Von Drinnen und Draußen, aber immerhin zu Hause.

Ich zerre nicht an den Seilen, ich bleibe drinnen. Wie lange noch, weiß ich nicht. Aber Geduld habe ich gelernt in den letzten Jahren. Nein, in Traurigkeit ergeben werde ich mich ganz bestimmt nicht. Dazu gibt es auch keinen Grund.

drinnen und draußen

Also, ich habe zu tun. Und wie!
Es gibt schon Tage, an denen es nicht so richtig vorwärts geht, wo mich die Nachdenklichkeit packt. Nein, betonte Fröhlichkeit kann ich nicht leben. Einsicht in Notwendigkeiten bewirken aber dann doch ein Akzeptieren und ein Planen von möglichen Aktivitäten. Und in Gedanken bin ich dann drinnen und draußen.

drinnen blüht es

Auf meiner Fensterbank blüht es. Die Pflanze hatte ich vor zwei Jahren von einer Freundin zum Geburtstag bekommen. Ich habe sie gehätschelt, umgetopft und immer fein gegossen. Und jedes Jahr bringt sie mir den Frühling ins Haus. In diesem Jahr habe ich mich besonders gefreut, denn ich kann sehen, wie es blüht, drinnen und draußen, auf dem Fensterbrett und unten vor dem Haus.

wenn ich von drinnen nach draußen schaue

Gut sieht es gerade vor meinem Fenster aus. Die Bäume und Büsche bekommen Blätter. Jeden Tag wird es ein bisschen grüner. Und dann ist die noch die Forsythia. Die kühleren Tage scheinen ihr nichts aus zu machen. Unermüdlich blüht sie, als wenn sie einen Frühlingsgruß zu mir herauf senden will.
Ich mag das Grün und das Gelb. Mal sehen, ob ich das mal wieder in meine Wolle färbe.

die Amsel namens Peter

Das ist mein Peter. Er wohnt da unten und bewacht gerade sein Nest. Ist ein Feind in Sicht, der Bussard zum Beispiel von der anderen Seite der Straße, dann stößt er kleine schrille Schreie aus und es wird ganz still im Viertel. Die Spatzen und die Meisen schweigen plötzlich, bis die Gefahr vorbei ist.

Nachts singt übrigens ein Rotkehlchen. Es ist immer der erste Sänger, dann kommen die Meisen und schließlich mein Peter. Alle Amselmännchen heißen übrigens bei mir Peter, aber das ist eine ganz andere Geschichte..

drinnen und draußen

Heute habe ich Gemüse gesäht.
Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass ich Pflanzen ziehen kann, die dann im Garten groß werden können. Porree, Gurken und Paprika dürfen jetzt erstmal bei mir oben wachsen. Die Samen hatte ich bei der Ernte im vergangenem Jahr entnommen. Gurken hatte mir der Gartennachbar geschenkt. Keine Frage, wie meine Gurken in diesem Jahr heißen werden.

Es tut gut, dieses kleine Stücke Normalität. Ich brauche das sehr. Und ich gehe nicht davon aus, dass ich es nicht schaffen werde, mein Gemüse zu ernten.

ein neues Wollprojekt

Wenn ich mich satt gesehen habe an dem Draußen, dann konzentriere ich mich wieder auf mein neues Wollprojekt. Ich will einen Pulli stricken mit Rundpasse. Ich habe die Wolle zu spinnen, hier die Weiße. Die Dunkle für das Muster spinne ich aus der Gotlandwolle, die mir die Freunde aus dem Landkreis geschickt haben.

Und dann muss ich rechnen. Eh, ich mach das gar nicht gerne, aber ich möchte einen Pullover. Unbedingt. Wenn man ein Ziel hat, geht so vieles.

Drinnen und Draußen. Ich muss noch ein bisschen aushalten in meinem Zuhause. Ich habe aber wenigstens eines. Das ist verdammt viel. Und ich habe zu tun. Langeweile wird nicht aufkommen.

Bleibt gesund und passt gut auf euch auf.

11 Gedanken zu „Von Drinnen und Draußen, aber immerhin zu Hause.“

    1. Haha, ja. Ich muss mal sehen, wie ich das beschreiben kann, ohne jemand zu nahe zu treten. Das geht auf Gescherze mit Freunden zurück.
      Bleib auch du gesund, lieber Martin. Wir müssen halt noch ein bisschen mehr aufpassen

  1. Pläne sich wichtig. Es ist gut sich zu beschäftigen und die Hände tätig zu halten. Bei mir fliegen sie zur Zeit eher über die Tasten. Auch fein. Das Märchenprojekt ist in Gang gekommen. Alles Liebe Karin

    1. Ohhh, das freut mich sehr, liebe Karin. Das ist eine feine Sache. Und ich freue mich auch darauf, was du davon zu berichten hast.
      Ich werde mich jetzt gleich auf meinen Balkon in die Sonne setzen. Vielleicht kommt dann auch die Schreiblust wieder.
      Ich schicke dir liebe Grüße.

      PS: Wir müssen schon durchhalten, weil ich unbedingt bei eine der nächsten Nordreisen einen Schlenker nach Kiel machen will. Einmal wenigstens muss ich dich mal drücken. Nach dem Mistvirus.

  2. Liebe Gudrun, wir werden durchhalten. Sich in dieser Zeit beschäftigen zukommen ist schon sehr wichtig. Vor allem für die, die nicht zur Arbeit oder mal eben Besorgungen erledigen können.
    Wir werden heute auch die Sonne draußen genießen.
    LG Marion

    1. Gut so, ihr könnt ja fein raus. Das tut einfach mal gut in der Sonne. Ich habe schon Farbe im Gesicht bekommen.
      Ja, wir weden durchhalten und das überstehen. Wor haben doch noch viel vor.
      Grüße zu dir und zu deiner Tochter.

  3. Man muss sich ablenken liebe Gudrun. Schön, wer hinaus kann. Wer nicht, der braucht echt was zu tun. Stricken ist da prima für dich und das Säen bereitet Vorfreude.
    Die Vögel zwitschern schon so zeitig am Morgen und auch jetzt sitzen sie in den Bäumen und bringen uns ihr Abendständchen.
    Bleib gesund!
    Liebe Grüße von Kerstin.

    1. Ich schleiche heute schon dauernd um meine Sämereien herum, wohl wissend, dass ich noch nichts sehen kann. Egal, ich freue mich schon auf die kleinen Pflänzchen.
      Liebe Kerstin, schön, dass du da warst. Ich schicke dir liebe Grüße in die Aue.

  4. Liebe Gudrun,
    es ist Gold wert, wenn Beschäftigungen hast, die dir gut tun. Du machst so schöne Handarbeiten, einfach wunderbar!
    Ich habe auch keine Langeweile, aber es gibt trotzdem immer mal wieder Tage wie es heute einer war, an dem ich mich einfach müde und kraftlos fühle. Das darf sein, morgen ist ein neuer Tag!
    Mich interessiert übrigens auch, warum alle Amselmännchen bei dir Peter heißen. :-0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.