So spannend kann Leben sein.

Gartenzeit stand an. Ich war fertig mit der nächsten Ladung Wollwäsche und setzte mich an den Teich. Es war gut, einfach die Hände in den Schoß zu legen und nur zu schauen, was an unserem kleinen Gewässer so los ist. Jetzt, im Sommer, spürt man, dass überall neues Leben entsteht.

Unserem Frosch geht es gut und so wie es aussieht bleibt er bei uns. Manchmal sonnt er sich und wenn es ihm zu warm wird, zieht es sich in seine Gemächer zwischen Schilfgras, Mädesüß und Blutweiderich zurück. Da ist es schön feucht und kühl. Ab und an gibt er Laut und manchmal landet er mit einem ordentlichen Bauchklatscher im Wasser. Ich bilde mir ein, noch einen zweiten gesehen zu haben. Vielleicht gibt es bald noch neues Leben in und an unserem Teich.
Herr E. meinte: „Dreizehn Jahre habe ich den Teich und immer habe ich mir einen Frosch gewünscht. Erst jetzt hat einer zu mir gedunden. So lange hat es gedauert.“
Na, das ist ja nun alles gut geworden.

Ihr habe ich lange zugesehen, der blauen Prachtlibelle. Bei Wikipedia habe ich erstmal nachgelesen, wie diese Libellen an unserem Teich zu Nachwuchs kommen. Hoffentlich legen sie die Eier gut ab, denn da sind ja noch Alfred, der Frosch, und die Goldfische im Wasser.

Das wollte ich eigentlich gar nicht fotografieren. Es war ein Zufallsbild. Ich hatte mich nur gewundert, dass Ameisen über die Seerosenblätter rannten. Zu Hause sah ich erst, dass die Ameisen auf dem Blatt Blattläuse züchten, sie behüten, Fressfeinde verjagen und wild sind auf den Honigtau, den die Blattläuse ausscheiden. Manche Ameisen suchen geeignete Pflanzen aus, die viel Saft in sich bergen, und schleppen die Blattläuse dahin. Die Blattläuse saugen Saft aus der Pflanze und die Ameisen animieren die Läuse, auf Kommando den Honigtau abzugeben. Dafür trommeln sie mit ihren Antennen auf das Hinterteil der Blattläuse. Die Ameise muss nun den Saft nur noch aufnehmen. Melken nennt man das.

Das alte Seerosenblatt sieht aus wie das Körbchen von Däumelinchen

Was es nicht alles gibt! Und alles ist so spannend. Es erinnert mich wieder daran, wie ich auf Wiesen oder an Bachläufen die Zeit vergessen habe als Kind und jedesmal ordentlich Ärger bekam. Das war mir aber egal. Später hatte ich solch schöne Momente vergessen. Ich rannte nur noch im Dauerlauf von A nach B und sah kaum noch etwas neben mir. Erst auf der Schafweide später änderte sich das wieder und jetzt bin ich glücklich, so viele Naturwunder zu sehen.

Er hat sich einen guten Platz ausgesucht, am Wasserhahn. Die Wasserstelle hat er für sich ganz alleine. Er oder sie (das muss ich noch raus bekommen) ist ein grünes Heupferd. Ich weiß inzwische, wie man Männlein und Weiblein unterscheidet. Wenn ich das kleine „Grüne Ungeheuer“ wieder treffe, werde ich genauer hinsehen.

Wisst ihr, ich war immer traurig, weil ich nicht mehr da rumklettern kann, wo und wie ich das wollte. Auch die Schafweide ist fast immer außen vor. Jetzt weiß ich, dass an manches irgendwann im Leben ein Haken dran gehört und nun einfach für anderes mehr Zeit ist.

Die Garten-Chef-Maus und ich verabschieden sich für heute. Wir bleiben dran an all dem Abenteuerlichen, welches am Teich im Garten zu beobachten ist. Wer weiß, vielleicht sonnt sich bald ein Salamander auf unserer Trockenmauer.
Ich wurde immer gefragt, ob ich die Insektenzählung beim Nabu mitmache. Wenn ich mich weiter so mit den Insekten beschäftige, kann ich das irgendwann tun.


Spitzwegerich

Es gibt Pflanzen, die liebe ich einfach.

