Regenfahrt mir Fridolin. Es wird ungemütlich draußen.

Warm eingepackt kann einem doch der olle Regen gar nix.

Heute musste ich mir eine Regenfahrt mit Fridolin gönnen. Eigentlich ist es die Zweite schon, aber die weniger Schlimme. Ich muss mich anders anziehen, wenn ich bei solchem Wetter mit Fridolin unterwegs bin. Ein dünnes Jäckchen und darüber ein Cape wärmt nicht und lässt die ganze Sache unangenehm werden. Ich sitze ja die meiste Zeit still auf dem Poppes.

Ich musste zum Bürgeramt und konnte mir die Zeiten nicht heraussuchen. Es ist verdammt anstrengend, sich einen Termin zu besorgen. Ohne kommt man nicht mehr rein.
Also habe ich mich warm angezogen, eine Mütze aufgesetzt und los ging die Regenfahrt mit Fridolin.

entdeckt auf meiner Regenfahrt
Es wird immer mehr etwas herbstlich.

Einen feinen Weg hatte ich mir herausgesucht, immer und in aller Ruhe an der S-Bahn entlang und dann noch ein kleines Stücke auf dem Radweg bis zum Bürgenamt. Unterwegs traf ich junge Leute, die anfingen zu lachen, als sie mich mit Fridolin sahen. „Hehe, das ist ja mal eine coole Oma!“, riefen sie sich zu. Naja, Oma höre ich nicht so gern, obwohl es ja stimmt, aber ihnen zugewunken und gelacht habe ich.

Meinen Kram auf dem Bürgeramt habe ich erledigt und auf dem Rückweg ging mir ständig die Frage durch den Kopf, was ich mit meinen vielen Regenschirmen mache. Die nützen mir nun wirklich nichts mehr. Herrenschirme sind dabei, Knirpse, verschiedene Stockschirme mit Rüschen. Ich hatte schon mal übelegt, ob ich den großen Stockschirm aus Pisa über mein Bett hänge, so wie bei Spitzwegs armen Poeten. 😀

Pilz im Herbstregen
Er sah so schön glänzend aus in der Nässe.

Fridolin hat mich gut wieder nach Hause gebracht. Ich fand es sogar ganz gut, draußen gewesen zu sein. Seit ich nicht mehr hadere, dass es bei mir etwas anders ist als bei anderen, geht es mir gut und ich entdecke auch wieder spaßige Momente.
Meine Tochter hat mich eingeladen, im nächsten Jahr zu ihr ans andere Ende der Welt zu kommen. Ich bin noch sehr unsicher, ob ich das schaffe, aber eine feine und interessante Reise wäre es schon.

So, jetzt gehe ich an mein Spinnrad. Und es gibt Hagebuttentee, gesammelt und gebrüht von G.E.

Besuch im Martzschpark mit Tiergehege in Lützen

§ 1 Zu meinen Erben ernenne ich die im Kreis Merseburg gelegene Stadtgemeinde Lützen.
– aus dem Testament von Karl Louis Martzsch (1830-1897) –

Der Martzschpark ist nicht weit weg von Leipzig. Hier war ich mit meinen damals kleinen Kindern oft und auch jetzt zog es mich und meinen Besuch dahin. Die Tochter verfrachtete mich ins Auto und Herr E. für mit dem Fridolin bis kurz vor Lützen. Gut so, denn einen Radweg an der Straße gab es nicht. Ich hatte ob der stark befahrenen Straße Fracksausen und konnte nun doch den ganzen Martzschpark durchqueren ohne Schmerzen.

im Martzschpark in Lützen
mein Lieblingstier

Das Wetter war trübe, wie in den letzten Tagen ständig. Das hielt uns nicht ab, den Martzschpark zu besuchen. Einiges hat sich hier verändert und noch immer wird gebaut und gewuselt.
Die Zäune sind neu. Gut so, denn nur so können die Tiere sicher sein. Zu viel war hier schon passiert. Die Kamera konnte ich oft nicht über den Zaun halten, aber auch so war es ein tolles Erlebnis.

im Martschpark in Lützen
Bekomme ich etwas?

