Danke

Zuerst möchte ich allen Danke sagen, die mir per Mail, über fb oder hier im Blog zum Geburtsag gratuliert haben. Mit meinem Geburtstag habe ich es nicht so, aber trotzdem freue ich mich über jeden Gruß, weil sie Kraft geben und Ansporn und einen das Gefühl nehmen, alleine zu sein.
Clara, dein Ständchen war eine Wucht.

Über meine Kinder habe ich mich sehr gefreut. Mit allen Dreien konnte ich schwatzen. Es war richtig schön.
Geschenke bekam ich auch (das ist eine Auswahl). Und die waren genau auf mich „zugeschnitten“. Meine Kinder kennen mich halt und machen sich immer Gedanken, wie man mir eine Freude bereiten kann. Die ist ihnen auch gelungen, jedem von ihnen. Danke auch an euch und an Herrn E.

danke für alle Geschenke
Die Lazy Kate kommt heute noch zum Einsatz.

Bei mir ist noch nicht alles gut. Auf den Termin bei der HNO-Ärztin hatte ich drei Wochen gewartet, aber er fiel aus, weil die Ärztin an Corona erkrankt war. Da ich nur mit einem tagesaktuellen Test behandelt werden sollte, nützte der mir zwar dann nichts, aber ich weiß, dass erstmal alles in Ordnung ist in dieser Hinsicht. Ich hatte nun angefangen, meinen Kehlkopf und die Stimmbänder mit Speiseöl zu behandeln, es aber dann wieder gelassen, obwohl es ganz gut tat. Speiseöl ist hier Mangelware und das, was ich noch habe, brauche ich für Salate und Co.

Trotzdem fühle ich mich wieder viel, viel besser und habe auch schon wieder Ideen im Zettelkasten. Als Erstes fiel mir auf, dass meine Socken zum Erbarmen waren. Stopfen hat sich nun irgendwie „ausgestopft“.
Wir hatte in dem Ort meiner Kindheit einen Schneider. Der hat wunderbare Kostüme für die Damen geschneidert. Von weit her reisten die Damen an, die Maßgeschneidertes haben wollten. Ihr hättet aber mal sehen sollen, wie er selber in seiner Hose hing und wie die aussah! So kam ich mir jetzt vor mit meinen Socken und musste handeln.

Die Ideen kommen also wieder. Und einen großen Antel haben viele von euch, weil ihr da wart. Danke nochmal.
Eigentlich wollte ich jetzt anfangen, an meiner Schafgeschichte weiter zu schreiben. So wie es aussieht würde ich mit einem Sockenbuch schneller fertig werden. Ich gehe aber doch mal lieber zu meinen Schafen.


Ein Stück Normalität

Ich brauchte heute ein Stück Normalität. Und da ich noch viel üben muss in meinem Grafikprogramm, habe ich das eben getan.
Weit bin ich nicht gekommen.

Nach der Wärme der Sonne sehne ich mich sehr und auch nach dem Garten und „meinem“ Staudenbeet. Auf dem Balkon werde ich keine Pflanzen mehr überwintern lassen. Alles Mehrjährige muss also in den Garten.
Ich hatte die Pflanzen fein eingepackt, Stroh und Heu aus dem Heimtierbedarf dazwischen und drumherum gepackt. Als ich jetzt mal in meine Verpackung schaute, roch es streng nach Maus. Denen habe ich wahrscheinlich einen großen Gefallen getan. Ganz vorsichtig habe ich mal dann mal ausgepackt und entsorgt, immer auf der Hut, dass ich kein Mäusenest in den Müll werfe. Das hätte ich nun nicht fertig gebracht.

Auch das ist ein Stücke Normalität. Mein Balkon ist ebenerdig.
In Zukunft wird da draußen also nur noch Einjähriges wachsen.

zeichnen für ein Stück Normalität
es ist nur ein Versuch

Eine meiner neuen Pflanzen wollte ich zeichnen. Ich habe dann erstmal aufgehört, denn mir zittern die Hände und alle Linien und Pinselstriche sitzen nicht so, wie ich es mir wünsche. So richtig will es einfach nicht klappen mit der Normalität. Und ich werde nun erstmal nacharbeiten müssen.

Stricken - ein Stück Normalität.
Er könnte schon längst fertig sein.

