Zeit für Neues? Nach einem Sturm ist die Sicht oft wieder klarer.

Nein, ich schreibe jetzt nicht übers Wetter.

Zeit zum Nachdenken wollte ich haben und die Zeit habe ich auch bekommen, oder besser: Ich habe sie mir genommen.
Einige Tage Ruhe hatte ich mir verordnet, absolute Ruhe. Es war kein Radio an, ich habe kaum telefoniert, „fb“ ging mir am Poppes vorbei. Ich war auch so kaum im Netz unterwegs, wollte nichts lesen von all dem, was mich so aufgeregt hatte.

Zeit zum Lesen: Madam Bovary

Beim wirklichen Unwetter, im Sturm, war ich natürlich nicht draußen. Ich habe gelesen und zwar das, was ich tatsächlich lesen wollte. Wer das war, weiß ich nicht mehr, aber jemand fragte auf seinem Blog, ob er oder sie Gustav Flauberts „Madame Bovary“ mal lesen sollte. Wir hatten das Buch im Bücherschrank stehen, zu Hause bei meinen Eltern. Ich hatte es schon mal gelesen, aber vor vielen Jahren, mit anderen Sichten auf Sprache und Inhalte. ARTE brachte eine Verfilmung und dadurch angeregt las ich das Buch. Es lohnt sich. Das Lesen war angenehm und von der Sprache war ich begeistert.

Der Rheumaliga werde ich Zeit schenken

Auf allen Hochzeiten kann man nicht tanzen. Zeit und Kraft sind nicht unendlich. Ich muss nicht überall dabei sein, muss nicht jedes Thema bedienen und auch nicht jedes zulassen. Ups! Mich mal wieder zu erden hat aber lange gedauert!
In die Deutsche Rheumaliga bin ich eingetreten und werde mich auch dort engagieren. Mit Fridolin komme ich da gut hin in Leipzig. Eine Bloggerin schrieb mir, dass es gut ist, wenn man schon einer einzigen Person mit seinem Tun ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Das könnte eine gute Zielstellung sein.

Ein bisschen anbändeln mit dem Herbst

Das ist jetzt eigentlich die Zeit, wo ich mich immer um Gartenbesuche drumherum gedrückt habe. Herbst im Garten ist für mich wie ein langsames Sterben. So war es zumindest bis jetzt. Nun nahm ich mir vor, die Kamera mitzunehmen und Gutes oder Interessantes zu finden. Alles andere wollte ich eisern ausblenden. Und das ging! Wenn mir das mit dem Herbstgarten gelingt, nach so vielen Jahren Haderns mit dieser Jahreszeit, müsste es doch woanders auch gehen. Oder?

Der Schmetterling kam zu mir geflogen und umkreiste mich ein Weilchen. Wir sind ja auch alte Bekannte. Das ganze Jahr fand er Futter im Garten und war auch immer da. Das freut mich, dass ich ihm Lebensraum geben konnte. Auch wenn es wie eine Verabschiedung war, über ihn habe ich mich ganz besonders gefreut.

Für ihn, für die Libellen und andere bleibt einiges stehen im Garten. Ich weiß, dass Insekten an den Pflanzen und Gräsern die Brut abgelegen. Mal sehen, wer im nächsten Jahr wieder bei mir wohnen wird im Garten. Der Gartenmaus geht es gut. Sie hat ein ganz beachtliches Hinterteil. Das Igelbett habe ich auch hergerichtet. Mein Gartennachbar „bohnert“ ja seinen Garten. Nein, das will ich nicht. Es bleibt einiges Verblühtes stehen. Manchmal muss man halt akzeptieren, dass alles seine Zeit hat. Etwas geht zu Ende, aber es wird auch Neues geben.

Jetzt kuschele ich mich wieder in meinen Sessel. Dem Rheuma, welches mir so viele Pläne zerpoltert hat, habe ich übrigens verziehen. Wir müssen halt beide miteinander auskommen.

