Zeit für Neues? Nach einem Sturm ist die Sicht oft wieder klarer.

Nein, ich schreibe jetzt nicht übers Wetter.

Zeit zum Nachdenken wollte ich haben und die Zeit habe ich auch bekommen, oder besser: Ich habe sie mir genommen.
Einige Tage Ruhe hatte ich mir verordnet, absolute Ruhe. Es war kein Radio an, ich habe kaum telefoniert, „fb“ ging mir am Poppes vorbei. Ich war auch so kaum im Netz unterwegs, wollte nichts lesen von all dem, was mich so aufgeregt hatte.

Zeit zum Lesen: Madam Bovary

Beim wirklichen Unwetter, im Sturm, war ich natürlich nicht draußen. Ich habe gelesen und zwar das, was ich tatsächlich lesen wollte. Wer das war, weiß ich nicht mehr, aber jemand fragte auf seinem Blog, ob er oder sie Gustav Flauberts „Madame Bovary“ mal lesen sollte. Wir hatten das Buch im Bücherschrank stehen, zu Hause bei meinen Eltern. Ich hatte es schon mal gelesen, aber vor vielen Jahren, mit anderen Sichten auf Sprache und Inhalte. ARTE brachte eine Verfilmung und dadurch angeregt las ich das Buch. Es lohnt sich. Das Lesen war angenehm und von der Sprache war ich begeistert.

Der Rheumaliga werde ich Zeit schenken

Auf allen Hochzeiten kann man nicht tanzen. Zeit und Kraft sind nicht unendlich. Ich muss nicht überall dabei sein, muss nicht jedes Thema bedienen und auch nicht jedes zulassen. Ups! Mich mal wieder zu erden hat aber lange gedauert!
In die Deutsche Rheumaliga bin ich eingetreten und werde mich auch dort engagieren. Mit Fridolin komme ich da gut hin in Leipzig. Eine Bloggerin schrieb mir, dass es gut ist, wenn man schon einer einzigen Person mit seinem Tun ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Das könnte eine gute Zielstellung sein.

Ein bisschen anbändeln mit dem Herbst

Das ist jetzt eigentlich die Zeit, wo ich mich immer um Gartenbesuche drumherum gedrückt habe. Herbst im Garten ist für mich wie ein langsames Sterben. So war es zumindest bis jetzt. Nun nahm ich mir vor, die Kamera mitzunehmen und Gutes oder Interessantes zu finden. Alles andere wollte ich eisern ausblenden. Und das ging! Wenn mir das mit dem Herbstgarten gelingt, nach so vielen Jahren Haderns mit dieser Jahreszeit, müsste es doch woanders auch gehen. Oder?

Der Schmetterling kam zu mir geflogen und umkreiste mich ein Weilchen. Wir sind ja auch alte Bekannte. Das ganze Jahr fand er Futter im Garten und war auch immer da. Das freut mich, dass ich ihm Lebensraum geben konnte. Auch wenn es wie eine Verabschiedung war, über ihn habe ich mich ganz besonders gefreut.

Für ihn, für die Libellen und andere bleibt einiges stehen im Garten. Ich weiß, dass Insekten an den Pflanzen und Gräsern die Brut abgelegen. Mal sehen, wer im nächsten Jahr wieder bei mir wohnen wird im Garten. Der Gartenmaus geht es gut. Sie hat ein ganz beachtliches Hinterteil. Das Igelbett habe ich auch hergerichtet. Mein Gartennachbar „bohnert“ ja seinen Garten. Nein, das will ich nicht. Es bleibt einiges Verblühtes stehen. Manchmal muss man halt akzeptieren, dass alles seine Zeit hat. Etwas geht zu Ende, aber es wird auch Neues geben.

Jetzt kuschele ich mich wieder in meinen Sessel. Dem Rheuma, welches mir so viele Pläne zerpoltert hat, habe ich übrigens verziehen. Wir müssen halt beide miteinander auskommen.

Herbst, Stille, Kälte, Schlehensaft und anderes.

Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben, wie wir sind. (Albert Schweizer)

Herbst ist es wieder, gelbe Blätter fallen,
Die Schwalbe mit dem Storch gen Süden zieht,
Und nur des Kranichs Abschiedslieder schallen,
Und durch die Stoppeln singt der Wind sein Lied.
Der Nebel hüllet ein des Tages Sonne,
Hin ist des Sommers lichte Freud‘ und Wonne.

Wie könnten wir doch solche Zeit ertragen!
Die Hoffnung tröstet uns in unserm Leid.
Es kommt nach diesen stillen trüben Tagen
Die lichte freudenreiche Sommerzeit.
Sie bringt uns Sonnenwärme, Blumen, Lieder,
Sie bringt uns unsers Herzens Wonne wieder.

Hoffmann von Fallersleben
Herbstliches
Herbst

Nein, den Herbst mag ich nicht. In jedem Jahr um diese Zeit erwartet mich da ein Rheumaschub, so wie jetzt auch wieder. Und wenn es mir dann nicht mal gelingt, eine Flasche aufzudrehen, dann liegen die Nerven blank.
Ich mag nicht bei jedem Schei* fragen müssen, ob mir jemand helfen kann. Und dann frage ich halt nicht und bin unglücklich, weil es nicht weiter geht. Immer war ich ein aktiver Mensch und immer öfter komme ich an meine Grenzen. Wenn jede Bewegung weh tut, dann gibt es auch mal Tränen.

Aber auch so gibt es eine Menge Dinge um mich herum, die mich manchmal einfach still werden lassen. Wenn ich dann in der Presse lese schon in der Überschrift, von „Schlagabtausch“ zum Beispiel, dann wird mir elend. Meine Mutter hat mich in meiner pupertären Hitze jedes Mal gerügt, wenn ich in Auseinandersetzungen „harte“ Worte gewählt hatte. Heute gehört das offensichtlich zum guten Ton. Und das machen nicht nur die bekannten „Rüpelmedien“ so.

Herbst ist allerdings auch bei mir in der Küche. Zum letzten Mal koche ich gerade Schlehensaft. 1kg Schlehen werden mit 1500 ml kochendem Wasser übergossen, abgedeckt und 24 Stunden stehen gelassen. Am nächsten Tag wird das Wasser wieder abgegossen, aufgekocht und wieder über die Schlehen gegeben. Das macht man einige Tage lang, bis zuletzt alles nach eigenem Ermessen gewürzt (Zucker, Anis, Nelken, Zimt oder Muskat) und heiß in Flaschen gefüllt wird. Schön fruchtig schmeckt das und je nach Gewürz dann auch etwas weihnachtlich. Mit etwas Rum drin ist es besser als jedes „Medi Dingens“.

Mein Herbst-Besuch beim Rheumatologen gestern war gut. Die Impfung gegen Grippe habe ich weg und gut vertragen. In der nächsten Woche beginne ich wieder mit dem Biologika. Vielleicht wird dann alles wieder etwas besser. Ich wünsche es mir sehr.

Die Unterschätzten und die deutsch-deutsche Wohngemeinschaft

„Die Unterschätzten“. Ich weiß nicht, ob mir der Titel gefällt.
Eigentlich schreibe ich kaum etwas darüber, was ich lese. Aber über dieses Buch möchte ich dann doch etwas sagen.

Die Leute in den neuen Ländern haben sich damals mit voller Absicht und friedlich die Grundrechte der Demokratie erkämpft, die freie Meinungsäußerung, freie Wahlen, Runde Tische. Das hat es so in der Geschichte Deutschlands noch nie gegeben. Diese Leistung wird im medialen Diskurs unterschätzt. Würde sie so anerkannt, wie ich das im Ausland erlebt hatte, wäre die Debatte heute viel weiter bzw. könnte anders geführt werden. Man muss stolz sein können, auf das, was man gemacht hat.

Cerstin Gammelin, Econ, Berlin 2021, ISBN 978-3-430-21061-4. S.197

Einige Tage hatte ich jetzt, an denen ich mir eine Pause gegönnt habe vom hektischen Alltag. Es war schön, die Tochter und den Schwiegersohn aus dem Norden zu Besuch zu haben. Kein Fernsehen, kaum Nachrichten, kein Gelabere von Politikern. Ruhe. Es hat gut getan, auch zu sehen, wie die beiden miteinander umgingen, die Tochter aus dem Osten und der Schwiegersohn aus dem Westen. Letzterer hatte viele Fragen. Ich fand das gut und irgenwie spielte Ost und West keine Rolle.