Mein zweiter Schal könnte schön längst das Wasserbad hinter sich gebracht haben. Ich musste aber öfter mal eine Reihe zurück stricken. Es ist schon erstaunlich, was man alles so zusammenwursteln kann, wenn man sich nicht konzentriert.
Heute aber bekomme ich ihn fertig. Und dann kann ich am Abend endlich mal wieder an mein Spinnrad.

Ich kann nichts für mich behalten.

Vor Jahren hab ich mich sehr gestritten mit einem Verantwortlichen der Druckindustrie hier in der Gegend. Es ging um die Berufsausbildung und er meinte, dass man von seinem Wissen nicht alles weitergeben sollte. Oh nein, ich kann nichts für mich behalten.
Warum auch? Um sich erst Bauchmiezeln zu lassen? Um besser da zu stehen?

Ich habe das immer anders gehandhabt, und vielleicht bin ich auch deshalb Lehrer geworden. Ich habe viel Mühe verwendet für meine Vorbereitungen und ich habe auch alles weitergegeben, was ich wusste. Ich kann halt nichts für mich behalten. Und wenn ich ein Problem nicht lösen konnte, dann hab ich das gesagt. Manchmal sind wir als Gruppe dahinter gekommen.
Wenn meine Schüler dann besser waren als ich, war ich sehr zufrieden.

1. Das Entspannungsbad

Alle Mustertücher müssen ins Wasserbad; ich kann nichts für mich behalten.
einer ist fertig, der andere muss noch wachsen

Ich möchte nun nicht, dass jeder nun stricken sollte. Aber denen, die es tun, denen möchte ich auch meine ausgedachten Hilfen weitererzählen.
Mit Lace-Mustern beschäftige ich mich gerade. Hauchzarte Spitzen möchte ich nicht stricken und dazu auch meine Schafwolle verwenden. Man strickt mit eigentlich zu dicken Nadeln dünneres Garn. Das ist ungewohnt.

Das erste Gestrick hatte ich wieder aufgedröselt. Es gefiel mir nicht, weil ich nicht wusste, dass sich das Muster erst richtig entfaltet, wenn das Gestrick im Entspannungsbad war. Danach sollte es gespannt werden.
Wenn man strickt, sieht das erstmal aus, als wäre ein Hunh über die Fläche gerannt und hätte gescharrt. Der erste Schal hat alle Nachbehandlung schon hinter sich. Er ist glatt und das Muster zeigt sich von der besten Seite.

2. Der Reihenmarkierer für den Mustersatz

Ich kann nichts für mich behalten, auch nicht kleinste Erfahrungen.
Auch kleinste Tricks und Erfahrungen muss ich petzen.

Was habe ich mich zu Beginn verstrickt! Ich habe dann angefangen, den Fehler zu suchen, aber das war alles andere als leicht. Dann habe ich zurück gestrickt, aber den Fehler fand ich nicht wieder. Ein etwas größeres Stück hab ich wieder aufgedröselt, hatte mir viel Arbeit umsonst gemacht.
Der Mustersatz geht über sechs Reihen und manchmal wusste ich nicht, wo ich mich gerade befinde. Wie gesagt, so richtig glatt liegt da nichts. Und so habe ich zu Beginn des nächsten Mustersatzes einen Maschenmarkierer gesetzt. Das war schon mal eine gute Tat. Stimmte alles, musste ich nicht mehr darüber nachdenken.

3. Der Markierer für den Rapport

So geht es auch, aber ab morgen wird es besser.

Der Rapport besteht aus neun Maschen. Von Reihe zu Reihe ändert es sich. Zu Beginn des Musters habe ich auch wieder Maschenmarkierer gesetzt. Ich hatte nichts anderes und so mussten Büroklammern herhalten. Die Nadel ist etwas dich und die Markierer gleiten nicht geschmeidig beim Stricken auf die andere Nadel. Morgen zieht eine besseere Lösung bei mir ein.
Es fällt sofort auf, wenn zwischen den Markierern ein Fehler passiert ist. Und der lässt sich dann auch ohne größeren Aufwand korrigieren.

Ich kann nichts für mich behalten, aber jetzt stricke ich erstmal wieder.