Gleich am Eingang kann man etwas Futter kaufen für die Tiere. Eigenes Zeuchs soll man ihnen nicht geben und ich hoffe, dass sich alle daran halten. Auch Brot ist ungesund und gefährlich für die Wiederkäuermägen. Mich haben die Tiere nur mal kurz beäugt und weil ich keine Tüte in der Hand hatte, wurde ich schnell uninteressant.
Sie scheint zu fragen, ob sie etwas abbekommt vom Futter. Na klar, sie bekam.

Futter wurde vom Park bereitgestellt
klar, sie bekam

Im Park gab es eine kleine Hütte mit einem als Wohnzimmer eingerichtetem Zimmer. „Hotel Maus“ stand oben an der Hütte dran. Durch eine große Glasscheibe kann man zahlreiche Mäuse beobachten, die da wohnten und durch den Raum flitzten. Eine tolle Idee! Das hat mir sehr gefallen. Nur fotografieren konnte ich es nicht. Die Scheibe spiegelte zu stark.

Der Hirsch und Heinrich
der Hirsch und Heinrich

Irgendwie heißen alle Hirsche bei uns Heinrich. Meine Kinder hatten das einst so festgelegt und so sollte auch die Bildunterschrift zuerst heißen. Dann fiel mir ein, dass Herr E. mit zweitem Vornamen Heinrich heißt und so waren die beiden auf dem Bild dann der Hirsch und Heinrich. 🙂

Die Schweinerei hatte es meiner Tochter besonders angetan. Sie konnte sich gar nicht mehr von den Schweinchen trennen. Die haben aber auch ein feines Schweineleben, weil sie nach Herzenslust den Boden umwühlen können auf der Suche nach Wurzeln und Essbarem. Ihnen ging es gut. Das hörte man am zufriedenem Grunzen. Ich wünsche mir, dass es alle Schweine so gut haben.

ein Kranich wird versorgt
ein Kranich wird hier versorgt

Ich gebe zu, dass ich noch nie einen Kranich gesehen habe. Ich weiß nicht, was ihm passiert war und warum er mit den anderen nicht mitkonnte. So wird er eben im Martzschpark versorgt, genauso wie ein flügellahmer Storch. Ich finde es gut, dass Menschen sich ihnen angenommen haben.

Hinweisschild
wir hatten Respekt

Es war ein richtig schöner Tag und ich war glücklich, dass ich ihn so erleben konnte. Herr E. hat schließlich meinen Fridolin wieder nach Hause gefahren. Wenn wir mal wieder in den Martzschpark wollen, dann machen wir Radpartie über den Elster-Saale-Radweg und schleichen uns von der anderen Seite an.
Für Kinder ist der Park übrigens ein Traum. Eselreiten gibt es, wunderschöne Spielplätze und allerlei Pfade, die erkundet werden wollen.
Nur, dass die Tochter nun schon wieder an ihrer Nordsee ist, das macht mich einwenig traurig.

In Leipzigs Clara-Zetkin-Park. Unterwegs mit meinen Nordseekindern.

Endlich wieder Besuch! Ich war unterwegs und hatte keine Zeit für Blog und anderes. Ich habe diese Zeit genossen und viele gute Eindrücke mit genommen.

Meine Nordseekinder waren zu Besuch. Endlich, nach so langer Zeit. Wir waren viel unterwegs, am letzten Tag im Clara-Zetkin-Park in Leipzig. Das Wetter war nicht toll. Es nieselte immer mal und war ansonsten recht grau. Die Laune hat es uns nicht verdorben und zu einem ersten herbstlichen Spaziergang passte es.

herbstlicher Spaziergang im Clara-Zetkin-Park
im Clara-Zetkin-Park

Durch den Clara-Zetkin-Park bin ich früher oft gelaufen. Ich arbeitete ja lange Zeit in unmittelbarer Nähe. Jetzt war ich froh, dass ich mal wieder dort sein konnte. Mein letzter Besuch war lange her.

Eigentlich wollten wir Eichhörnchen füttern, aber die ließen sich nicht blicken. Gut, es war auch allerhand los im Park, trotz Nieseletter. Nun müssen wir später noch mal hin, denn Herr E. musste extra für uns (und natürlich die Hörnchen) nochmal Nüsse kaufen.