Am nächsten Wochenende werde ich zur Wahl gehen. Ich hoffe ja immer, dass sich einiges zum Guten ändern wird. Aber zu sehr wird jetzt schon im Vorfeld geschachert um Pfründe und Posten. Da knickt so manches weg und so mancher wieder ein. Jetzt schon.

Ich habe das Buch gelesen „Die Unterschätzten“ von Cerstin Gammelin. Die Autorin wuchs in Sachsen auf, arbeitete später für die Zeit und danach für die Süddeutsche Zeitung. 

„Cerstin Gammelin, selbst ost-sozialisiert, versammelt Geschichte(n) und Analysen zu einer Neubewertung. Denn es ist höchste Zeit, den notorisch Unterschätzten eine Stimme zu geben“, heißt es in der Buch-Beschreibung.

Ich habe mich in dem Buch wieder gefunden und manchmal war das Lesen schmerzlich. Vieles hatte ich verdrängt, um mich selber zu schützen und einiges zu ertragen. Das spülte es jetzt wieder hoch und manche Träne gleich mit.
Das Buch hat mir aber auch die Kraft gegeben, nicht alles, was in meinem Leben passierte, als Persönliches oder Niederlage einzuschätzen. Ich hatte damals keinen oder wenig Einfluss darauf, was mit mir passiert. Nur eines wird mir immer klarer: Ich habe keinen Grund, den Kopf einzuziehen, mich schlecht zu fühlen, mich bedingungslos unterzuordnen, nie zu widersprechen. Das Abitur, mein abgeschlossenes Hochschulstudium, meine drei Kinder, die zu großartigen Menschen herangewachsen sind, Tätigkeiten – das lasse ich mir nicht mehr klein reden, denn darauf kann ich stolz sein. 

„Das Buch von Cerstin Gammelin ist eines, das versucht, Geschichten zu erzählen, die sonst selten erzählt werden, das einen neuen Einblick in die fünf ostdeutschen Bundesländer geben soll und versucht, Brücken zu bauen. Und es ist nicht nur Nachwende-Geborenen zu empfehlen, sondern vielleicht auch gerade denjenigen, die im Westen geboren sind, als es die DDR noch gab, die auch den Mauerfall bewusst miterlebt haben.“ 

Buchbeschreibung bei Thalia

Ja, „Die Unterschätzten“ sollten viele lesen, abgesehen davon, dass einiges darin steht, was man so nicht gleich findet, was man nicht weiß von allen damals festgelegten Verträgen und auch noch heutigen Auswirkungen. Wir verstehen uns besser, wenn wir mehr von einander wissen. Ganz bestimmt. Dabei rede ich nicht von denen, die gutes Wissen hatten und haben, alles aber für gut halten wie es ist und alles so belassen wollen.
Wusstet ihr, dass die alten Bundesländer immer so viele Stimmen zusammen haben, um alle Beschlüsse durchzusetzen? Die Neuen können nicht mal ein Veto einlegen. Dafür reicht es nicht und so ist es im Einigungsvertrag festgeschrieben. 

Für einen Moment hatte ich daran gedacht, eine neue Rubrik einzuführen hier im Blog. Zu Beginn sollte ein Zitat stehen aus dem Buch und dann wollte ich meine persönlichen Erlebnisse dazu schreiben, beispielsweise über meinen ersten Besuch bei der Verwandschaft im Westen Deutschlands  oder von dem Personalchef, der mir empfahl, mich doch lieber „ordentlich“ um meine drei Kinder zu kümmern, statt arbeiten zu wollen.
Ich glaube ich tue das nicht. Es macht verletzlich, angreifbar und festgefahrene, klischeebehaftete Standpunkte ändert es nicht.

Am Sonntag werde ich mich nun also in meinem Wahllokal einfinden. Klar doch, schließlich waren freie Wahlen damals ganz oben auf der Agenda. Ich käme nicht auf die Idee, nicht wählen zu gehen. Mein Kreuzchen werde ich aber mit Bedacht machen und ganz bestimmt kein „kleineres Übel“ wählen. 
Nein, mir geht es nicht nur um den Osten. Ich möchte, dass sich für das ganze Land etwas ändert. Für Europa auch, eigentlich für die ganze Welt, denn mir geht es auch um den Klimaschutz und soziale Verantwortung. Und das immer auf Augenhöhe.

