Wir hatten uns lange nicht gesehen. Viel zu lange. Am Wochenende hat Herr E. einen City Flitzer geholt und wir sind endlich zu meiner Freundin in die Elsteraue gefahren.
Endlich konnte ich Herrn E. den Hof der Freundin zeigen, wie ihre Feuerbohnen alle Wäscheleinen beansprucht haben, unzählige Tomatenpflanzen in Töpfen in Reih und Glied herumstehen und reichlich Früchte tragen und es überall grünt und blüht.
Mein Liebling, der Milan, begrüßte uns, als wollte er sagen: Ihr wieder! Ich bin auch da.



Die Gelbe Katze kam gerade vom Räubern zurück. Als sie uns auf der Bank sitzen sah, erstarrte sie und wollte schon wieder umkehren. Fremde! Eindringlinge in ihrem Hof! Sie ist Fremden gegenüber sehr scheu. Ich denke es ist gut so, denn leider gibt es nicht nur Katzenfreunde. Die Freundin hat beruhigend auf sie eingesprochen und da kam sie näher, ganz langsam, so seitlich, im Schräggang. Dann schätzte sie die Entfernung zur Haustür und Zack! war sie drin.
Sie muss sich gewöhnen, meinte die Freundin. Dann klappt es auch mit Vertauen und Annäherung. Wir müssen halt öfter kommen.

Von der Terrasse des Hauses der Freundin konnten wir über die Elsteraue schauen. Eine Aue ist eigentlich ein Feuchtgebiet. Hier war es fast so trocken wie bei uns zu Hause. Regen fehlt hier genauso und ich mag gar nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn es mit der Wärme und Trockenheit noch einige Jahre so weiter geht.

Auch die Wiesen haben sich verändert. Viele einheimische Blumen sind verschwunden. Ich musste damals mit den Schafen auf eine Wiese, weil dort wilde Orchideen wuchsen. Schweres Gerät für die Wiesenmahd hätte ihnen den Garaus gemacht. Wahrscheinlich ist hier Ähnliches passiert.
Trotzdem habe ich mich gefreut, in die Ferne schauen zu können. Das fehlt mir in meinem Innenhof und damals, als ich im Dörfchen bei Leipzig wohnte, habe ich es geliebt. Ansonsten war das Leben dort schwierig.