Eine kleine Kritzelei: Für Dich.

Was ich mir wünsche und was ich geben kann.

Heute habe ich mal wieder den Zeichengriffel bemüht. Wie lange hab ich das nicht mehr getan. Mehr als eine Kritzelei ist es nicht geworden, aber ich bin trotzdem froh, im neuen Grafikprogramm gewuselt zu haben.

Manchmal frage ich mich, warum ich blogge und warum ich es nicht einfach sein lasse. Es scheint mir, als ob sich das Netz verändert hat seit damals, als ich mit Bloggen anfing. Der Ton ist ein anderer geworden. Manche können ihre „Blase“ nicht mehr verlassen. Facebook hat da so einiges geprägt. Wehe, man bietet Angriffsfläche!

Jetzt war es mal wieder soweit. Ich wollte nicht mehr. Und während ich noch am Überlegen war, wie ich mich verabschiede, merkte ich, dass es nicht so einfach wird. Ich habe über die vielen Jahre auch Menschen kennen gelernt, die mir sehr ans Herz gewachsen sind; vielleicht zu viel, denn es scheint nicht immer auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Das sind halt die Oberflächlichkeiten des Netzes.

Kritzelei
Kritzelei. „Was heißt denn das, ich sei nicht einfühlsam?“

Und dann fand ich bei zwei Bloggern eine Sache, die mich nicht mehr los ließ.
Da gibt es eine Frau, die ganz wunderbar schreibt. Und dann war da noch der Komponist, der eines ihrer Gedichte so gut fand, dass er es musikalisch umrahmte. Herausgekommen ist ein Werk, welches mich sehr berührt hat. (Und welches mich zögern ließ mit dem Abschiedspost.)

Ich werde mal wieder aufräumen im Blog und mir überlegen, was ich anderen zu geben habe. Fällt es mir nicht ein, dann wird es wohl mal keinen Beitrag geben oder vielleicht ist das dann der Letzte.

Und was suche ich?

  • Ideen? Anregungen?
  • Ein bisschen mehr Freundlichkeit?
  • Ehrlichkeit auch mal zu sagen, was einem nicht gefällt?
  • Verständnis, dass man auch mal Schwäche zeigen darf?
  • Mmmm?

Manche mir bekannte Blogger sind in den Jahren meines Bloggens verstorben. Ich überlege, ob ich ihnen all das gesagt habe, was ich sagen wollte. Oder anders: Habe ich es immer gesagt mit Respekt und den richtigen Worten? Manches kann man nicht mehr gerade biegen.

Wie dem auch sei, ich lasse noch eine Kritzelei hier und gehe in Klausur.

Kritzelei "Danke"

Regenfahrt mir Fridolin. Es wird ungemütlich draußen.

Warm eingepackt kann einem doch der olle Regen gar nix.

Heute musste ich mir eine Regenfahrt mit Fridolin gönnen. Eigentlich ist es die Zweite schon, aber die weniger Schlimme. Ich muss mich anders anziehen, wenn ich bei solchem Wetter mit Fridolin unterwegs bin. Ein dünnes Jäckchen und darüber ein Cape wärmt nicht und lässt die ganze Sache unangenehm werden. Ich sitze ja die meiste Zeit still auf dem Poppes.

Ich musste zum Bürgeramt und konnte mir die Zeiten nicht heraussuchen. Es ist verdammt anstrengend, sich einen Termin zu besorgen. Ohne kommt man nicht mehr rein.
Also habe ich mich warm angezogen, eine Mütze aufgesetzt und los ging die Regenfahrt mit Fridolin.

entdeckt auf meiner Regenfahrt
Es wird immer mehr etwas herbstlich.