Beim zweiten Schal bin ich inzwischen ein ganzes Stück weiter gekommen. Trotzdem muss ich noch ungefähr einen Meter stricken.
Ich bin sehr froh, dass ich mich an das Projekt gewagt habe. Und wenn es mal total daneben geht, dann fängt man eben nochmal an, immer nach der Devise:
„Meister, ich bin fertig. Wir können trennen.“ 😀

Das Spinnstübchen im Kleinen

Im Spinnstübchen muss sich einiges verändern. Im Sommer will ich raus auf den Balkon oder in den Garten. Draußen wie drinnen will ich mich mit den Dingen umgeben, die ich liebe und plane deshalb an der Gestaltung meines Zimmers, an Veränderungen in meinem „Spinnstübchen“.

Ich zerre schon an den Seilen, will in den Garten. Mein Beet will ich neu bepflanzen. Einige neue Pflanzen werden bei mir einziehen. Es sind insektenfreundliche Pflanzen aus der Gattung der Färbepflanzen, aber auch Kräuter, Gewürz- und Heilpflanzen wird es geben. Viele sehen richtig schön aus, haben aber darüber hinaus einen großen Nutzen.

Das Wetter ist aber für alle Vorarbeiten gar nicht gut. Ich muss immer mal Pausen machen und zum Hinsetzen ist es draußen einfach zu kalt. Also werde ich mich in Geduld üben. Heute werde ich „Stubendurchgang“ auf dem Balkon machen. Es soll Sturm geben und ich möchte da draußen kein Gepoldere, weil da etwas durch die Luft segelt.

Zu werkeln und zu lernen habe ich immer etwas.
Am Rechner habe ich ein Zeichenprogramm ausprobiert und schnell wieder entfernt. Es soll aus Bildern eine Strichzeichnung machen. Mit dem Ergebnis war ich nicht zufrieden. Handarbeit ist eben immer besser. Und ehrlich, wer sich die Mühe zum Zeichnen nicht machen will oder bei wem es immer ganz schnell gehen sollte, der sollte es lassen.

Und was gibt es Neues aus meinem Spinnstübchen?
Mein Schal ist fertig gestrickt. Er bekommt nun noch Fransen, muss noch ins Wasserbad und wird gestreckt und tropfnass zum Trocknen ausgebreitet. Und dann kann er mit mir auf große Reise gehen.

Es kann noch viel passieren, mit meinem Rheuma und mit vielen Ereignissen um mich herum: Ich mach trotzdem mein Ding weiter!(und werde auch darüber schreiben, was mich umtreibt oder bewegt) Die Wolle der Leineschafe wird nicht weggeworfen, kardieren und spinnen werde ich selber (umweltfreundlich und ganz ohne Strom) und dann werde ich weben. Ich musste erstmal viel lernen, aber jetzt kann es losgehen. Ich bin so froh, dass ich meine Wolle und einige Verarbeitungsgeräte habe. Und so habe ich eben mein Spinnstübchen im Kleinen und bin ganz zufrieden.

Gut und vernünftig um sie kümmern

Betrachte die Welt als dein Selbst, habe Vertrauen zum Sosein der Dinge, liebe die Welt als dein Selbst;
dann kannst du dich um alle Dinge kümmern.
Laotse

Zahm werden Schafe nur, wenn man die auf eine gewisse Art und Weise behandelt. Wenn man die ernst nimmt, hätte ich fast gesagt, und gut behandelt und sich um sie kümmert, vernünftig.“ (Marco Scheel von Nordwolle im NDR-Beitrag „Wolle for future“)

Sich um Schafe kümmern, ja, da war doch mal was, früher in meinem Leben.
Frau Momo hatte mir einen Link zu diesem Beitrag geschickt und ich habe den Beitrag dahinter mir gerne angesehen, weil mir das Unternehmen „Nordwolle“ sehr am Herzen liegt und weil es um Schafe ging. (Vielen Dank Frau Momo.)

Erinnerungen wurden wach an die Zeit, in der ich mit Schafen unterwegs war und für die ich unendlich dankbar bin. Über die Hütehunde hatte ich ja schon geschrieben, aber genau so wichtig waren mir die Schafe.
Als ich immer öfter bei ihnen war, eigentlich jeden Tag, wurde ich die erste Zeit intensiv beobachtet, aus sicherer Entfernung versteht sich. Als ich mich aber immer mehr zu kümmern begann, durfte ich ihnen auch immer näher kommen. Und dann suchten sie sogar meine Nähe.

