Mein Rollstuhl musste repariert werden, also ist mein Aktionsradius gerade ein wenig begrenzt. Ich habe mich mal wieder an das Spinnrad gesetzt und ein Garn für die Hüttenschuhe in diesem Jahr geschaffen. Alles Garn möchte ich fertig haben, um es bald mit in den Garten nehmen zu können und es dort zu verarbeiten. Stricken geht da immer, das Spinnrad mitschleppen nicht.
Ich habe diesmal die Wolle meines Patenschafs versponnen. Da ich gerne experimentiere, habe ich es dreifach verzwirnt, zu einem Faden „verdreht“. Aus den gesponnenen Fäden auf drei Spulen habe ich das Garn hergestellt. Die Hüttenschuhe sollen ja ein Weilchen halten und ihre Besitzer gut über denn nächsten Winter bringen. Den Entwurf habe ich auch schon fertig. Damit es nicht so langwelig wird mit dem weißen Garn, wird es ein Zopfmuster geben.

Mit dem Dreifachgarn bin ich sehr zufrieden. Es ist runder, stabiler und dennoch weich. Meine Sockengarne werde ich auch so herstellen, allerdings vierfach verzwirnt aus dünneren Fäden. Das macht zwar etwas Arbeit, aber die lohnt sich. Wie das dann geht, beschreibe ich ein andermal. Vielleicht.
Ich bin sehr froh, dass mich das Spinnen und die Wolle wieder „eingeholt“ haben. Das erdet mich immer etwas und am Ende kommt noch Nützliches heraus. Bald bekomme ich wieder neue Wolle von meinem Patenschaf. Also Materialknappheit wird es nicht geben.

Ich habe heute arg mit mir zu kämpfen, denn in mit tobt Wut, Ekel, Traurigkeit, … alles durcheinander. Wieder gibt es einen Krieg mehr, wieder brennt es lichterloh und wieder sterben Menschen. Was haben solche Aktionen in der Vergangenheit denn gebracht? Und wem tatsächlich?
Nein, ich rege mich jetzt nicht auf. Nicht hier. Ich freue mich lieber darüber, dass ich mein Garn fertig habe. Herr E. hat den Zwergahorn und einen Flieder vor dem Haus verschnitten und mit einer Mitbewohnerin aus dem Haus den Verschnitt gleich ordentlich entsorgt. Es tut halt gut, etwas zu tun nicht nur für sich selbst.
Mein Rollstuhl ist auch wieder ganz. Ich hoffe, das bleibt auch so und ich kann den Stubenarrest beenden.
Liebe Gudrun,
Mir scheint die Welt ist verrückt geworden!
Man kann nur zusehen, dass man sich etwas sucht das einen etwas erdet und Ruhe gibt.
Die Natur ist da ein guter Helfer, Schafwolle, das Fell eines Tieres. Es ist tröstlich seine Hand im Fell zu vergraben. Und das mache ich bei meiner Hündin die mich mit treuen Augen anblickt und mir zum Dank die Kraulehand und den Arm leckt.
Grüße in das Spinnstübchen.
Mia, die deine Arbeit bewundert und gerade viel Papierkram der letzten Jahre aussortiert.
Es ist schlimm gerade, was passiert in der Welt. Es tut mir weh, diese Entwicklungen zu sehen. Ich musste mir etwas suchen, wo ich etwas hilfreiches tun kann. Sonst wäre ich verzweifelt. Ich weiß aber, dass alle Bemühungen, die Natur zu schützen, fehlschlagen, wenn anderswo an vielen Stellen, die Erde brennt.
Mir fehlen meine Katzen. Denen konnte ich immer mal ins Fell heulen.
Herzliche Grüße an dich, liebe Mia, und danke, dass du da warst.
Hast du schon gesehen? Es liegen zwei Eier im Nest. Das Adlerweibchen hat seinen Poppes kurz angehoben und stolz (meine ich) die Eier zurechtgerückt.
