Geschafft!

Vor einigen Tagen war ich zum ersten Mal wieder unterwegs. Ich war mit anderen zu einer nachträglichen Geburtstagsfeier bei der Wohnungsgenossenschaft Kontakt eingeladen. Die WBK Kontakt ist mehr als nur ein Vermieter.
Mir ging es wieder besser und so freute ich mich auf die Feier. Nach all den gesundheitlichen Problemen habe ich mich doch tatsächlich wieder gefangen. Dabei hatte ich es streckenweise so satt, dass ich nicht mehr da sein wollte. Aber, ich lebe sehr gerne, habe Freunde und eine tolle Familie und das habe ich mir ernsthaft klar gemacht. Die dunklen Gedanken ließen mich dann in Ruhe. Ich hatte es geschafft!

Geburtstagsstrauß

Geschafft habe ich aber auch noch anderes. Zum Beispiel war ich mal wieder mit im Garten. Unser kleiner Garten wird immer mehr zum Biotop. Igelhäuser, Überwinterungshilfen, Nistkästen und Futterspender, der Teich und nektarspendende Blumen sind ein guter Anfang.
Herr E. hat die Trockenmauer fertig. Die alten Gehwegplatten haben eine neue Bestimmung gefunden. Ich zeige die Mauer bei Gelegenheit noch mal, wenn alle Pflanzen gut gewachsen sind und vielleicht schon die ersten Bewohner eingezogen sind.

Ich freue mich riesig, dass unser Gartenteich so gut angenommen wird von allerlei Getier. Es kam öfter vor, dass Insekten beim Trinken vom Seerosenblatt fielen. Manchmal sah ich es nicht und es gab Tote oder ich bewegte mich unter großen Schmerzen dahin, weil ich niemand ertrinken lassen wollte.
Jetzt haben wir schwimmende Insektentränken. Sie wurden auch sofort angenommen. Das Problem ist also erledigt und auch geschafft.

Ich wollte erst keinen Teich, aber jetzt freue ich mich über jedes Tier, welches ihn nutzt. Vielleicht sind so viele Tierchen hier, weil sie trinken und baden können so viel sie wollen. Bei uns ist es seit vielen Jahren viel zu trocken und im Moment glüht die Luft schon wieder. Das Problem „Wasser für die Tiere“ hätten wir also auch geschafft.
Der Star hier hat es gut. Er hat eine große Wanne. Meine Stare zu Hause müssen in einer Schale pütschern. Egal, besser als nichts und ich kann ja immer auffüllen. Die Jungvögel wachsen und gedeien. Eine Mutti ist dabei mit vier Jungen. Sie geht so liebevoll mit den Kleinen um und hat so viel Geduld.

Der Gartenteich versorgt viele Tiere mit Wasser - geschafft-
Wassertemperatur ist hervorragend!

Kommt gut über die erste Hitze und genießt die Zeit draußen in der Natur. Oder holt euch die Natur nach Hause, in den Garten oder auf den Balkon.
Tschüss, ich muss wieder, habe noch viel zu tun.

Einmal muss ich noch

Es ist schön, das Staren-Völkchen zu beobachten, wie sie sich zanken, fremden Männern hinterher pfeifen, wenn ich gerade draußen putze, wie die Kleinen wachsen. Jedes Jahr begeistern mich die Stare wieder. Das Wachstum der Kleinen geht ganz schnell und der Rücken zeigt schon Konturen von der typischen Federfärbung der Stare. Einmal muss ich noch was zeigen, was mich zum Schmunzeln gebracht hat. Kuckt mal.

der kleine Star heißt Luzifer - einmal muss ich noch was zeigen

“Die Gudrun hat gelacht, als sie mich sah. Sie meinte, ich heiße Luzifer.“

Habt ein schönes Wochenende. 😀

Zwei Starenkinder sind schon da

ein kleiner Nachtrag zum vorherigen Beitrag

Zwei kleine Starenkinder besuchten mich. Ich habe mich gefraut, dass sie da sind. Die Altstare sind mit Füttern von Nestlingen beschäftigt und zanken sich manchmal vor meinem Fenster. Ich habe schon überlegt, Wartemarken auszugeben. 🙂

Starenkinder
Hallo, Welt, ich bins, Fiffikus Star!


Die Mauser bei den Altvögeln läuft auch schon. Wenn die vorbei ist und die Jungen flügge sind, reisen sie alle wieder ab. Bis dahin aber freue ich mich noch ein bisschen über die kleinen Wunder der Natur.