Dem Schafbock musste ich morgens immer erstmal die Ohren kraulen, die Mütter zeigten mir ganz stolz ihre Lämmer. Näherten sich Fremde, begannen die Mütter drohend mit dem Bein aufzustampfen. Ich durfe die Lämmer anfassen und schauen, ob alles in Ordnung war. Die Tiere merkten es sehr wohl, wer sich kümmert und es gut mit ihnen meint.

Zuerst wunderte ich mich, dass die Hütehunde um die Mittagszeit immer enger werdende Kreise um die Herde zogen. Schließlich legten sich die Tiere, verdauten genüßlich oder dösten ruhig vor sich hin. Ich legte mich auf die Wiese, klemmte den Rucksack unter den Kopf und schloss die Augen. Ich war aufgenommen in die Herde und machte mein Nickerchen mittendrin.
Am Nachmittag fraßen die Schafe nochmal ordentlich und ich konnte allerlei Arbeiten verrichten. Ich hatte gerade gelernt, wie man Klauen schneidet, da war meine Zeit bei den Schafen vorbei.


Schafe sind sehr soziale Tiere. Droht Gefahr, nimmt die Herde die Kleinsten und Schwächsten in die Mitte. Einige Mutterschafe haben die Aufsicht im Lämmerkindergarten, während die anderen fressen. Dann wird gewechselt, ohne Diskussionen und ohne Dienstplan. Den Lämmern gegenüber haben die Mutterschafe sehr viel Geduld. Die Lämmer dürfen auch gleichmal auf dem Altschaf herumturnen oder es als Rutsche gebrauchen. Alles wird mit Fassung getragen.

Vielleicht sollten wir Menschen untereinander auch etwas aufmerksamer sein und uns viel mehr um jeden von uns kümmern, uneigennützig.

um sie musste ich mich besonders kümmern
die wilde Hilde

Die wilde Hilde war mein Sonderfall, störrisch, eigenbrötlerisch, eigensinnig. Schlimmmer als das, was man Ziegen immer so nachsagt. Was habe ich ihr gut zugeredet! Irgendwann folgte dann auch sie meiner Stimme und die Hütehündin musste nicht erst Drohgebärden veranstalten.
Wenn man einmal das Vertrauen der Tiere hat, dann sind sie sehr anhänglich, verschmust sogar manchmal. Sie folgen einem und da beginnt Verantwortung.

Zufällig war ich unter die Schafe geraten, aber dann mochte ich sie nicht mehr missen. Das Lautgeben, der Geruch, das Schnurpsen beim Fressen, wenn sie an mir vorbei zogen, das hatte etwas Beruhigendes, Heimeliges.
Geborgenheit, das war plötzlich wichtig geworden in meinem Leben, nicht die nächsten 10 Paar Schuhe oder dass die frischgefärbten Haare sitzen. High heels, die ein schlankes Bein machen sollen, waren mir genau so unwichtig wie die Modefarben des nächsten Sommers.

Die Liebe, die mir diese Tiere entgegen brachten, hat mir in einer schweren Zeit nicht nur das Leben gerettet, sie hat mich auch geprägt, verändert. Gut so!
Ich hatte schon mal begonnen, die Geschichte dieser Liebe aufzuschreiben und das werde ich jetzt fortsetzen. Was doch ein kleiner Link bewirken kann!
Nochmals: Danke Frau Momo.

Nur mal kurz „Guten Morgen“.

Über den Berg bin ich noch nicht, aber ich möchte wenigstens mal „Guten Morgen“ sagen und mich bedanken für die guten Wünsche. Sie haben mir viel Kraft gegeben. Ich hing ein bisschen arg durch und hatte eine Phase, wo ich vieles als zwecklos ansah. Lange Nächte mit Schmerzen, geänderte Medikamentation und solche Sachen zerren halt an den Nerven.

Aber nun ist es gut. Wenn alte Weiber über ihre Krankheiten schwatzen, ist das ja nicht auszuhalten. Also: Schluss damit.

Ich bin kaum draußen gewesen. Trotzdem war so einiges los bei mir und in meinem Innenhof. Frau Elster zuppelte an der Tanne herum. Ich hätte zu gerne gewusst, ob es da schon neue Triebe oder Ansätze gibt. Auch die Ringeltaube versuchte, Bast vom Kirschbaum zu ziehen. Übt sie schon für den Nestbau?

