Der Stieglitz. Hier gibt es keinen Nachbarschafts-Streit.

So schrieb es heute die Heinz Sielmann Stiftung.

Ich freue mich so sehr. Und wenn ich mich freue, schäumt es immer über.
Besuch hatte ich heute am Futterhaus vor dem Fenster. Familie Stieglitz war da.

der Stieglitz

Im Garten konnte ich schon welche beobachten. Hier habe ich die Vögel noch nicht gesehen gehabt. Bis heute nicht. Na dann: herzlich willkommen, ihr kleinen Gesellen.

Der Stieglitz lebt oft in Gruppen. Sie gehen zusammen auf Nahrungssuche und oft brüten mehrere Familien in einem Baum. Gezanke gibt es da nicht. Das macht mir den kleinen gefiederten Gesellen so richtig sympathisch.
Nestbau und Brüten ist die Sache des Weibchens. Das Männchen schafft das Futter herbei und füttert mit. Die Vögel sind Vegetarier. Sie fressen am liebsten Sämereien. Na, dann werde ich sie mal gut versorgen und auch Ehrenpreis und ähnliches anbauen, damit ich den Samen ernten kann.

der Stieglitz

Der Vogelname ist dem Ruf und Gesang nachempfunden. Sein „stieglitt“ ertönt jetzt öfter vor meinen Fenstern. Er wird auch Distelfink genannt und das gefällt mir fast besser. Wie der Name schon sagt: Er mag auch Disteln, „gebohnerte“ Gärten dagegen nicht so sehr. Meiner Genossenschaft muss ich mal sagen, dass die Büsche und Sträucher nicht aller Furzminuten beschnitten werden müssen.

Unser Futterhaus ist jetzt immer gut besucht. Das freut den Herrn E., weil er dann wieder „sei Kehrwoch“ auf dem Fensterbrett machen kann.

Draußen regnet es jetzt wieder. Ich verkrümele mich gleich wieder in meine Programme. Euch wünsche ich einen schönen Sonnabend und dass ihr euch auch über etwas freuen könnt, so wie ich gerade.

Und jetzt warte ich darauf, dass es wieder wärmer wird.

Es war ein schöner Tag gestern, trotz Stille. Ich danke alles, die an mich gedacht haben. Es ist schön, Freunde zu haben.

Gestern bin ich nicht so Recht zu irgendetwas gekommen. Anrufe, Grüße, zwei kurze Besuche – draußen mit Abstand und Maske, Mails, Nachrichten, Videotreffen … Nein, einsam war es nicht an meinem Geburtstag, auch wenn es doch etwas wärmer hätte sein können. Ich bin reichlich beschenkt worden, sch0n alleine, dass Freunde da waren, sich gemeldet haben. Ich danke euch allen herzlich.

ein Spaziergang durch Grünau-Ost

Eine Geburtstagstorte gab es nicht, denn ich überlege mir im Moment genau, was ich esse und was nicht. Jedes Gramm weniger muss ich nicht mehr tragen.
Ich habe die Torte keineswegs vermisst.

Die Kontakte gestern, sowohl die kurzen direkten als auch die virtuellen, haben mich einerseits sehr berührt und auf der anderen Seite angespornt, das kalte, aber schön sonnige Wetter zu nutzen und nach Draußen zu gehen. Leicht fällt es mir nicht, denn jeder Schritt fühlt sich an wie Messerstiche. Bewege ich mich aber nicht, wird alles viel schlimmer. Dass ihr da wart, hat mir Mut und Kraft gegeben, mehr als ich je für möglich gehalten hätte.

warten darauf, dass es wärmer wird
der Wind war noch eisig

Ich war an zwei Tagen nur in meinem Grünau unterwegs, komme ja im Moment nicht weit weg und will die Öffentlichen nicht bemühen. Für morgen zum Beispiel steht schon wieder ein kleines Ziel fest. Es ist schön, den Frühling zu sehen und zu riechen. Und doch warte ich sehnsüchtig darauf, dass es noch wärmer wird, ich alte Frosthucke.

So, für heute ist es genug. Ich sage mal Tschüss, bis morgen. Da werde ich vielleicht erzählen, wieso meine Katze und ich uns erbittert um ein Geschenk zanken.