Mia, deren Hundemädel heute Hähnchen bekommen hat, weil sie heute 13 Jahre alt geworden ist.
Die Adler drehen jede Stunde die Eier, weil sie so gleichmäßig durchwärmt werden und der Embrio wächst so nicht an der Schale fest.
Die ersten beiden Eier waren Raben zum Opfer gefallen und die beiden Adler haben es tatsächlich geschafft, nochmal von vorne anzufangen. Beide Adler teilen sich in die Nestarbeiten hinein. Wenn ich das sehe, habe ich ein Lächeln auf den Lippen. Das ist so tröstlich. Ich wünsche mir sehr, dass alles gut geht.
Stubenarrest im Frühling sollte schnell aufgehoben werden ;).
Abschalten, neue und gänzlich andere Eindrücke halfen mir vorübergehend, bereits auf der Heimfahrt kam die Sorge um den nahen Osten wieder.
Beschäftigung ist eine Möglichkeit um die Gedanken zu ordnen und deine Fertigkeit der Wollverarbeitung ist imponierend. Die Ergebnisse lassen dann nicht lange auf sich warten und sind gut und nachhaltig zum Wohle der einmaligen Erde!
Herzlichen Gruß!
Ab heute ist mein Rolli wieder einsatzbereit. Der Stubenarrest ist beendet. Ein Glück, denn es zieht mich raus in die Sonne.
Die Wollprodukte sind wirklich nachhaltig. Meine Gastkatze hat auf ihrer letzten Reise auch eine kleine gefertigte Wolldecke mitbekommen. Da findet man in kürzester Zeit nichts mehr davon. Sie richtet keinen Schaden an.
Mein Patenschaf ist als Rasenmäher unterwegs und ich verarbeite seine Wolle. Schade, dass es aus der Mode gekommen zu sein scheint, Wollprodukte herzustellen.
Liebe Kelli, ich schick dir liebe Grüße an den Deich.
Ja, liebe Gudrun, man kann nur versuchen, die Gedanken immer wieder abzulenken, was natürlich nicht immer und nicht für lange gelingt. Was auf dieser Welt los ist, macht mich so krank. Kein Wunder, wenn Ärzte die Ursache von schlimmen Schmerzen nicht finden, weil letztendlich alles von der Seele ausgeht. Nachts findet man keine Ruhe, tausende Bilder gehen durch den Kopf. Die Angst um die Familie und all das, was das Leben doch eigentlich lebenswert machen soll. All die Errungenschaften, die Natur, die Kunst … und und und. Ein friedliches Miteinander, warum scheint das nicht möglich? Warum reicht es manchen Menschen nicht, dankbar zu sein, dass wir auf dieser Erde leben dürfen, ich verstehe es nicht? Ich wünsche dir viel Freude bei deinen Projekten! Liebe Grüße Andrea
Immer wieder gelingt es, neue Feindbilder zu schaffen. Hass hört nicht auf, wenn man ihn mit Gewalt bekämpfen will. Es wäre schön, wenn wir alle friedlich auf unserer Erde leben könnten. Voraussetzung wäre, dass wir uns gegenseitig akzeptieren und nicht nur danach gehen, eigene Vorteile sich zu verschaffen.
Mir tut das auch alles körperlich weh, liebe Andrea. Ich mache mir große Sorgen und habe auch Angst um meine Familie am anderen Ende der Welt. Ich könnte ihnen kaum helfen und erwarte auch selbst keine Hilfe. Das ist alles nicht gut.
Wir haben uns hier ganz ordentlich vernetzt und helfen uns gegenseitig. Das ist gut so.
Ich grüße dich herzlich und wünsche dir schöne frühlingshafte Tage. Ich denke, das kann ein bisschen Kraft geben.