Es ist ja gerade mal der Januar vorbei, aber ich glaube nicht daran, dass wir noch richtigen Winter bekommen, mit Kälte und Schnee.

„Guten Morgen“ hätte ich fast gerufen, als die Fortsarbeiter vor meinem Fenster standen. Zuerst für mir der Schreck in die Glieder, weil ich befürchtete, dass der alte Kirschbaum weg muss.
Da, wo die ersten Komplexe von Grünau stehen, war einst eine Gartenanlage. Der Kirschbaum vor dem Haus und ein Apfelbaum hinter dem Haus waren übrig geblieben.

Der junge Mann wusste genau, was er tat. Fachmännisch verpasste er dem alten Kirschbaum eine neue Frisur. Wahrscheinlich war der Baum seit Bestehen von Grünau noch nie verschnitten worden. Gut sah er aus am anderen Tag, in der Morgendämmerung.

Lange am Schreibtisch sitzen ist gerade nicht schön. Gewuselt habe ich trotzdem, weil ich die Hände nicht still halten kann. Und wenn ich einmal etwas angefangen habe, dann packt mich auch der Ehrgeiz, es zu Ende zu bringen.

Meine Sommersocken habe ich fertig für die Tochter und für ihre Schwiegermutter am anderen Ende der Welt. Ich hoffe, dass ich sie selber übergeben kann.
Und dann habe ich noch einen Schal angefangen. Wenn er fertig ist, wird er vorn und hinten zipfeln, d.h. er wird „schräg“. Ich weiß, wie gut ein Schal aus Schafwolle tun kann. Er sorgt für eine angenehme Wärme für geschundene Halswirbel, ohne Hitzestau zu verursachen. Wenn ich wieder sitzen kann, dann schreibe ich weiter an meinen Erlebnissen mit den Schafen. Sie haben mich geprägt damals und das hilft mir heute noch.

So, und jetzt wünsche ich nochmal einen „Guten Morgen“. Es wird bestimmt einer.

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Nochmals denke für eure lieben Kommentare. Ich besuche euch auf eurem Blog bestimmt, nur kann es ein Weilchen dauern.

„Sieh dir doch mal deine Erinnerungen an.“ Besser ist aber eine eigene Dokumentation.

„It Never Rains in Southern California.“ Aber kühl ist es abends auch schon mal.

Vor Tagen schlug mir fb vor, doch mal meine Erinnerungen anzuschauen. Eigentlich ist das uninteressant, aber ich habe es doch getan. Vor neun Jahren hatte ich verkündet, dass sich mein Schnupfen in die Nebenhöhlen zurückgezogen hat und da wieder raus muss. Komisch. Es scheint jetzt genau seine Zeit zu sein, denn es ist gerade wieder so, als hätte mir jemand mit der flachen Schaufel gegen den Kopf gehauen.

Ich habe erstmal in den Schongang geschaltet.
An meinen Socken habe ich aber trotzdem weiter gearbeitet, mit Pausen, aber ich habe. Meine Tochter hatte mir erzählt, dass meine Schafwollsocken gut ankamen im Land hinter dem großen Teich. Und deshalb werde ich wieder welche mitnehmen. Ich werde vom Nabu erzählen und den Leineschafen, die die Wolle gegeben haben.

zwei Entwürfe für Sommersocken - festhalten für Erinnerungen
Erinnerungen? Bei dem wievielten Versuch es blieb, weiß ich nicht mehr.

Vorhandene Anleitung nadele ich nicht stur ab. Das geht auch gar nicht. Nicht jedes Muster ist für meine Schafwolle geeignet und die Maschenangaben stimmen auch nie, denn die sind für bestimmte Garne gemacht, nie für meine. Immer Dasselbe stricken ist mir zu langweilig. Also probiere ich, suche mir Bündchenvarianten und Muster, troddele immer mal wieder auf, weil es mir nicht gefällt und finde dann doch noch das, was passt. Langsam habe ich reichlich Erfahrungen mit meinem selbstgesponnenem Garn.

