen die beiden Fäden verzwirnen, so dass es ein ausgewogenes Garn ergibt. Und nebenbei werde ich Musik hören, diesmal Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“. Es passt ja irgendwie zu der Winterzeit jetzt, stimmt’s? Ich erwische mich gerade dabei, dass ich das im Spinnrad im Takt der Musik trete.
Meinem Musikervater bin ich sehr dankbar, dass er mich Hören gelehrt hat. Nichts ergreift mich mehr als Musik.

zwei Spatzenmädchen vor dem Spinnstübchen

Etwas Schönes möchte ich aber noch zeigen. Das sind zwei Spatzenmädchen aus der Spatzengang, die sich jeden Tag am Futterplatz von meinem Fenster tummeln. Für ihr Futter werde ich immer sorgen, denn ich bin sehr froh, dass sie im Winter hier bleiben. Manche von meinen gefiederten Freunden haben Namen. Nein, ich werde nicht wunderlich. Ich war schon immer so. 😀

Ach, es sind manchmal die ganz kleinen Dinge, die einem das Herz erwärmen können.

Warm anziehen und warm einrichten. Ein Sonntagsgruß …

… ehe meine Augen ganz viereckig werden.

Heute bekomme ich wirklich gleich viereckige Augen. In meinem Zimmer ist es hundekalt. Ich heize da nicht und kann nicht mehr dort am Rechner arbeiten. Warm anziehen hilft da auch nur bedingt.
Bei mir ist ein mobiler Computertisch eingezogen und wenn ich an den Rechner will, dann zieht mein Kram mit mir um in das Wohnzimmer. Bin ich fertig, geht die ganze Fuhre zurück.

Gestern war ich arg knatschig. Zwei Computertische brauche ich nun wahrlich nicht und Platz dafür habe ich eigentlich auch nicht. Mein heiß geliebter Schreibtisch, den ich mir mal vom Munde abgespart hatte, wird also weiterziehen. Es verändert sich gerade mal wieder viel; ich muss mich an neue Bedingungen anpassen. Dass ich mich von meinem Schreibtisch trennen muss, empfand ich gestern als Einschränkung und da gab es auch Tränen.
Heute sah die Welt schon wieder ganz anders aus und ich testete den neuen Arbeitsplatz, der im Sommer in meinem Zimmer bleiben wird.

Käferwelt - das Heupferdrennen

Das ist eine Arbeitsdatei. Nichts ist da fertig, aber ich musste mich ein wenig warm laufen. An den neuen Arbeitsplatz gewöhnen, das Grafiktablett wieder einrichten, die neue Software annehmen – es war schon etwas viel. Aber nun ist der Anfang gemacht. Es kann los gehen. Das Heupferd zerrt schon an den Seilen und Käferchens Fühler müssen ob der Geschwindigkeit nach hinten fliegen.

Was war noch so?

Auch das Ei im Eierbecher muss sich warm anziehen
Auch das Ei im Eierbecher muss sich warm anziehen.

Meine Tochter am anderen Ende der Welt hat sich Eierbecher gewünscht. Die haben wir schon besorgt und weil ich noch viele Wollreste habe (selbstgesponnen aus Schafwolle), habe ich kleine Mützen gestrickt, damit das Ei warm bleibt. Jaja, auch das Ei im Eierbecher muss sich warm anziehen.

So, der Computer wird jetzt an seinen Schlafplatz geschickt und das Spinnrad kann kommen. Mich hat jetzt ein Ohrwurm (Achtung: Link geht zu You*ube) heimgesucht und ich habe mir ganz fest vorgenommen, das Lied mit meinem Enkel zu singen im nächsten Jahr. Hach, was ist das Lied gelaufen im Kinderzimmer, damals, als meine Kinder noch klein waren! Solche Erinnerungen sind doch etwas Schönes und sie dürfen immer bleiben. 🙂

Ein Schnee-Beitrag für die Tochter am anderen Ende der Welt

und ein letzter von meinem Lieblingsschreibtisch aus geschrieben

„Ohhhh, Schnee!“, sagte die Tochter am anderen Ende der Welt. „Schickst du mir Bilder?“
Na klar, das mache ich. Herr E. war allerdings schneller mit seinem Handy und der Schwiegersohn, der in Deutschland sein Studium gemacht hatte, antwortete:
„Oh, es hat geschnitten!“
Wir fanden das so niedlich und mussten herzlich lachen.

Na klar, schicke ich auch Bilder. Viel Schnee ist es ja noch nicht, aber immerhin hatte es schon etwas vom Puderzuckerzauber.

