Kleiner Wirtel – große Übersetzung für feine Garne.

Ein kleiner, zusätzlicher Wirtel gehört zum neuen Spinnrad. Zum ersten mal habe ich den benutzt für feines Garn. Langsam fange ich an, das Spinnrad auszutesten.

der kleine Wirtel

Ein kleiner zusätzlicher Wirtel gehört zum Lieferumfang für mein „Minstrel“. Das ist mein neues Spinnrad. Der Wirtel sorgt für eine große Übersetzung, die man zum Spinnen von feinen Garnen braucht. Je feiner das Garn sein soll, desto mehr Drall muss es haben, damit es nicht auseinander fällt. Der kleine Wirtel sorgt für ordentlich „Bums“ beim Spinnen. Man kann sein gewohntes Tritt-Tempo beibehalten und erhält doch ein völlig anderes Garn.

kleiner Wirtel für dünne Garne
zweifädiges Spinnen mit kleinem Wirtel

Ich habe lange mit mir gekämpft, ob ich mir das Spinnrad kaufen soll. Größere Ausgaben wollen bei meinem „Einkommen“ gut überlegt und gründlich abgewägt werden. Ein drei viertel Jahr habe mich um die Entscheidung gedrückt, habe auf wirklich alles verzichtet und … mich dann schließlich entschieden.

Mein vorheriges Rad hat mir Grenzen gesetzt. Bei dem Neuen beginne ich langsam, es auszutesten. Ein ganz dünnes Garn will ich jetzt spinnen, d.h. ich habe es gerade auf dem Rad. In einer Spinngruppe hatte ich von einer Spinnerin gelesen, die sich ihren Zwirn selber spinnt. ‚So dünn bekomme ich es nicht hin‘, dachte ich mir. Wenn ich es mir aber so ansehe, wird es das dünnste Garn, welches ich je gesponnen habe.

Socken stricken
Schafwollsocken für den Sommer

Das Garn für diese Socken habe ich noch mit dem Standartwirtel gesponnen. Es ist dünn, aber ich will noch mehr.
Seit ich mit Schafwollsocken durch die Welt schleiche, geht es meinen geschundenen Rheuma-Füßen so richtig gut. Also werde ich mir noch andere machen, quietschebunte, welche mit Mustern, dünne für den Sommer.

Meine Spinnerei und Strickerei bringt mich durch so manches Tal. Gut so.
Vor dem Tag heute hatte ich richtig Angst. Es standen Arztbesuche an. Ich hab das Biologikal nicht mehr vertragen. Mir ging es schlecht. Was nun? War es das? Schweige ich lieber, damit das Rheuma nicht noch schlimmer wird? Aber was, wenn mir etwas passiert durch das Mittel?
Wenn alle Untersuchungsergebnisse da sind, werden wir ein anderes Mittel probieren. Ich bin dem Rheimatologen sehr dankbar, dass er so viel Geduld mit mir hat.

Ich habe wieder Hoffnung.


Nachtrag: Liebe Karin Braun und liebe Annette, ich danke euch schon mal hier für eure liebe Post. Karin, deine Selfmade-Label kann ich gut gebrauchen. Wenn ich Wollsachen verschenke, dann schreibe ich immer eine Pflegeanleitung dazu. Und da kommt jetzt auch die besondere Auszeichnung mit dran. Die Bücher liegen schon auf dem Nachttisch.
Liebe Annette, danke für die Filzwolle. Ich weiß schon, was daraus wird und das Schaf hat schon seinen Platz gefunden.

Eure lieben Briefe werde ich noch beantworten. Nur hier schon mal ein kleiner Dank. Es ist schön, dass es euch gibt.

20 Gedanken zu „Kleiner Wirtel – große Übersetzung für feine Garne.“

  1. Das freue mich, dass du mit diesem Spinnrad eine so gute Wahl getroffen hast und dich immer mehr daran erprobst und so tolle Ergebnisse erziehlst. Ich drücke fest die Daumen, dass dein Arzt mit dir eine Behandlungsmöglichkeit findet, die du verträgst.
    Alles Liebe von Beate

    1. Danke, liebe Beate. Er sagt, dass es leider kein Medikament gibt, welches allen gleichrmäßen hilft.
      Ich wusste doch, dass ich jemand vergessen habe! Dein Kalender hängt. Vielen, lieben Dank. Der wievielte ist das nun schon? Der vierte?
      Herzliche Grüße an dich.

