Gedankensplitter

Heute gibt es nur Gedankensplitter.
Ich habe heute gelesen, dass es weltpolitisch Knopf auf spitz stand. Da war doch einer, der ernsthaft in Erwägung gezogen hat, „die Bombe“ zu zünden und eine ganze Zivilisation zu vernichten. Heute feiert er einen Sieg, wie immer jämmerlich vollmundig (oder lieber „spitzmundig“?). No, Mister President!
Auch die andere Seite feiert, dabei haben aber alle verloren, Menschen, Ansehen, finanzielle Mittel, Infrastruktur.

Der Sieg gehört der Diplomatie und Pakistan, die es geschafft haben, die aufgewühlten Gemüter zu beruhigen und ihnen eine Bereitschaft zum Verhandeln abgerungen haben. Ich wünsche mir, dass alle Kriege beendet werden. Himmel noch eins, immer mehr Waffen schaffen keinen Frieden.
Das musste jetzt mal raus.

Und einige Gedankensplitter hab ich noch.
Gestern habe ich mit meiner Tochter am anderen Ende der Welt gesprochen. Manchmal treibt mich schon der Gedanke um, was mit mir wird, wenn ich mal alleine bin. Komme ich zurecht? Schaffe ich alles noch? 
„Dann komm doch zu mir“, sagte meine Tochter. Nein, das will ich nicht. Sie hat schon genug um die Ohren, ein kleines Kind, längere Zeit ihre Schwiegermutter da (die sonst alleine wäre), einen stressigen Beruf (Krisenintervention) und nebenher eine längere Weiterbildung am Laufen. Da braucht sie mich nun wahrlich nicht noch.
In ihr Land möchte ich auch gerade gar nicht reisen.

Gut, dass ich gerade fein beschäftigt bin. Herr E. und ich arbeiten gerade noch am Jahresheft des Literaturtreffs Grünau und da hängt der Haussegen manchmal bei uns schon arg schief. Aber keine Angst, wir fetzen uns und vertragen uns auch wieder. Wir haben ja nun schon jahrzehntelange Erfahrung miteinander. 

Und sonst so?

Das Adlerpaar am Big Bear Lake hat zwei wuschlige, süße Küken ausgebrütet. Es ist allerliebst zu sehen, wie liebevoll die Eltern sich kümmern und was für eine große Geduld sie beim Füttern haben. Hach, wie schön es doch sein kann, die kleinen und großen Wunder der Natur beobachten zu können. Mir wird da immer warm uns Herz.

Vor meinem Fenster blüht gerade der Kirschbaum. Und so habe ich meinen Arbeitsplatz an das entsprechende Fenster verlegt. Ich mache mich jetzt mal wieder an meine Kommas, Leerzeichen, I-Punkte und so und freue mich über die schönen weißen Kirschblüten in der Dämmerung.

12 Gedanken zu „Gedankensplitter“

  1. Danke für diese klugen Splitter und Denkanstösse. Und die Natur, hach ja, sie trägt uns über die immer unsicher werdende Weltordnung, zumindest vorerst noch.
    Einen lieben Frühlingstag-Gruss,
    Brigitte

    1. Liebe Brigitte, ich hoffe auch, dass die Natur uns erhalten bleibt. Sie gibt mir so viel, mit ihrer Schönheit und den vielen kleinen Wundern. Weil es mir so gut tut, das alles zu sehen und zu erleben, engagiere ich mich im Naturschutzbund und weiß, dass ich nur wenig tun kann. Ich versuche es.
      Herzliche Grüße an dich.

    1. Ich bin froh, dass es noch Diplomaten gibt, die auf ihre Weise Konflikte (ich nenne das mal jetzt so) lösen wollen, ohne Drohungen und Bomben und Raketen. Ich fürchte allerdings, dass der Orange bald wieder oben auf ist und alles in die Ecke wirft, was erreicht wurde. Meine Güte, wo kommen wir bloß hin?
      Grüße zu euch in den Norden.

  2. Spitz auf Knopf steht es doch die ganze Zeit, liebe Gudrun. Das Damoklesschwert schwingt permanent. Sicher ist absolut gar nichts mehr, und irgendwem oder -was glauben können wir auch nicht. Ganz gleich, was die Nachrichten berichten, kann das am nächsten Tag schon wieder ganz anders aussehen.

    Genieß den blühenden Kirschbaum vor deinem Fenster, deine vielen Projekte und das Glück, so einen lieben Mann an deiner Seite zu haben. Jeder Tag ist unbeschreiblich kostbar.