Das wird der letzte Beitrag, den ich am Lieblingsschreibtisch in meinem Zimmer verfasse. Ich heize da nicht und so langsam wird es empfindlich kalt.
Ich habe nach einer anderen Lösung gesucht und habe auch eine gefunden.

Früher stand mein Schreibtisch im Wohnzimmer. Jetzt gehört mir das Zimmer nicht mehr alleine und ich habe nicht mehr so viel Platz. Mein großer Schreibtisch, der mir so gute Dienste geleistet hat, wird mich verlassen. Bei mir zieht ein Computertisch ein, auf dem auch alles Platz hat, was ich brauche, also auch das Grafiktablett. Wenn also Computerarbeiten anstehen, rollere ich den ganzen Kram ins Wohnzimmer. Bin ich fertig, rollert alles wieder zurück an seinen Platz in meinem Zimmer. Egal, ob ich am Computer sitze, am Spinnrad oder am Webrahmen, ich werde es immer nicht kalt haben, muss allerdings die Werkzeuge austauschen.

für die Tochter und den Schwiegersohn am anderen Ende der Welt

Wenn Schnee fällt ist es fast so, als ob es ganz still wird draußen. Sogar die Spatzen hören auf, lauthals zu zanken im Bäumchen vor dem Wohnzimmerfenster. Schon als Kind habe ich immer andächtig zugesehen, wenn die Flocken langsam zur Erde trudelten.

So, und jetzt verziehe mich wieder an mein Spinnrad. Wolliges ist gerade genau richtig im Moment.

Affinity Designer hat mich gepackt.

Eigenlich wollte ich nur mal schauen und dann bin ich doch am Schreibtisch hocken geblieben und habe probiert, alles, was mir so spontan in den Sinn kam. Affinity Designer hatte mich „gepackt“ und erstmal nicht wieder losgelassen.

Die Werkzeuge arbeiten präzise, tun genau das, was ich von ihnen will, ohne Schnickschnack. Das Menü ändert sich, je nachdem welches Werkzeug man ausgewählt hat. Das sorgt für große Übersichtlichkeit.

Das Werkzeug (der Zeichenstift) war als erstes dran. Schön ist, dass sich die Kurve automatisch schließt, wenn Anfangspunkt und Endpunkt sich berühren. So kenne ich das.

ein Klick macht es größer

Alles andere, wie die Kontur sein soll, ob Pinsel zum Einsatz kommen sollen, welche Farbe, Stärke u.a. sie haben sollte und vieles andere mehr, kann man in der Statuszeile auswählen.

Beim Rumprobieren fiel mir ein, dass ich 1990 zum ersten Mal an einem Mac saß. Immer, wenn in der Druckerei mal gerade anderes zu tun war, hockte ich mich an den Rechner. Damals war es eine große Inovation, dass man auf einer grafischen Oberfläche arbeiten konnte, also sah, wie sich die Kurve entwickelte, die man zog.
Das ist nun über 30 Jahre her und ich bin mit den Grafikprogrammen „gewachsen“. Ich hatte mein absolutes Lieblingsprogramm, unterrichtete das dann auch und war tieftraurig, als es in der Versenkung verschwinden musste.

Es war nur ein Versuch

Jetzt, mit Affinity Designer habe ich das Gefühl, nach Hause gekommen zu sein. Einiges erinnert mich an mein damaliges Programm und ich kam auch sogleich mit der Bedienoberfläche zurecht.

Essen hatte ich mir gekocht. Es wurde kalt, so wie der Kaffee auf dem Schreibtisch. Das Programm ließ mich nicht mehr los. Am Rande entstand das da unten. Es war nur eine Probiererei, eine Randkritzelei, aber ich packe es dennoch in meinen Beitrag, weil es zeigt, wie sehr ich mich heute gefreut habe. Geplant war das Gekritzele so nicht. Es ist von ganz alleine entstanden. Und ich habe meine Lust wieder gefunden zum Zeichnen. Na dann!

eine Randkritzelei in Affinity Designer
Kritzelei am Rande, wie früher im Matheheft

Alles Essig! Naja, alles Apfel trifft es wohl besser.

Meine Tochter hatte mir noch mal Äpfel aus ihren Garten geschickt. Diesmal hatte ich den Ehrgeiz, vom Apfel tatsächlich alles zu verwerten. Das habe ich auch geschafft. Es war nur noch der Stiel übrig und wenn ich einen Ofen hätte, wäre er mit verbrannt worden.

