Heft 15 des Literaturtreffs Grünau: Kunst vor unserer Haustür

Unser 15. Heft der Autoren des Literaturtreffs Grünau ist da, genau richtig zum 50sten Geburtstag unseres Wohngebietes.

Unsere Silke Heinig, die vor über 10 Jahren den Literaturtreff mit Beate Bühner gegründet hatte, schrieb dazu:

„Liebe Freunde, die Feierlichkeiten zum 50sten unseres Stadtteils nehmen gerade richtig Fahrt auf. 
Wir waren gestern mit der Präsentation unseres Heftes 15 „KUNST vor unserer Haustür“ offensichtlich gut in ein gedankliches Zentrum vorgestoßen. 
Ganz lieben Dank noch einmal für die geduldige und kreative Arbeit von Gudrun und Wolfgang Ebert an Lektorat und Layout. 
Jeder von uns hat so seine eigene Lieblingsfigur, erinnert sich an Spielplätze oder Treppenaufgänge in den Bibliotheken, weiß noch, wo die eine oder andere Plastik stand und erinnert sich an Wandbilder in Grünauer Gaststätten oder an Grünauer Turnhallen, so wie jetzt eins an der Caritas Begegnungsstätte entstanden ist. 
Lest in Ruhe im Heft nach, vielleicht führt das noch zu weiterführenden Gedanken

Und besonderen Dank auch an Wolfgang Schieweck, der unseren „Schnürsenkel“ ganz neu interpretiert hat und uns mit den 50 Grußkarten zum 50sten von Grünau eine GROSSE Freude bereitet hat. 

Es gab viel zu bereden, Geschichten zu hören, Fotos zu gucken, zu erinnern, zu freuen. Und so lebendig soll er ja auch sein, unser Literatur Treff Grünau. „

Oh ja, es war eine schöne Veranstaltung, die Beate Bühner wunderbar moderierte. Ich saß da vorn und konnte in die vielen lächelnden Gesichter schauen. Silke hatte Recht: Wir waren mit unserem Thema zum 15. Heft genau richtig, wenn man liest, dass den Baubürgermeister der Stadt Leipzig das Thema auch umtreibt:

„Grünau war von Anfang an durch eine bildkünstlerische Gesamtkonzeption geprägt:
Skulpturen, Wandbilder, Leuchtschriften und Ähnliches trugen – und tragen bis heute – entscheidend zur Identität des Stadtteils bei. 
Diesen einmaligen Schatz wollen wir heben und so langfristig bewahren.“

In einigen „Presseblättchen“ liest man viel Abwertendes über unser Wohngebiet. Dieses schmuddelige Jäckchen zieht sich keiner von uns an. Gerade jetzt, zu den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Grundsteinlegung merkt man, wie viele Menschen hier sich engagieren und sich um Zusammenhalt und Lebensfreude bemühen. Dass unser Literaturtreff auch einen Beitrag dazu liefert, freut mich sehr. Ich werde mich auch weiterhin einbringen können. Von Leipzig Grünau und auch vom Literaturtreff werde ich jetzt öfter mal berichten.

(Mehr zu „50 Jahre Grünau“ lesen und Bilder kucken kann man, wenn man den Links auf einer unserer Internet-Seiten folgt.)

Ich wohne gerne hier und das liegt nicht nur an dem vielen Grün im Stadtteil, sondern auch ganz besonders an den Menschen, die hier leben.

Die Autoren des Heft 15 / „Kunst vor unserer Haustür in Leipzig-Grünau“ / Foto: Elke Fisser

Lesen. Zuhören. Zusammen sein.

Am Dienstag hatten wir vom Literatur Treff Grünau wieder eine Veranstaltung. Lesen sollte an diesem Tag Angelika Pamuk aus der von ihr geschriebenen Geschichte „Das karierte Hemd“. Viele waren gekommen und mucksmäuschenstill war es im Raum. Die Geschichte zog alle in den Bann.

eine Geschichte von Angelika Pamuk vom Literaturtreff Grünau.
Foto: Silke Heinig

Seit zehn Jahren gibt es uns nun schon und über 100 Lesungen wurden gemacht oder organisiert. Wir haben gelesen, zugehört, auch mal gestritten, aber darüber hinaus auch viel gelacht. Wenn man sich achtet und mit Respekt begegnet gibt es viel mehr Gemeinsames als Trennendes. Das schweißt zusammen und macht handlungsfähig.
Dass wir immer viele Gäste begrüßen können spricht dafür, dass wir Nützliches und Gutes tun.

Lesen. Zuhören. Zusammen sein.
Foto: Gudrun Ebert

Aus Angelika Pamuks Geschichte ist eine vierzigseitige Broschüre entstanden. Das Lektorat hatte ich übernommen und zwei Bilder und eine Zeichnung geliefert. Das Layout war Herrn E. sein Part, denn er ist der verbisseneee Erbsenzähler in dieser Tätigkeit. Ich denke, wir haben das alle zusammen gut hinbekommen. 
Wenn mich jemand fragt, warum ich so viel Zeit investiere, einfach so, dann kann ich sagen: „Deshalb.“

eine freudestrahlende Autorin
Foto: Marianne Mieder

Wenn jemand sich so freut, hat sich jeder Aufwand gelohnt.

Ich hatte mich extra nach hinten verzogen, weil meine Arbeit getan war. Angelika hat mich aber dennoch entdeckt in meiner letzten Reihe. Und das war dann doch ganz schön. 
Es wird nicht die letzte Veröffentlichung gewesen sein von uns aus dem Literaturtreff und ich werde mich auch weiterhin gerne einbringen. Das ist Ehrensache.

Zusammen schaffen wir so einiges.
Zusammen schaffen wir so einiges.

Es war hier ein Weilchen Ruhe

Nur nicht aus der Ruhe bribngen lassen: Zeichnung für eine Geschichte einer Mitstreiterin im Literaturtreff.
Zeichnung: G.E.

Ruhe hatten Herr E. und ich wahrlich nicht.
Eine Frau aus dem Literaturtreff Grünau hat eine Geschichte geschrieben. Sie wird im September als gedrucktes Autorenheft erscheinen und es wird im Treff eine Lesung geben. Die Geschichte hat den Titel „Das karierte Hemd“. Ich habe gezeichnet und Fotos bearbeitet. Herr E. sitzt noch über dem Layout und Korrektur gelesen haben wir beide. Es war viel Arbeit, aber die Autorin hat sich so gefreut, dass es uns ansteckte.

Nein, wir sind nicht bezahlt worden. Wir haben das aber sehr gern gemacht. Ich finde, dass jeder Mensch seine Chance haben sollte auf Verwirklichung und sein kleines Glück. Und die Mitstreiterin aus dem Literaturtreff war vorab nun schon mal glücklich. Und ich war es somit auch.
So ist das in Ordnung und ein verdammt gutes Gefühl.

Es ist gerade viel, was uns beschäftigt und womit wir uns beschäftigen. Ruhe kehrt einfach nicht ein bei uns und vielleicht ist das auch gut so. Ich werde mich bemühen, wieder regelmäßiger zu bloggen, denn es gibt noch vieles zu erzählen, zu erwähnen und zu zeigen.