Dass ich mich als Kind gerne auf Wiesen aufhielt, davon hatte ich ja schon öfter geschrieben. Unsere Lieblingswiese anno Dunnemals wurde zweimal im Jahr gemäht und diente als Futter für Nutztiere. Im Frühling wuchs sie schnell und erreichte eine Höhe von mindestens einem Meter. Was gab es da nicht alles: verschiedene Gräser (in denen wir uns versteckten), Gänseblümchen (aus denen wir uns Kränze flochten), Sauerampfer (den wir aßen), Kräuter (die wunderbar dufteten) und eben auch Spitzwegerich.

Spitzwegerich darf auf meinem Balkon wachsen

Der Spitzwegerich gefiel mir schon immer mit seinen schlanken Blättern und seinen schönen filigranen Blüten. Erst viel später lernte ich, dass er ein nützliches Heilkraut ist und zum Beispiel für Wundbehandlung sehr gut geeignet ist. Man muss nicht Geld zur Apotheke tragen, der Spitzwegerich wächst auf unseren Wiesen, einfach so.

Auch in diesem Jahr habe ich wieder Salbe mit Spitzwegerich gerührt. Besonders gegen juckende Insektenstiche hat sie sich bewährt. Jedes Jahr verschenke ich davon und alle Beschenkten, die sich viel draußen und auf Wiesen aufhalten, haben mir von der Heilwirkung erzählt.

Ich kann nicht mehr so auf Kräutertour gehen wie früher. Mit dem Rollstuhl über die Wiese rollern ist schon ein Abenteuer, aber dann nach unten zu kommen um die Kräuter zu pflücken, geht meistens gar nicht. Also hilft mir Herr E. Der hat es manchmal eilig. Blatt für Blatt pflücken empfand ich immer als ein beruhigendes Ritual. Herr E. hat aber an einer Pflanze so gezerrt, dass er sie mit einem Wurzelrest ausgerissen hat. Ich habe sie zu Hause in ein Töpfchen gepflanzt. Zuerst starben alle Blätter ab, aber dann, als sie neue Wurzeln gebildet hatte, wuchsen neue. Und jetzt blüht sie.

Die restlichen Blätter vom Spitzwegerich zerkleinerte ich und setzte sie mit einem guten Öl an für einen Ölauszug. Der musste im Glas nun drei Wochen an einem kühlen, dunklen Platz stehen und reifen. Mit Bienenwachs wurde der Auszug dann zur Salbe gerühlt. Vitamin E, Lanolin, Sheabutter und anderes kann man mit dazu geben, so wie es einem zusagt.

Spitz- und Breitwegerich
Zeichnung: G. Ebert

Ich habe meine alte Zeichnung von den Wegerichen wieder gefunden und muss noch bemerken, dass sich Breitwegerich genauso eignet als Wundkraut und gegen lästiges Jucken nach Insektenstichen.
Wenn alle liegengebliebenen Aufgaben abgearbeitet sind, möchte ich mal wieder zeichnen. Ich habe wieder Lust dazu bekommen und bestimmt werden noch einige Wildkräuter auf meinem Balkon einziehen. Ich muss nicht mehr so oft über Wiesen rattern und die Insekten freuen sich.

Geschafft!

Vor einigen Tagen war ich zum ersten Mal wieder unterwegs. Ich war mit anderen zu einer nachträglichen Geburtstagsfeier bei der Wohnungsgenossenschaft Kontakt eingeladen. Die WBK Kontakt ist mehr als nur ein Vermieter.
Mir ging es wieder besser und so freute ich mich auf die Feier. Nach all den gesundheitlichen Problemen habe ich mich doch tatsächlich wieder gefangen. Dabei hatte ich es streckenweise so satt, dass ich nicht mehr da sein wollte. Aber, ich lebe sehr gerne, habe Freunde und eine tolle Familie und das habe ich mir ernsthaft klar gemacht. Die dunklen Gedanken ließen mich dann in Ruhe. Ich hatte es geschafft!

Geburtstagsstrauß

Geschafft habe ich aber auch noch anderes. Zum Beispiel war ich mal wieder mit im Garten. Unser kleiner Garten wird immer mehr zum Biotop. Igelhäuser, Überwinterungshilfen, Nistkästen und Futterspender, der Teich und nektarspendende Blumen sind ein guter Anfang.
Herr E. hat die Trockenmauer fertig. Die alten Gehwegplatten haben eine neue Bestimmung gefunden. Ich zeige die Mauer bei Gelegenheit noch mal, wenn alle Pflanzen gut gewachsen sind und vielleicht schon die ersten Bewohner eingezogen sind.