Ach ja:
Isa hatte mir eine virtuelle Grußkarte geschickt. Egal, wie alt ich gestern geworden bin, ich möchte es mir immer und in jeder Situation bewahren, ein bisschen Kind zu bleiben. Und deshalb gebe ich das Gedicht von Rainer Maria Rilke weiter.
(Danke, Isa, dass du mich daran erinnert hast.)

Du musst das Leben nicht verstehen

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

Rainer Maria Rilke

Tomaten, Tomatenpflanzen, auf den Augen und andere Geschichten

Tomatenpflanzen pikieren ist eine feine Beschäftigung bei Schneeregen und Mistwetter. Langeweile kommt nicht auf.

Tomatenpflanzen pikieren stand heute auf meinem Stundenplan.
Wenn ich schon nicht zur Erde gehen kann, um darin zu buddeln, muss die Erde eben zu mir nach Hause kommen. Herr E. musste sie anschleppen, kleine Töpfchen für die Anzucht der Tomatenpflanzen hatte ich noch.

Tomatenpflanzen
Alles besetzt! Tomatenpflanzen haben es hier warm.

Heute waren also meine Tomatenpflanzen dran. Die Gurkenpflanzen wachsen schon ordentlich. Zweie haben schon die Reise in die Elsteraue angetreten. Meist sind es zu viele Pflanzen und alle, die ich nicht brauche, verschenke ich. Ich kann nichts umkommen lassen.

Die kleinen Pflanzen stehen überall auf den Fensterbrettern herum. Der Penny scheint das zu stinken, denn sie verließ heute morgen murrend ihren Lieblingsfensterplatz.

Spionageposten jetzt muss geteilt werden mit Tomatenpflanzen
Der Spionageposten, auf dem der Katze nichts entgeht.

Ich freue mich darauf, wenn die kleinen Tomatenpflanzen in ihrer „Wanderkiste“ sind. Wenn es wieder wärmer draußen ist, wandern sie tagsüber und zeitweise raus auf den Balkon in die Sonne und spätestens nachts wieder rein. Bis sie dann in den Garten können. Nennt man das eigentlich auch „auswildern“?

Ein Tomatenzelt im Garten wird es nicht wieder geben, weil sich darin immer Insekten verfingen. Rein fanden sie immer, raus nimmer. Das gefällt mir nicht.

Und was sieht meine Katze eigentlich da draußen?

Post ist da
Penny schaut immer mal, ob der Herr Post Leckerli für Katzen mit hat.

Penny bedauert es bestimmt, dass unser Herr Post nicht auch noch Leckerli für Katzen einstecken hat, verfressen wie sie ist. Und während ich nachdenke, was die Postleute den ganzen Tag lang für Sendungen herum schleppen und zustellen müssen, buddele ich schon wieder in der Erde.
Hach, wie die riecht! Das ist für mich Leben.

Auf dem Dörfchen damals habe ich mich danach gedrängelt, mit einer alten Kartoffel-Legemaschine mitfahren zu können. Ich wollte das unbedingt mal mitmachen. Jetzt ist halt alles kleiner, aber Erde und Pflanzen liebe ich immer noch. Auch wenn die Hände mal schmutzig werden.
Ich freue mich schon darauf, auf dem Balkon Baldrian, Lungenkraut und Beinwell pflanzen und säen zu können. Das sind sehr schöne Pflanzen und nützlich sind sie auch noch, für die Bienchen und für mich.

Nebelkrähe
Es hagelt und der Nebelkrähe gefällt das auch nicht.

Ach so ist das: Für die Nebelkrähe interessiert sich die Penny. Der gefällt es draußen heute auch nicht sehr. Ach, wenn es nach mir gehen würde, …
Ich weiß nicht, warum meine Mutter mich immer als Nebelkrähe bezeichnet hat, wenn wir Zoff hatten. Ich finde die gar nicht schlecht. Und hässlich auch nicht.

Gestern kamen meine beiden Magnete von der Seehundstation Friedrichskook an. Ich finde es toll, was dort für eine Arbeit geleistet wird und deshalb versuche ich, das ein ganz klein wenig zu unterstützen. Manchmal kommt mir das zuwenig vor, was ich tun kann, aber alles ist besser als nichts.
Und jetzt ist erstmal Wochenende.