Wenn man durch den Clara-Zetkin-Park läuft, den Clara-Park, wie ihn die Leipziger liebevoll nennen, dann kann man jede Menge entdecken, auch allerlei Skulptueren. Wer die beiden Turner oder Tänzer geschaffen hat, weiß ich noch nicht. Ich werde mal eine Skulpzuren-Tour durch den Clara-Zetkin-Park machen müssen, denn an der „Clara“ bin ich gestern auch nicht vorbei gekommen.

Der „Bär auf Kugel“ im Clara-Zetkin-Park wurde von August Gaul erschaffen. Um die Jahrhundertwende fertigte der Bildhauer zahlreiche Tierplastiken an, die er als Teile von Brunnen- und Architekturensembles entwarf. Der Bär steht in Berlin am Kaufhaus Wertheim. Leipzig hat seit 1985 einen Abguss.

Herr E. liebt Dahlien über alles. Logisch, dass wir an den wunderschön und den Jahreszeiten entsprechend bepflanzen „Blumengarten“ verweilen mussten. Mal sehen, ob ich mal so eine herrliche Dahlie in Farbe und Form bekomme für den Garten.

Den Besuch im Clara-Zetkin-Park und entlang des Elster-Flutbeckens in Leipzig habe ich sehr genossen. Es waren Eindrücke, die ein Weilchen bleiben. Herbstlich wird es schon langsam, aber auch das hat durchaus seinen Reiz.
Danke, ihr Lieben aus dem Norden, dass ihr nicht locker gelassen habt, mich aus dem Haus gelockt und dahin gekarrt habt.

Am Lindenauer Hafen. Fahrt zu einem Lieblingsort.

„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es noch einmal zu versuchen.“ – Thomas Alva Edison –

Das ganze Wochenende war ich unterwegs, diesmal am Lindenauer Hafen. Fridolin macht es möglich. Ich bin wirklich froh, dass ich ihn habe und bin meinen Mädels dankbar, dass sie mich unterstützt haben. So kann ich mich fortbewegen, ohne Schmerzen, die mir lange jede Freude am Draußensein verdorben haben.
Schlehen und Hagebutten wollte ich sammeln, an einem Ort, den ich liebe und an dem ich schon eine Ewigkeit nicht mehr war. Ein Radfahrer meinte zu seiner Frau: „Kucke mal, Fridolina ist unterwegs.“

Herr E. hat mir beim Pflücken geholfen. Wenn es zu huggelig wird, kann ich nicht zu den Sträuchern turnen. Zu Hause habe ich die Hagebutten dann halbiert. Sie trocknen schon mal in der Sonne vor und dann kommen sie nach und nach in den Dörrautomaten. Noch trocknet der Schlehen vom Lindenauer Hafen.

Am Lindenauer Hafen war ich schon ewig nicht mehr. Ich habe den Tag genossen, die Sonne, die Wärme, die Tiere, meine Wildnis, in der ich schon immer gerne war. Auf dem Weg dahin habe ich mir mal ein Eis gegönnt, eines mit Basilikum. Ich wusste nicht, was mich erwartet, aber lecker war es. An meine Lieblingsorte komme ich jetzt wieder. Gut so, denn in der Wohnung hocken macht mich krank.

Hagebutten und Schlehen konnte ich mitbringen und was letztendlich daraus entstanden ist, zeige ich, wenn es fertig ist. Am Abend jedenfalls habe ich fleißig geschnippelt und gewerkelt, während Herr E. das Triell geschaut hat. Ich hatte ihm Kopfhörer verbrummt, denn ich will nichts mehr Derartiges hören und sehen.

Das nächste Ziel habe ich mir schon ausgekuckt. Wenn es nicht gerade Mistgabeln regnet oder wir einschneien, werde ich mit Fridolin unterwegs sein. Wenn es kalt wird, gibt es eben ein Schaffell über die Knie. Irgendetwas geht immer und das macht mich gerade ganz glücklich. Alles ist jetzt ein bissel anders, aber nicht weniger schön.

Von Molly und einem Kirchhof. Unterwegs in der Elsteraue.

Ich bin zu gerne auf dem Lande.

Wer Molly ist zeige ich gleich.
Meine Freundin hat mich abgeholt und dann sind wir beide in die Elsteraue gefahren. Die Freundin aus der Aue hatte sich Waldmeister gewünscht und ich hatte im Garten welchen für sie eingetopft. Ich hoffe, dass er auch bei ihr gut wächst.