Wer etwas wissen will über die Vögel, wie sie leben und wohin sie ziehen, findet hier etwas zum Lesen. (NABU)

Kleine Wohlfühlmomente als Lotse zu Besserem

Jeder, der mich besucht, freut sich über meinen Ausblick. „Sie wohnen ja wie in einem Gartenhäuschen“, sagte mal ein Handwerker zu mir. Oh, da hat er Recht. Das viele Grün, blauer Himmel und die Meisen, Spatzen und Stare vor dem Fenster, das Vogelgezwitscher und der Gesang, das alles sorgt für ganz große Wohlfühlmomente. Ich muss nicht nach Dubai fahren, um das Glück zu spüren. Mit Schreibutensilien oder einem Buch am Fenster zu sitzen schaffe ich das auch.
Was habe ich mich immer geärgert, weil ich vieles nicht mehr machen kann, zum Beispiel über eine Wiese krauchen und Kräuter sammeln. Jetzt wächst Kamille u.a. auf meinem Balkon und ich denke lieber nach, was ich alles noch machen kann, was geblieben ist. Wohlfühlmomente braucht man dringend.

Der Blick nach draußen sorgt für Wohlfühlmomente.

Die Vögel haben alle Schnäbel voll zu tun. Ich habe mich riesig gefreut, dass meine Stare wieder da sind. Jetzt warte ich darauf, dass die ersten Jungen auftauchen. Da fällt das öftere Putzen am Tag nicht ins Gewicht.
Oh, ich muss noch meine Vögelzählerei an die Nanu melden.

Bei uns hat es endlich mal geregnet! Dringend notwendig war das, denn hier ist es viel zu wenig, was sich mal hierher verirrt. Es ist entschieden zu trocken und es bräuchte mal drei Wochen ruhigen Landregen. Das Grundwasser ist dramatisch abgesunken.

Meinen Vögeln hat der Regen nicht gerade gefallen, aber was sollten sie machen. Es ist Brutzeit und die Kleinen verlangen unerbittlich Futter. Und die Vogelentern bringen es ihnen, egal wie die Umstände sind. Frisch geduscht sehen die Vögel schon ein bissel „zerfleddert“ aus.

Ich brauche meinen Blick nach draußen und solche Beobachtungen, Wohlfühlmomente eben, um wenigstens die traurigen Nachrichten der Tage besser zu verkraften. Ich möchte schon wissen, was so los ist auf der Welt, aber es soll mich nicht runterziehen.

Am 9. Februar 1940 schrieb Astrid Lindgren in ihr Tagebuch: „Was für eine Welt, was für ein Leben! Die Zeitungen zu lesen ist eine entmutigende Beschäftigung. … Was für ein Hass wird entstehen! Die Welt muss am Ende so voller Hass sein, dass wir allesamt daran ersticken.“*
Hass und Gewalt möchte ich nicht, aber manchmal kommt es mir so vor, als ob die Lindgren unsere Zeit beschreibt. Das lässt mich immer nachdenklich zurück. Wenn in mir Unwohlsein aufsteigt gegen alle Kriegstreiber, Auslöscher, Menschenfeinde, Geldgierigen …, gehe ich ganz schnell die Vögel füttern. Und dann weiß ich auch wieder, wie und wo ich mich einsetzen kann.

*Astrid Lindgren, Die Menschheit hat den Verstand verloren, Tagebücher 1939–1945, Ullstein Verlag Berlin, 2016, S. 47

Leipzig-Grünau wird im Juni 50

Am Montag war ich in der „Kleinen Kneipe“ in Leipzig-Grünau zu einer Veranstaltung anlässlich des 50. Geburtstages meines Wohngebietes. Eingeladen hatte das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig. Die Gaststätte war knackend voll. Viele kamen mit ihren Bildern vom Beginn und der Entwicklung unseres Stadtbezirkes und erzählten ihre Geschichte. Manche leben von Anfang an in Grünau, andere sind wiedergekommen, nach Hause quasi.

Wie sich doch die Geschichten ähneln! Da war zu Beginn das Leben auf einer Baustelle, in Schlammhausen, wie es bei den Leipzigern hieß. Für meine Kinder war es ein schöner und interessanter Spielplatz. Und genau davon erzählte eine junge Frau.
Für uns Erwachsene war es eine neue, trockene Wohnung, mit ständig warmen Wasser und bezahlbarer Heizung ohne Kohlenschlepperei. Und das Klo war nicht mehr auf der Treppe.

Für uns alle an diesem Abend war klar: Uns gefällt es hier und wir wollen hier bleiben. Warum? Weil wir inmitten von Grünem wohnen, eine gute Verkehrsanbindung haben und Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten, Schule oder Kindergarten fußläufig erreichen können.

