Ruhe hatten Herr E. und ich wahrlich nicht. Eine Frau aus dem Literaturtreff Grünau hat eine Geschichte geschrieben. Sie wird im September als gedrucktes Autorenheft erscheinen und es wird im Treff eine Lesung geben. Die Geschichte hat den Titel „Das karierte Hemd“. Ich habe gezeichnet und Fotos bearbeitet. Herr E. sitzt noch über dem Layout und Korrektur gelesen haben wir beide. Es war viel Arbeit, aber die Autorin hat sich so gefreut, dass es uns ansteckte.
Nein, wir sind nicht bezahlt worden. Wir haben das aber sehr gern gemacht. Ich finde, dass jeder Mensch seine Chance haben sollte auf Verwirklichung und sein kleines Glück. Und die Mitstreiterin aus dem Literaturtreff war vorab nun schon mal glücklich. Und ich war es somit auch. So ist das in Ordnung und ein verdammt gutes Gefühl.
Es ist gerade viel, was uns beschäftigt und womit wir uns beschäftigen. Ruhe kehrt einfach nicht ein bei uns und vielleicht ist das auch gut so. Ich werde mich bemühen, wieder regelmäßiger zu bloggen, denn es gibt noch vieles zu erzählen, zu erwähnen und zu zeigen.
Mittendrin, zwischenden Häuserblocks, gibt es in Leipzig-Grünau den Kolonadengarten. Der Garten ist ein gemeinschaftliches Projekt des Bundesministeriums für Bau, das in Zusammenarbeit mit Anwohnerinnen und Anwohnern entstand. Der Entwurf für den Gemeinschaftsgarten wurde dabei maßgebend von den Mitgliedern des 2007 gegründeten Stammtisches gestaltet.
Das Wetter war gar nicht optimal, aber wir machten uns auf, um ein einzigartiges Projekt mitten in der „Platte“ zu besuchen. Herrn E. E-Bike und mein Fridolin brachten uns gut hin. Windig war es und ab und zu gab es auch ein bisschen Regen. Bei Sonnenschein hätte es bessere Bilder gegeben, aber nun sind wir einfach mal da, auch um uns Anregungen zu holen.
Im Kolonadengarten gibt es immer zahlreiche Veranstaltungen, wie das Ostereierfest, das Adventssingen, Klavierkonzerte zu den Tastentagen u.a. In der Coronazeit traten Musikerinnen und Musiker des Gewandhausorchesters hier auf. Es ist also eine wunderschöne Oase zum hinsetzen, entspannen und genießen. Alle gärtnerischen Arbeiten werden ehrenamtlich erledigt und man sucht hier dringend junge Leute, die bereit sind in die Fußstapfen der Pioniere zu treten. Die haben mittlerweile ein stolzes Alter erreicht und müssten sich etwas Ruhe gönnen.
Herr E. war begeistert von dem Teich mit Brückchen. Hach, wenn wir doch nur jünger wären und ich gesünder. Wir würden uns hier engagieren. Vielleicht pflanzen wir etwas vor unser Haus. Es ist doch gut, wenn man sich an Blumen und Stauden erfreuen kann. So etwas braucht man einfach und so etwas geht auch in der Platte.
Heute Morgen habe ich meine neuen Kopfhörer ausprobiert. Rachmaninow hörte ich, Tschaikowsky, Schostakowitsch, aber auch Händel und Mozart. Und plötzlich brach es aus mir heraus. Lange hab ich nicht so geweint. Alles, wofür ich mich immer eingesetzt habe, scheint zu zerkrümeln. Was soll ich jetzt noch glauben? Und wofür soll ich jetzt noch Kraft aufbringen? Ich mache mir Sorgen um meine Familie in L.A. Was da los ist, kann man nachlesen. Und ich mache mir auch Sorgen um die Menschen in meinem Land. Heute ist nicht „mein Tag“ und vielleicht ist es gut, die Bilder vom Kolonadengarten zu sehen, auch wenn sie an einem trüben Tag entstanden sind.
Es klingelte Sturm bei mir, so wie sonst nur Amazon klingelt. Ich wollte schon losschimpfen, aber Amazon war diesmal unschuldig. Es war eine Freundin aus dem Literatur Treff Grünau, die mir ein kleines Weihnachtsgeschenk und eine besondere Einladung brachte.
Zehn Jahre besteht der Literatur Treff Grünau nun schon, organisiert und betrieben von Ehrenamtlichen, die weit über 100 Lesungen gemeinsam organisiert haben, Selbstgelesenes und Selbstgeschriebenes für interessierte Grünauer. Folgt man dem Link, findet man auch eine Geschichte von mir, denn die erste Zeit war ich beim Treff dabei. Als das Rheuma so richtig zuschlug, habe ich mich von Vielem zurückgezogen, auch vom Literatur Treff. Es war nicht gut.
Es hat mich sehr berührt, dass die Freunde des Literatur Treffs mich nicht vergessen haben. Im Februar feiert der Treff sein zehnjähriges Bestehen. Zehn Jahre! Silke Heinig und ihr Team haben Durchhaltungsvermögen gezeigt. Einige unserer Grünauer Geschichten sollen noch einmal verlesen werden. Ich habe die Einladung gerne angenommen, und auch ich werde lesen. Ich freue mich auf die Veranstaltung, denn das was wir aufgeschrieben hatten, war unsere eigene Geschichte.
Ab Januar werde ich wieder regelmäßig zu den Treffen gehen. Es ist gut bei Freunden zu sein, sie zu unterstützen. Und Grünau tut es auch gut. Ich lebe gerne hier.
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