Es gab mal eine Zeit, da ging es mir überhaupt nicht gut, finanziell nicht und seelisch und moralisch auch nicht. ‚Macht nichts‘, dachte ich, nimm deinen Korb, gehe auf die Wiesen und schaue nach, was du alles verwerten kannst von den Wildkräutern die da wachsen.

Das war eine gute Idee und mit dem Korb draußen ging es mir gut. Das ging so weit, dass ich anderen meine Kräutererfahrung weiter geben konnte.

Dann konnte ich nicht mehr laufen auf den Wiesen, Feldern oder in Wäldern. Ich hatte eine Wut, auf mich, auf das Rheuma, … Jedesmal, wenn ich dachte, alles wird gut, krachte mir wieder etwas dazwischen.

Marmelade aus dem Apfel

Seit ich aber nicht mehr nachdenke, was ich alles nicht mehr tun kann, geht es wieder viel besser. Es geht nähmlich immer noch eine Menge, wie zum Beispiel gestern das Verarbeiten von Äpfeln.

Ich habe nun Bratapfelmarmelade gekocht nach einem Rezept der Silberdistel. Sie hatte es mir in einem früheren Beitrag verlinkt. Es blieb ein kleiner Rest übrig, den ich mit Hochgenuss verspeist habe.
Kernhaus, Abgeschnittenes um Stiel und Blüte habe ich für Apfelessig angesetzt und die Schalen habe ich für Tee getrocknet.

„Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht; ich würde heute noch einen Apfelbaum pflanzen“, sagte Martin Luther. Wir haben einen Apfelbaum gepflanzt im Garten, der ist aber noch so klein, dass er nur einen einzigen Apfel trug in diesem Jahr. Und den haben wir auch noch mit dem Gartennachbarn geteilt. Ich glaube aber, es war der köstlichste Apfel der Welt.

Da muss man halt mal die IT anrufen.

„Ohhhhh, nee! Immer muss ich das machen“, fluchte die Tochter am anderen Ende der Welt.
„Was denn?“
„Egal, ob auf Arbeit der Drucker streikt oder ein Programm nicht läuft, immer muss ich dann bei der IT anrufen.“

Taja, und da kommt auch immer jemand oder klärt das über Fernwartung. Ich habe keine IT, aber Herrn E., den ich dann rufe und der hat mir gestern Affinity 2.0 von Serif installiert und eingerichtet.

Ich arbeite ja nun schon ein ganzes Weilchen mit der Software, meist im Grafikprogramm oder in der Bildbearbeitung. Für einen einmaligen Betrag (kein Abo) habe ich jetzt die komplette Suite, also auch ein Profi-Layoutprogramm. Das Beste ist, dass ich sie auf all meinen Rechnern nutzen kann, egal ob sie auf win oder macOS laufen. Herr E. hat sie auch noch auf sein IPad gepackt.

Das alles ist mehr als ein faires Angebot, anders als das vom „Platzhirsch“, der offensichtlich den Hals nicht voll bekommen kann. Den vermisse ich übrigens kein bisschen mehr. Unterrichten muss ich es auch nicht mehr, also kann ich jetzt frei sein. Und das genieße ich gerade sehr.
Die Oberfläche hat sich mit der neuen Version geändert, ja, aber wenn man weiß, nach was man suchen muss, ist das auch kein Problem.

Jetzt kucke ich mal, ob ich meiner IT mal einen feinen Tee kochen kann als kleinen Dank und dann werde ich mal im Grafikprogramm verschwinden.

meine IT hat gut gewuselt; ich k
ann los legen
Affiniti Photo 2.0

Nachtrag: Erstes Probieren im Designer: Ich bin begeistert; klar, übersichtlich, sauber, ohne Schnickschnack. Ich werde mich dann mal ans Zeichnen machen.

Warum man Apfelschalen nicht wegwerfen sollte

Manch einer hat ein Bratkartoffelverhältnis; ich brauche eines mir Äpfeln.

„Iss die Schale mit“, sagte meine Oma immer, „da sind ganz viele gute Sachen drin.“ Stimmt. In den Apfelschalen findet man jede Menge Vitamin A, B und C, reichlich Pektin, Kalzium, Magnesium, Kalium sowie natürliche Fruchtzucker und Fruchtsäuren.

Von meiner Tochter hatte ich Äpfel aus ihrem Garten mitgenommen und dann hat sie mir auch nochmal welche geschickt. Apfelgelee habe ich daraus gefertigt. Die Apfelschalen habe ich nicht weggeworfen, sondern klein geschnitten und im Dörrautomaten schonend getrocknet. Im Sommer kann man die Schalen übrigens gut in der Sonne trocknen.