Einen feinen Weg hatte ich mir herausgesucht, immer und in aller Ruhe an der S-Bahn entlang und dann noch ein kleines Stücke auf dem Radweg bis zum Bürgenamt. Unterwegs traf ich junge Leute, die anfingen zu lachen, als sie mich mit Fridolin sahen. „Hehe, das ist ja mal eine coole Oma!“, riefen sie sich zu. Naja, Oma höre ich nicht so gern, obwohl es ja stimmt, aber ihnen zugewunken und gelacht habe ich.

Meinen Kram auf dem Bürgeramt habe ich erledigt und auf dem Rückweg ging mir ständig die Frage durch den Kopf, was ich mit meinen vielen Regenschirmen mache. Die nützen mir nun wirklich nichts mehr. Herrenschirme sind dabei, Knirpse, verschiedene Stockschirme mit Rüschen. Ich hatte schon mal übelegt, ob ich den großen Stockschirm aus Pisa über mein Bett hänge, so wie bei Spitzwegs armen Poeten. 😀

Pilz im Herbstregen
Er sah so schön glänzend aus in der Nässe.

Fridolin hat mich gut wieder nach Hause gebracht. Ich fand es sogar ganz gut, draußen gewesen zu sein. Seit ich nicht mehr hadere, dass es bei mir etwas anders ist als bei anderen, geht es mir gut und ich entdecke auch wieder spaßige Momente.
Meine Tochter hat mich eingeladen, im nächsten Jahr zu ihr ans andere Ende der Welt zu kommen. Ich bin noch sehr unsicher, ob ich das schaffe, aber eine feine und interessante Reise wäre es schon.

So, jetzt gehe ich an mein Spinnrad. Und es gibt Hagebuttentee, gesammelt und gebrüht von G.E.

Ein vorläufiges Ende, Weltrheumatag, Gabelhäkelei und Wolliges.

„Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als jemand, der ohne Ziel umherirrt.“ (Gotthold Ephraim Lessing)

Heute ist Weltrheumatag. Naja, nichts Besonderes für alle, die wenig mit der Krankheit zu tun haben. Mich hat das nasskalte Wetter gleichmal wieder erinnert. Die Deutsche Rheumaliga hat heute fünf Tipps gegeben, wie man mit seiner Errankung umgehen kann, so dass sie einen nicht in die Knie zwingt.

Eines ist, über seine Krankheit zu reden und so einiges für sich zu klären und zu erreichen. Gut, das fällt mir schwer, aber ich habe es getan. Und nun arbeiten Arzt, Sanitätshaus, Krankenkasse daran, meine Mobilität zu erhöhen, damit ich ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Ich möchte nicht, dass mich jemand zum „Damenkränzchen“ karrt. (Mir fiel nichts anderes ein, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine.)

Der zweite Tipp war, ein Hobby zu finden, welches einen beschäftigt, ablenkt, Ziele setzt und zufrieden sein lässt. Das habe ich. Meine Experimente mit alten Handarbeiten und Wolligem werde ich behalten, und daran festhalten, auch ohne Erinnerungen zum Weltrheumatag.

Das vorläufige Ende

sinnerfüllendes Hobby - ein Tipp zum Weltrheumatag.
die Stränge werden zusammengefügt

Gemeint ist hiermit erstmal nur das Ende meiner Gabelhäkelei. Mein Schal ist fertig und ich finde, er ist schön locker und luftig geworden und lang genug auch. An kalten Tagen kann ich ihn mir mehrmals um den Hals wickeln, an wärmeren schwebt er eben mir unruhigen Seele hinterher.

Schal mit Gabelhäkelei gefertigt, pünktlich fertig zum Weltrheumatag
mein Schal, gehäkelt mit der Gabel

Die Gabelhäkelei, das Häkeln mit der Gabel, ist eine sehr entspannende Tätigkeit. Beim Zusammenfügen der einzelnen Stränge kann man die unterschiedlichsten Muster erzeugen, die Schlingen direkt miteinander verknüpfen oder mit einem Extrafaden zusammenhäkeln, durch Bündelungen Bögen erzeugen und durch eingefügte Luftmaschenketten wieder aufheben. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das gefällt mir.