Ich freue mich riesig, dass unser Gartenteich so gut angenommen wird von allerlei Getier. Es kam öfter vor, dass Insekten beim Trinken vom Seerosenblatt fielen. Manchmal sah ich es nicht und es gab Tote oder ich bewegte mich unter großen Schmerzen dahin, weil ich niemand ertrinken lassen wollte.
Jetzt haben wir schwimmende Insektentränken. Sie wurden auch sofort angenommen. Das Problem ist also erledigt und auch geschafft.

Ich wollte erst keinen Teich, aber jetzt freue ich mich über jedes Tier, welches ihn nutzt. Vielleicht sind so viele Tierchen hier, weil sie trinken und baden können so viel sie wollen. Bei uns ist es seit vielen Jahren viel zu trocken und im Moment glüht die Luft schon wieder. Das Problem „Wasser für die Tiere“ hätten wir also auch geschafft.
Der Star hier hat es gut. Er hat eine große Wanne. Meine Stare zu Hause müssen in einer Schale pütschern. Egal, besser als nichts und ich kann ja immer auffüllen. Die Jungvögel wachsen und gedeien. Eine Mutti ist dabei mit vier Jungen. Sie geht so liebevoll mit den Kleinen um und hat so viel Geduld.

Der Gartenteich versorgt viele Tiere mit Wasser - geschafft-
Wassertemperatur ist hervorragend!

Kommt gut über die erste Hitze und genießt die Zeit draußen in der Natur. Oder holt euch die Natur nach Hause, in den Garten oder auf den Balkon.
Tschüss, ich muss wieder, habe noch viel zu tun.

Einmal muss ich noch

Es ist schön, das Staren-Völkchen zu beobachten, wie sie sich zanken, fremden Männern hinterher pfeifen, wenn ich gerade draußen putze, wie die Kleinen wachsen. Jedes Jahr begeistern mich die Stare wieder. Das Wachstum der Kleinen geht ganz schnell und der Rücken zeigt schon Konturen von der typischen Federfärbung der Stare. Einmal muss ich noch was zeigen, was mich zum Schmunzeln gebracht hat. Kuckt mal.

der kleine Star heißt Luzifer - einmal muss ich noch was zeigen

“Die Gudrun hat gelacht, als sie mich sah. Sie meinte, ich heiße Luzifer.“

Habt ein schönes Wochenende. 😀

Zwei Starenkinder sind schon da

ein kleiner Nachtrag zum vorherigen Beitrag

Zwei kleine Starenkinder besuchten mich. Ich habe mich gefraut, dass sie da sind. Die Altstare sind mit Füttern von Nestlingen beschäftigt und zanken sich manchmal vor meinem Fenster. Ich habe schon überlegt, Wartemarken auszugeben. 🙂

Starenkinder
Hallo, Welt, ich bins, Fiffikus Star!


Die Mauser bei den Altvögeln läuft auch schon. Wenn die vorbei ist und die Jungen flügge sind, reisen sie alle wieder ab. Bis dahin aber freue ich mich noch ein bisschen über die kleinen Wunder der Natur.

Wer etwas wissen will über die Vögel, wie sie leben und wohin sie ziehen, findet hier etwas zum Lesen. (NABU)

Kleine Wohlfühlmomente als Lotse zu Besserem

Jeder, der mich besucht, freut sich über meinen Ausblick. „Sie wohnen ja wie in einem Gartenhäuschen“, sagte mal ein Handwerker zu mir. Oh, da hat er Recht. Das viele Grün, blauer Himmel und die Meisen, Spatzen und Stare vor dem Fenster, das Vogelgezwitscher und der Gesang, das alles sorgt für ganz große Wohlfühlmomente. Ich muss nicht nach Dubai fahren, um das Glück zu spüren. Mit Schreibutensilien oder einem Buch am Fenster zu sitzen schaffe ich das auch.
Was habe ich mich immer geärgert, weil ich vieles nicht mehr machen kann, zum Beispiel über eine Wiese krauchen und Kräuter sammeln. Jetzt wächst Kamille u.a. auf meinem Balkon und ich denke lieber nach, was ich alles noch machen kann, was geblieben ist. Wohlfühlmomente braucht man dringend.

Der Blick nach draußen sorgt für Wohlfühlmomente.