Der Tod ist gewiss – die Stunde nicht. Eine Software will das ändern.

Menschenskinder, schwere Kost vor dem Wochenende. Ich musste das aber los werden und darüber schreiben.

Wenn ein Mensch stirbt ändert sich manchmal von einem Tag auf den anderen alles. Nicht nur der Verlust des geliebten Menschen ist zu beklagen, sondern auch das gewohnte Leben mit seinem Standart geht oft verloren. Man sollte sich besser auf den Tod vorbereiten können, meinten die Entwickler der kanadischen Software „Elder Live Calculator“.

Leipziger Rathaus am Abend
das Leipziger Rathaus am Abend

Was hat Leipziger Rathaus damit zu tun?
An diesem Rathaus, hier auf dem Bild nicht zu sehen weil auf der rechten Seite, gibt es eine Rathausuhr. Oben an der Uhr steht: Mors certa – Hora incerta. Der Tod ist gewiss, die Stunde nicht. Das sollte auch so bleiben, finde ich.

Die oben genannte Software soll den Zeitpunkt errechnen, wenn einen der Tod ereilt. Natürlich erst, nachdem allerlei Angaben zum Leben eines Menschen, sein Alter, seine Vorerkrankungen, Geschlecht, Bildungsabschluss und einiges mehr eingespeist wurden. Dann rödelt der Allgorthmus los und erreichnet ein Ergebnis bis auf einen Monat genau.

Familie und Pflegedienste wären so besser planbar, sagt man. Eine Krankenkasse könnte aber auch zu der Entscheidung kommen, dass sich die teure Therapie nicht mehr lohnt. Oder eine Versicherung kündigt schnell noch alle Versicherungen. Wirtschaftlichkeit steht da im Vordergrund. Und das verursacht mir Bauchgrimmen.

Ja, über den Tod muss man reden, auch in den Familien. Aber gleichzeitig sollte man jede lebenswerte Minute mit seinen Angehörigen nutzen. Ich finde diese Software einfach nur unmenschlich. Manchmal mache ich Witze darüber, was ich noch kurz vor dem Ableben für Blödsinn machen würde. Aber wisst ihr was? Ich will weder die Stunde wissen, noch den Monat. Auf einem Pulverfass zu sitzen finde ich nicht zumutbar.

Meine Informationen habe ich übrigens von „netzpolitik.org“. Ich lese dort regelmäßig, habe auch den Newsletter abboniert, weil ich schon wissen will, was sich in der digitalen Welt so tut.

Von der Rathausuhr hatte ich kein ordentliches Foto, deshalb habe ich mal fix eine Zeichnung gemacht. Nein, ein Kunstwerk ist es nicht, aber so ähnlich sieht sie aus, die Uhr mit ihrem Spruch.
Hora incerta – ja so sollte es für mich bleiben.

Dar Tod ist gewiss - die Stunde nicht. (Leipziger Rathausuhr.)


Frühstück mit „Altenborjer Zeechenkase“ – so wie früher „Derheeme“

Derheme bleibt Derheeme – zumindest ein bisschen.

Manchmal „sackt es mich“ und ich bekomme einen unbändigen appetit auf irgendwas. Bloß gut, dass ich keinen Deal mit einer boshaften Fee eingehen musste, sonst hieße vielleicht meine Erstgeborene nicht Rapunzel, sondern „Altenborjer Zeechenkase“. Bloß gut, dass ich ohne sie zu meinen Frühstück mit dem traditionellen Ziegenkäse gekommen bin.