Die Fahrt war schon schön. abgeerntete Felder, Heurollen, Weite bis zum Horizont, blauer Himmel und Sonne. Herrlich! Auf der Rückfahrt wollten wir noch anhalten und Fotos machen, auch vom Fluss Elster und dem Zwenkauer See, aber wir haben es nicht mehr geschafft. Wir hatten uns verschwatzt und Molly war auch ein bisschen Schuld, dass wir zu spät los kamen.

in der Elsteraue, da wo Molly wohnt
Der Regen hat der Natur gut getan.

Bei der Freundin haben wir im Hof gesessen. Ich glaube, wenn ich dort wohnen würde, wäre ich nur da draußen. Wenn ich dort sitze ist es, als ob eine Last von mir abfällt. Die Ruhe, die mich dann überkommt zeigt mir, wie sehr ich sonst gerade unter Strom stehe. Diesmal zeige ich keine Fotos vom Hof.

Das Haus, in dem die Freundin wohnt, war mal die Dorfschule und eine kleine Pforte führt in den Kirchhof nebenan. Da bin ich hingekraxelt und dort habe ich dann auch Molly getroffen.

Die Kirchenglocken höre ich manchmal, wenn ich mit der Freundin telefoniere.
Im Kirchhof blüht so einiges, auch Kermesbeeren. Ich überlege, ob ich mit solchen Beeren mal Wolle färbe.
Der Holunder wird schon reif. Ich werde mich mit Fridolin bald auf die Suche machen. Im Kirchhof habe ich natürlich nichts mitgenommen.

Und dann traf ich Molly und mir ging das Herz auf.

Molly
Molly genießt die Sonne und die Wärme.

Das ist Molly. Zehn Wochen ist sie alt, wie mir die Frau später erzählte, bei der die kleine Katze wohnt. Sie sieht aus wie meine Penny, nur viel kleiner und zarter. So ein neugieriger, kleiner Fegewind!
Den Kirchhof und Hof der Freundin trennt eine hohe, mit Efeu bewachsene Mauer. Als wir später wieder im Hof der Freundin saßen, raschelte es dolle im Efeu. Nach einer Weile tapste Molly auf den Hof. Sie war an der Kirche den Efeu hinauf geklettert und auf der anderen Seite wieder hinab.

Mal sehen, ob ich Molly mal wieder treffe, wenn ich die Freundin besuche. Die Katze wohnt ja gleich nebenan.

Störche kucken und mit Fridolin zu meinem alten Dörfchen.

Heute gehörte mir die halbe Welt! Ich war endlich wieder unterwegs und ich habe es genossen.

Zu dem Storchennest neben dem Radweg zu meinem ehemaligen Dörfchen wollte ich. Störche kucken wollte ich, so wie ich das damals immer gemacht habe, als ich noch in dem kleinen Dörfchen Räpitz wohnte und den Radweg langgedüst bin.
Die Störche zwangen mich damals schon immer zu einer Pause.

Störche kucken mit Fridolin
Ohne meinen Fridolin wäre ich nicht zur Landpartie gekommen.

Ohne meinen Fridolin wäre ich da nicht hingekommen, denn Fahrrad fahre ich schon lange nicht mehr.
Schön war es, an den Feldern vorbei zu fahren, den Wind im Gesicht zu spüren und einfach mit den anderen Radlern mithalten zu können. Drinnen zu sitzen, das hat viel zu lange gedauert. Ich habe die Freiheit heute unglaublich genossen. Den anderen, die unterwegs waren, ging es vielleicht auch so, denn mit den meisten konnte man ein freundliches „Hallo“ tauschen. Das tat gut.

Die meisten Felder sind schon abgeerntet – Herbststimmung.

Die meisten Felder waren schon abgeerntet. Windig war es sehr, aber das ist es dort fast immer. Nicht umsonst gab es im Dörfchen mal vier Mühlen.
Trotzdem: Es machte sich bei mir Herbststimmung breit und die macht mich immer ein bisschen traurig. Aber nur ein ganz kleines Bisschen.