Die Vögel haben alle Schnäbel voll zu tun. Ich habe mich riesig gefreut, dass meine Stare wieder da sind. Jetzt warte ich darauf, dass die ersten Jungen auftauchen. Da fällt das öftere Putzen am Tag nicht ins Gewicht.
Oh, ich muss noch meine Vögelzählerei an die Nanu melden.

Bei uns hat es endlich mal geregnet! Dringend notwendig war das, denn hier ist es viel zu wenig, was sich mal hierher verirrt. Es ist entschieden zu trocken und es bräuchte mal drei Wochen ruhigen Landregen. Das Grundwasser ist dramatisch abgesunken.

Meinen Vögeln hat der Regen nicht gerade gefallen, aber was sollten sie machen. Es ist Brutzeit und die Kleinen verlangen unerbittlich Futter. Und die Vogelentern bringen es ihnen, egal wie die Umstände sind. Frisch geduscht sehen die Vögel schon ein bissel „zerfleddert“ aus.

Ich brauche meinen Blick nach draußen und solche Beobachtungen, Wohlfühlmomente eben, um wenigstens die traurigen Nachrichten der Tage besser zu verkraften. Ich möchte schon wissen, was so los ist auf der Welt, aber es soll mich nicht runterziehen.

Am 9. Februar 1940 schrieb Astrid Lindgren in ihr Tagebuch: „Was für eine Welt, was für ein Leben! Die Zeitungen zu lesen ist eine entmutigende Beschäftigung. … Was für ein Hass wird entstehen! Die Welt muss am Ende so voller Hass sein, dass wir allesamt daran ersticken.“*
Hass und Gewalt möchte ich nicht, aber manchmal kommt es mir so vor, als ob die Lindgren unsere Zeit beschreibt. Das lässt mich immer nachdenklich zurück. Wenn in mir Unwohlsein aufsteigt gegen alle Kriegstreiber, Auslöscher, Menschenfeinde, Geldgierigen …, gehe ich ganz schnell die Vögel füttern. Und dann weiß ich auch wieder, wie und wo ich mich einsetzen kann.

*Astrid Lindgren, Die Menschheit hat den Verstand verloren, Tagebücher 1939–1945, Ullstein Verlag Berlin, 2016, S. 47

Garten, Sonne,Wärme.

Gestern war ich zum ersten Mal wieder im Garten, einen ganzen Nachmittag lang. Die Sonne schien und es war wohltuend warm. Weil es dort immer viel zu entdecken gibt, bin ich auch mit zwei Krücken gelaufen. Es ist ein arges Gehutsche, mit vielen Pausen, aber im Garten sieht es ja niemand. Ich will versuchen, mich so lange es geht, mal auf meine Beine zu stellen.

Die Obstbäume blühen, d.h. unsere Pflaume hat es schon fast überstanden. Die Kirschblüten duften. Es waren auch Insekten da, mehr als im vorigen Jahr.
Ich habe die Ruhe sehr genossen. Außer dem Gezwitschern und Gesang der Vögel oder dem fordernden Gepiepse der neu Geschlüpften war nichts zu hören.

Ich muss nicht sonstwohin fahren, um das Gefühl zu haben, jetzt etwas erleben zu müssen. So ein Gartentag wie gestern macht mich durchaus glücklich.
Die Hacke schwingen im Sitzen klappt noch nicht gut. Ich kommme mir manchmal vor wie Don Quichotte mit den Windmühlenflügeln. Ständig bleibe ich an etwas hängen, an der Nachbarpflanze, an der Rasenkante, an meinem Stuhl. Ich muss also noch an der Technologie arbeiten.

Der Kirschbaum bricht bald zusammen an seinen Blüten. In diesem Jahr scheint er optimale Bedingungen zu haben.
Unsere kleine Birne hat sich auch prächtig entwickelt. Als wir sie gesetzt hatten, glich sie einer Wünschelrute. Mal sehen, ob sie diesmal einige Birnen schafft. Auch das Holunderbäumchen entwickelt sich. Bis ich aber da reichlich ernten kann, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Ich weiß nicht, wo ich in diesem Jahr Holunderblüten herbekommen kann.

Mein Sohn war zwei Tage da und gestern auch mit im Garten. Er war mit seinem Gepäck mit der Straßenbahn gefahren, ich mit dem Friddolin und Herr E. mit dem Fahrrad. Wir haben das schöne Wetter genutzt und das war gut so.

