Die kleine, neue Welt der Schaf-Gudrun.

Es hat sich viel geändert in den letzten Monaten. Das zu akzeptieren ist mit überhaupt nicht leicht gefallen. Aber, mit Geduld und Spucke, ist sie dann doch entstanden, meine kleine, neue Welt.

Schafe auf dem Deich

Mit Schafen über Wiesen rennen werde ich nie wieder können. Und nun? Ist nun alles zu Ende? Ich wusste, dass ich neue Gegebenheiten akzeptieren muss, aber genau das ist mir so schwer gefallen. Hoch und Tiefs gab es, Hoffnung und Rückschläge, Wut, Traurigkeit. Aber sie ist entstanden, meine kleine, neue Welt.

Wünsche und Träume habe ich immer noch, z.B. wie ich mir (m)ein Leben nach Corona vorstelle, oder überhaupt wo und wie ich leben möchte. Eine Wohngemeinschaft – so eine Art Solidargemeinschaft – kann ich nicht gründen, weil mir dazu das Kapital fehlt. Im ländlichen Raum leben geht auch nicht, weil die nötige Infrastruktur fehlt. Also, da hat mir bei so Allerlei mein elendes Rheuma einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ich kann mir aber hier und besonders nach dem Umzug, meine kleine Welt aufbauen. So, wie ich sie mir wünsche und so, dass ich tätig sein kann.
Wenn ich mir eine Welt erträumen kann, dann kann ich sie auch beschreiben, in welcher Form auch immer. Ich werde mir ein kleines Notebook besorgen, was nicht mehr kann als auf meinen Knien liegen und das aufnehmen, was ich ihm in die Tastatur hämmere. Klein muss es sein und leicht auch, denn manchmal sitze oder besser flätze ich schon komisch auf allerlei Sitzmöbeln herum. Schreiben kann ich aber immer noch.

Meine Kinder bestärken mich darin, endlich das Filzbuch fertig zu machen, vielleicht auch das über das Spinnen. Über etwas ganz Neues nachzudenken ist auch nicht schlecht. Deshalb habe ich mir heute zwei Bücher bestellt, die mir beim Schreiben und strukturieren helfen werden.

Meine Liebe zu Schafen und ihrer Wolle bleibt immer.
Ich freue mich sehr, dass ich schon lange die Wollverarbeitung für mich entdeckt habe. Das hat mir immer geholfen, wenn es mal holprig wurde im Leben und das hilft mir auch jetzt, keinen „Lagerkoller“ zu bekommen.

Als meine Tochter dieser Tage in Schleswig-Holstein mit dem Auto unterwegs war, sah sie Nebel auf einer Wiese aufsteigen. Sie hielt an, schnappte sich ihr Handy, um das Bild festzuhalten. Kaum stand sie an der Wiese, bekam sie Besuch. Die Bewohner der Wiese mussten doch mal schauen, wer da kommt und was er will. Und so entstand das Foto. Ihre Kamera, mit der sie auch beruflich viel zu tun hat, lag zu Hause, aber eine feine Momentaufnahme ist es dennoch geworden.

Klar war sofort, dass sie mir das Foto schicken musste und klar war auch, dass ich das Bild sofort einbaue in meine kleine, neue Welt.

Bleibt gesund und lasst es euch gut gehen.

kleine neue Welt
Foto: Silke Schröder

19 Gedanken zu „Die kleine, neue Welt der Schaf-Gudrun.“

  1. Das ist so ein schönes Foto! Ganz lieben Gruß unbekannterweise an deine Tochter…
    Mit Schafen rennen kannst du nicht mehr, nein. Aber mit Schafen schmusen, das geht immer noch. So wie bei mir mit den Pferden. 😉
    Und unsere Träume kann uns ohnehin niemand nehmen. Niemalsnienicht!
    Und eines verspreche ich dir hier und heute ganz fest: Was immer du schreiben wirst, ich werde unter den Ersten sein, die dein Buch/deine Bücher kaufen und lesen wird.

    1. Ich sag ihr das, liebe Margot. Es wird sie freuen.
      Das, was du mir hier geschrieben hast, ist ein großer Ansporn. Und ja, Schafe schmusen, geht. Ich bin eingeladen, in den landkreis zu kommen. Wenn Corona vorbei ist, dann besuche ich die Freunde und die Schafe.
      Liebe Grüße zu dir.

  2. Das Bild ist wirklich klasse.
    Klein und leicht… da wäre ja vielleicht ein Tablet besser. Ich kann darauf immer so schlecht tippen, deshalb hab ich eines mit extra Tastatur.

    1. Ja, irgend so was wird es werden. Ich sollte einen alten Laptop bekommen. Der hätte es zum schreiben auch gut gemacht. Er ist mir zu schwer auf den Beinen. Meine Güte! Manchmal ist es zum Davonlaufen, wenn man könnte.