Der Elster-Saale-Radweg

Es waren viele Radler unterwegs und schon kleine Kinder strampelten auf ihren kleinen Rädern mit. Ich mag es, wenn ich so in die Ferne schauen kann, weit über die Felder. Und genau das konnte ich heute nach Herzenslust genießen.
Die Dürre der letzten Jahre war auch hier zu spüren. Da gab es ein Gartengrundstück mit ganz vielen Fichten. Wie hab ich die damals drum beneidet. Heute waren alle braun und vertrocknet.

Die Störche in ihrem Nest in Seebenisch wollte ich besuchen.
Die Störche in ihrem Nest in Seebenisch wollte ich besuchen.

Die Störche im Nest auf dem Schornstein einer alten Gärtnerei wollte ich besuchen. Neben dem Radweg und nahe am Nest war ein Rastplatz.
Ich hatte Glück. Der „Storchenvater von Markranstädt“, Herr Heyder, „der Herr der Ringe“ oder wie man ihn sonst noch liebevoll nennt, war da und hatte viel zu erzählen.

Es waren nur noch die alten Störche im Horst. Die beiden Kleinen hatten sich gestern mit anderen Jungstörchen auf dem benachbarten Feld getroffen. Heute morgen hatten sie sich auf ihren weiten Weg gemacht. Nie wieder werden sie hierher zurück kommen.
Die Eltern erholen sich noch zwei bis drei Tage und dann machen auch sie sich auf den Weg, getrennt. Treue kennen sie nicht. Sie kommen zurück zum Horst, nicht zu einem Partner.

Na dann: Gute Reise und kommt wieder im nächsten Jahr. Hach, ein bisschen wehmütig ist mir da schon jedesmal. Gut, dass ich mit meiner Landpartie nicht noch länger gewartet hatte. So konnte ich Herrn Storch und seine polnische Partnerin noch sehen.

ein unbebrütetes Storchen-Ei hat Herr Heyder immer mit zum Zeigen

Danke an Dietmar Heyder, den Storchenvater, dass er sich Zeit für uns alle genommen hat. Viel hatte er zu erzählen von den Störchen und von der manchmal recht beschwerlichen Beringung der Jungvögel. Die Dürre der letzten Jahre hatte auch ihnen und dem Nachwuchs zu schaffen gemacht. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass alles in der Natur seinen angestammten Platz behalten kann. Immer!

Ich habe dann noch mein ehemaliges Wohnhaus besucht. Da oben, in der Mitte links, habe ich mal gewohnt. Vom Küchenfenster auf der anderen Seite aus, hatte ich einen herrlichen Ausblick über die Felder. Es war eine gute Zeit hier.

mein altes, neu gemachtes Wohnhaus

Jeder Ausflug geht einmal zu Ende. Wenn ich mit Fridolin zur Freundin in die Elsteraue will, muss ich hier lang. Das heißt, die Hälfte der Strecke hab ich heute schon mal geübt.
Ein schöner Tag war das. Ich habe viel gesehen, konnte mit anderen Menschen reden, war nicht alleine. Und bestimmt mache ich mich mal wieder auf den Weg. Die neue Freiheit muss ich nutzen.

Besuch der Elsteraue. Landpartie, Geburtstagsfeier, Weibernachmittag.

Wenn ich nicht so ängstlich wäre, gänge es auch mit meinem Fridolin.

Die eine Freundin hatte Geburtstag und wollte die anderen beiden mit dem Auto einsammeln und auch wieder nach Hause bringen. Wir haben aber beschlossen, zu der Freundin zu fahren die am weitesten weg wohnt. Wenn wir uns dort zusammensetzen, dann muss die Wegstrecke nur einmal gefahren werden.
Also haben wir in der Elsteraue den Kaffeetisch gedeckt.

Geburtsagsstrauß aus der Elteraue
Der Geburtstagsstrauß aus der Elsteraue.

Es war so schön wieder mal zusammen zu sitzen, zu schwatzen und zu lachen. Und gelacht haben wir reichlich, so dass ein Nachbar mal schauen musste, wer da so gickert.

Ich bin gerne auf dem Lande, aber ich kann da ohne Hilfe nicht leben. Aber die Freundin besuchen ist immer etwas ganz Besonderes. So einen Hof wünsche ich mir. Da könnte ich nach Herzenslust mit Schafwolle rumdreckern, matschen, färben und im Schuppen einen Webstuhl aufstellen. Ich glaube, ich wäre dann nur draußen.
Das geht so nicht, es geht aber kleiner und anders.