Spinnen und stricken nicht nur am Weltrheumatag

Jaja, so lange ist es nicht mehr hin bis Weihnachten. Und diesmal sieht es gut aus, dass wir nach langer Zeit uns als Familie wiedersehen. Und ja, wir schenken uns auch was, nicht irgendetwas um des Schenkens Willens. Es soll passen. Man soll sich Gedanken machen um die anderen und auch selber fertigen, wenn immer es geht.
Mein Schwiegersohn braucht neue Hüttenschuhe.

Spinnen und stricken für neue Hüttenschuhe
Garn spinnen für neue Hüttenschuhe

Ich musste erstmal wieder spinnen, weil ich etwas dickeres Garn brauchte. Am Spinnrad muss ich die Fußgelenke bewegen und auch die Hände haben gut zu tun. Manchmal muss ich ein Päuschen machen, aber das ist nicht schlimm. Kleinere Wutanfälle verfliegen schnell wieder.
Ich verspinne gerade Gotlandwolle, die Wolle der Gotland Pelzschafe. Einen Entwurf für die Schuhe habe ich auch schon parat und die vier Knöpfe, die ich brauche entstehen aus einem gekürzten Ast unseres Kirschbaumes aus dem Garten.

Mein Hobby wird immer bleiben, auch wenn ich gerade nicht erinnert werde, wie heute am Weltrheumatag. Es schafft Nützliches, tut meinen Gelenken und meiner Seele gut, schafft Zufriedenheit. Ich werde auch weiter davon erzählen. Ich bin zwar manchmal etwas langsam, aber ich habe meine Ziele.

Hobby, nicht nur zum Weltrheumatag

Hagebutten, ein Männlein auf einem Bein und ein Musikrätsel

Jede schöne Rose wird einmal eine Hagebutte. (aus Frankreich)

Gestern war ich mit Herrn E. noch einmal Hagebutten sammeln. Alleine traue ich mich noch nicht in diese etwas abgelegene Gegend. Es war auch höchste Zeit, denn die Hagebutten leiden sehr unter den schon arg kalten Nächten.

Als ich damals im Dörfchen wohnte, konnte ich von meinem Küchenfenster auf die Bushaltestelle vor dem Haus blicken. Dort standen morgens, bei Wind und Wetter, die Schulkinder und warteten auf den Bus. Drei kleine Mädels waren das und von hinten sah es aus wie drei Schulranzen mit Beinen dran. (Und jetzt ist das eine Mädel im zweiten Lehrjahr zur Altenpflegerin.)

die Haltestelle vor dem Haus im Winter
Die Bushaltestelle im Winter

Im Winter war es alles andere als gemütlich da unten. Bis Weihnachten waren es noch einige Wochen hin und ich beschloss, den Dreien bis zu den Ferien etwas Gutes zu tun. Einmal in der Woche bastelte ich ein Rätsel zusammen, welches ich in drei Umschlägen übergab. Drei feingeschriebene oder gemalte Antworten bekam ich zurück und dafür gab es dann auch eine Belohnung.

Musikrätsel zu Hagebutten
Ein Männlein steht im Walde …

Drei Musikrätsel waren auch dabei. Ich habe gezeichnet und hier gefragt: „Wer ist das?“ Und als Hilfestellung gab es noch eine Notenzeile.

Ein Männlein steht im Walde
gezeichnete Notenzeile

Natürlich bekamen die drei heraus, dass es sich um das Männlein im Walde handelte, was da auf einem Bein steht und ein purpur Mäntelchen um hat. Und das ist die Hagebutte, schrieben mir die Mädels. Ob die Musiklehrerin geholfen hatte, weiß ich nicht, aber das Rätsel war gelöst.

