Eigentlich

Eigentlich wollte ich schon längst angefangen haben zu weben, aber ich muss erstmal Schafwoll-Socken stricken. Es gibt hier einige Freunde oder gute Bekannte, die sich nicht mehr trauen, die Heizung aufzudrehen. Als ich aus dem Krankenhaus nach Hause kam, dachte ich mir, ich müsse mich mehr um mich selber kümmern. Aber ich konnte nie die Augen und Ohren schließen vor Problemen, die nicht meine sind.

Seit zwei Tagen sitze ich mal wieder am Spinnrad. Ich verspinne die Wolle meines Patenschafes. Daraus sollen die Schafwoll-Socken werden und eigentlich finde ich das jetzt gut so.
Eigentlich wollte ich ein Foto zeigen am Spinnrad mit einem neuen Kleid, aber ich mag so einen Personenkult nicht und um die eigene Person noch viel weniger.

Interessante Geschichten von verschiedenen Frauen.

Gestern kam ein kleines Päckchen bei mir an. Als ich noch mit dem Spinnrad im damaligen Volkskundemuseum in Wyhra unterwegs war, habe ich mich mit einer Museumsmitarbeiterin angefreundet. Sie hat mir nun ein wunderschönes und auch interessantes Büchlein geschickt und einen handgeschriebenen Brief dazu gelegt. 

Inspiration: Ich werde für meine Schafgeschichten zeichnen.

Das Buch hat mich inspiriert, meine Schafgeschichten weiter zu schreiben und dafür wieder zu zeichnen. Der liebe Brief hat mich angeregt, mir Briefpapier zu wünschen. Ein ganz persönlicher Brief kann manchmal viel Trost geben und Mut, mit Widrigkeiten klar zu kommen. Vielen, lieben Dank, liebe U.

ohne Schafe geht es bei mir nicht
Ohne Schafe geht es bei mir nicht.

Jetzt verziehe ich mich erstmal auf mein neues Kissen, lese im Buch und ruhe mich aus. Alles wird wieder gut. Und das wünsche ich uns allen.