Seehundstation

Vogelhochzeit draußen und ich drinnen rennend von Fenster zu Fenster.

Die Kamera war immer da, wo ich gerade nicht war.

Kalt ist es draußen, aber das hält nichts mehr auf. Abends muss ich meine Balkonpflanzen noch einpacken, draußen ist aber tagsüber die Vogelhochzeit schon in vollem Gange.

Vogelhochzeit bei Familie Rabe

Schreiben wollte ich eigentlich. Da sah ich von meinem Schreibtisch aus etwas, was mich sehr erfreute.
Mir gegenüber, auf der anderen Seite der Straße waren Rabens dabei, ihr Nest zu bauen. Ob sie schon im vergangenem Jahr dort waren, weiß ich nicht. Sie schleppten Baumaterial hoch, gingen oft kopfüber an ihrem Bau. Und in den Pausen saßen sie auf dem Rand und hielten eben Vogelhochzeit.

Das Nest und die Vögel sind weit weg. Eine arge Herausforderung ist das für meine Kamera. Auch sind die Vögel ständig in Aktion und allerlei Zweige und Ästlein sind auch im Wege. Bei so viel Geflatter und meinen technischen Gegebenheiten kann man keine Wunder erwarten. Ich habe trotzdem fotografiert und viel Spaß gehabt. Meine Geschichten kann ich trotzdem erzählen.

Einer der Rabenvögel bleibt immer in der Nähe des Nestes. Nicht, dass ein Konkurrent abwartet und sich in das fertige Eigenheim fläzt.

Vogelhochzeit ist auch bei Elsters

Auf der anderen Seite meiner Wohnung stolzierten Elsters wie auf dem Catwalk. Offensichtlich liefen auch hier die Vorbereitungen für die Vogelhochzeit. Frau Elster zickt aber noch. Oder gehört das dazu? Ihr Gatte wird noch ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten müssen.
Sicher bin ich mir noch nicht, wo ihr Nest ist. Ich vermute in der großen Tanne.

Ringeltaube auf Futtersuche

Huch, eine alte Bekannte! Sie habe ich in meinem alten Innenhof, einige Ecken weiter, immer gesehen. Tauben sammelten all die Körnchen auf, die die anderen Vögel aus dem Futterhaus scharrten.
Manchmal, im heißen Sommer, habe ich ihnen Wasser und Körnchen auf das Fensterbrett gestellt, aber sie sind nicht gekommen. Hier wohnen sie also!

Probesitzen im alten Nest der Türkentaube

Herr und Frau Taube inspizieren „meinen“ Kirschbaum. In der Astgabel sind noch die Reste des alten Nestes der Türkentaube. Die habe ich in diesem Jahr noch nicht gesehen, aber Frau Ringeltaube hatte schon vor Tagen mal Probesitzen in dem kleinen Nest gemacht. Da werden die beiden Täubchen wohl anbauen müssen.

Vogelhochzeit bei Taubens

Ooooooh! Jetzt kam ich gar nicht mehr weg vom Fenster. Ich sauste zwar immer mal auf die andere Seite der Wohnung, um zu schauen, was bei Rabens los ist, aber die Tauben waren zu schön anzusehen. Sie zupften und putzten sich gegenseitig. Naja, und mit einem bisschen Mühe passten beide auf das Nest. Naja, fast. Mal sehen, ob ich da oben im Kirschbaum kleine Tauben habe.

Kirschbaumwurzeln
Die Wurzeln des alten Kirschbaumes.

Ich finde es schön, hier zu wohnen in Leipzig-Grünau. So nah an manchem war ich lange nicht. Noch sind die Bäume und Büsche kahl. Das hat den Vorteil, dass ich vieles gerade gut beobachten kann, eben auch eine Vogelhochzeit. Bald ist alles wieder so schön Grün, anders als in den Häuserschluchten der Großstadt. Ich freue mich schon auf Sonne und Wärme und gemütliche Stunden auf meinem Balkon.
Hach, es war ein ordentliches Hin- und Her-Gerenne für mich, aber vor allem war es ein Tag, der mir viel Freude gemacht hat. Mal sehen, was es noch zu entdecken gibt in der nächsten Zeit. Morgen will ich nochmal raus, bevor der angekündigte Regen und der Sturm beginnen.