Hagebutten Hecke
die Hagebutten-Hecke

Diese Geschichte mit den Rätseln hatte ich schon mal aufgeschrieben, aber das ist mit dem alten Blog im Nirvana verschwunden. Jetzt bein Sammeln der Hagebutten fiel es mir wieder ein.
Es war schön, wenn ich die Kinder im Bus traf, wenn sie von der Schule nach Hause fuhren. „Guuuudruuun“, rief es dann durch den Bus und dann wurde mir erstmal ganz viel erzählt.

Hagebutten
Verarbeitung der Hagebutten

Jetzt bin ich dabei, meine Hagebutten zu verarbeiten. Vielleicht schreibe ich mal darüber. Tee habe ich schon gekocht und er ist sehr lecker. Für meine Kinder werde ich ein kleines Probierset zusammenstellen, betsehend aus getrockneten Hagebutten, einem Leinensäckchen und einer kleinen Beschreibung der Beeren. Das sind so Geschenke, die wir uns machen, zu Weihnachten und an anderen Familientagen. Und jedesmal lernen wir voneinander.

Ich freue mich jedefalls jetzt schon, wenn ich Frühling die Wildrosen wieder blühen. Es wächst dann ein großer Schatz wieder heran.

Wildrose Hagebutten Strauch
… wenn im Frühling die Wildrosen wieder blühen

Herbst, Stille, Kälte, Schlehensaft und anderes.

Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben, wie wir sind. (Albert Schweizer)

Herbst ist es wieder, gelbe Blätter fallen,
Die Schwalbe mit dem Storch gen Süden zieht,
Und nur des Kranichs Abschiedslieder schallen,
Und durch die Stoppeln singt der Wind sein Lied.
Der Nebel hüllet ein des Tages Sonne,
Hin ist des Sommers lichte Freud‘ und Wonne.

Wie könnten wir doch solche Zeit ertragen!
Die Hoffnung tröstet uns in unserm Leid.
Es kommt nach diesen stillen trüben Tagen
Die lichte freudenreiche Sommerzeit.
Sie bringt uns Sonnenwärme, Blumen, Lieder,
Sie bringt uns unsers Herzens Wonne wieder.

Hoffmann von Fallersleben
Herbstliches
Herbst

Nein, den Herbst mag ich nicht. In jedem Jahr um diese Zeit erwartet mich da ein Rheumaschub, so wie jetzt auch wieder. Und wenn es mir dann nicht mal gelingt, eine Flasche aufzudrehen, dann liegen die Nerven blank.
Ich mag nicht bei jedem Schei* fragen müssen, ob mir jemand helfen kann. Und dann frage ich halt nicht und bin unglücklich, weil es nicht weiter geht. Immer war ich ein aktiver Mensch und immer öfter komme ich an meine Grenzen. Wenn jede Bewegung weh tut, dann gibt es auch mal Tränen.

Aber auch so gibt es eine Menge Dinge um mich herum, die mich manchmal einfach still werden lassen. Wenn ich dann in der Presse lese schon in der Überschrift, von „Schlagabtausch“ zum Beispiel, dann wird mir elend. Meine Mutter hat mich in meiner pupertären Hitze jedes Mal gerügt, wenn ich in Auseinandersetzungen „harte“ Worte gewählt hatte. Heute gehört das offensichtlich zum guten Ton. Und das machen nicht nur die bekannten „Rüpelmedien“ so.

Herbst ist allerdings auch bei mir in der Küche. Zum letzten Mal koche ich gerade Schlehensaft. 1kg Schlehen werden mit 1500 ml kochendem Wasser übergossen, abgedeckt und 24 Stunden stehen gelassen. Am nächsten Tag wird das Wasser wieder abgegossen, aufgekocht und wieder über die Schlehen gegeben. Das macht man einige Tage lang, bis zuletzt alles nach eigenem Ermessen gewürzt (Zucker, Anis, Nelken, Zimt oder Muskat) und heiß in Flaschen gefüllt wird. Schön fruchtig schmeckt das und je nach Gewürz dann auch etwas weihnachtlich. Mit etwas Rum drin ist es besser als jedes „Medi Dingens“.