  2. Gerne geschehen, es freut mich, dass du es gebrauchen kannst. Deine Söckchen sehen toll aus. Ich bin ja wieder am Häkeln, allmählich Auftragsarbeiten für die Enkelinnen. Ich freu mich auf deinen Brief. Alles Liebe Karin

    1. Auftragswerke sind immer was Feines, weil manndann weiß, dass es jemand möchte. Liebe Karin, wenn du mir mal wieder schreibst, dann steck doch mal ein Fädchen Sockenwolle mit rein, nur ein Fädchen, ca. 10 cm lang. Mir geht es um die Beschaffenheit der Wolle. Ich komme nie auf die Maschenproben in manchen Anleitungen. Und manchmal habe ich keine Lust, alles immer umzurechnen.
      Liebe Grüße an die Ostsee.

    1. Ach, Elvira, es gab viele Tränen im vergangenem Jahr. Ich habe mich noch nicht mit allen Einschränkungen abgefunden, hatte noch so vieles vor. Das neue Mittel ist eine Chance, aber ich habe auch Angst davor, weil es ein hoher Preis ist, den man zahlt. Die Nebenwirkungen sind nicht ohne.
      Herzliche Grüße nach Berlin.

  3. Ich drück dir ganz fest die Daumen, das dein Arzt ein geeignetes Medikament für dich findet. Gib nicht auf.

    Schön das du mit deinen Mistrel zufrieden bist. Ja manche spinnen so dünn das ich denke es muss dann doch total unangenehmzu tragen sein.
    Ich mag es gerne ein bißchen locker.
    LG nach Leipzig

    1. Erfahrungsgemäß geht das immer eine Weile gut und dann hat mein Körper wieder eine Lücke gefunden, in die er rein krätscht. Ich hoffe drauf, dass irgendwas ihn nun mal in seinem Uberschwang züchtigt.
      Die letzten Socken sind zwar aus dünnem Garn, aber auch noch locker. Das Entspannungsbad brachte es immer. Nun will ich mal sehen, wie weit ich gehen kann. Wenn es mir gar nicht zusagt, nehme ich es eben auch als Zwirn.
      Liebe Grüße
      (Ich werde jetzt mal wieder Seifen einfilzen. )

  4. Liebe Gudrun,
    schön dass Du die Kommentarfunktion wieder frei geschaltet hast.
    Ich bewundere deine Einstellung und wünsche Dir sehr, dass dein Arzt für Dich die richtige Medikation findet. Dein Spinnstübchen ist so bereichernd. Ich staune was Du alles schaffst. Und immer wieder deine Ideen nochmal weiter entwickelst.
    Lieben Gruß von der Mia (ja mich gibts noch) 😉

    1. Das ist schön, liebe Mia, dass ich dich hier begrüßen darf. Ich freue mich.
      Wie es bei mir weiter geht, muss ich mal sehen. Auf alle Fälle werde ich kämpfen, halt auf meine Weise.
      Liebe Mia, lass es dir gut gehen. Das wird ein gutes Jahr. Ich weiß das.

  5. Ich habe mich bis heute nie so richtig mit den vielen Möglichkeiten meines Ashford Joy beschäftigt 🙂 Aber ich trage im Sommer eh keine Strümpfe und kann meinen Stiefel weiterspinnen. Immer relativ dünn und dann zwei Fäden verzwirnt. Gerade bin ich auch mal wieder dabei, Socken zu spinnen, aber eher für Zuhause. Aber gleich werde ich erstbmal die neue Wolle antesten.
    Martin war gerade wieder zur Kontrolle wegen des MTX, aber es scheint, als würde er es vertragen. Viel bringen tut es allerdings nicht.