Gut für’s Gemüt. Ein bisschen Frühling war schon.

„Tätig zu sein ist des Menschen erste Bestimmung, und alle Zwischenzeiten, in denen er auszuruhen genötigt ist, sollte er anwenden, eine deutliche Erkenntnis der äußerlichen Dinge zu erlangen, die ihm in der Folge abermals seine Tätigkeit erleichtert“
Johann Wolfgng Goethe aus Meisters Wanderjahre

Ich getrau es fast nicht zu sagen: Mir geht es gut und nichts liegt mir zu schwer auf dem Gemüt.
Besonders gut getan haben mir die Aussicht auf den Frühling und, dass ich meinen Bewegungsrhythmus gefunden habe. Einen Tag wird gelaufen, einen Tag wird Rad gefahren, zu Hause auf dem Hometrainer. Weit laufen kann ich nicht, aber wenn ich die Öffentlichen wieder benutzen kann, dann werde ich ein Stücke weiter unterwegs sein können. Im Moment findet das Lauftraining halt im unmittelbaren Wohnumfeld statt. Ich betrachte das einfach als Vorbereitung auf die Zukunft. Der Gedanke tut mir richtig gut.

der Fisch in leipzig-Grünau

Es ist schon erstaunlich, dass es immer etwas zu entdecken gibt, auch auf meinen kurzen Wegen. Von anderen Menschen halte ich mich weiterhin fern, aber sie sind da. Ich sehe sie, wir winken uns zu und man grüßt sich wieder mehr, auch, wenn man sich eigentlich nicht persönlich kennt.

der nahende Frühling ist gut für das Gemüt
da sprießt doch schon etwas!

Lange dauert es nicht mehr, da habe ich es wieder schön Grün draußen ums Haus. Jetzt gibt der Winter zwar nochmal ein kleines Gastspiel, aber lange dauert es nicht mehr.
Vorsichtshalber habe ich wieder meine Muscheln auf dem Balkon für die Insekten gefüllt. Herr E. hat vorhin Sonnenblumenkerne unter den Kirschbaum gestreut. Zwei Elstern stolzierten über die Wiese, eine Ringeltaube, ein Rabe und meine Nebelkrähe. Herr Amsel hat ein ordentlich großes Zweiglein vor dem Fenster nach oben transportiert und Elsters bauen auch schon am Nest.

Frühblüher - schön fürs Gemüt
Gänseblümchen gibt es schon reichlich und ich freue mich über jedes einzelne.

Meine Kinder rufen ganz oft an, mein Jan jeden Tag auf dem Weg zur SBahn. Es ist schön zu wissen, dass da jemand ist, der an einen Denkt und der immer helfen würde, wenn es nötig ist. Das nimmt schon mal viel Belastendes vom Gemüt.
Manchmal rücken sie mir auch den Kopf wieder gerade, wenn ich mal wieder etwas zu verbissen sehe. Schön, wenn man über alles reden kann, auch über Politik und Wissenschaft, über Literatur und Kunst.

Trotzdem fehlen mir meine Kinder sehr. Meine hochbetagte Wandnachbarin im Nebenhaus wird jede Nacht von ihrer Tochter ins Bett gebracht. Ich höre das immer. Die beiden Nachbarn über mir bekommen Besuch von ihren Söhnen. Bei mir ist das eben ein bisschen anders. Meine Kinder sind weit weg und trotzdem nah.

Schneeglöckchen fürs Gemüt
direkt am Haus ist es fein geschützt

Die gestrickten Wollsocken aus selbstgesponnener Wolle der Leineschafe sind unterwegs über den großen Teich. Mal sehen, wann sie ankommen, ob die passen und ob sie überhaupt gefallen. Bei meiner Tochter in LA sinken die Infektionszahlen, ein Ergebnis der Impfaktionen. Das freut mich sehr, weil damit die Hoffnung wächst, dass wir uns mal wieder sehen.