Heute wollte ich nun mal testen, wie mein selbstgemachter Bratapfeltee schmeckt.

Bratapfeltee aus Apfelschalen und Gewürzen

Kochendes Wasser nehme ich nie, damit ich nicht das zerstöre, was ich aus den Apfelschalen im Tee haben will. Ich lasse das Wasser immer etwas abkühlen.
Dann habe ich etwas meiner getrockneten Apfelschalen aufgegossen, zusammen mit wenig getrockneter Schale von Biozitronen und Nelken und Zimt.

Was für ein Genuss!
Ich habe keinen Zucker an den Tee gegeben. Durch den Fruchtzucker im Apfel war es trotzdem süß und durch die Gewürze schmeckte der Tee nach Bratapfel, so wie ich die aus meiner Kindheit kenne.
Es hat sich gelohnt, die Schalen nicht einfach wegzuwerfen. Getrocknete Apfelschalen unbehandelter Früchte kommen mit auf den Zettel für die Konservierungen im nächsten Jahr.

Im Park. Und ich wollte mich erst drumherum drücken.

Eigentlich wollte ich mich davor drücken, raus zu gehen. Kühle verstärkt das noch, was eh schon plagt. Herr E. gab aber keine Ruhe und so habe ich mich dann warm angezogen, mich in meine Schaffelle gewickelt und bin los in den Schönauer Park.
Die Sonne hat gut getan. Man vergisst mal einige trübe Gedanken Und den Vitamin-D-Spiegel füllt es auch noch mal.

Hier saß ich öfter mit meinem Sohn: Bank unter den Kastanien im Schönaiuer Park

Ob mein Sohn sich noch an unsere Bank erinnern kann?

Ein Hauch von Frühling im Schönauer Park

Wenn es nicht so kühl gewesen wäre, hätte man denken können, es ist Frühling. Ich weiß nicht, was für ein Busch oder Strauch das war, aber er blühte.

Der Teich im Schönauer Park

Am Teich im Park musste ich erstmal eine Runde drumherum fahren. Ich bin sehr froh, dass ich meine fahrbaren Untersätze habe. Laufen wäre nicht gegangen.
Die Enten dachten wohl, dass ich sie füttere, denn sie kamen alle. Ich füttere sie aber nie und die Vollversammlung löste sich bald wieder auf.

Spielerei mit Blatt und Sonne im Park

Auf solche Spielereien wie im ersten Bild, mit Blatt vor der Sonne, hat mich mein Sohn gebracht. Das ist schon ein Weilchen her, aber ich mache es immer noch, in jedem Herbst wieder. Die anderen Blätter waren einfach so da und nun bleiben sie das auch, in meinen Bildern.

Findling im Schönauer Park

Was habe ich mich zuerst gegrämt, dass ich mit dem Rolli nicht mehr überall hin kann und dass meine Sicht nun eine ganz andere ist. Heute habe ich mal versucht, die neue Perspektive zu nutzen. Mausperspektive nenne ich das mal. Das klingt nicht so endgültig wie die richtige Bezeichnung.

Holz im Schönauer Park

Es wurde dann aber plötzlich doch epfindlich kühl im Park. Die Sonne wärmt nicht mehr und durch meine Herumsitzerei wurden die Beine kalt.
Zu Hause wartete mein Lieblingstee auf mich und meine Schafwollsocken.
(Das Foto von der eingemummelten Gudrun lasse ich lieber weg.)

Und das nächste Projekt wartet schon.

Wenn ich etwas zu wuseln hatte, konnte ich mich schon immer gut entspannen. Als Kind habe ich mich immer auf die Sommerwiese gesetzt und einen Kranz geflochten aus allem, was ich fand auf der Wiese. Zu Hause bekam ich zwar Ärger, weil ich zu spät kam, aber den bekam ich mit Kranz auf dem Kopf. Alles war nicht so schlimm.

Zweimal hat es mir so richtig das Leben umgekrempelt, aber wirklich so richtig. (Ich glaube, das dritte Mal passiert jetzt gerade wieder.) Ach, darüber will ich nicht viele Worte machen. Geholfen hat mir immer, wenn ich mich auf etwas konzentriert, probiert und verworfen, noch mal gemacht und schließlich geschafft habe. Dann habe ich mich gefreut wie Bolle und hatte auch Kraft, mich um anderes, manchmal arg Unangenehmes zu kümmern.