Wenn ich nicht so ein Schisser wäre, könnte ich mich auch mit meinem Fridolin aufmachen in die Elsteraue. Ich habe mir schon die 30 km lange Route angesehen, immer die Radwege lang. Aber alleine? Und wenn ich stehenbleibe? Und wenn es dann dunkel wird?
Ich probiere es aber erst mal mit der Hälfte des Weges, bis zu meinem alten Wohnort im Dörfchen. Mal sehen, ob ich mich irgendwann noch weiter traue.

Wenn man sich wohl fühlt, dann vergeht die Zeit wie im Fluge. Wenn nicht, zieht sich alles wie Kaugummi. Nach dem Regen wurde es kühl und die Mücken ließen uns nicht mehr in Ruhe. So langsam mussten wir uns auf den Heimweg machen. Die Freundin gab mir einen Strauß aus getrockneten Getreide mit. Der steht jetzt auf meinen Schreibtisch.

Die Haus- und Hofkatze ist sehr scheu. Ihr Herz konnte ich noch nicht erobern. Bestimmt war ich nicht das letzte Mal in der Elsteraue. Und dann sehen wir mal, wie weit ich mit meinen Katzen-Überredungskünsten komme.
Auf alle Fälle war es ein sehr schöner Tag mit den Freundinnen für den ich wirklich dankbar bin.

die Haus-und Hofkatze der Freundin aus der Elsteraue
Sie muss ich wohl noch ein bisschen umwerben.

Ruhepause. Beobachtungen von der Gartenliege aus.

Beobachtungen von der Gartenliege aus.

Ruhepause.
Meine zweite Impfung habe ich nun also auch weg. Es beruhigt mich schon sehr. Traurig macht mich, wenn ich sehe, was im Rest der Welt los ist und was dort alles nicht geht. In nicht nur einem Land hungern die Menschen. Der Boden ist ausgedürrt, nichts wächst, Wasser reicht nicht mal zum Trinken, das Vieh stirbt. Und wenn ich dann Kommentare im Netz lese wie: „Na und? Da dürfen sie eben nicht so viele Kinder in die Welt setzen.“, dann bekomme ich Wut.

Leipzig hat Feuerwehr- und Rettungskräfte in die vom Hochwasser verwüsteten Gebiete in Deutschland geschickt. Richtig so. Aber auch da lese ich wieder: „Und, die sächsische Schweiz ist wohl nicht weit weg genug?“ Eigentlich wollte ich über so etwas nie wieder schreiben, weil das nicht viele sind, die so denken und ihren gedanklichen Mist in die Welt quirlen. Weil ich es aber gelesen hatte und noch einiges andere auch, entsetzt bin über die Thüringer CDU und auch über das Verhalten und Geschwätz einger Politiker, brauchte ich eine Ruhepause. Weg vom Netz, weg vom Geschwurbel, weg von empathielosem Gesabbel. Und wo finde ich Ruhe? Klar, im Garten.

Ruhepause: Auf der Wiese habe ich gelegen

Ruhepause im Garten

Nein, Gras gekaut habe ich nicht. Aber herrlich war es.
Herr E. hatte mir für meine Ruhepause die Liege auf die Wiese unter die beiden Obstbäube gestellt. Ich mag es sehr, im Schatten von Bäumen zu sein und den geben unsere beiden Bäume jetzt. Über mir hopsten vielleicht zwanzig Meisen in den Bäumen herum und holten sich Körnchen aus dem Futterspender. Sie haben sich sehr benommen. Meine Liege blieb sauber.
Mir war schon klar, dass ich nicht zum Schlafen komme. Es gab einfach zu viel zu sehen.

Lavendula hat Besuch

Die Wiese haben wir nicht kurzgesäbelt. Schön war es, von der Liege aus das Gesummsel zu beobachten am Klee und auch auf dem Lavendel. Die weißen Schmetterlinge scheinen bei uns zu wohnen. Sie sind in jedem Sommer da und ich freue mich jedesmal wieder über die quirligen Gesellen.