Der Zusammenhalt war damals in den Anfangsjahren größer, sagten viele. Es gab Hausfeste, Kinderfeste, Nachbarschaftshilfe… Es liegt doch aber auch an uns selbst, wie sich das Leben hier gestaltet. Netzwerke müssen wir schon selber bilden und da sind wir auch dabei.

Vor einigen Tagen haben die Eberts einen kleinen Bummel durch Grünau, durch die unmittelbare Wohngegend gemacht. Ach ja, es gibt es schon einige Lieblingsplätze und Lieblingsmenschen. Ich wohne gerne hier.

Das Altern oder was hat eine Tulpe mit mir zu tun?

Manchmal lese ich in Nachrichtenportalen, die nur durch einen Geldbetrag werbefrei sind. Geld ist es mir eh nicht wert, also ertrage ich den Unfug, der mir da entgegenspringt. Meistens kann ich das ausblenden, manchmal sehe ich die Überschriften doch: „Mundfalten müssen nicht sein“ oder „Dieser Trick lässt dich 20 Jahre jünger aussehen“ oder … Ach nee, genug mit der Illusion von der ewigen Jugend! Was man mir dann andrehen will, lese ich nie. Ich bleibe wie ich bin und das Altern gehört dazu.

Neulich war mein Sohn mit im Garten. Er betrachtete die Tulpen im Beet und sagte plötzlich: „Die sehen aber schön aus, sogar, wenn sie nicht mehr frisch sind.“
Das stimmte. Ich sah es jetzt auch. Die Farbe veränderte sich, war aber da. Manches wird mit der Zeit blasser, anderes tritt kräftiger hervor. Die Konturen der Blütenblätter sind jetzt wellig, die Blätter stehen nicht mehr kerzengerade aufrecht, bilden Formen, die nur die Natur so gestalten kann.

Eine Tulpe hab ich mir mitgenommen und sie bleiben so lange in der Vase, bis sie sich auflöst. Jeden Tag zeigt sich ein anderes Bild.

Das Altern machte diese Tulpe erst interessant.

So, was hat die Tulpe jetzt mit mir zu tun?

Ich selbst habe Falten und grau mellierte Haare. Daran ändere ich auch nichts. Es ist noch ein Weilchen hin, aber der nächste Geburtstag mit einer Null hinter der Zahl hat vorne eine Acht. Da darf man schon sehen, dass ich älter bin. Ich mag den Jugendwahn nicht; ungezwungenes Lächeln und eine große Portion Freundlichkeit bringt viel mehr.
Brigitte Bardot hat mal gesagt: „Ich bin stolz auf meine Falten. Sie sind das Leben in meinem Gesicht.“ Genauso sehe ich das auch. Das Altern gehört zum Leben dazu.
Auf meine Kleidung lege ich Wert, ja. Ich mag nicht unbedingt das, was gerade Mode sein soll, aber die Kleidung besteht aus Naturmaterialien, hat viel Farbe und passt halt einfach zu mir. Sie macht aus mir nicht irgendeinen anderen Menschen. Ich erkenne mich durchaus wieder. Und so wird es bleiben.

Garten, Sonne,Wärme.

Gestern war ich zum ersten Mal wieder im Garten, einen ganzen Nachmittag lang. Die Sonne schien und es war wohltuend warm. Weil es dort immer viel zu entdecken gibt, bin ich auch mit zwei Krücken gelaufen. Es ist ein arges Gehutsche, mit vielen Pausen, aber im Garten sieht es ja niemand. Ich will versuchen, mich so lange es geht, mal auf meine Beine zu stellen.

Die Obstbäume blühen, d.h. unsere Pflaume hat es schon fast überstanden. Die Kirschblüten duften. Es waren auch Insekten da, mehr als im vorigen Jahr.
Ich habe die Ruhe sehr genossen. Außer dem Gezwitschern und Gesang der Vögel oder dem fordernden Gepiepse der neu Geschlüpften war nichts zu hören.

Ich muss nicht sonstwohin fahren, um das Gefühl zu haben, jetzt etwas erleben zu müssen. So ein Gartentag wie gestern macht mich durchaus glücklich.
Die Hacke schwingen im Sitzen klappt noch nicht gut. Ich kommme mir manchmal vor wie Don Quichotte mit den Windmühlenflügeln. Ständig bleibe ich an etwas hängen, an der Nachbarpflanze, an der Rasenkante, an meinem Stuhl. Ich muss also noch an der Technologie arbeiten.

