Wie der Kastanienbaum mit den Bienen reden kann

Aus Versehen habe ich einen Ordner mit Fotos von meinem Lieblingsbaum gelöscht. Ein ganzes Jahr habe ich den Kastanienbaum beobachtet und Fotos gemacht, von den ersten Knospen im Frühling, über sattes Grün im Sommer, zu den Früchten – den Kastanien – im Herbt. An den wunderbaren Herbstfarben der Blätter kann ich mich nie so richtig satt sehen und im Winter bedeckt manchmal Schnee die Äste und Zweige und sorgt für einen kleinen Zauber.

Einige Bilder habe ich aber dennoch und ansonsten eben die Aufgabe, die Kamera bereit zu halten und ein Jahr des Baumes nochmal zu dokumentieren.

Salbe aus Rosskastanien

Kastanienbäume faszinieren mich sehr, auch wegen der Heilwirkung, die seine Früchte erbringen kann.
Ich habe gestern Kastanien zerkeinert, die Stücke in ein Glas gefüllt und das Glas mit Korn aufgefüllt. Alles muss bedeckt sein und drei Wochen an einem warmen Ort ziehen. Dann werde ich es abgießen und unter Zugabe von Olivenöl, Lanolin und Bienenwachs zu einer Salbe rühren. (Dazu wird es noch einen Beitrag geben.) Diese Salbe ist ein guter Helfer für unsere Beine.
Rosskastanie heißt der Baum, weil seine Früchte früher als Pferdefutter genutzt wurden.

Die Kastanie- ein faszinierender Baum

Im Frühjahr blühen die Kastanien prachtvoll. Wenn die ersten Blüten erscheinen, aber noch keinen Nektar haben, zeigt sich die Blüte grün. Das signalisiert den Bienen, dass noch kein Nektar zu holen ist. Ich finde das interessant, denn schließlich darf die Kraft der Bienen nicht verschwendet werden. Etwas später zeigt sich die Blüte gelb. Für die Bienen heißt das: Es gibt reichlich Nektar. Ist der Nektar aufgebraucht, verfärbt sich das Saftmal der Blüten rot. Das ist der Hinweis, dass bestäubt wurde und kein Nektar mehr vorhanden ist.
Genial, und genau das will ich im nächsten Frühjahr mit der Kamera einfangen.

Der Biergartenbaum

Ist euch mal aufgefallen, dass in Biergärten ganz oft Kastaniebnbäume zu finden sind? Sie wurden früher gerne über Biergärten gepflanzt. Die großen Blätter des Baumes spendeten gut Schatten und als Flachwurzler beschädigte er den Keller nicht. Das Bier aber blieb schön kühl.

Ein Aberglaube um die Kastanien

Eine Kastanie in der Tasche soll Rheuma und Schmerzen fern halten. Nun, bei mir klappt das nichtmal mit de Plazebo-Effekt, aber als Handschmeichler leisten mir je drei Kastanien pro Hand gute Dienste. Im Herbst stecke ich mir Kastanien in die Taschen und im Frühjahr gebe ich sie dem Baum zurück. Das ist so mein Ritual. Wenn ich die Kastanien bewege zwischen den Fingern, kann das förderlich sein für Beweglichkeit der Hände. Ich brauche sie noch und tue ihnen so was Gutes.


Es gäbe noch viel mehr zu schreiben über die Kastanie und ihre Früchte, über die Heilwirkung z.B. und über die einfache Herstellung eines Waschmittels. Bestimmt schreibe ich späte einmal darüber. Im Blog, der im Nirvana verschwand, hatte ich das schon mal getan.

Kastanien

Eine Freundin hatte gehört, dass ich einige Kastanien brauchte und brachte mir welche. Herzlichen Dank.
Und Herr E. und der Gasthund Max brachten mir heute ein Körbchen Brennnesseln, die nun erstmal trocknen. Mich hat die Heilwirkung der Pflanzen wieder voll gepackt und ich freue mich auch, dass ich Hilfe bei der Beschaffung bekomme. Es ist schön, wenn man Freunde hat.
Und es ist entspannend und schön, sich mit angenehmen, interessanten und hilfreichen Dingen beschäftigen zu können.

Spitzwegerich

Es gibt Pflanzen, die liebe ich einfach.