Es war sehr schön bei meiner Freundin. Ich habe selten so eine Verbundenheit gespürt. Wir haben so viele gemeinsame Interessen, denken und fühlen oft sehr ähnlich, tauschen uns aus und lernen voneinander. Ich bedauere es sehr, dass wir so weit auseinander wohnen. Ich denke, dann würden wir oft zusammenhocken und tüfteln und ausprobieren. Es dauert manchmal, bis man seinen Seelenverwandten findet. Hat man ihn, muss man ihn schüztzen und bewahren.
Ach ja, wir sagen uns auch, was zu sagen ist. Das ist gut so, weil keine Missverständnisse aufkommen.
Der schönste Tag geht auch mal zu Ende. Leider. Nachbars Hühner verzogen sich schon in den Stall und wir machten uns auch auf den Weg in die laute, heiße Stadt, die mir manchmal so auf die Nerven geht. Die Freundin hatte eine Kiste gepackt und mitgegeben, mit Zuccini, Tomaten, Kürbis, Kräutern …
Danke, du Liebe. Und diesmal warten wir nicht wieder so lange mit einem Besuch.
Wenn du jemand hast und besuchst, die du schon so lange kennst und zur Freundin hast, ist es bei einem Wiedersehen nach langer Zeit wahrscheinlich sehr, sehr schön. Für dich war ja eine Anreise nur mit Auto möglich. Könnte sie denn nicht mit weniger Probleme zu dir zu Besuch kommen, damit die Abstände zwischen euren Treffen nicht so groß sind?
Die Trockenheit und so unendlich viele andere Sachen machen Menschen wie dir und mir und -zig anderen Probleme und Sorgen – doch offensichtlich gibt es leider sehr viele, die viel mehr zu sagen haben als wir, denen es anders geht – die sind finanziell abgepolstert und brauchen sich über Engpässe in der Versorgung nicht so viele Sorgen zu machen wie die mit weniger Geld.
Die Fotos von ihrem Gelände sind ja traumhaft schön, nicht nur die Tomatenpflanzen.
Lasse es dir trotz aller nicht so guter Sachen dennoch gut gehen. – Lieben Gruß
Ach Clara, die Freundin baut an ihrem Haus herum und eine Fahrt nach Leipzig mit Bussen und Bahnen ist sehr anstrengend. Über ein Auto verfügt auch sie nicht und in die Stadt Leipzig zieht es sie nicht. Ich bin gerne mal in der Elsteraue und so fahren wir halt hin. Mit Fridolin ist die Strecke leider nicht zu schaffen und es gibt auch nicht überall Radwege. Auf den Straßen herungurken neben LKWs mag ich nicht.
Wintervorräte anlegen, kenne ich noch von meiner Mutter. Mein Gejammer war schon groß, wenn ich eine Waschwanne Bohnen schnippeln musste. Waren sie aber dann in den Gläsern und im Keller, habe ich mich gefreut.
Die Elster hat man damals wegen der Tagebaue verlegt in ein gemauertes Flussbett. Rückbau wäre gut, aber das fordert keiner und die Energiebuden zahlen lieber fette Dividenten an ihre Aktionäre. Tja.
Liebe Grüße an dich und treibe nicht zu viele Vorbereitungen für den bevorstehenden besonderen Tag.
Die virtuelle Vorarbeit habe ich schon vor langer Zeit begonnen und im Laufe der Zeit immer mal ein wenig ergänzt.
Und ansonsten treffen wir uns zu dritt gegen 11:00 Uhr in einem schönen Café, wo wir einen ganz ruhigen Raum für uns allein haben, damit ich die Chance habe, meine Gäste zu verstehen.
Das ist eine feine Idee, liebe Clara. Ich wünsche euch Spaß, gute Gespräche und gutes Verstehen für dich. Es ist ja ein besonderer Tag und soll besonders gefeiert werden.
Deine beiden Gäste sind großartig. Schon lange stehen sie fest an deiner Seite. Gut, dass es solche Menschen gibt.
Hach, ist das schön, die alte Vertrautheit gleich wieder zu spüren.
Das ist Freundschaft für mich, wenn das Zusammensein so harmonisch ist und bleibt.
Ich freue mich für dich und euch beide.
Mit lieben Grüssen,
Brigitte
Die Herzlichkeit, mit der wir uns begrüßten, schwingt noch nach. Es war einfach nur schön. Diesmal lassen wir nicht mehr so viel Zeit verstreichen.
Liebe Grüße an dich.
Was für ein feiner Besuch und was für schöne Fotos. Ja die Trockenheit, das ist wirklich furchtbar. Gier oben ist es ja auszuhalten. Du hast recht, Menschen mit denen man sich verbunden fühlt, sind ein Segen. Ich habe mehrere Freundinnen, mit denen das der Fall ist und alle wohnen weiter weg. Was an der Nähe nichts ändert. Alles Liebe
Stimmt, liebe Karin, an der Nähe ändert das nichts. Wir telefonieren regelmäßig und irgendwann mache ich mich wieder auf den Weg.
Die Trockenheit ist wirklich schrecklich. Gestern habeich einen Bericht über einen Förster gesehen. Seit vielen Jahren kümmert er sich um „seinen“ Wald. Jetzt muss er ihm beim Sterben zusehen. Der ansonsten starke Mann hatte Tränen in den Augen.
Liebe Grüße zu dir.
Echte Freundschaft, vielleicht sogar Seelenverwandtschaft – wunderbar, davon berichten zu können.
Dieses Gefühl der Geborgenheit, wenn ein Stückchen Kindheit mit einfließt, gemeinsame Erinnerungen und Wünsche an das Leben ausgetauscht werden, ohne dabei an Verrat oder Eigennutz denken zu müssen.
Eine solche Verbindung zu schützen und zu bewahren, ist gerade in dieser Zeit eine besondere Herausforderung.
Man kennt sich und die Lebensumstände, ohne Prahlen mit einflussreichen Personen, großen Reisen oder Verdiensten. Man darf sich einfach geben, wie man ist.
Gemeinsam trauern um Dinge, die unwiederbringlich vergangen sind, und sich gleichzeitig an den schönen Gelegenheiten erfreuen, die sich auftun.
„Weißt du noch …?“
„Wollen wir …?“
Sehr kostbar!
Ganz herzlichen Dank für diesen, deinen Eintrag! Lieben Gruß!
Liebe Gudrun,
wie wichtig Freund*innen sind, erfahre ich mit zunehmendem Alter immer deutlicher. Meine Seelenmenschen verstehen und unterstützen mich sehr intensiv, auf sie kann ich mich in allen, auch in sehr schwierigen Momenten, verlassen – schon über viele Jahre, ja teilweise sogar über Jahrzehnte. Sie waren und sind auch immer da für mich, wenn es Schwierigkeiten in meiner Ursprungsfamilie gab / gibt.
Gleichzeitig können solch spezielle Gefährt*innen ein wertvoller Spiegel von eigenen Verhaltensweisen sein. Jedenfalls kann ich zu diesen Vertrauten offen sein. Es ist ein wechselseitiges Geben und Nehmen.
Freundschaften sind wohl für die meisten von uns und in jeder Lebenslage einfach eine wunderbare Bereicherung. Ich kann mir vorstellen, wie beseelend Euer schöner gemeinsamer Tag für Dich war. Hoffentlich gibt es für Euch bald wieder ein Wiedersehen,
ganz liebe Grüße, Chris
Was für ein schönes Erlebnis!
Ich kann das gut nachvollziehen, dass du die Weite dieser Landschaft als Kontrast zur Stadt sehr genießen kannst.
Wie wunderbar, dass du diese Freundin in deinem Leben haben darfst.
Für mich gehören meine Freundinnen zu denn wertvollsten Schätzen und ich bin voller Dankbarkeit für unsere gemeinsame Wegbegleitung.
Sei mir herzlich gegrüßt.
Liebe Gudrun,
Eine solche Freundin zu haben, ist ein bisschen wie nach Hause kommen. Es ist so wertvoll jemanden zu haben, wo man sich nicht verstellen muss und einfach so sein kann. Diese Verbundenheit zu deiner Freundin, aber auch zu der Natur habe ich jetzt sehr gern gelesen. Danke, dass du es hier teilst. Deine Beschreibung strahlt viel Ruhe und Zufriedenheit aus. Im Einklang mit Mensch, Tier und Natur. ❤️
Einen lieben Gruß von Mia mit dem Hundemädel