    1. Doch doch, ein wenig bringt das MTX nun schon.

      Immerhin sind die Schmerzen in meinen Händen weniger geworden und einem permanenten Kribbeln gewichen und auch de Gelenke sind etwas abgschwollen, so dass seit ein paar Tagen sogar mein Ehering wieder passt…..
      Aber richtig gut ist es halt auch noch nicht.

      1. Na, das ist ja schon mal was! Ich weiß, dass man in den USA schon wieder andere Wege geht in der Behandlung. Da wird das Immunsystem nicht unterdrückt, sondern gestärkt. Wie weiß ich nicht. Mal sehen, ob ich da was finde.

    2. Ich muss leider immer Strümpfe tragen. Meine Haut spielt total verrückt, wenn ich barfuß in Schuhe fahre, auch, wenn das Leder echt ist. Synthetische Strümpfe sind auch ein Graus. Schurwolle vertrage ich hervorragend. Nun will ich das Socken stricken so kultivieren, dass es gut aussieht. ich muss halt aus der Not eine Tugend machen und sagen, dass ich das so will.
      MTX habe ich nicht vertragen. Die Leber macht bei mir immer Terz. Ich habe zwar noch keinen Befund jetzt, schätze aber, dass es jetzt auch wieder so gewesen ist. Ein Krux ist das! Die Schmerzen gingen aber auch nie weg mit MTX. Ich sollte dann noch Diclo nehmen und Kortison, habe aber dann den Nutzen von MTX in Frage gestellt.
      Hoffentlich läuft es bei Martin besser.

  6. Da habe ich ja richtig Glück, dass ic das MTX vertrage und es sogar (kleine) Fortschritte bringt. Aber ich nehme es jetzt ja auch erst seit gut zwei Monaten, da kann noch mehr kommen ( hoffentlich)

    1. Es braucht sowieso seine Zeit bis es richtig wirkt. Geduld muss man da immer haben. Denen, die behaupten, dass es sofort gewirkt hat und nun alles bestens sei, denen glaube ich sowieso nicht. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es bei dir anders läuft als bei mir. Ich scheine wild entschlossen zu sein, mich zu zerlegen.

  7. Hallo Gudrun, ich faule Hausfrau und vor allem Strickerin, ich würde das Gegenteil bevorzugen, damit ich mit angespitzten Zaunpfählen stricken kann 🙂 😉
    Immer wieder bewundere ich dich für dein Durchhaltevermögen und deine Phantasie, aus jeder Lage noch irgend etwas Positives zu machen.
    Denkst du bitte irgendwann an das Rezept zum Brotbacken – einmal wenigstens will ich mal was anderes backen als Kuchen.
    Clara grüßt herzlich

    1. Eh, mit so richtig dicken Dingern wollte ich immer mal stricken, aber ich könnte es nicht halten.
      Ach siehste, das Brotrezept! Morgen ist Briefe- und Mailschreibetag. Ich mach das gleich als erstes, weil ich es sonst wieder verbumfiedele.
      Herzliche Grüße an dich Reise-Clara.

  8. Ach so, für dünne Garne ist der andere Wirtel? Hab ich auch an meinem Spinnrad, dachte bisher aber immer nur, dass der fürs schnelle Profispinnen ist… und soweit fühl ich mich noch nicht. Ein bisschen dünner hätt ichs aber gerne manchmal – muss ich ausprobieren! Danke für den Hinweis – und viel Spaß mit der Filzwolle, auf dass sie sich in was Schönes verwandelt! Mich hat sie ja immer nur vorwurfsvoll angeguckt und sich über ihr sinnloses Dasein in meinem Regal beschwert 😉

    1. Probier das mal aus. Ich war richtig erschrocken, wie das Rad anzog. Recht dünn bekommt man Garn aber schon mit dem Standartwirtel hin. Ich glaube, damit ist es auch weicher, weil es nicht ganz so viel Drall hat. Aber ich muss das jetzt wissen, probieren.
      Morgen werde ich wahrscheinlich mal filzen. Ab und zu muss ich immer mal wechseln beim Wuseln.
      Liebe Grüße an dich.

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