Dass ich mich als Kind gerne auf Wiesen aufhielt, davon hatte ich ja schon öfter geschrieben. Unsere Lieblingswiese anno Dunnemals wurde zweimal im Jahr gemäht und diente als Futter für Nutztiere. Im Frühling wuchs sie schnell und erreichte eine Höhe von mindestens einem Meter. Was gab es da nicht alles: verschiedene Gräser (in denen wir uns versteckten), Gänseblümchen (aus denen wir uns Kränze flochten), Sauerampfer (den wir aßen), Kräuter (die wunderbar dufteten) und eben auch Spitzwegerich.

Spitzwegerich darf auf meinem Balkon wachsen

Der Spitzwegerich gefiel mir schon immer mit seinen schlanken Blättern und seinen schönen filigranen Blüten. Erst viel später lernte ich, dass er ein nützliches Heilkraut ist und zum Beispiel für Wundbehandlung sehr gut geeignet ist. Man muss nicht Geld zur Apotheke tragen, der Spitzwegerich wächst auf unseren Wiesen, einfach so.

Auch in diesem Jahr habe ich wieder Salbe mit Spitzwegerich gerührt. Besonders gegen juckende Insektenstiche hat sie sich bewährt. Jedes Jahr verschenke ich davon und alle Beschenkten, die sich viel draußen und auf Wiesen aufhalten, haben mir von der Heilwirkung erzählt.

Ich kann nicht mehr so auf Kräutertour gehen wie früher. Mit dem Rollstuhl über die Wiese rollern ist schon ein Abenteuer, aber dann nach unten zu kommen um die Kräuter zu pflücken, geht meistens gar nicht. Also hilft mir Herr E. Der hat es manchmal eilig. Blatt für Blatt pflücken empfand ich immer als ein beruhigendes Ritual. Herr E. hat aber an einer Pflanze so gezerrt, dass er sie mit einem Wurzelrest ausgerissen hat. Ich habe sie zu Hause in ein Töpfchen gepflanzt. Zuerst starben alle Blätter ab, aber dann, als sie neue Wurzeln gebildet hatte, wuchsen neue. Und jetzt blüht sie.

Die restlichen Blätter vom Spitzwegerich zerkleinerte ich und setzte sie mit einem guten Öl an für einen Ölauszug. Der musste im Glas nun drei Wochen an einem kühlen, dunklen Platz stehen und reifen. Mit Bienenwachs wurde der Auszug dann zur Salbe gerühlt. Vitamin E, Lanolin, Sheabutter und anderes kann man mit dazu geben, so wie es einem zusagt.

Spitz- und Breitwegerich
Zeichnung: G. Ebert

Ich habe meine alte Zeichnung von den Wegerichen wieder gefunden und muss noch bemerken, dass sich Breitwegerich genauso eignet als Wundkraut und gegen lästiges Jucken nach Insektenstichen.
Wenn alle liegengebliebenen Aufgaben abgearbeitet sind, möchte ich mal wieder zeichnen. Ich habe wieder Lust dazu bekommen und bestimmt werden noch einige Wildkräuter auf meinem Balkon einziehen. Ich muss nicht mehr so oft über Wiesen rattern und die Insekten freuen sich.

Da mache ich das doch lieber selbst

Ich bin dankbar für alles, was ich habe.

Ich schreibe jetzt keinen Aufsatz darüber, was in letzter Zeit bei Kontrollen in unserem Essen gefunden wurde, wie man mit den Böden umgeht und was alles auf ihnen und in den Pflanzen landet. Das kann man nachlesen.
Schade, dass unser Garten klein ist und ich nicht alles, was ich haben möchte an Gemüse, Kräutern und Früchten anbauen kann. Wo ich es kaufe, kann ich mir schon aussuchen. Und viele Konserven für den Winter mache ich mir selbst.

Sellerie wird für den Dörrautomat vorbereitet

Dass ich mir den Dörrautomat zugelegt habe, war eine gute Entscheidung. Wenn es geht nutze ich die Sonne, stelle mir ein Backblech raus. Bei Lauch oder Porree ist es auch angebracht, denn er riecht beim Trocknen etwas streng. Möhren und Sellerie habe ich im Automaten getrocknet und alles in einem großen Glas zusammengebracht. Gemüsebrühe kaufen muss ich nicht mehr. Ich möchte es auch nicht. Die mache ich mir selbst.

Selbst machen: Chilipflanze für getrocknete Chiliflocken
die Chilipflanze hat sich prima entwickelt

Im Frühjahr hatte mir mein Sohn eine winzige Chilipflanze mitgebracht. „Du kannst sie bestimmt aufpäppeln“, meinte er. Ja, ich konnte das und das war nicht alles, was ich zu tun hatte.