Die Wolle sieht so fein aus. Ich werde mir zum Winter eine Jacke aus der Islandwolle stricken, aus der schon mein Pullover ist, also der orange. Es tut gut, solche Arbeiten zu machen. Ich habe mich die letzten Tage oft nach draußen verkrümelt um mal einen Augenblick durchzuatmen und mich zu erinnern, dass es in all dem Elend und der Gewalt noch einen blauen Himmel, singende Vögel und wachsende Pflanzen gibt. Alles Liebe Dir
Oh ja, das sollte man nicht vergessen mit dem blauen Himmel und den singenden Vögeln. Dann weiß man, warum man dafür kämpft, dass es so bleibt.
Mein Rollstuhl ist wieder ganz und ich kann auch wieder raus. Das ist gut so.
Ich muss doch mal zu dir kommen zum Stricklehrgang. Ich traue mich einfach nicht an Pullover und Jacken heran. Himmelnocheins!
Liebe Grüße zu dir.
Liebe Gudrun,
es ist wichtig, sich in Zeiten wie diesen zu erden und sich mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen.
Ich stelle immer wieder fest, dass es Menschen, die Schlimmstes erleiden, nicht ein bisschen besser geht, wenn es feinfühligen und empathischen Menschen an anderen Orten darüber schlecht geht. Besser hilft ihnen, wenn wir den Kopf über Wasser halten und uns engagieren, wo wir es können und wollen.
Ich halte mich nun daran, mir zum Beispiel keine Filme oder Dokus mehr anzusehen, in denen die Tragödien dieser Welt bis ins Kleinste aufgedröselt werden. Das tut mir nicht gut.
Bei mir wartet auch so einiges an Garn und Wolle, aber im Moment haben andere Dinge Vorrang.
Herzliche Grüße & viel Freude mit Deinen kreativen Visionen und deren Umsetzungen, Chris
Sich ruhige Zeiten zu schaffen und besonnen zu bleiben würde ich gerne als Unterrichtseinheit in der Schule sehen. Ich fände es gut, wenn man zeitig damit beginnen könnte, wenn noch nichts Schlimmes im Raum steht. Ich glaube, das kann verhindern, dass man zerbricht.
Solche Dokumentationen tue ich mir auch nicht an. Ich habe mich schon immer mit Politik beschäftigt, aber ich rege mich auf , wenn ich das Geschwafel mancher Politiker höre. Das macht mich um so hilfloser.
Die Wolle wird auf dich warten. Irgendwann ist ihre Zeit gekommen.
Ich schick dir herzliche Grüße.
Deinen Stubenarrest hast du toll genutzt, um Wolle zu spinnen für neue Strickprojekte.
Möge es nun möglichst ohne Einschränkungen weiter gehen!
Man muss der unsäglichen Weltlage etwas entgegen setzen mit freudigen, schönen und nützlichen Dingen und Beschäftigungen.
Alles Liebe und Gute wünsche ich und grüsse dich herzlich,
Brigitte
Ich hoffe sehr, liebe Brigitte, dass ich immer etwas zum Entgegensetzen habe. Manchmal ist es sehr schwer. Und genauso schwer fällt es mir manchmal, anderen Mut zu machen. Bis jetzt habe ich die Kurve immer noch bekommen. Wolliges geht immer, denn das bin ich seit mindestens dreißig Jahrten gewöhnt, dass das mein Kraftspender ist.
Ich grüße dich herzlich.
Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass jede schlechte Nachricht vier bis fünf gute benötigt, um seelisch ausgeglichen zu bleiben. Die lassen sich heutzutage nicht so leicht finden. Ich kann nicht spinnen oder stricken, um von zu vielen negativen Nachrichten wegzukommen. Aber es gibt ja zum Glück viele Möglichkeiten selbst etwas Gutes zu schaffen, etwas das Ablenkung und am Ende auch noch ein schönes Ergebnis bietet. Schön, dass dein Rolli wieder fahrtüchtig ist. Es wäre wirklich jammerschade, bei dem schönen Wetter nicht raus zu können. Ablenkung und Freude ist schließlich auch ein gutes Schmerzmittel. Finde ich zumindest 🙂