Frühstück mit Altenborjer Zeechenkase
die Hülle habe ich etwas verknittert, aber der Käse ist …. eine Wucht

Der Käse ist wunderbar cremig und schmeckt überhaupt nicht streng. Er wird nämlich aus einer Mischung aus Kuh- und Ziegenmilch gemacht. Und das schon etlichen Jahrzehnten.
Mein Frühstück mit Altenborger Zeegenkase habe ich sehr genossen. Ein bisschen war es wie früher als ich bei meiner Oma am Küchentisch saß. Sie klemmte das Brot in einen Arm und schnitt mir mit dem Riesen-Brotmesser eine Scheibe ab. Den Käse machte sie selber.

der "Altenborjer Zeechenkaase"
die Zeichnung gefällt mir auf der Verpackung: das Altenburger Hügelland

Ich bekam plötzlich so etwas wie Heimweh nach der Stadt Altenburg, die ich so liebte. Und nach der Mundart, die nur die ganz Alten noch sprechen. Bei den anderen hört man sie aber auch noch. Auch ich kann es nicht ganz verstecken.

Der Altenborjer Zeechenkase – Mundartliches

Wullt ihr eich grindlich auskoriere,
mißt ihr nich longe rimprobiere,
wullt stark ihr ware und genase,
aßt Altenborjer Zeechenkase.

Ja, hab ich gemacht. 😀

Derheeme bleibt immer ein bisschen da

Vielleicht schaffe ich es mal wieder, diese Stadt zu besuchen, in der ich einige Zeit verbracht habe. Es waren gute Jahre, weil da die Welt für mich noch in Ordnung schien. Vielleicht behalte ich aber auch alles einfach fest in meinen Erinnerungen und mache mich mal wieder zum Frühstück über Altenborjer Zeechenkase her. Wie schon damals bei meiner Oma.

Immer mehr beschäftigt es mich: Wie will ich leben?

Diese Frage, wie ich leben möchte, beschäftigt mich schon lange.
Ich hatte mal meinen Traumberuf. Allerdings habe ich nach 1991 sehr viel Zeit investieren müssen. Neun Stunden Unterricht jeden Tag und abends und am Wochenende Vor- und Nachbereitungen. Als ich eines Tages mit meinem Auto an einer mit Bäumen bewachsenen Straße entlang hetzte, merkte ich zu meinem Erstaunen, dass die Bäume Blätter hatten. Der Winter war lange vorbei und mir war das nicht aufgefallen.

Es war nicht richtig, wie ich lebte. Wie ich das ändern sollte, wusste ich aber nicht. Jetzt wüsste ich es, aber es ist jetzt noch schwerer geworden, das umzusetzen.

Nein, um viel Geld geht es mir nicht. Ich brauche es, um zu leben. Ja. Aber noch mehr brauche ich die Möglichkeit, es mir erarbeiten zu können. Das gestaltet sich im Land der tausend Vorschriften schwierig. Aber: Ich arbeite noch daran.

Einen Hofladen kann ich nicht eröffnen, ein Kaffee „Fettbemmchen“ auch nicht und ebensowenig ein Spinnstübchen. Aber ich kann einiges für mich tun, Dinge tun, die mir Freude machen.
Gleichgesinnte suche ich. Und der Erbsenzähler unten rechts ist Herr E., der von mir vorgezogene Erbsen pflanzt. Wir sind spät dran in diesem Jahr, aber der Gartenertrag freut uns sehr.

Und wenn ich mal zuviel habe, dann schenke ich das weiter.

In meiner Gartenwildnis fühle ich mich wohl, pudelwohl. Wildnis, weil zwischen den Rosen Wermut wächst und auch so einige Stauden wild durcheinander. Rechtwinklige Wege und alles andere wie frisch gebohnert mag ich nicht. Am Teich ist Blutweiderich eingezogen und Madesüß kommt noch.

Gestern habe ich in der Leipziger Internetzeitung einen interessanten Artikel gelesen über den Leipziger Wagenplatz Karl-Helga e.V. in Plagwitz. Menschen wohnen und wirken zusammen in ausrangierten Zirkuswagen. Das sind Lehrer/-innen, Handwerker/-innen, Künstler/-innen, Wissenschaftler/-innen, Erwerbsfreie, Kinder. Mir gefällt das, was sie tun und was sie denken. Kuckt mal rein. Es ist interessant, auch die Links auf ähnliche Beiträge neben diesem Artikel.