weiterer Bündchenrand
ein etwas weiterer Bündchenrand

Diesmal habe ich mich mit Sommersocken beschäftigt. Auch in Kalifornien ist es abends manchmal kühl. Die Wolle habe ich gelassen in der Farbe, wie sie von den Schafen kam. Sie ist so herrlich weiß. Quietschebunte mache ich bestimmt auch mal wieder.
Ich werde langsam mal zusammentragen müssen, was ich schon gestrickt habe an Socken und Hausschuhen, denn mit den Erinnerungen ist das so eine Sache. Nicht alles bleibt auf der kopfeigenen Festplatte erhalten.

luftiger Bogenrand an der Schafwollsocke
ein mal etwas anderer Entwürf für das Bündchen

Fb bin ich direkt mal dankbar für sein Generve mit den Erinnerungen. Es erinnerte mich nämlich daran, eine eigene Dokumentation zu erstellen, eine Art Musterbuch für meine Socken und Hausschuhe.
Mein Kopf wird schon wieder heile werden. Zumindest sagt er mir das. Und in der Zwischenzeit bin ich halt vielleicht mal etwas still und wusele vor mich hin.

Sommersocken und ein Schaf als Wollknäuel-Halter

„Wer die Enge seiner Heimat begreifen will, der reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte.“
– Kurt Tucholsky –

Es geht mir gut. Ich stricke Sommersocken.
Ich wusele in meinem Spinnstübchen, schreibe, zeichne, spinne, stricke. Langeweile kenne ich nicht und ich komme auch mal ganz gut alleine mit mir zurecht. Bei mir könnte der Tag auch länger sein.

Von meiner jüngsten Tochter, zu Weihnachten, habe ich ein Geschenk bekommen, was gerade im Einsatz bei mir ist und mir gute Dienste leistet. Und nach einigen Tagen Nutzung erst habe ich gesehen, dass es ein Schaf ist, welches meinen Wollknäuel hält. Das sind die kleinen Geschenke, die wir uns gern machen, weil wir uns eben gut kennen und auch mögen.
Mein Wollknäuel saust nicht mehr durch das Stübchen.

Nach der Filzseifenaktion stricke ich nun wieder.
Meine letzten Wollsocken zum Beispiel waren am „anderen Ende der Welt“ gut angekommen. Sie werden getragen, denn auch dort ist es abends und nachts manchmal kalt. Und weil es auch mal wieder Sommer wird, stricke ich jetzt Sommersocken. Diesmal muss ich sie nicht schicken, denn ich kann sie mitnehmen.

Ich werde in diesem Jahr meine Tochter, den Schwiegersohn und vor allem meinen Enkel besuchen. Ein Reisepass ist beantragt und von meinem Doc bekomme ich noch eine ordentliche medizinische Beratung und Vorsorge. Das ist gut so. Zu ihm habe ich großes Vertrauen und kann mich beruhigt auf den Weg machen.

Gespannt bin ich, wie andere mit den Problemen der Zeit zurecht kommen. Ein Blick über den „Gartenzaum“ ist für mich wahrscheinlich mal geboten, denn manchmal möchte ich hier einfach davonlaufen. „Die einsamen Inseln werden aber auch immer weniger“, meinte die jüngste Tochter heute am Telefon scherzhaft. Da hat sie Recht und deshalb werde ich halt mal sehen, was ich hier tut kann, für mich und andere.

Sommersocken
Sommersocken aus der Wolle von Leineschafen

Winter, der keiner so richtig ist.

Trübe ist es draußen. Kalt ist es aber nicht in diesem Winter.
Und heute ist etwas bei uns passiert, was mich schallend lachen lassen hat.Herr E. fand das gar nicht lustig.

Wenn die Sonne scheint, dann verlegt Herr E. sofort seinen Aufenthalt auf den Balkon. Und wenn es auch nur einige Minuten sind.
Und tatsächlich: Die Sonne kam, Herr E. trug den Stuhl raus und schnappte sich die Decke. Kaum war er draußen, war die Sonne weg und Herr E. kam wieder rein. Das passierte noch drei Mal und das Prozedere reizte mich zum Lachen.

Dabei macht mir das auch einige Sorgen, zumindest, was die fehlende Kälte anbelangt. Und was erwartet uns im Sommer?