Kein einziges Insekt ließ sich blicken, um die Chiliblüten zu bestäuben. Also musste Bienchen Gudrun ran. Mit einem Wattestäbchen habe ich die Blüten „besucht“. Ich muss das ganz gut gemacht haben, denn bald danach trug das Bäumchen Früchte. (Hier war die untere Etage schon abgeerntet.)

„Fein. Im nächten Jahr kannst du dir den Kirschbaum vornehmen“, meinte Herr E. Als er aber zuerst die gerntete Chili anfasste und sich danach das Auge rieb, zeigte es sich, dass die Chilis von einer extrem scharfen Sorte sind. Ich habe die Chilis für den Sohn getrocknet und selbst Flocken geschnippelt, wiewohl mit Handschuhen an beim Arbeiten. (Und dennoch: von den Kirschen gebe ich gar niemals nix ab. Nö!)

Mein Vorratsschrank ist inzwischen gut gefüllt. Meine Gurkenernte war gut und so konnte ich sowohl ausreichend davon essen als auch noch Senfgurken einkochen. Tomatensugo aus den eigenen Tomaten zum Beispiel gibt es auch und darüber hinaus noch so einiges mehr. Ein Hexenwerk ist das alles nicht und so werde ich das wohl im nächsten Jahr auch wieder so machen und mir allerlei selbst konservieren. Die Planung, was ich alles im Garten und auf dem Balkon anbauen werde, läuft schon.

Brennnessel verarbeiten für ein wertvolles Heilmittel

Brennnessel muss nicht brennen, wenn man weiß, wie man mit ihr umgehen muss. Handschuhe an beim Brennnesseln pflücken, ein Weilchen antrocknen lassen, das Kraut duschen … das wären so kleine Tricks, damit es nicht zwiebelt. Brennnesseln hole ich mir jedes Jahr ins Haus. Ich bin stolz über mein Kräuterwissen und ich schreibe auch gerne darüber.

Brennnessel eine wertvolle Heilpflanze

Warum sammele ich Brennnessel und lege mir einen Vorrat an?

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Errötet durch Johanniskraut (Rotöl)

Wir waren unterwegs, der Herr E. und ich. Da entdeckte ich, weit weg von Straßen und anderem Gedöhns, wunderbar blühendes Johanniskraut. Weil ich es haben wollte, „hutschte“ ich vom Fridolin herunter. Herr E. half mir beim Pflücken.

meine Zeichnung vom Johanniskraut
Meine Zeichnung vom Johanniskraut. Zum Zeichnen komme ich wahrscheinlich erst wieder im Winter.
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Lindenblüten-Gelee: Sommerduft im Glas

Laut Baumkatasteramt der Stadt Leipzig sind 1/3 der Bäume in der Stadt Linden. Im Moment stehen sie in voller Blüte. Wie das duftet! Ich mag den Duft sehr und deshalb wollte ich wieder Lindenblüten-Gelee machen, um mich im Winter noch an diesem einzigartigen Duft erfreuen zu können.

Mit einem Körbchen sind Herr E. und ich losgezogen und haben abseits der Straßen und nicht weit weg von meinem Wohnhaus Lindenblüten gepflückt. Die Äste der Linden durften fast bis unten hin wachsen, so dass ich im Rollstuhl sitzend mitpflücken konnte.

blauer Himmel und Lindenblütenduft
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Alchimistenküche

der Gastkater ist gar nicht da

Irgendwie macht es mein Gast-Kater richtig bei dem Wetter. Er glaubt allerdings, dass er weg ist, wie ganz weg. Kalt und nass ist das draußen. Nun ist das ja alles normal für den April, wenn es nur nicht so warm vorher gewesen wäre. So klatschte mein Rheuma erstmal wieder in die Hände. Um so besser, dass es in meiner Alchimistenküche köchelte.

Ein neues Jahr beginnt und die ersten frischen Kräuter ziehen bei mir ein.

Eigentlich wollte ich auch Löwenzahngelee machen, aber ich kann mich nicht ca. 400 Mal nach Löwenzahnblüten bücken. So viele brauche ich. Aufgegeben habe ich noch nicht ganz. Ich hoffe darauf, dass es noch Blüten gibt, wenn es wieder wärmer wird. Der Frühling fängt ja erst an.