    Viele liebe Grüße zu dir,
    Andrea

  3. Ja, drehen wir es mal so rum mit dem Knpf und der Spitze.
    Es scheint alles wie eib Chaos, aber das ist es gar nicht. Es geht um Macht, um Geld und um das Ol, welches langsam knapp wird. Ich mache früh eine Nachrichtenschau und dann nicht mehr, weil ich es sonst nicht ertragen würde.
    Im Moment bin ich wirklich auf meine Familie und meine Freunde orientiert, auf Vereinsarbeit und Nachbarschaft. Die ganze Welt kann ich nicht retten, aber dennoch etwas tun.
    Gestern war ich wieder in der Uniklinik. Die Untersuchung ist etwas unangenehm, aber gut dass es sie gibt. Mein Magen ist wieder in Ordnung. Das Ergebnis der Biopsie steht allerdings noch aus. Ich bin sehr froh, dass alles verheilt ist. Es gibt neue Kraft.
    Liebe Andrea, ich grüße dich herzlich.

    1. Es ist ja nicht nur die Politik, so unbeschreiblich vieles liegt im Argen. Ja, es ist unerträglich. Körper und Seele leiden. Aber wir geben nicht auf.

      Das freut mich sehr, dass es deinem Magen wieder gut geht, liebe Gudrun. Für die Biopsie sind die Daumen fest gedrückt!!! *umarm*

      1. Stimmt, liebe Andrea, es liegt vieles im Argen, die Gier mancher Menschen zum Beispiel und auch aller Umgang untereinander. Das belastet mich sehr und ich versuche dagegen anzugehen. Trotzdem merke ich, dass das alles meiner Gesundheit nicht gut tut.
        Wir sitzen gerade über dem Jahresheft für den Literaturtreff. Es muss bald in den Druck. Wenn das Geschichte ist, habe ich wieder Zeit für längere Blogrunden. Im Moment schaffe ich das oft nicht.

  4. ja, im Krieg sind eigentlich alle Verlierer. Auch der, der sich alles so zurechtlügt, weil er es als Sieg verkaufen will. Und möge auch der verlieren, der bei den Wahlen am Wochenende an der Macht bleiben will und dem die EU sonst wo vorbei geht.
    Früher war ich auch unsicher, ob ich alles schaffe, wenn ich mal allein bin. Aber mit persönlicher Assistenz klappt es heute recht gut, wenn die Anträge dafür auch etwas lästig waren.
    Und sonst so: Es ist Frühling und ich genieße, wie du, dass es überall blüht. Besonders das Hellgrün der jungen Blätter an den Bäumen hat es mir angetan. Das bleibt leider nur eine ganz kurze Zeit. Euer Kirschbaum ist eine wahre Pracht, und junge Adler würde ich auch gerne sehen. Bei uns sind so viele Baustellen, dass nicht nur Greifvögel inzwischen das Weite gesucht haben.
    Hab viel Freude an deinen kreativen Projekten und weiter gute Besserung. 🙂

    1. Liebe Isa, ich muss einfach alleine mit allem fertig werden. Herr E. hilft, aber ständig um etwas zu bitten, ist schwer. Im Moment nehme ich weder Rheumamittel, noch Schmerzmittel. Die hatten im Magen große Schäden angerichtet. Am Donnerstag hatte ich wieder eine Magenspiegelung. Es ist alles gut verheilt, aber ich habe Angst, Medikamente zu nehmen. Solche Blutungen will ich nie wieder haben. Ich wollte damals nicht, dass Herr E. den Notarzt holt. Hätte er es aber nicht getan, könnte ich jetzt nicht hier schreiben. Die dauernden Schmerzen sind allerdings schlimm.
      Egal, ich freue mich gerade sehr über die erwachende Natur, über das frische Grün, über zwei winzigkleine Adlerküken am anderen Ende der Welt, … Und das gibt mir Kraft laut zu sagen: „Ich will, dass die Kriege aufhören. Und ich will keine Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland.“
      Ich grüße dich herzlich und hoffe, dass es dir den Umständen entsprechend gut geht.

      1. Das erlebt zu haben erschüttert in den Grundfesten. Es ist nicht einfach dem Körper wieder so vertrauen zu können, wie vor dem Notfall. Deine Angst vor Medikamenteneinnahme kann ich gut verstehen. Ich kämpfte mit ähnlichen Problemen und ließ mich von einer Anästhesistin beraten und behandeln. Hoffentlich findest du brauchbare Lösungen, für all das was Magen und Nerven strapaziert. Auch dir ganz herzliche Grüße und weiter gute Genesung. PS Ja, es geht mir den Umständen entsprechen wieder etwas besser, auch wenn alles noch sehr mühselig ist.

        1. Deinen letzen Satz habe ich jetzt so gerne gelesen, liebe Isa. Und er gibt mir den Mut, weiter zu kämpfen. Es ist noch nicht allzu lange her, da wollte ich schon aufgeben. Wenn es wärmer wird, geht es mir ja immer besser. Darauf hoffe ich.

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