Eine Sommermütze habe ich mir gestrickt, damit mir die Haare nicht so um den Kopf flattern und ich keinen Sonnenstich bekomme. Die ist gut geworden. Wenn ich nur wüsste, wie ich meine Haare hochstecken oder zusammen wursteln könnte. Dann wäre die Welt so richtig in Ordnung. Meine Haare sind aber so glatt, dass alles wieder auseinander rutscht. Klemmen und Zwicken müsste ich so fest einstecken, dass ich Kopfschmerzen bekomme oder die Haare abplatzen. Bisher ist mir noch nichts Gutes eingefallen.

Winterlinge
In meinen Gärten wollten sie einfach nicht wachsen.

Heute regnet es. Ich habe keine Lust zum Rausgehen. Also wird heute noch mal geradelt. Und danach werde ich mich wohl wieder meiner Wolle widmen und meinem Buch. Alles gut für das Gemüt.
Also los geht’s: Auf die Radeln hüpft!

Märchenhaftes. Ein lieber Brief aus der Stadtbezirksbibliothek Grünau-Mitte.

Warum hast du so einen großen Fuß? Warum hast du so eine Lippe? Warum hast du so einen großen Daumen?

Schon im vergangenem November war eine Veranstaltung in meiner Stadtbezirksbibliothek in Grünau-Mitte geplant. Die musste Corona bedingt ausfallen. Ach ja, traurig war ich schon, denn ich liebe es, mich auf solche Veranstaltungen vorzubereiten.
Einerseits soll es um Märchen gehen und andererseits um die Lese-Schätze in der Bibliothek, um das Abenteuer Lesen und natürlich auch um das Spinnrad.

ein Brief aus der Stadtbezirksbibliothek Grünau-Mitte

Gestern nun kam ein Brief aus der Stadtbezirksbibliothek Grünau-Mitte. Der erste Gedanke war: „Oh je, hast du was vergessen?“
Der Brief war von der Bibliothekarin und war so nett und lieb geschrieben, dass er mich sehr berührt hat. Beim Aufräumen hatte man Märchenkarten gefunden. Und als dann auch noch die drei Spinnerinnen auftauchten, mussten die Mitarbeiter an mich denken. Und so bekam ich ihn, den lieben Brief mit den Märchenkarten. Danke, ihr lieben und aktiven Bibliothekarinnen.

Kinder- und hausmärchen der Brüder Grimm
mein liebstes Märchenbuch als Kind: die „Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, illustriert von Werner Klemke aus dem Kinderbuchverlag Berlin

Die Illustrationen stammen von Werner Klemke. Ich hab sowohl das Buch als auch die Zeichnungen als Kind sehr geliebt. Das Buch ist wieder verlegt worden, aber auch gebraucht taucht es ab und an auf. Die Illustrationen von Klemke sind auf den Karten aus der Stadtbezirksbibliothek Grünau-Mitte und in meinem Märchenbuch sind sie auch.

Der Brief muss lange unterwegs gewesen sein, denn in der Zwischenzeit haben wir uns bereits zu einer Märchenstunde im November diesen Jahres verabredet. Ob es stattfinden kann wissen wir nicht, aber wir hoffen es.
Vielleicht fällt uns auch noch etwas ein, was wir aus der Ferne für die Kinder im Stadtbezirk tun können. Ideen können nicht verrückt genug sein.

geplante Märchenstunde in der Stadtbezirksbibliothek Leipzig-Grünau
zusammen lesen und miteinander reden – das wäre schön

Meine Kinder haben diese Märchen genauso geliebt wie ich anno dunnemals. Bücher spielten bei uns immer eine große Rolle. Ich möchte die Liebe zu Büchern und dem Lesen gerne weitergeben. Die Märchen können da sehr helfen.

Bis November ist noch ein bisschen Zeit. Vielleicht ist es dann wieder möglich, so vor dem nächsten Winter mit Kindern die Kissen kräftig auszuschütteln. Das würde mich sehr freuen. Und schneien könnte es dann auch wieder ein bisschen.
Morgen aber beantworte ich erstmal den lieben Brief aus der Stadtbezirksbibliothek Grünau-Mitte.

in Wyhra in der Märchenscheune

Im Schönauer Park. Die Gudrun musste an die frische Luft.

Gelaufen. Ich habe es geschafft.