Mein Herbst-Besuch beim Rheumatologen gestern war gut. Die Impfung gegen Grippe habe ich weg und gut vertragen. In der nächsten Woche beginne ich wieder mit dem Biologika. Vielleicht wird dann alles wieder etwas besser. Ich wünsche es mir sehr.

Zwei Eimer voll Äpfel und ein bisschen Zauberflöte von Mozart.

Ich müsste viel mehr singen.

Mein Gartennachbar fragte mich, ob ich Äpfel haben möchte. Ein Verwandter von ihm hat eine Streuobstwiese. Der Nachbar hilft ihm bei der Ernte und darf dafür Äpfel mitnehmen.
Na klar wollte ich.

zwei Eimer voller Äpfel
zwei Eimer voller köstlicher Äpfel

Ich schätzte im Vorfeld, dass ich 60% vom Apfel wegschneiden muss, aber das wollte ich auf mich nehmen. Ich freute mich, dass ich wieder etwas bekommen konnte, um meine Wintervorräte aufzufüllen.
Nichts musste ich wegschneiden und die Äpfel waren so süß, dass ich kaum Zucker brauchte.

Beim Äpfel schneiden fiel mir ein Kinderlied wieder ein. Ich hatte es mit meinen eigenen Kindern gesungen und auch mit den Kindern im Schulhort. Ob sich daran noch jemand erinnert? Und warum singe ich heute eigentlich nicht mehr?

In meinem kleinen Apfel,
Da sieht es lustig aus:
Es sind da drin fünf Stübchen,
Grad wie in einem Haus.

In jedem Stübchen wohnen
Zwei Kerne schwarz und fein,
Die liegen drin und träumen
Vom lieben Sonnenschein.

Sie träumen auch noch weiter
Gar einen schönen Traum,
Wie sie einst werden hängen
Am lieben Weihnachtsbaum.

Text volkstümlich

Wusstet ihr, dass die Melodie auf einen ganz großen Komponisten zurück geht?
In Mozarts Zauberflöte hört sich Papageno das Glockenspiel an und singt schließlich: „Das klingt so fein und lieblich …“
So kam das Kinderlied zu seiner Melodie. Es passte.

Äpfel verarbeiten
Äpfel verarbeiten

Wenn ich mir das recht überlege, dann habe ich füher viel öfter gesungen. Ich sollte das auch wieder tun, beim Äpfel schnippeln zum Beispiel.
Warum?
Es tut einfach gut und vom Sonnenschein träumen, wie die kleinen Apfelkerne, kann man ja auch noch.

Gabelhäkeln- eine alte und interessante Technik des Handarbeitens.

Häkeln war bisher nicht mein Ding. Gabelhäkelei musste ich aber jetzt mal probieren.

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen sind für mich die alten Handarbeitstechniken. Gabelhäkeln habe ich allerdings bis jetzt noch nicht gemacht. Eine Mathelehrerin an der Penne bot mal einen Kurs an, anno dummemals, aber wir mochten uns nicht besonders und ich sah nicht ein, dass ich nun auch noch die Freizeit mit ihr verbringen sollte. Nun musste ich also alleine sehen, wo ich bleibe.

 Gabelhäkeln - eine alte Handarbeitstechnik
Gabelhäkeln

Meinen Klodeckel stricke ich nun nicht ein und die Klopapierrollen werden nicht umhäkelt. Mich interessieren alte Handarbeitstechniken aber nunmal und besonders, wie unsere Vorfahren Textilien hergestellt haben. Es gibt Forschungsgruppen zur textilen Archäologie, deren Forschungsergebnisse ich spannend finde und die ich auferksam verfolge. Und so einiges Nützliche entsteht nebenher auch noch bei meinen Versuchen. Und was mir nicht gefällt, wird wieder aufgedröselt.