Es ist für mich interessant, dass es Menschen gibt, die sich auch ihre Gedanken machen. Die Wagenplatz-Leute sind schon viel weiter als ich, denn sie leben ihre Auffassung schon. In eine solche Gemeinschaft passe ich wahrscheinlich nicht mehr, aber ein bisschen etwas tun, kann ich bestimmt.
Bei den Landfrauen habe ich mich umgesehen. Mir gefällt es recht gut, was diese engagierten Frauen tun. Es gibt eine Ortsgruppe in Dölitz, also nicht all zu weit weg. Vielleicht schreibe ich einfach mal eine Mail und frage, ob sie mich Stadtbewohner akzeptieren würden.

Fazit:
Ich möchte bewusster leben, tätig sein und alle Zeit der Welt dafür haben. Ausprobieren möchte ich vieles, auch wenn es schief geht, dann doch nicht passt oder „Nachjustierungen“ nötig sind. Ich möchte nicht dauernd die Frage hören: „Lohnt sich das?“ und in monitäre Diskussionen rutschen. Und nie möchte ich das, was ich denke oder so wie ich lebe, abwertend gesehen wissen. Ich möchte auch nicht vergleichen und verglichen werden.
Mal sehen, was noch wird.

Bald wieder mobil. Ich kann dann auch raus in den Sommer.

Wer auf sein Elend tritt, steht höher. (Friedrich Hölderlin in einen Brief an seinen Bruder.)

Heute freue ich mich besonders, denn mein Fridolin kommt morgen. Kennzeichen und alles Nötige bringt er mit, so dass ich gleich losgurken kann. Ich bin wieder mobil! Wäre er eher gekommen, dann wäre ich heute zum Gewandhauskonzert gegangen in den Hundtschen Garten in Leipzig-Grünau. So kommt er eben morgen und ich kümmere mich heute nochmal um meine Vögel und mein Zuhause.

Spatzenmutti
Ich komme kaum zum Selberessen, der Nachwuchs schreit.

Es scheint sich ganz schön schnell herumzusprechen, wenn Herr E. den Futterplatz wieder aufgefüllt hat. Die Spatzenmutti hat den Schnabel voll zu tun, um ihre Nachkommen satt zu bekommen. Die kleinen Federwuschel sind schon richtig mobil und fordern von ihren Eltern vollen Einsatz.

das Kerlchen ist recht mobil
Hat sie mich vergessen? Huuuuuunger!

Wenn ich mit Fridolin draußen sein werde, nehme ich ein kleine Becherchen mit, um schonmal Sämereien zu sammeln. Mohn zum Beispiel. So etwas mögen die Kleinen immer gern.
Auch andere Vögel bedienen sich bei uns auf dem Fensterbrett. Das Fettfutter mit Insekten ist sehr begehrt. Die Altvögel packen sich den Schnabel voll und düsen ab zu den Kleinen. Manchmal kann ich zusehen, wenn sie füttern.

mobil: Und wie komme ich jetzt an das Futter?
Und wie komme ich jetzt an das feine Futter?

Die Stare sind so richtig verfressen. Mit den Tischmanieren sieht es schlecht aus, aber die kleineren Vögel fressen alles, was die Stare verlieren und herumwerfen.
Es ist so schön, morgens wenn es langsam hell wird, erstmal ein Vogelkonzert zu hören. Langsam erwacht der Tag. Ich stelle mir das schrecklich vor, wenn es keine Vögel mehr gäbe. Und deshalb engagiere ich mich auch auf dem Gebiet.

wer satt ist, kann auch wieder mobil sein
So, satt! Na dann, bis zum nächsten Mal.

In den letzten Monaten habe ich viel beobachtet, wie der Wechsel der Jahreszeiten abläuft und wie sich Vögel verhalten, wie mobil sie sind. Fasziniert habe ich zugesehen, wie eine Taube ein Nest baute und wie das Baumaterieal zu ihr kam. Ich kenne Warnrufe der hier lebenden Vögel und wenn die Blaumeise schrille Töne von sich gibt, wird es plötzlich ganz still im Viertel. Wahrscheinlich ist dann der Bussard unterwegs.
Ich hatte ihn lange nicht gesehen, aber heute vormittag, war mein Fridolin mal wieder da, der Buntspecht, der meinem Mobil den Namen gegeben hat. Und kurz darauf kam der Anruf vom Händler.