Kürbisanbau – im Dörfchen abgekuckt und nachgeahmt

Vor Jahren hatte ich gesehen, wie jemand im Dörfchen seine Kürbisse wachsen ließ. Das wollte ich auch immer so haben und deshalb habe ich die Ranke nach oben und auch so auf den Zaun gefädelt. Noch haben die Pflanzen ein bisschen Ruhepause, aber wenn dann vielleicht dicke Kürbisse am Zaum hängen, dann freue ich mich. Sie fühlen sich offenbar recht wohl an ihrem Zaun, denn sie blühen üppig.
Wie Herr E. aber dann zu seinem Teichfilter kommen will, weiß ich nicht.

Ruhepause und dann Entfaltung zu voller Pracht und Schönheit

An der Kardendistel ist ja immer viel los. Die Hummeln, diese Plüschpopos, sind dort fast den genzen Tag zu finden. Diesmal aber war noch jemand anders da.
Und da hat es mich von meiner Liege hochgezogen. Ich musste mit der Kamera unbedingt da hin.
Mein Schmetterling bewegte sich von Blüte zu Blüte, immer um die Kardendistel herum. Und immer, wenn er ein Stücke nachrückte, öffnete er ganz kurz die Fügel. Also legte ich mich mit der Kamera auf die Lauer, war allerdings ständig zu spät. Aber dann hat sich meine Geduld doch noch gelohnt.

in voller Pracht und Schönheit
in voller Pracht und Schönheit

Frau Fridolin, eine spuckende Pflanze und ein Kirschkernbaum.

Lauter Fröhlichkeiten.

Frau Fridolin kommt

Heute war ich im Gartencenter, nur so manche Pflanze anzukucken. Gekauft habe ich keine, ich brauchte nur etwas Orchideendünger. Das Center ist nicht weit weg von mmeinem Zuhause, aber ich kam da einfach nicht mehr hin. Mit Fridolin geht es jetzt schon wieder.

Unterwegs habe ich ein Ehepaar überholt und weil ich dann etwas getrödelt hatte, passierte das gleich nochmal. Auf dem Rückweg habe ich das Ehepaar schon wieder überholen müssen.
„Man trifft immer die Selben.“ Ich konnte es mir nicht verkneifen.
„Ach ja, stimmt. Frau Fridolin kommt.“ Und dann gab es erstmal ein herzliches Lachen.

Doch, ganu ohne Pflanze bin ich doch nicht nach Hause gekommen. Ein Johanniskraut und ein Rainfarn ist bei mir eingezogen auf dem Balkon. Ich habe sie am Wegesrand gefunden und zu Hause eingepflanzt. Ob sie bei mir wachsen wollen, bleibt abzuwarten.

Der Kirschkernbaum – auch so eine besondere „Pflanze“

Die Vögel vor meinem Fenster sind beschäftigt. Sie machen sich über die Kirschen her. Und dann sieht man an manchem Zweiglein nur noch Kirschkerne hängen. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Es ist gut, dass der Baum ausschließlich den Vögeln gehört. Die vielen Kerne am Baum sind allerdings schon eine besondere Zierte.

Eine spuckende Pflanze

Bei der Magagaskarpalme sind die Samen reif. Und was passiert? Die Pflanze spuckt sie in hohem Bogen von sich. Wenn die Körnchen auf Erde treffen, dann wachsen neue, kleine Palmen. Ich könnte eine Zucht aufmachen.Und wenn meine Freundin Karin aus der Elsteraue eine haben möchte, dann bekommt sie die.

Und sonst so?

Morgen werde ich wieder unterwegs sein. Es ist gerade schön draußen und ich kann wieder Menschen treffen, erfreuliche Dinge sehen und viele Ideen finden und mitbringen. Die Linden blühen in der „Lindenstadt“ und es liegt ein herrlicher Duft in der Luft, besonders am Abend. Auf dem Balkon blüht der Koriander, so manche Pflanze steht kurz davor.
Bei der Suche nach den Spindeln bin ich auf eine tolle Idee gestoßen. An der Umsetzung arbeite ich gerade und werde es bestimmt irgendwann zeigen.

Es ist schön, wie es ist, und ich spüre jeden Tag, dass ich gerne lebe.

Nachtfahrt mit Fridolin und Fracksausen von Fahrschülerin Gudrun.