Im Schönauer Park war ich schon lange nicht mehr. ‚Heute muss ich mal raus‘, hatte ich mir vorgenommen. Und diesmal habe ich auch keinen Rückzieher gemacht.

in den Schönauer Park
Früher bin ich die Schleichwege gegangen.

Ich mag die Bäume auch, wenn sie keine Blätter haben, mag sowohl ihre Formen als auch die unterschiedliche Ausprägung und Stärke der Äste. Manche wirken fast filigran.
Einige Bäume haben die anhaltende Trockenheit in den letzten Jahren nicht überstanden. Die, die noch da waren habe ich freudig begrüßt wie alte Bekannte.

im Schönauer Park
ein bisschen Schnee gibt es noch

Da, wo die Sonne nicht hinkam, waren einige Schneereste verblieben. Ich schätze, heute sind auch die weggetaut. Ich war nicht die einzige, die es in die Sonne zog. Die Parkbänke auf der Sonnenseite waren gut besetzt.

Findling im Schönauer Park
Findling im Schönauer Park

Findlinge gibt es hier überall im Schönauer Park und drum herum. Aber an Eiszeiten wollte und will ich nicht denken. Es war zu schön in der wärmenden Sonne.
Auf einem der Bäume bewegte sich ein Buntspecht und suchte alle Asthöhlen ab. Bestimmt sucht er einen Unterschlupf für den Nestbau. Ehe ich die Kamera in den Händen hatte, war er auf und davon.

Futterplatz im Schönauer Park
Jaja, wir sind hier viele.

Solche Futterplätze gibt es einige im Park. Und trotz der Spaziergänger auf dem Weg nebenan waren sie auch alle gut besucht. Sowohl Nestbau, als auch die Hochzeitsvorbereitungen machen eben hungrig. Nun weiß ich also, wo meine Meisen alle zu finden sind. Ich kann das gut verstehen, im Park ist es eben viel schöner als bei Gudrun auf der Fensterbank.

schön warm auf dem Stein in der Sonne

Die Vögel sind recht zutraulich im Schönauer Park. Sie sind Menschen gewöhnt. Ich habe mich einfach vor den Vogel hingesetzt und fotografiert. Das ist mal der Vorteil, dass ich ja quasi meinen Sitz mithabe. Nachdem ich ein Weilchen ganz ruhig saß, beachtete mich überhaupt keiner mehr.

Auf einer Parkbank ein Stücke hinne saßen zwei Frauen. „Das wird doch nicht meine Silke sein?“, fragte ich den Herrn E., aber der wusste es nicht.
Plötzlich winkte die Frau mit beiden Armen. Es war meine Silke Heinig, die den Literatur Treff Grünau leitet.

Nestbau
Gugg nich so! Is meins.

Es war so schön, die beiden Freunde aus dem Literatur Treff zu sehen. Händeschütteln und Umarmen zum Beispiel ging nicht, aber ein kleines Schwätzchen konnten wir wiewohl machen und lachen auch. Die beiden Frauen saßen auf der Bank und ich ein Stücke weg auf meinem Sitz auf der Wiese. Unser Lachen hat uns so gut getan.
Wir sollten uns öfter absprechen und sehen, ohne dass Hygieneregeln verletzt werden.

ins Quartier hinein
Wohnungsbesichtigung

Das Laufen fiel mir schwer, außer ich war abgelenkt. Dann tat es nur halb so weh. Und doch war es gut, draußen zu sein an der frischen Luft. Morgen mache ich mich wieder auf den Weg. Ich will die sonnigen Tage nutzen.

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche und dass ihr die Wärme der Sonne und den nahenden Frühling spüren könnt.

Vor der Haustür. Beobachtungen von Winter und Sonne.

Freunden habe ich es zu verdanken, dass ich mich heute aufgerafft habe zu fotografischen Beobachtungen vor der Haustür. Es hat mir gefallen.

Fotos machen und üben kann man auch vor der Haustür, schrieb mir meine Blogfreundin Silberdistel. Und Elvira schrieb mir noch, dass ich jede Möglichkeit nutzen sollte zum fotografieren, und wenn es aus dem Rollstuhl heraus ist.
Wie Recht ihr habt. Ich danke euch sehr für eure Kommentare.

vor der Haustür
keine Ahnung, was hier wuchs – es ist auch vertrocknet noch interessant

Heute war das Wetter putzig. Es war einerseits immer noch kalt, aber andererseits schien schon wärmend die Sonne. Und da, wo sie hinkam, brachte sie den Schnee zum Schmelzen. Vom Dach polterte indessen immer mal eine kleine Lawine.