Ich habe gestern wieder gemerkt, dass ich nicht viel brauche, um glücklich zu sein. Ich kann mich über jeden Marienkäfer und jedes Insekt freuen, welches sich im Kirschbaum und auf den ersten Frühlingsblumen tummelt. Das hat mich schon als Kind immer begeistert. Gänseblümchen habe ich gestern gepflückt und jetzt gibt es einen Ganseblümchen-Tee. Vielleicht bekommt das Gänseblümchen mal einen eigenen Blogbeitrag.

Nicht nur bis zur eigenen Haustür

Nur an mich und bis zu meiner Haustür habe ich nie nur gedacht und nicht immer ist mir das gut bekommen. Ich kann aber einfach nicht anders. 

Mit Reichtum und Vermögen bin ich nicht gesegnet. Unzufrieden bin ich aber deshalb nicht. Ich muss nicht alles haben und ich kann auch immer noch etwas abgeben, für die Carreras Stiftung zum Beispiel, für meine Mitgliedschaft in der Nabu, für mein Patenschaf dort. Ich ärgere mich nur, nicht mehr tun oder geben zu können. 

Im letzten Jahr zeigte mir meine Tochter am anderen Ende der Welt eine Webcam in den San Bernardino Mountains in Südkalifornien. Am größten Stausee, dem Big Baer Lake, gibt es ein Nest eines Weißkopfadler-Pärchens. Bis dahin wusste ich nur, dass es solche Adler gibt. Dann lernte ich die Freunde des Big Bear Valley kennen, die unglaublich viel tun für die Adler und für die Natur dort am Stausee. Ich konnte sehen, wie die Seeadler leben, wie sie das Nest bauen und auspolstern, wie das Weibchen Eier legte und das Pärchen gemeinsam brütete und dann ihre zwei kleinen Adler aufzog. Wusstet ihr, dass die Adler gemeinsam wunderbar singen können.
Sandy Steers war Mitbegründerin des Vereins. Sie ist und bleibt ein großes Vorbild für mich.

Jetzt wurde bekannt, dass an dem See eine Marina gebaut werden soll und Edelquartiere für Menschen mit dem nötigem Kleingeld. Das würde den Adlern die Jagdgründe nehmen und auch das Nest. Der Verein hat nun eine Spendenaktion ins Leben berufen und will das Gelände kaufen. Es wird schwer werden, die Summe zusammen zu bringen, aber einen Versuch ist es Wert, auch zum Trotz gegen einige alte weiße oder orangene Männer, denen Naturschutzgebiete unnütz erscheinen. 

Bild von Adlerpärchen im Nest in Big Bear Valley- nach einer Spende erhalten
Bild von Adlerpärchen im Nest in Big Bear Valley- nach einer Spende erhalten

Seit zwei Jahren wollten Herr E. und ich richtig toll  Eis essen gehen in einer italienischem Eisbar. Immer war etwas dazwischen gekommen. Das Geld haben wir jetzt gespendet für den Verein am Big Bear Lake und die Weißkopfadler. Viele kleinere Beträge können auch ein ordentliches Sümmchen werden.

Wenn ich von irgendwas überzeugt bin, dann möchte ich helfen und das kann überall auf der Welt sein. Manchmal ist es gut, ein bisschen weiter zu schauen als bis zur eigenen Garten- oder Haustür. Die ganze Welt kann ich nicht retten, aber ich bin ja auch nicht alleine. Gemeinsam geht vieles.

Gestern hat das Adlerweibchen wieder ein erstes Ei gelegt. Ich werde also viel Interessantes zu sehen bekommen und bin sehr froh und dankbar darüber. Und wer weiß, vielleicht kann ich das Land irgendwann doch noch mal besuchen.

Laufen im winterlichen Garten

Vorgestern musste ich zum Arzt. Gut oder auch nicht, der Termin fiel dann aus, denn auch ein Arzt wird mal krank. Herr E. holt zu solchen Anlässen immer einen Cityflitzer von Teilauto, denn bei Kälte im Rolli mit den Öffentlichen zwischen Leuten im Weihnachtsstress oder in Weihnachtsmarkt-Laune ist nicht so mein Ding. Dass ich aber auch noch laufen würde, war zu Beginn unserers Ausfluges noch nicht klar.