Der Kirschbaum bricht bald zusammen an seinen Blüten. In diesem Jahr scheint er optimale Bedingungen zu haben.
Unsere kleine Birne hat sich auch prächtig entwickelt. Als wir sie gesetzt hatten, glich sie einer Wünschelrute. Mal sehen, ob sie diesmal einige Birnen schafft. Auch das Holunderbäumchen entwickelt sich. Bis ich aber da reichlich ernten kann, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Ich weiß nicht, wo ich in diesem Jahr Holunderblüten herbekommen kann.

Mein Sohn war zwei Tage da und gestern auch mit im Garten. Er war mit seinem Gepäck mit der Straßenbahn gefahren, ich mit dem Friddolin und Herr E. mit dem Fahrrad. Wir haben das schöne Wetter genutzt und das war gut so.

Ich habe gestern wieder gemerkt, dass ich nicht viel brauche, um glücklich zu sein. Ich kann mich über jeden Marienkäfer und jedes Insekt freuen, welches sich im Kirschbaum und auf den ersten Frühlingsblumen tummelt. Das hat mich schon als Kind immer begeistert. Gänseblümchen habe ich gestern gepflückt und jetzt gibt es einen Ganseblümchen-Tee. Vielleicht bekommt das Gänseblümchen mal einen eigenen Blogbeitrag.

Ein Sorgenstein kann Freude schenken und trösten.

Meine Tochter arbeitet mit Ton. Sie hat für zuei Menschen einen Sorgenstein geschaffen, zur Freude und als Trost.

Meine jüngste Tochter hatte mir unter anderem ein mit Textilfarbe selbst bemaltes Säckchen geschenkt. Darin befand sich ein Zettelchen, auf dem stand: „Ich bin ein Sorgenstein. Steck mich in Deine Tasche und spiel mit mir, wenn du nervös bist.“

Den Sorgenstein hat meine Tochter aus Ton gefertigt und bemalt. Er ist klein, flach und liegt gut in der Hand. Er stellt ein Schaf dar. Klar, was soll denn sonst bei mir einziehen? 
Ich staune jedesmal wieder, wie kreativ meine Tochter ist. Die beiden anderen Geschwister sind es auch und vielleicht liegt es daran, dass wir vieles ausprobiert haben, als sie noch klein waren. Ich freue mich, dass die Zeit immer gut angelegt war. Für alle Kinder auf dieser Welt wünsche ich mir, dass sie in Ruhe leben, lernen, spielen und sich beschäftigen dürfen.

Ein sorgenstein zieht bei mir ein, natürlich ein Schaf.

Nun trauert der Lieblingsmensch vom Gastkater immer noch ganz stark um seinen Findus. Das tut mir immer richtig weh, ihn so zu sehen. Ich habe meine Tochter gefragt, ob sie ihm auch einen Sorgenstein machen kann, diesmal allerdings eine Katze. Ja, klar, sie konnte. Und nun kommt in den nächsten Tagen mit der Post ein kleiner Findus. Ich denke, er kann viel Trost spenden.
Der zweite Sorgenstein ist noch viel schöner geworden.

Der Sorgenstein soll über den Verlust der Katze hinweg trösten.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Freude schenken oder trösten können.  

Gedankensplitter

Heute gibt es nur Gedankensplitter.
Ich habe heute gelesen, dass es weltpolitisch Knopf auf spitz stand. Da war doch einer, der ernsthaft in Erwägung gezogen hat, „die Bombe“ zu zünden und eine ganze Zivilisation zu vernichten. Heute feiert er einen Sieg, wie immer jämmerlich vollmundig (oder lieber „spitzmundig“?). No, Mister President!
Auch die andere Seite feiert, dabei haben aber alle verloren, Menschen, Ansehen, finanzielle Mittel, Infrastruktur.

Der Sieg gehört der Diplomatie und Pakistan, die es geschafft haben, die aufgewühlten Gemüter zu beruhigen und ihnen eine Bereitschaft zum Verhandeln abgerungen haben. Ich wünsche mir, dass alle Kriege beendet werden. Himmel noch eins, immer mehr Waffen schaffen keinen Frieden.
Das musste jetzt mal raus.

Und einige Gedankensplitter hab ich noch.
Gestern habe ich mit meiner Tochter am anderen Ende der Welt gesprochen. Manchmal treibt mich schon der Gedanke um, was mit mir wird, wenn ich mal alleine bin. Komme ich zurecht? Schaffe ich alles noch? 
„Dann komm doch zu mir“, sagte meine Tochter. Nein, das will ich nicht. Sie hat schon genug um die Ohren, ein kleines Kind, längere Zeit ihre Schwiegermutter da (die sonst alleine wäre), einen stressigen Beruf (Krisenintervention) und nebenher eine längere Weiterbildung am Laufen. Da braucht sie mich nun wahrlich nicht noch.
In ihr Land möchte ich auch gerade gar nicht reisen.

