Nur an mich und bis zu meiner Haustür habe ich nie nur gedacht und nicht immer ist mir das gut bekommen. Ich kann aber einfach nicht anders.
Mit Reichtum und Vermögen bin ich nicht gesegnet. Unzufrieden bin ich aber deshalb nicht. Ich muss nicht alles haben und ich kann auch immer noch etwas abgeben, für die Carreras Stiftung zum Beispiel, für meine Mitgliedschaft in der Nabu, für mein Patenschaf dort. Ich ärgere mich nur, nicht mehr tun oder geben zu können.
Im letzten Jahr zeigte mir meine Tochter am anderen Ende der Welt eine Webcam in den San Bernardino Mountains in Südkalifornien. Am größten Stausee, dem Big Baer Lake, gibt es ein Nest eines Weißkopfadler-Pärchens. Bis dahin wusste ich nur, dass es solche Adler gibt. Dann lernte ich die Freunde des Big Bear Valley kennen, die unglaublich viel tun für die Adler und für die Natur dort am Stausee. Ich konnte sehen, wie die Seeadler leben, wie sie das Nest bauen und auspolstern, wie das Weibchen Eier legte und das Pärchen gemeinsam brütete und dann ihre zwei kleinen Adler aufzog. Wusstet ihr, dass die Adler gemeinsam wunderbar singen können.
Sandy Steers war Mitbegründerin des Vereins. Sie ist und bleibt ein großes Vorbild für mich.
Jetzt wurde bekannt, dass an dem See eine Marina gebaut werden soll und Edelquartiere für Menschen mit dem nötigem Kleingeld. Das würde den Adlern die Jagdgründe nehmen und auch das Nest. Der Verein hat nun eine Spendenaktion ins Leben berufen und will das Gelände kaufen. Es wird schwer werden, die Summe zusammen zu bringen, aber einen Versuch ist es Wert, auch zum Trotz gegen einige alte weiße oder orangene Männer, denen Naturschutzgebiete unnütz erscheinen.

Seit zwei Jahren wollten Herr E. und ich richtig toll Eis essen gehen in einer italienischem Eisbar. Immer war etwas dazwischen gekommen. Das Geld haben wir jetzt gespendet für den Verein am Big Bear Lake und die Weißkopfadler. Viele kleinere Beträge können auch ein ordentliches Sümmchen werden.
Wenn ich von irgendwas überzeugt bin, dann möchte ich helfen und das kann überall auf der Welt sein. Manchmal ist es gut, ein bisschen weiter zu schauen als bis zur eigenen Garten- oder Haustür. Die ganze Welt kann ich nicht retten, aber ich bin ja auch nicht alleine. Gemeinsam geht vieles.
Gestern hat das Adlerweibchen wieder ein erstes Ei gelegt. Ich werde also viel Interessantes zu sehen bekommen und bin sehr froh und dankbar darüber. Und wer weiß, vielleicht kann ich das Land irgendwann doch noch mal besuchen.
Ach Gudrun, Du hast ein sehr naturverbundenes Herz.
Man darf sich aber auch mal was gönnen. So ein Eis beim Italiener darf schon auch mal sein.
Mich faszinieren solche Persönlichkeiten wie es Sandy Steers lebte. So ganz sich einer Sache zu widmen und ein Zuhause darin finden. Und wir können vom warmen Wohnzimmer aus mit ins Nest gucken. Danke für die links.
Lieben Gruß von Mia, die langsam wieder beginnt ihre alten Geschichten aus den Schubladen hervorzuholen und diese überarbeiten will.
Und zu meinen Füßen ein immerzu hungriges Hundemädel.
Hehe, Mia! Das finde ich Klasse. Ich freue mich sehr, dass du die Geschichten wieder hervorgeholt hast. Ich würde dich gerne mitnehmen zu unserem Literaturtreff. Dort bekommt man immer wieder Anstupser, seine Geschichten zu schreiben. Vielleicht klappt es irgendwann mal wieder und du kannst mir vorlesen. Weißt du noch?