Hach, heute ist ein schöner Tag. Alle kruden Gedanken: „Warum denn immer ich?“ und so ähnlich sind wie weggeblasen. Ich glaube, man braucht immer ein Weilchen, um alles zu verarbeiten, was passiert, gesundheitlich, im Job, in der Gesellschaft und unmittelbat um einen herum. Und wenn man die Phasen alle durch hat: Resignation, Trauer, Wut, Suchen, neuer Bezug zu sich und der Welt, dann geht es aufwärts mit allen Aktivitäten. Das neue Selbstbewusstsein kann einem dann keiner mehr zerreden.

Eine Geschichte wird fertig oder eine Fachfrau im Hause spart das Lektorat.

Ein herzliches Dankeschön an meine Tochter.

Meine Geschichte ist fertig.
Ich weiß noch nicht, was ich damit mache. Gebe ich sie einfach frei? Mache ich doch mal so etwas wie einen Weihnachtskalender oder schreiben ich noch einige dazu? Ich weiß es noch nicht, aber bestimmt kommt mir noch eine Idee.

Korrekturen zu meiner Geschichte

Meine Tochter ist Germanistin und Kommunikationswissenschaftlerin. Seit Jahren arbeitet sie in diesem Beruf und wir bewundern immer wieder ihre Fähigkeit, mit Texten und Aussagen umzugehen. Jan und ich erkennen auf Anhieb, welche Texte sie verfasst hat. Sie fotografiert aber auch, erstellt Videos und bearbeitet sie. Das alles macht sie mit Leib und Seele. Ihr hatte ich meine Geschichte geschickt und sie hat Allerhand gefunden, was mir durch die Lappen gegangen wäre.

Herzlichen Dank, liebe Tochter. Nicht nur, dass ich meine Geschichte nicht doch lieber schamhaft in der Schreibtischschublade belasse, ich bekomme so auch immer den Mut zugesprochen, weiter an meinen Projekten zu arbeiten. Irgendetwas möchte ich schon noch schaffen. Irgendetwas muss bleiben von mir. Angehäufelter „Reichtum“ im klassischem Sinne ist es nicht.

Vielleicht bin ich ein elender Utopist, der immer noch an das Gute im Menschen glaubt. Reichtum habe ich immer gesellschaftlich, also auf die ganze Gesellschaft bezogen, gesehen. Gesundheitswesen, Bildungswesen, Wissenschaft, das sollte nicht privatwirtschaftlichen und anderen ökonomischen Gegebenheiten unterliegen. So ganz kann ich es nicht glauben, dass ich mich da so geirrt habe. Langsam gehen mir immer mehr die Nackenhaare hoch, wenn ich mitbekomme, dass wieder an der Sozialgesetzgebung gesägt wird. Und es wird gesägt. Schließlich muss man ja niemand mehr beweisen, der bessere zu sein.

Naja, ich muss mal sehen, wie und wo ich mich noch einbringen kann. Für’s Altenteil fühle ich mich nicht berufen.
Heute freue ich mich erstmal, dass meine Geschichte fertig ist. Sie muss jetzt erst mal noch als Versuchsobjekt herhalten. Ich will das Programm „Pages“ erkunden.

Geschichten schreiben, Bilder bearbeiten und vieles mehr.

Ja, Kritik braucht man, aber immer in einem ordentlichen Ton. Das bringt weiter. Aber lasst euch nie ausreden, was ihr gut könnt und mit Freude macht.

Es war unruhig gestern und alle Warnung mal kein blauer Dunst.

Und dann gab es auch noch was zu feiern.

Unruhig war es schon den ganzen Tag. Es grummelte in der Ferne. Nun, das gab es schön öfter, aber dann machten alle Gewitter einen Bogen um meine Stadt.
Und dann fing es doch an zu regnen.

das einzige Regenbild, bevor es mehr als unruhig wurde
Regen

Zuerst schlich ich noch mit der Kamera auf dem Balkon herum. Regenstimmung, Sommerregen, wollte ich einfangen. Das blieb allerdings das einzige Bild. Dann wurde es weit mehr als unruhig.