Die Häkelbänder werden sammengehäkelt und Käffchen gibt es auch

Ich möchte vieles ausprobieren, was alles aus Schafwolle entstehen kann. Grobschlächtig muss da nichts werden, aber Geduld braucht man halt, bis man das gefunden hat, was man sucht und was gefällt. Die Umsetzung der Idee hängt halt immer vom eingesetzten Rohstoff, also der Wolle, ab.
Bis jetzt habe ich immer meine versponnene Schafwolle verarbeitet.

ein Strang muss noch gehäkelt und angefuddelt werden

Wolle walken, Filzstoffe herstellen, das schaffe ich nicht mehr mit meinen Rheumahänden. Das Gabelhäkeln ist wenig kraftaufwändig und somit einen Versuch wert. Zeitintensiv ist auch das, aber Zeit habe ich ja. Zwei Bänder habe ich nun schon zusammengehäkelt, miteinander verbunden. Ich glaube, mein Schal wird ganz gut.

Wenn die Stränge, die entstehen, zusammengefügt werden, entstehen luftige Gewebe oder Spitzen. Die Möglichkeiten, diese Schlingen zu verbinden sind groß und ergeben interessante Muster. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Man kann sich austoben. Die Länge der Stränge und die Festigkeit des Gewebes bestimmt man selber und so sind luftige Schals, Pullover und Jacken und auch Taschen möglich.
(Ich zeige es vielleicht noch mal, wenn ich das fertig habe, was ich gerade auf der Gabel habe.)

Mein Herbstplätzchen auf dem Balkon

Eigentlich wollte ich heute mit der Freundin in Richtung Magdeburg fahren. Die Kamera hatte ich schon an die Türe gehängt, damit ich sie nicht vergesse. Herbststimmungen wollte ich einfangen.
Dann aber hatte ich mir etwas an der Halswirbelsäule verklemmt und so musste ich halt den Herbst auf Balkonien genießen. Meine Gabelhäkelei hat mich getröstet und abgelenkt. Schön war es da draußen aber auch.

Gudrun verkalkt. Oder besser: wie ich Kalk für die Pflanzen gewinne.

Die Beeren im Garten werden es mir vielleicht danken.

Da fragt mich doch die Freundin aus derElsteraue, was ich gerade für ein Projekt am Wickel hab. Und ich sage :“Keines. Nüscht.“ Dabei stimmt das gar nicht, wie mir dann einfiel. In der dunklen Jahreszeit ist ja auch Zeit für so allerlei. Meine Eierschalen, besser der Kalk daraus, werden allerdings wohl erst im Frühling zum Einsatz kommen bei den Pflanzen, die keinen sauren Boden mögen.

Kalk für die Pflanzen aus zerriebenen Eierschalen

Ich weiß nicht, wieviele Eeierschalen ich in meinem Leben schon weggeworfen habe. Jetzt mahle ich sie. Und dann habe ich Kalk für die Pflanzen im Garten und zu Hause, die ihn brauchen. Eierschalen sind sehr kalkhaltig, sie enthalten ca. 90 Prozent dieses wertvollen Nährstoffes. Wissen sollte man natürlich, welche Pflanzen es besonders „kalkig“ mögen oder wie der PH-Wert des Bodens ist. Für die Gartenerde habe ich das ja schon mal erkundet. Sogenannte „Zeigerpflanzen“ geben übrigens gute Hinweise darauf. Hasenklee, Bauernsenf oder Hundskamille beispielsweise sind ein Indiz für Kalkmangel. (Meine Hundskamille wird nicht gekalkt werden. Die brauche ich noch als Färbepflanze.)

Die zerkleinerten Eierschalen rühre ich mit Wasser an, lasse sie 24 Stunden ziehen, gieße sie ab und dünge einzelne Pflanzen damit. Ich weiß ja schon, dass viel nicht immer viel hilft.
Zu Hause für die Blumentöpfe der kalkliebenden Pflanzen ist meine hergestellte Menge kein Problem. Großflächig im Garten braucht es dann doch noch anderes. Meinen Sommerflieder vor dem Balkon kann ich aber mit dem gewonnenem Kalk versorgen. Dafür reicht es. Und auch noch für die Forsythie im Garten.