Sandy ist eine ganz tolle Frau gewesen, Biologin, die auch für die Nasa gearbeitet hat und sich dann ganz dem Umweltschutz verschrieben hat. Bis zu letzt hat sie gearbeitet für ihre Pflanzen und Tiere. Der Verein wird seine Tätigkeit in ihrem Sinne fortführen.
Ich grüße dich herzlich und wünsche mir, dass du das Hundemädchen mal streichelst von mir.
Das hört und schaut sich gut an.
Und ich bewundere deine Hilfeleistung an Projekte, die es die und deinem Mann wert sind.
Mögen sie gedeihen und im wahrsten Sinne florieren!
Auch die Beobachtung der Adlereltern auf dem Nest ist faszinierend.
Einen lieben Gruss, Brigitte
P.S. eigentlich hatte ich gestern hier schon kommentiert, aber anscheinend hat es nicht geklappt. Mal sehen, ob es heute gelingt.
Jetzt hat es geklappt. Keine Ahnung, warum das nicht ging.
Ich bin gespannt, ob das Adlerweibchen noch ein Ei legt. Es ist ja schon der zweite Versuch. Die ersten beiden Eier waren Krähen zum Opfer gefallen. Bis jetzt sitzt Jackie auf einem Ei. Ich bin gespannt.
Herzliche Grüße an dich, liebe Brigitte.
Auch ich denke nicht nur bis zu meiner Haustür, sehe aber wenig Sinn darin, mir alles zu versagen – besonders mal ein Eis essen zu gehen – um die Welt zu retten. Ich gebe viel direkt, den Leuten die auf der Straße sitzen, gebe Bücher weiter und so weiter. Die Strecke derer, die auf der Straße sitzen und betteln wird täglich länger und wenn ich wirklich jeden etwas gebe, kann ich mich ans Ende setzen. Mich macht einfach wütend, dass die, die es ändern könnten, also dafür das es einen effektiven Naturschutz und Klimaschutz gibt und das Wohnungslosigkeit längs der Vergangenheit angehören könnte und was noch alles, es nicht tun. Das von staatlicher Stelle darauf gesetzt wird, dass sich schon irgendjemand drum kümmert.
Das Eisessen war geplant mit allem Drum und Dran. Hüftgold brauche ich aber nicht noch mehr, also haben wir das gestrichen. Gut so, denn hinterher hätte ich wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen gehabt. Ich brauche es nicht.
Es ist nicht so, dass ich mir alles versage, nur unterstütze ich da, wo es mir wichtig erscheint mit meinen Möglichkeiten. Nein, ich kann nicht die ganze Welt retten, aber doch mit anderen ein Zeichen setzen in dem Irrsinn, der gerade in dieser Welt passiert.
Liebe Gudrun,
das Traurige an all dem Elend und der Gleichgültigkeit so vieler ist, dass ja genug an Steuergeld vorhanden ist, das allerdings für die völlig falschen Vorhaben ausgegeben wird. Mir sind es einfach zu viele Prachtbauten und seltsame Straßenbauten, die angeblich den Verkehr entlasten sollen, mit denen sich Politiker*innen schmücken.
Ich gebe mein Geld auch lieber direkt an Menschen, die es brauchen. (Allerdings unterstütze ich kein professionelles Betteln, das in meiner Stadt an vielen Ecken zu erleben ist. )
Ich hoffe mit Dir, dass das Paradies des Weißkopfadler-Pärchens nicht angetastet wird. Schickimicki-Plätze gibt es genügend auf diesem Planeten.
Herzliche Grüße, Chris
Ich gebe dir Recht, liebe Chris. Geld ist genug da, aber es wird immer wieder nur im Interesse einiger ausgegeben. Ich finde es traurig, wie vieles gerde „abgebaut“ wird. Dass die Adler in ihrem Gebiet bleiben können, hoffe ich sehr. Bei dem Nabu habe ich mal so eine Aktion mitgemacht und da konnte das Land gekauft werden.
Wir wollen jetzt die Beete vor dem Haus etwas pflegen. Im Kleinen soll es etwas schöner werden. Das tut uns allen gut.
Herzliche Grüße an dich, liebe Chris.