Ich schnappte mir meine Kamera und setzte mich auf den Balkon. Die Sonne im Gesicht zu spüren war herrlich, aber lange hielt es mich nicht auf meiner Bank. Ich wollte Fotos machen, probieren und spielen zum Beispiel mit Hervorhebungen im Vordergrund und Verwischen und Verblassen im Hintergrund, wollte mit Linien spielen, die das Bild durchziehen.

Fettfutter für die Vögel vor der Haustür
für meine gefiederten Freunde vor der Haustür

Das Fettfutter für meine gefiederten Freunde vor der Haustür habe ich selber gemacht. Die Muffin-Förmchen aus Papier haben sich bewährt. Einen Vogel konnte ich heute nicht erwischen. Die hatten anderes zu tun an diesem sonnigen Tag. Herr Taube stegt seiner Gattin schon ordentlich nach. Irgendwie liegt wohl doch schon ein bisschen Frühling in der Luft.

Beeren vor der Haustür
mal sehen, wann es Neue gibt; die Alten sehen auch noch schön aus.

Ich glaube, das ist eine Berberitze, die vor der Haustüre, vor meinem Balkon wächst. Ich bekomme das schon noch raus. Und wenn es so ist, dann will ich einige Beeren nutzen. An sich ist der Strauch giftig. Die kleinen, roten Früchte aber sind essbar. Eine Soße oder ein Müsli damit kann ich mir gut vorstellen.
Heute ging es mir aber nur um meine Fotospielereien mit der Kamera. Ich werde noch viel üben müssen.

sie glänzt auch noch nach Kälte und Schnee

Es ist schon erstaunlich, was ich mit der Kamera machen kann. Schwierig war es schon ein bisschen, weil ich fast nichts sah im grellen Sonnenlicht. Bloß gut, dass ich gestern gelesen habe und so ungefähr wusste, was ich wollte und was ich machen musste. Ich habe nichts verändert am Bild.

das Katzennetz muss nicht stören
Pennys Katzenschutznetz (damit sie mit dem Frühlingskater nicht stiften geht)

Hier sieht man mal Pennys Katzennetz. Auf den andren Fotos war es auch da, aber ich kann es ausblenden.
Das Netz ist schon gut, weil es meine Katze drinnen lässt und den Kater, der im Frühling durchs Viertel zieht und fleißig seine Wege markiert, draußen. Da setzte sich doch meine Katzen-Omi an die Wohnungstür und wollte unbedingt raus. Na so was!

meine Steine
meine Steine wollte ich eigentlich anmalen

Nun sieht man meine Steine wieder. Sie waren eingeschneit, unter dem Schnee verschwunden. Die Sonne heute hatte schon ganz ordentlich Kraft. Bald können hier wieder Insekten landen und sich sonnen. Ich freue mich drauf.

So, ich mache mich jetzt wieder davon. Ein Neues Projekt wartet nämlich schon auf mich. Es ist schon schlimm mit mir. Wenn ich durchhänge und nicht in die Puschen komme, dann benehme ich mich wie ein unerzogener Hund in der Wohnung. Hausschuhe habe ich aber noch nicht zerbissen. Jetzt aber ist alles erstmal wieder gut. Und vom ewigen Geningel halte ich mich fern.

Für heute sage ich Tschüss, bis dann mal wieder.

„Vor der Haustür. Beobachtungen von Winter und Sonne.“ weiterlesen

Schnee in Leipzig. Ich wäre so gern rausgegangen.

Fast hatte ich schon die Schuhe an. Ich wollte raus, besann mich aber dann anders.

So viel Schnee in Leipzig gab es lange nicht mehr. Regen gab es immer weniger und Schnee war auch Mangelware. Als die Wetterfrösche ihn gestern ankündigten, konnte ich das gar nicht so Recht glauben. Wenn man nichts zu reden hat, redet man halt über das Wetter.