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Friedensreich Hundertwasser und die Brennnessel

inspiriert von Friedensreich Hundertwasser: Brennnessel - meine Zeichnung

Friedensreich Hundertwasser hat mich schon immer fasziniert, weil er der Meinung war, dass alles, was man der Erde entnimmt, ihr wieder zurückgegeben werden muss. Wenn zum Beispiel eine Baugrube für ein Haus ausgehoben wird, kann Erde, Rasen, Pflanzen und Bäum auf das Dach des Hauses. Die Idee gefällt mir sehr.

Was aber hat Friedensreich Hundertwasser mit Brennnesseln zu tun? Und was das alles mit mir?
1959, auf einer künstlerischen Demonstration gegen den Algerien-Krieg wurde ein Manifest von Hundertwasser verlesen. Hundertwasser wendet sich gegen ökonomische Abhängigkeiten der Künstler, die sie nicht unabhängig und autark sein lassen.

„Wisst ihr, wie einfach es ist, ohne Geld zu leben? Man muss Brennnesseln essen. Sie sind ganz umsonst.“
Den genauen Wortlaut kann man hier nachlesen.

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Orange. Die Zeit meiner Lieblingsfarbe.

So langsam fängt das Laub der Bäume und Büsche meine Lieblingsfarbe an zu nehmen. Orange. Es macht mir gerade große Freude, zum Fenster hinaus zu schauen in den Innenhof. Herr E. meint, dass ich doch aus diesem Grund den Herbst lieben müsste. Der Herbst ist aber die Jahreszeit, in der mein Rheuma besonders tobt. Und deshalb habe ich ein gespaltenes Verhältnis zum Herbst.

trübe, aber orange
Trübe ist es, aber an den Bäumen auch ein bisschen orange

Die Freundin aus der Eösteraue hat mir Kürbisse mitgegeben. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn nun kann ich wieder Kürbissüppchen kochen und auch endlich das Kürbisbrot backen. Mein Sohn besucht mich am Wochenende. Vielleicht gibt es da schon mein Herbstessen. Suppe und Brot sind auch wieder orange. Vielleicht schmeckt mir es deshalb so gut?

orange Ernte
orange Kürbisernte

Eine Zeit lang sah es in meinem Zimmer aus wie bei einer Kräuterhexe. Kräuter hingen zum Trocknen und überall gab es Tinkturen und Ölauszüge. Spitzwegerich lasse ich gerade mit Zucker auflösen. Das wird mein Hustensaft. Aus Schafgarbe habe ich Magentropfen hergestellt und aus Ringelblumen Heilsalbe und Tropfen gegen Menstruationsbeschwerden. Ein Auszug aus Brennnesselwurzel hilft, wenn die Nieren oder die Blase mal zwicken.

meine _Kraeuter
Ich musste sehen, dass ich noch an meine Bücher herankam.

Bei meiner Kräuterverarbeitung tanze ich nicht um Mitternacht und bei Vollmond um die Kastanie. Ich habe viel gelesen über die Heilkraft der Kräuter, u.a. bei der Uni Halle. Alles, was hilft oder unterstützt ist gut. Den Arzt ersetzt es nicht. Darauf, dass Apotheken ein bisschen weniger verdienen, kann ich keine Rücksicht nehmen.

Brennnesselwurzel Tinktur
Tinktur aus Brennnesselwurzel

Tropfen und Salbe habe ich mitgenommen in die Elsteraue. Die Freundin hat oft mit Mücken zu kämpfen und deren Attacken. Ihr wird die Spitzwegerichsalbe helfen. Ringelblumensalbe schicke ich ihr noch. Und die sieht sogar ein bisschen orange aus, so als hätte sie Sonne gespeichert.
Jede Rezeptur ist anders, aber ein Hexenwerk ist das alles nicht. Die Natur gibt uns viele Schätze mit. Wir haben das bloß manchmal vergessen.

Spitzwegerichsalbe
Spitzwegerichsalbe

So, ich bewege mich jetzt wieder zu meinen Wollprojekten. Es ist nicht mehr lange hin bis Weihnachten und alles muss fertig werden, damit ich anfangen kann mit dem Weben. Mein Wunschbuch dazu habe ich zwar immer noch nicht, aber ich werde mich schon durch wuseln. Ich freue mich sehr über die neuen Projekte.
Für heute erstmal Tschüss und einen guten Abend.