Gut, dass ich gerade fein beschäftigt bin. Herr E. und ich arbeiten gerade noch am Jahresheft des Literaturtreffs Grünau und da hängt der Haussegen manchmal bei uns schon arg schief. Aber keine Angst, wir fetzen uns und vertragen uns auch wieder. Wir haben ja nun schon jahrzehntelange Erfahrung miteinander. 

Und sonst so?

Das Adlerpaar am Big Bear Lake hat zwei wuschlige, süße Küken ausgebrütet. Es ist allerliebst zu sehen, wie liebevoll die Eltern sich kümmern und was für eine große Geduld sie beim Füttern haben. Hach, wie schön es doch sein kann, die kleinen und großen Wunder der Natur beobachten zu können. Mir wird da immer warm uns Herz.

Vor meinem Fenster blüht gerade der Kirschbaum. Und so habe ich meinen Arbeitsplatz an das entsprechende Fenster verlegt. Ich mache mich jetzt mal wieder an meine Kommas, Leerzeichen, I-Punkte und so und freue mich über die schönen weißen Kirschblüten in der Dämmerung.

Am dem besonderen Tag besondere Geschenke

Es war viel zu tun in der letzten Zeit und es steht auch noch eine Menge an. Ich werde in Zukunft wichten müssen, was ich übernehme und was nicht. Druck muß ich mir nicht wieder aufladen. Aus den Zeiten bin ich raus und ich werde auf mehr Ruhe achten müssen. Heute aber, an dem besonderen Tag für mich, mache ich mir keine schweren Gedanken.

Irgendwie war es ja ganz gut, dass es Tage gab mit nicht so tollem Wetter. Da war es nicht schlimm, drinnen zu sein. 
Ein Rheumaschub beutelt mich gerade sehr. Ich wage es nicht, Schmerzmittel zu nehmen. Anfang nächsten Monats muss ich wieder zur Endoskopie. Dann zeigt sich, ob alles wieder in Ordnung ist. Solche Blutungen will ich nicht noch einmal haben. Bald aber, das sieht man jetzt schon, kann ich wieder draußen sein.

Die Wolle meines Patenschafes ist versponnen und dreifach verzwirnt. Es hat zwar etwas mehr Arbeit gemacht, aber es hat sich gelohnt. Ein schönes gleichmäßiges Garn ist es geworden. Ich habe es mottensicher eingelagert und werde es mit in den Garten nehmen, wenn die Temperaturen so sind, dass ich dort wieder länger sitzen kann. Dann fange ich an, die Hüttenschuhe zu stricken.

681 Gramm habe ich übrigens zusammen bekommen. Wenn die Wolle auf einem Berg vor mir liegt, sieht es immer nach viel mehr aus, aber wenn alles sortiert ist und wenn die „Luft raus“ ist, dann ist das Ergebnis viel bescheidener. Ich bin richtig stolz auf das Garn. Schön ist es, wenn man selber etwas geschaffen hat. Es macht mich sehr zufrieden.

Jetzt am Wochenende und am Montag war unser Gasthund Max zu Besuch. Sein Frauchen darf nicht laufen und da hatten wir ihn mal einige Tage in Pflege genommen. Max gefällt es bei uns. Er ist ganz lieb und sorgt für gute Laune. Richtig wohltuend ist das. Neben all den Nachrichten, die so reinpoltern, ist das ein guter Gegenpol.
Max folgt Herrn E. auf Schritt und Tritt. Das Traumpaar war öfter draußen und drehte immer eine etwas größere Runde. Gut so für Mensch und Hund. Ich habe dem Max das Fell gekämmt. Nicht, dass er in seinem Zuhause ankommen muss wie ein Strauchdieb. 

Ab Freitag werde ich anfangen, Tagebuch zu schreiben. Da kann dann alles rein, was ich nicht mehr so öffentlich machen will. Meine Schrift ist nicht schön, aber sie gehört nun mal zu mir, so wie auch meine Gedanken, die ich unverfälscht auf das Papier bringen kann. An dem besonderen Tag heute hat mir Herr E. ein Tagebuch und meine Tochter Astrid Lindgrens geschenkt. Unter dem Titel: „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ sind die Einträge bei Ullstein erschienen. Erschreckend aktuell finde ich alles, was da aufgeschrieben wurde. Astrid Lindgren ist eines meiner großen Vorbilder und so freue ich mich über das Geschenk ganz besonders.

Und jetzt decke ich mal die Kaffeetafel.