Das Projekt Schal ist beendet und bei den Hüttenschuhen warte ich noch auf die Sohlen. Dann kann ich die Schuhe gestalten, nach meiner Art. Darauf freue ich mich schon sehr.Eigentlich habe ich die Wollprojekte nur angefangen, damit die Hände beschäftigt sind und der Kopf frei wird. Jetzt und wenn ich jünger wäre könnte ich mir vorstellen, so etwas beruflich zu machen. Auf diesen Beruf wäre ich nie gekommen, damals, als ich mich entscheiden musste.

Beide Gestricke kommen dann in die Geschenkekiste, denn sie werden mich verlassen. Es ist schön, wenn ich etwas zu geben habe. Und Wolliges ist vielleicht gar nicht so schlecht bei den Aussichten für den Winter.

Weben - das nächste große Projekt wartet
der Webrahmen wartet schon auf seinen Einsatz

Mein Ashford Webrahmen ist zusammengebaut und steht schon auf seinem Untergestell. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, dass ich ihn erst in Betrieb nehme, wenn ich wieder aus Kalifornien zurück bin. Ich befürchte nur, dass ich das nicht schaffe. Das Projekt Weben zieht mich zu sehr in den Bann. Probieren muss ich das bestimmt schon mal.

Seifen filzen ist auch ein Projekt, was ich immer wieder mache, jährlich so zu sagen. Die Hülle filzen ist zwar nicht ganz angenehm für mich und ich brauche immer mal Pausen, aber mir macht es großen Spaß, mit der Nadel Motive aufzufilzen. Ich habe so auch immer ein kleiners Mitbringsel oder ein Geschenk für Menschen, die ich mag.

Ich begebe mich mal wieder zu meiner Wolle. Der Wollkorb ruft schon nach mir. Tja, was soll man da machen? 😀

Adieu, Oktober.

Eigentlich mag ich den Oktober nicht so sehr, denn dann fängt mein Rheuma an, zur Hochform aufzulaufen. Das Wetter war aber fast sommerlich und Herr E. überredete mich, mit in den Garten zu kommen. Ich habe sogar noch mal im T-Shirt herumgesessen.

Wir haben auch einiges geschafft, außer Grillen und in der Sonne sitzen. Der Igel hat sein Winterquartier gerichtet bekommen aus Ästchen und Laub, die Vögel bekamen ihr Futter, die zu Hause gezogenen Nelken kamen in die Erde.

Mit den Schilfblüten wollte ich immer mal Wolle färben. Ich schaffe es aber nicht mehr, weil ich nicht mehr lange stehen kann und der Färbetopf zu schwer geworden ist für meine Hände. Nun tummeln sich Libellen und andere Insekten am Schilf. Gut so.

Herr E. hatte mir meinen Stuhl in die Sonne gerückt, neben die Herbstastern gestellt. Noch immer waren dort allerlei Insekten zu sehen. Nun ja, sie sind schon arg taumelig, aber auch sie nutzten die letzten warmen Tage im Oktober und besuchten die wenigen, noch vorhandenen Blüten.

Sie sind schon arg taumelig im Oktober

Meine Gartenmeise war diesmal zickig. Ständig drehte sie sich um, tippelte hinter den Futterplatz oder machte sich einfach davon. Gut dann eben nicht! Ich wollte die Kamera schon einpacken. Es war ja auch schon spät geworden.
„Warte mal noch,“ sagte Herr E. „da gibt es bestimmt noch ein Motiv.“

Fast alle Blumen sind verblüht, aber einige wenige halten sich tapfer. Ich fand es interessant, wie sie sich alle in den letzten Sonnestrahlen zeigen konnten, während vieles schon in der Dämmerung versank.
Wir machten uns dann aber auch wieder auf den Weg nach Hause.

eine der letzten Rosen im Oktober-Abendlicht

In dieser letzten Woche im Oktober hätte ich noch so vieles zu schreiben gehabt, aber es ist besser, wenn ich alles, was mich im Moment arg belastet, alleine verarbeite. Es ist gerade etwas viel. Ich habe gerade viele Fragen und suche nach Antworten. Es ist vielleicht kein Zufall, dass ich gerade am heutigen Tag im Oktober meinen Großvater und meine Eltern sehr vermisse. Sie haben mir ja schon vieles mit auf den Weg gegeben. Ich habe nur nicht geglaubt, dass ich ihre Erfahrungen mal so dringend brauchen werde. Mir fehlen die Gespräche mit ihnen.

Aber jetzt erstmal: Adieu, Oktober!