Unterwegs mit dem Krankenfahrzeug. Und ich dachte, ich nehme das lockerer.

Ich glaube, das letzte Mal im Garten war ich vor vier Jahren. Pflanzen habe ich zu Hause vorgezogen, aber wachsen und sie zur Reife zu bringen – das konnte ich nicht.
Herr E. versprach mir, dass wir nicht im Dunkeln nach Hause fahren. Dass es dann doch eine Nachtfahrt wurde, habe ich nicht vorher gesehen. Ich währe vielleicht nicht mitgefahren.

Die Fahrt in den Garten war nicht ganz ohne. ein Stücke muss ich auf dem Radweg neben einer der am stärksten befahrenen Straßen in Leipzig fahren. Lange war ich nicht unterwegs gewesen und dann gleich das. Ja, ich hatte schon Angst, dass mich ein Autofahrer übersieht. Auch die Fahrerei durch Altlindenau, auf den Straßen zum Garten hat mir etwas zu schaffen gemacht. Gegen die Nachtfahrt auf dem Rückweg war das aber ein Klacks.

Als ich ihn beobachten konnte, dachte ich nicht an eine Nachtfahrt nach Hause

Die Einfahrt in die Gartenanlage war nicht einfach, denn ich musste eine Kante überwinden und ein Rille. Jemand der laufen kann, macht einen großen Schritt. Bei mir ist das anstrengender und hinter mir war einen stark befahrene Straße, also ordentlich Druck. Es ist zwar gut gemeint, dass Böller Radfahrer und andere zum Absteigen zwingen. Ich allerdings musste zirkeln, um mit Fridolin da durch zu kommen.

Die Gartenvögel sind gerade richtig aktiv. Es war schön, sie zu beobachten. Es hat mich sehr ergriffen, als ich einen Spatz beobachtete, wie er einen Sonnenblumenkern schälte und dann an seinen kleinen Federball verfütterte. Ich fand das so rührend.

rote Rosen

Manche Pflanzen hatte ich vor Jahren gepflanzt. Schön, sie alle wieder zu sehen. Ich mag es sehr, wenn alles blüht. Jetzt ist es besonders schön im Garten. Nein, ein Rosen-Fan bin ich nicht. Ich mag alles, was auf einer Wiese blüht, einfach so. Andere würden das als Unkraut bezeichen.
Naja, schön anzusehen sind sie aber schon, die Rosen.

Diese Rose musste Herr E. mal richtig herunterschneiden, als der Brunnenbauer kam. Sie hat es nicht übel genommen. Vor so viel Lebenswillen habe ich großen Respekt. (Und manchmal erwische ich mich dabei, dass ich das der Rose auch sage.)

Langsam wurde es Abend und langsam wurde ich unruhig. Ich wollte nach Hause, aber Herr E. hatte noch dies zu tun und das … Und so wurde es duster und dann dunkel. Ich werde also eine Nachtfahrt machen müssen.

kurz vor meiner Nachtfahrt: es wurde Abend

Wir fuhren los. Herr E. kannte seine Wege, hat auch keine Not, mit dem Radl eine schlecht abgesenkte Bordsteinkante hoch zu kommen. Ich schon. Also suchte ich nach einer besseren Auffahrt, um den kleinen Park durchqueren zu können. Herr E. war erstmal weg. Es dauerte lange, bis er merkte, dass ich nicht kam. Ich schaffte es durch den Park und an die Bundesstraße, neben der ich den aungezeichneten Radweg lang musste. Mir war nicht wohl in meiner Haut.

Keine Angst, mir geht es gut und meine Nachtfahrt habe ich gut überstanden. Fridolin hat mich gut nach Hause gebracht. Und doch ist mir klar geworden, dass das Fahren jetzt ganz anders ist. Ich habe eine ganz andere Sicht als andere, sehe ganz anders und manches Pillepalle-Hindernis ist für mich ein ganz großes.

Es war schön im Garten und bald mache ich mich wieder auf den Weg dorthin. Bangemachen gilt nicht. Ich konzentriere mich lieber auf Schönes.
Ach ja, heute bekam ich eine gute Nachricht. Mein Impftermin wurde eine Woche nach vorn verlegt. In einer Woche bekome ich meine erste Impfung.