  3. Es ist in der Tat ein sehr schönes Foto geworden. Sehr stimmungsvoll mit glücklichen Schafen. Das bringt mich zu etwas, was ich mir schon lange vorgenommen habe. Ich esse sehr wenig Fleisch und werde jetzt ganz damit aufhören. Wegen mir soll niemand, der so vertrauensvoll in die Kamera blickt, im Kochtopf landen.

    1. Das treibt mich auch um, liebe Petra. Wurst esse ich gar nicht mehr und Fleisch ganz wenig. Auf Käse, Butter und Eier kann ich nicht verzichten. Vielleicht später mal. Ich weiß, da gibt es Ersatzstoffe, aber das ist mir zu teuer. Das schaffe ich finanziell nicht.
      Das Foto hat mir auch gefallen und auch, dass ich immer mal welche geschickt bekomme. Ich träume so oft, dass ich wieder mit Schafen über die Wiese laufe, aber das wird ein Traum bleiben. Um so mehr freue ich mich darüber, wenn ich so teilhaben kann.
      Ich schicke dir ganz liebe Grüße.

  4. Liebe Gudrun,
    wie schwer ist wirklich ist, solche Einschränkungen zu akzeptieren, kann ich wahrscheinlich nicht annähernd ermessen, aber ich bin sehr froh, dass du an dem Punkt angelangt bist. Es ist der Schlüssel zum Lebensglück, wenn man bereit und fähig ist, das Beste aus allem zu machen!
    Das Foto von der Schafherde ist deiner Tochter wirklich klasse gelungen.
    Sie scheinen dir einen Gruß zu schicken und dir zuzuraunen:“ Na Gudrun, wann kommst du uns denn mal besuchen?“
    Sag mal, eine Frage: Hat sich deine E-Mail Adresse geändert? Ich weiß nicht, ob dich meine beiden kürzlich gesendeten Mails erreicht haben.
    Liebe Grüße in den Abend von:
    Beate

    1. Das Beste draus machen- ja, so muss das sein. Es hat aber lange gedauert, bis ich den Stand, der nun mal da war, annehmen konnte. Erzwingen wollte ich es und genau das ging richtig schief. Bewegen ja, aber nicht mit Gewalt.
      Nein, meine Mailadresse hat sich nicht geändert. Es ist auch alles angekommen. Ich konnte nur nicht gleich antworten, hänge da wie eine alte Bogenlampe. Die Mail-App habe ich auf Anraten vom iPad entfernt. Über den Browser rein ist nervig und wenig komfortabel in der Anzeige. Und am Schreibtisch sitzen konnte ich mal gerade schlecht wegen der dauernden Schübe.
      Ich gelobe Besserung, muss mal alles aufarbeiten.
      Herzliche Grüße an dich.

    1. Nein. Die Wohnung muss noch etwas vorgerichtet werden. Bei der Genossenschaft ist Schichtarbeit angesagt, damit sich nicht alle auf der Pelle hocken. Es gab ein Missverständnis. Man dachte, die Wohnung ist schon fertig. Nun sind die Handwerker drin und ich hoffe, dass ich bald umziehen kann.
      Traurig bin ich aber auch, denn ich habe diese Wohnung hier geliebt. Nun ja, ich gewöhne mich schon wieder.
      Grüße in die Stadt nebenan.
      Hehe, bei euch hat es geregnet. Die fetten Wolken sind alle zu euch gezogen.

  5. Ein tolles Foto hat deine Tochter gemacht. Wenn ich unterwegs bin und Schafe sehe gibt es meistens keine Möglichkeit mal schnell mit dem Auto irgendwo zu parken.
    Eine kleine Welt kann auch eine schöne Welt sein. Im Moment ist sie für mich und meiner Tochter auch sehr klein. Und ich hoffe das es bald wieder anders wird. Für uns alle.
    LG Marion

    1. Das Problem hatten wir auch oft. Ich wollte immer ein Foto von der Eider und der Landschaft drum herum. Von der Straße aus, über dem Gebiet, gab es eine feine Ansicht. Anhalten konnten wir leider nicht.
      Dir und deiner Tochter schicke ich Grüße. Ich hoffe, dass es mal wieder anders wird. Und wenn ich mein Töchterchen im Dithmarschen mal wieder besuchen kann, fahre ich mal anders herum.

  6. Ein herrliches Bild, die neugierigen Schafe und die Pastellfarben im Hintergrund. Du musst einiges durchgemacht haben und einiges noch “erdulden”. Ich hoffe, dass es immer wieder und immer öfter solche Tage der Akzeptanz gibt. Liebe Grüße. Priska

    1. Willkommen liebe Priska und vielen Dank für deinen Kommentar. Es ist nicht ganz einfach, sich einzurichten, aber auch nicht alles vorbei. Das ist das Gute.
      Liebe Grüße an dich.

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