Es fing plötzlich so an zu schütten, dass die Kanalisation das Wasser vom Dach, welches im Haus in einem Fallrohr herunter donnerte, nicht mehr aufnehmen konnte. Im Keller war schon ein Eimer aufgestellt und Herr E. wurde zum Wasserträger. Laut war es, nicht nur unruhig. Letzteres war dann eher ich, weil ich nicht viel helfen konnte.
Das Unwetter bewegte sich nicht vom Fleck. Im Innenhof verwandelte sich die Wiese langsam zum See.

Da musste eben das für ein Foto herhalten.

Eigentlich wollte ich den Nachmittag und Abend auf dem Balkon verbringen und auch heute war es da draußen so fatschenass, dass ich eben dann einen Lese- und Recherche-Tag hatte. Außer einige Kräuter noch in die Erde zu bringen, wurde da nix.

Bei guter Laune hielt ich mich mit Obst. Zu feiern gab es nämlich auch etwas. Ich habe 7 1/2 kg abgenommen. Ich muss noch einiges schaffen, aber ich bin auf dem richtigen Weg. Meine Ernährung habe umgestellt und sie wird auch so bleiben. Schön langsam geht’s, ohne Druck, Hunger oder Entbehrungen. So könnte das etwas werden mit mir und den Kilos. Herr E. hat heute im Garten Salate und Kohlrabi gepflanzt.

Ich wünsche euch allen einen richtig schönen und vor allem ruhigen Sonntagabend.

Ich kann auch laut. Mir war mal danach, die Stones zu hören.

Laut sein und auch bunt.

Auf die Idee, mal wieder ganz laut die Stones zu hören, hatte mich Radio Bob gebracht. Mit einem Lieblingskumpel habe ich das in jungen Jahren oft gemacht, laut, die Luftgitarre in der Hand, die langen Haare nach vorne und natürlich singend und wild gestikulierend. Das tat verdammt gut.

Heute endlich habe ich meinen Impftermin bekommen. Feiern werde ich erst, wenn das Ding drin ist. Wer weiß, was sich Herr Spahn und Co. noch alles so einfallen lassen oder was noch passiert. Es ist noch einen Monat hin bis zur ersten Impfung. Aber immerhin ist die ganz große Ungewissheit vorbei. Die hat mich nämlich so langsam zerfressen.

Ich musste allerdings anrufen. Dass man Bescheid bekommt, wenn man auf einer Liste steht, war nicht so. Mir ist das immer blöd, Leuten auf den Geist zu gehen, aber offensichtlich musste das so sein.
(Bitte nicht schreiben „Herzlichen Glückwunsch“ und so. Ich habe keinerlei Leistung vollbracht.)

Passt nicht zum Stones hören, aber mir war mal nach ganz laut.
Heute muss ich soweit kommen, dass sie es bis auf ihren Hof schafft.

Gerstern hatte ich auch wieder Lust zu zeichnen. An den vergangenen Tagen konnte ich mich nicht richtig konzentrieren. Mir ging alles auf den Geist und es störte mich jede Fliege an der Wand. Ich brauche aber noch einigen Krimskrams für die Geschichte vom weißen Wolf.

Das da oben ist noch nicht fertig, aber ich konnte wieder einiges ausprobieren, Werkzeuge, Pinsel, Panele. Ich verwusele mich immer mal wieder, weil ich mich an den früheren Programmen orientiere. Ich glaube, das ist jetzt das fünfte Grafikprogramm, womit ich mich beschäftige, ernsthaft beschäftige. Einiges ist bekannt, ich weiß auch, nach was ich suchen muss, aber trotzdem ist vieles noch gewöhnungsbedürftig.
Mal sehen, was noch wird. Und A**be wird nicht müde, mich mit Werbung voll zu ballern. Na so was.

Für den vorigen Beitrag hatte ich eine Grafik gesucht. Ich weiß, dass ich sie mal für den Unterricht gemacht hatte und eigentlich nichts wegwerfe. Ich fand sie nicht, setzte mich noch mal ran und machte das neu. Und wie das so ist, als der Beitrag erschienen war, fand ich meine alte Grafik. Umpfff!
Ich muss aber sagen, die Neue gefällt mir besser und beim zweiten Mal ging es tatsächlich schneller.

Mein Anfall mit den Stones hören ist erstmal wieder vorbei. 😀