Herr E. wollte dann noch in den Garten, die Vögel füttern. Da das Hauttor zur Gartenanlage auf war, konnten wir den Hauptweg entlang bis zur Gaststätte mit dem Flitzer fahren. Bis zum Garten ist es von dort aus nicht mehr weit. Ich wollte nun doch nicht im Auto warten. Mein Physiotherapeut sagt immer, dass ich jede Gelegenheit nutzen soll, um zu stehen und zu laufen, so wie es eben gerade geht. Irgendwann kommen wir alle zum Liegen, aber wann und wie lange das sein wird, bestimmen wir ein bisschen selbst. Auf dem Weg zum Garten ist es egal, wie ich mit den Krücken den Weg entlang „eimere“. Also los!

Ich war lange nicht mehr im Garten. Im ursprünglichen Bett der Elster ist es immer ein bissel kühler und feuchter als anderswo. Aber es wächst auch jetzt noch einiges und es war einfach nur schön. Bis auf die Vögel, die uns offenbar gleich bemerkt hatten und wusste, dass es frisches Futter gibt, war Stille. Es roch nach feuchter Erde und verrottendem Laub. Die Igelhäuser waren noch unbewohnt, aber im Garten haben wir verschiedene Überwinterungsplätzchen für die Tiere. Manches Abgeschnittene von Büschen, Stauden oder Bäumen räumen wir erst im späten Frühjahr zuerst um und dann weg.
Eine Blumenpracht gab es nicht, aber auch vergangene Blüten können aufregend schön sein.

Manche feiern heute den 2. Advent, andere einen gemütlichen und ruhigen Sonntag. Was auch immer, ich wünsche allen von Herzen eine schöne und eine friedliche Zeit.

Herbstarbeiten für Pflanzen, Tiere und uns Menschen im Garten

Jetzt war es noch einmal schön warm und so habe ich mich natürlich in den Garten verzogen. Man merkt, dass der Sommer zu Ende geht, aber noch bringt er jede Menge Fülle mit. Wir sind aber schon mal zu Herbstarbeiten über gegangen.

Unser kleiner Apfelbaum hat sich in diesem Jahr alle Mühe gegeben. Der Zwerg trägt schwer an seinen großen, wunderschönen Apfeln und für die Sonnenblumen haben die Vögel gesorgt. Die Dahlien und Rosen blühen noch immer und Gurken und Tomaten können geerntet werden.

Mein Aufnahmeantrag ist beim Nabu abgegeben. Wir versuchen aber auch jetzt schon, unseren Garten in ein kleines Biotop zu verwandeln.

Der Gartenteich ist sehr beliebt bei allerlei Getier. Den Fischen geht es gut im Teich, andere Tiere kommen zum Trinken und manche wohnen hier. Im Bewuchs lassen sich feine Höhlen bauen. Unsere Haus- und Hofmaus wohnt da hinten links.

An der linken Seite, zum Nachbargarten hin, werden wir eine Trockenmauer errichten und an anderer Stelle im Garten aus Feldsteinen einen Steinhaufen und Sand um den Sockel für Wildbienen. Ich werde Samen in die Ritzen streuen, zum Beispiel Mauerpfeffer, und freue mich jetzt schon darauf, wenn aus den Mauerritzen etwas wächst.

Herr E. hat unseren Kirschbaum verschnitten und ich habe das Laub abgezupft und locker in Kisten gepackt. Wenn es trocken ist, kommt es um die Igelhäuser, auf die Dächer und auch in den Innenraum. Und dann kann dort sicher der Winterschlaf beginnen. Unsere Igel werden mit dem Laub ihr Lager polstern.

Das war ein arger Kampf mit den beiden Igelhäusern. Jedesmal, wenn wir in den Garten kamen, waren die Igelhäuser umgekippt. Unser Waschbär war dort zu Gange. Herr E. wollte schon eine Falle besorgen. Ich aber bin der Meinung, dass wir halt schlauer sein müssen als der Waschbär. Jetzt sind die Häuser fein vertaut, auf dem Dach liegen Steine, dass es nicht geöffnet werden kann, Totholzbündel sichern die Seitenwände. Jetzt ist endlich Ruhe am Igelhaus.

Geplantes

Einige Veränderungen sind noch geplant und ich habe mir Skizzen gemacht, damit ich es nicht vergesse. Ein Holunder wird bei uns einziehen und eine Zwergberberitze. Um den Kompost herum wird es etwas schöner und vielleicht wird die Bank im nächsten Sommer mein Lieblingsschreibplatz.
Ich freue mich sehr auf alles Neue. Es ist gut, Pläne zu haben.