Die gleichmäßigen Bewegungen beim Zerstoßen der Eierschalen haben etwas Meditatives. Ich kann sowieso nie die Hände stille halten. Da kann ich auch Eierschalen zerlegen. Reine Handarbeit und Bio, weil es Schalen von glücklichen Hühnern sind. Oh, das wird teuer für Herrn E. Der weiß das nur noch nicht. 😀

Also bei mir selber rieselt der Kalk noch nicht. Ich muss also ein bissel schuften für meine Pflanzen. Ich „schnurpse“ dann mal noch ein bissel weiter.

Ein Fastsommertag bei den Schlehen und ein Rums in der Nacht

Früchte von Schlehen wollte ich noch einige sammeln und so sind wir noch einmal zu den Schlehenbüschen, zum Schwarzdorn wie sie auch genannt werden, gefahren. Ich bin immer noch froh, wenn ich nicht alleine unterwegs sein muss und ich brauchte auch jemand zum Quatschen.

Gerumst hat es dann in der Nacht. Nein, nicht nur, was die Wahlergebnisse anbelangt, es gab mal ein Gewitter bei uns, auch mit Regen.
Die Wahlergebnisse überraschen mich nicht. Ich hatte das so erwartet. Auf meine Stadt und auf mein Grünau bin ich allerdings stolz. Das ist dann auch die Basis für mein weiteres Bemühen.

Zweige von Schlehen
Zweige von Schlehen

Aber eigentlich wollte ich ja über die Schlehen schreiben.
Ich freue mich, dass im Naturschutzgebiet Schönauer Lachen so viele Schlehenbüsche stehen. Es gibt Insekten, die sich ausschließlich von Schlehen ernähren und die sie zum Leben brauchen. Sterben die Schlehen, sterben die Insekten.

ein Zweig der Schlehen
Schlehdorn

Kuckt euch mal den Dorn an, links am Zweig. Meine Arme zeige ich lieber nicht. 😀 Auf diese Dornen spießt der Neuntöter seine Bäute auf, um sie besser zerlegen zu können und auch zur Vorratshaltung. Überhaupt gibt es viele Vögel und viel Kleingetier, welches im Schutz der Schlehen lebt.

Hecken aus Schlehen, Weißdorn u.a. benutzte man früher, um das Vieh zu schützen. Je mehr die Ziegen daran herumfraßen, um so dichter wurden sie. Kein Wolf kam da durch.

Ich habe Früchte geholt, weil ich Schlehenfeuer ansetzen will, einen gutschmeckenden und durchwärmenden Likör. Ich möchte meine Schätze am Liebsten ewig bunkern, aber zu Weihnachten, wenn meine Kinder kommen, werde ich sie rausrücken. Für die Vögel und andere Tiere sind noch genügend Früchte da.

Aus der Rinde des Schwarz- oder Schlehdorns hat man früher Tinte hergestellt. Das heißt, das kann man immer noch, aber wer macht das schon noch. Ich habe das mit Kindern gemacht und dann haben wir geschrieben. Die Rinde von den Zweigen wird geschält, eingeweicht und am anderen Tag ausgekocht und eingedickt. Das ist schon alles.

Schade, dass ich solche Veranstaltungen nicht mehr machen kann. Überhaupt weiß ich nicht, wohin mit meinem Wissen, was ich irgendwann mal angefangen habe zu sammeln, weil ich mich ablenken musste und ein Ziel brauchte. Die Zeiten haben sich geändert, ich mache das immer noch weiter.
Ich weiß auch im Moment nicht, ob und wie es mit meinem Blog weiter geht. Es war schon schlimm, als einige Jahre Bloggerei im Nirvana verschwanden. Vielleicht sage ich auch wie im Märchen: Jetzt komme ich dreimal noch und dann …