Schnee in Leipzig

Wind gab es. Seit gestern Abend pfiff er ums Haus. Das klingt wirklich, als ob jemand pfeift. So habe ich das noch nie gehört. Manchmal ist es mehrstimmig und ein bisschen gruslig.
Den Schnee hatte noch niemand weggekehrt als ich das Foto machte. Ihn hat es einfach weggeweht.

Schnee in Leipzig

Alles war eingeschneit am Morgen. Der Mann mit der blauen Jacke aus dem Haus um die Ecke, kam aus dem Haus gestapft. Jeden Tag geht er zum Futterhaus und versorgt die Vögel. Nach ihm kann man die Uhr stellen. Bei mir weht es zu sehr. Die kleinen Gäste lassen sich nicht blicken.

Ich wäre so gerne etwas näher herangegangen an die Objekte. Schnee in Leipzig ist zu schön, zumindest an einem Sonntag.

der alte Apfelbaum


Der alte Apfelbaum ist wiewohl auch eingeschneit.
Ich wollte unbedingt näher heran an einen Apfel mit Mütze. Fast hatte ich die Winterstiefel an.
Währenddessen kam der Winterdienst. Weil der Weg auf der Rampe zu schmal ist für den Schneepflug, schabten sie den Schnee mit dem Schneeschieber vom Weg. Es knirschte und knarzte. Es war Eis unter dem Schnee.

Schnee in Leipzig


Am Nistkasten vor meinem Fenster zum Beispiel sieht man gut, dass es eine ordentliche Ladung Schnee in Leipzig gegeben hat. Ob es noch mehr wird? Andererseits ist nicht jeder erfreut über so viel kaltes Weiß.
Hoffentlich bekommt später im Nistkasten kein kleiner Bewohner nasse Füße, wenn es taut. Die Vögel waren nämlich schon mächtig am Singen vor Tagen. Und auch die Taube inspizierte schon mal ihr Nest im Kirschbaum.

Ich beschloss drinnen zu bleiben. Traurig war ich schon, aber ich bin wirklich alles andere als gut zu Fuß. Es ist schon besser, wenn ich keine weitere Arztpraxis aufsuchen muss, nur weil ich leichtsinnig war. Wolfgang meinte, dass ich mich warm einpacken soll. Er schiebt den Rollstuhl. Ich wollte das nicht.

Mir fiel ein, wie sich die Hütehündin Asta bei solchem Wetter immer an meine Beine gelehnt hat um mich zu wärmen. Wo hatte diese Hündin bl0ß ihre Wärme her, zumal sie ja genauso lange wie ich im Schnee stehen musste? Hach, damals konnte ich noch gut über den gefrorenen Sturzacker laufen.

Schnee in Leipzig, Grünau im Winter

Penny hat sich übrigens geweigert, wenigstens auf den verschneiten Balkon zu gehen. Sie hat gerade mal die Nase aus der Türe gesteckt und ist dann ganz fix wieder im warmen Zimmer verschwunden. Im Innenhof spielt ein Junge mit seinem Hund im Schnee. Meine Katze beeindruckt das heute wenig.

Ich koche mir jetzt Tee und kuschele mich mit Strickzeug in meinen Sessel.
Draußen wird es schon wieder dunkel. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen werden.
Habt alle einen schönen Sonntagabend, mit oder ohne Schnee.

Es hat geschneit in der Nacht – den Schnee der Kinderzeit.

Ich hatte ein bisschen auf Schnee gehofft. Als ich den Rollladen hochzog war tatsächlich alles weiß. Es schneite noch immer. Ich kroch erst einmal wieder in mein Bett und sah lange einfach den weißen Flocken zu, wie sie vor dem Fenster tanzten.

Ich denke gerne an meine unbeschwerte Kindheit zurück und an die Freude, die ich empfand, wenn der erste Schnee fiel. Oft setzte ich mich auf meinen Schlitten und fühlte mich frei. Still und friedlich war es dann oft. Nur der Schnee rieselte auf die trockenen Blätter auf den Büschen.
Und nun gab es also mal wieder Schnee in der Großstadt. Erinnerungen an die Kindheit oder an die Zeit mit den eigenen Kindern hatten heute wahrscheinlich auch noch andere.

„Es hat geschneit in der Nacht – den Schnee der Kinderzeit.“ weiterlesen