Baum im Winter
ohne Schnee, aber doch im Winter

Mein Wollkorb war auch über die Feiertage nicht weggeräumt. Strickmuster für meine Schafwolle habe ich ausprobiert und eine neue Methode, Maschen mit der Häkelnadel aufzunehmen. Wenn ich meine große Reise antrete, dann möchte ich Socken aus Schafwolle im Gepäck haben. Bei meiner Tochter hinter dem großen Teich ist es gerade recht kalt und alle haben meine dicken Schafwollsocken an. Und damit ich nicht erst wieder ein Paket schicken muss, mit Zollerklärung und so etwas, nehme ich welche mit.

Im Winter habe ich ja immer mal einen Reumaschub. So auch jetzt. Mein dreifach gezwirntes Sockengarn musste noch warten. Nun aber kann ich mich wieder ans Spinnrad setzen, dünn spinnen und dreifach zwirnen. Ich habe keine Lacy Kate, in die ich drei Spulen zum Zwirnen einlegen kann. Ich habe aber schon eine Idee, wie ich es trotzdem hinbekommen kann.

die letzte Filzseife - Beschäftigung im Winter
Seife einfilzen – eine feine Beschäftigung im Winter

Meine Seifen habe ich fast alle eingefilzt, d.h. die letzte wird gerade fertig. Dann schließe ich das „Häuserprojekt“ ab. Erstmal. Im nächsten Dezember werde ich Märchenmotive fertigen und einige andere Ideen habe ich auch noch. Ich werde alle verschenken. Ein bisschen Freude verschenken, kann nichts schaden. Und ich habe meine Motivbilder und werde noch eine Anleitung schreiben. Ich freue mich.

Eine der Frauen im Wohnblock, der ich eine Seife geschenkt hatte, sagte mir, dass sie sie hingestellt habe. Zum Waschen will sie sie nicht nehmen, weil sie ja dann kaputt geht. Na und? Ich mache doch Neue. 🙂

Die Ruhe der letzten Tage möchte ich mir noch ein bisschen erhalten.
Es hat lange gedauert, das Berufsleben abzuschließen. Ich hatte ständig das Gefühl zur Straßenbahnhaltestelle zu laufen, immer darauf gefasst, dass die Bahn an mir vorbei donnert, ohne mich. So langsam komme ich „im neuen Leben“ an. Untätig muss ich ja nicht sein.

Kein Adventskalender, aber dennoch so etwas wie das erste Türchen.

„Welches auch die Gaben sein mögen, mit denen du erfreuen kannst, erfreue.“
Ovid (43 v. Chr. – 17 n. Chr.), römischer Epiker

Seit ich blogge, und das sind nun schon viele Jahre, habe ich noch nie einen Adventskalender für den Blog gefertigt. Ich bekomme das einfach nicht zu Stande. Es sollte etwas Schönes sein, etwas über das sich jeder freuen kann, was vielleicht an die eigene Kindheit oder anderes erinnert. Ich würde basteln und pfriemeln und doch nie fertig werden. Aber heute habe ich etwas, was ich in das erste Türchen legen könnte.

für das erste Türchen in einem gedachten Adventskalender

Meine erste Filzseife ist fertig. Ich werde sie verschenken.
Nicht nur um die Weihnachtszeit herum, aber auch da, verschenke ich gerne. Ich möchte damit immer einigen Menschen meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Und deshalb lege ich heute Mal die gefilzte Seife in ein erstes Türchen.

Es ist nichts teuer oder kostbar. Viel Arbeit steckt drin, ja, aber die mache ich gerne. Nichts ist für mich schöner, als zu sehen, wie das Bild Form annimmt, sich immer weiter vervollkommnet und gestaltet. Bis ich sagen kann: fertig.
Dann packe ich die fertige Seife wieder in ihre Verpackung, weil da die Inhaltsstoffe schon drauf stehen. Ich schreibe dann lieber noch eine kleine Geschichte über die Schafe, die ihre Wolle für das Geschenk gegeben haben.

Massenproduktion könnte ich so nicht machen. Das will ich aber auch nicht. Jede Seife soll etwas ganz Besonderes werden. Ich nehme mir dafür viel Zeit.

Die Seife aus dem ersten Türchen, verschenke ich an eine Nachbarin, an eine behinderte Frau, die so viel Lebenmut hat, dass sie anderen immer etwas davon abgeben kann. Ich möchte, dass sie immer ihre Kraft spendende und fröhliche Art behalten kann.

Und nun warten noch sieben Seifen darauf, ihr Gesicht zu erhalten.